Viktor Skripnik (Trainer Metalist Kharkiv/Ukraine)

Es kommt nicht drauf an, total destruktiv oder wild- romantisch offensiv zu spielen, sondern wie das umgesetzt wird, inkl. der Prise Vernunft und harter Arbeit. Dann kommt auch die Balance irgendwann, so oder so. Genau das ist es, was mir in allen Spielen unter VS, selbst gestern, Hoffnung macht.

Gestern hat er mMn hauptsächlich mit beiden Einwechslungen danebengelegen (nicht mit den Auswechslungen), taktisch und von der Spielführung her war das m.E. angemessen und in Ordnung.

Allerdings, gewonnen hat am Ende der Trainer, der mutiger gewechselt inklusive umgestellt hat und deshalb nicht ganz unverdient. Aber - VS lernt eben noch dazu, da mache ich mir keine Sorgen.
 
Mit Einstellung meine ich, dass man nicht eine Sekunde das Gefühl hatte die Mannschaft wolle das Spiel gewinnen.

Ich würde eher sagen, sie konnte nicht. Den Willen würde ich ihr wahrlich nicht absprechen. Und es gab einige Standards, die für Gefahr gesorgt haben und auch hätten mit einem Tor belohnt werden können.

So gut gestanden haben wir gegen eigentlich völlig einfallslose Hamburger auch nicht.

Ich weiß nicht, ob im Fernsehen ein anderes Spiel gezeigt wurde, aber für mich sah es im Stadion so aus, als hätte Werder fast durchgängig (bis auf die erste 1/4-Stunde der 2. HZ) sehr gut gestanden. Die Abstände stimmten, man war aufmerksam und hat richtig viele Bälle abgefangen, weil man sehr aufmerksam und handlungsschnell war, so dass man gar nicht so oft in den Defensivzweikampf musste. Man konnte besonders in der 1. HZ sehen, wie der HSV immer ratloser wurde. Dass die offensiv so harmlos waren lag auch an Werders Defensivstärke.

Erst einmal sehe ich es so, dass wir im Rahmen dessen gespielt haben, was wir können, insbesondere dessen, was wir ohne di Santo können. Da fehlte vorne die Anspielstation, entsprechend konnten wir dort keine Bälle festmachen. Andere taugliche Offensivspieler können wir uns nicht schnitzen.

Dann hatten wir eine klare Grundordnung, die natürlich defensiv ausgerichtet war, was aber in Anbetracht spielerischer Mängel, zahlloser Ballverluste etc. pp. auch notwendig war. Dann haben wir in dieser grundordnung gut gestanden und hatten vorne auch die eine oder andere Möglichkeit, waren aber insgesamt passiv. Soweit so richtig. Nach der Makiadi-Einwechslung, die daraus folgte, dass wir vorne nichts gehalten und im Mittelfeld weniger Zugriff kriegten, kam von Hamburg nichts gefährliches mehr. Aus einem harmlosen Einwurf kriegen wir dann ein unglückliches Tor zur Niederlage. Mit etwas glück hätten umgekehrt wir durch Galvez aus einem Standard das Tor machen können, das spiel konnte jederzeit in beide Richtungen ausgehen.

Ich denke, dass man mehr derzeit einfach nicht erwarten kann. Wir hatten eine funktionierende Grundordnung und haben das Spiel offen gehalten, das Resultat hätte genausogut Unentschieden oder Auswärtssieg lauten können. Da kommt dann der Faktor Glück ins spiel und das war nicht auf unserer Seite, anders als in den beiden Spielen davor.

zu 100% :tnx:

EINSTELLUNG!!!
Denn die hat ein Trainer auch zu vermitteln, auch wenn hier einige vielleicht anderer Meinung sind.

Absolut richtig. Und an der Einstellung gab es gestern nun wahrlich nichts zu bemängeln. Die Defizite lagen ganz eindeutig in der Offensive, wo di Santo leider einfach nicht zu ersetzen war und Petersen/Izet nichts zu zeigen in der Lage waren.

Bemängelt wurde das eklatante Fehlen eines Konzepts. Gestern hatten wir eines. Es wurde lediglich nicht durch einen Torerfolg vergoldet und durch einen schwachsinnigen Fehler zur Niederlage. Hätten wir das 0:0 gehalten, hätten wir damit in Anbetracht der Personalsituation alle gut leben können.

Und wieder :tnx:

Es kommt nicht drauf an, total destruktiv oder wild- romantisch offensiv zu spielen, sondern wie das umgesetzt wird, inkl. der Prise Vernunft und harter Arbeit. Dann kommt auch die Balance irgendwann, so oder so. Genau das ist es, was mir in allen Spielen unter VS, selbst gestern, Hoffnung macht.

Eben, auch wenn es gestern letztendlich nicht gut für uns ausging, so war das doch ein ganz anderes Auftreten als in den meisten Spielen unter Dutt.

Gestern hat er mMn hauptsächlich mit beiden Einwechslungen danebengelegen (nicht mit den Auswechslungen), taktisch und von der Spielführung her war das m.E. angemessen und in Ordnung.

Zumindest der Wechsel auf Makiadi war letztendlich nicht ideal. Nachdem aber genau dieser Wechsel in den beiden Spielen zuvor wieder für die verlorengegangene Stabilität im MF gesorgt hatte, konnte ich diesen Wechsel nachvollziehen. Auch wenn Makiadi sicher nicht gut war, so hat der HSV nach dem Wechsel viel weniger offensiv auf die Reihe bekommen, als zu Anfang der 2. HZ, als Werder ein wenig den Zugriff verlor.

Allerdings, gewonnen hat am Ende der Trainer, der mutiger gewechselt inklusive umgestellt hat und deshalb nicht ganz unverdient.

Ja, das kann man so stehen lassen. Die Frage ist, ob wir nicht etwas mutiger hätten sein können und z.B. Levent auf der 10 zu bringen.
 
Ich denke, dass VS bei einer derart limitierten Mannschaft nur noch ein System spielen lassen wird (im Kern die Raute mit zwei Spitzen) und darauf setzen wird, Abläufe, Laufwege und Spielzüge zu standardisieren. (Überdies ist er dazu übergegangen, bei Eckbällen zwei Leute auf den langen und kurzen Pfosten zu stellen, was ich für richtig halte.) Mangelnde Variabilität birgt natürlich die Gefahr der Ausrechenbarkeit. Allerdings haben wir bei der mangelnden Qualität unseres Kaders wenig Möglichkeiten und nur die Wahl zwischen pest und Cholera, um dem aus meiner Sicht, nicht nur möglichen, sondern wahrscheinlichen Abstieg entgegenzuwirken. Sofern unwahrscheinlicherweise in der Winterpause nicht noch ein, zwei Spieler verpflichtet werden, die uns stabilisieren und ad hoc weiterhelfen. Dazu müsste man Geld in die Hand nehmen. Das ist offenbar weder möglich noch gewollt.......
 
Ich weiß nicht, ob im Fernsehen ein anderes Spiel gezeigt wurde, aber für mich sah es im Stadion so aus, als hätte Werder fast durchgängig (bis auf die erste 1/4-Stunde der 2. HZ) sehr gut gestanden. Die Abstände stimmten, man war aufmerksam und hat richtig viele Bälle abgefangen, weil man sehr aufmerksam und handlungsschnell war, so dass man gar nicht so oft in den Defensivzweikampf musste. Man konnte besonders in der 1. HZ sehen, wie der HSV immer ratloser wurde. Dass die offensiv so harmlos waren lag auch an Werders Defensivstärke.

In Anbetracht der allgemein schwachen Offensive des HSV ist schwer zu beurteilen, ob das 0:0 bis zur 85. Minute primär an unserer Defensivarbeit oder doch mehr an der eklatanten Ladehemmung des HSV in dieser Saison lag. Aber zu einer guten Defensivenarbeit gehört es eben nun einmal auch, daß man über 90+x Minuten den Laden hinten dicht hält und nicht nur ca. 85 Minuten, gerade wenn der Gegner in den 11 Spielen davor gerade einmal 4 Törchen auf die Reihe gebracht hat.
 
Es geht weder um die defensive Ausrichtung, noch die Taktik im allgemeinen in einem Auswärtsspiel auf Konter zu spielen.
Das ist alles in Ordnung. Ich hatte nur von Beginn an das Gefühl, dass man sich halt so mit einem Punkt zufrieden gegeben hat, dass man den Versuch zu gewinnen gar nicht unternommen hat. Für mich unerklärlich gegen einen Gegner wie dem HSV.
 
Auf mich wirkten sie physisch in keinsterweise müde. Man kann aber schon sagen, dass sie von der ersten Minute mental müde/gehemmt wirkten.

Für mich wurde das Spiel gestern im Kopf verloren. Wir hatten nie das Ziel zu gewinnen, sondern wollten irgendwie einen Punkt holen, der Gegner wollte unbedingt gewinnen und das hat man über das gesamte Spiel gemerkt. Natürlich fallen die Tore für die Hamburger etwas glücklich. Wobei "glücklich" eigentlich das falsche Wort ist, denn mit solchen Slapstickeinlagen unserer Verteidiger und unsere Tohüters muss man immer rechnen.

Ich kann es immernoch nicht verstehen wie man in ein solches Spiel gegen einen direkten Konkurrenten mit einer solchen Einstellung herangehen kann. Ausfälle hin oder her. Dann kann man es auch mit einem anderen System als der Raute und zwei Spitzen versuchen.

:tnx:

Offenbar sind das noch Nachwirkungen der letzten und des Beginns der aktuellen Spielzeit.
 
Es geht weder um die defensive Ausrichtung, noch die Taktik im allgemeinen in einem Auswärtsspiel auf Konter zu spielen.
Das ist alles in Ordnung. Ich hatte nur von Beginn an das Gefühl, dass man sich halt so mit einem Punkt zufrieden gegeben hat, dass man den Versuch zu gewinnen gar nicht unternommen hat. Für mich unerklärlich gegen einen Gegner wie dem HSV.

Das ist der springende Punkt. :tnx:
 
Es geht weder um die defensive Ausrichtung, noch die Taktik im allgemeinen in einem Auswärtsspiel auf Konter zu spielen.
Das ist alles in Ordnung. Ich hatte nur von Beginn an das Gefühl, dass man sich halt so mit einem Punkt zufrieden gegeben hat, dass man den Versuch zu gewinnen gar nicht unternommen hat. Für mich unerklärlich gegen einen Gegner wie dem HSV.

Seh ich genauso, ich hab auch nichts dagegen aus einer gestärkten Defensive heraus zu agieren aber das war Angsthasenfussball.
Und ein Punkt gegen die wäre jetzt auch nicht der große Knaller gewesen, sicherlich besser als Nichts.
Unterm Strich hat man gesehen, dass Petersen in der Truppe wo aus dem Mittelfeld und von Außen so gar nichts kommt komplett überfordert ist.
Bei Hajrovic, keine Ahnung, da fehlen mir fast die Worte.
Von dem halte ich überhaupt nix, da wäre mir Elia sogar noch lieber gewesen.
Letztlich war das von Skripnik von mir aus gut gemeint, auf Punkt zu spielen aber das ist in den seltensten Fällen gut gegangen und mit der Truppe erst Recht.
 
Ich hatte nur von Beginn an das Gefühl, dass man sich halt so mit einem Punkt zufrieden gegeben hat, dass man den Versuch zu gewinnen gar nicht unternommen hat. Für mich unerklärlich gegen einen Gegner wie dem HSV.

Und das Gefühl hatte ich eben nicht. Man war nur nicht in der Lage, die freien Räume, die der HSV im Laufe des Spieles immer mehr anbot, auch vernünftig zu nutzen. Das war mMn keine Einstellungsfrage sondern eine Frage der Qualität unserer gestrigen Offensivabteilung (inkl. OM).

Edit: genau so, wie es mir übertrieben vorkam, wie Skripnik hier nach den ersten Spielen als der Heilsbringer vergöttert wurde, kommt es mir jetzt übertrieben vor, wie jetzt nach einer Niederlage die Stimmung komplett umschlägt und es sogar Leute gibt, die Skripnik für überfordert und zu schlecht für die BL halten ... :face:

P.S.: das bezieht sich nicht so sehr auf dich, Fellis, sondern ist mehr allgemein auf die Stimmung hier im Forum bezogen.
 
Im Übrigen finde ich die Bezeichnung "dieser HSV" nicht zielführend. Da lassen sich halt einige von den nackten Zahlen blenden. Der HSV hat ein sehr ordentliches Heimspiel gemacht und ist ähnlich aufgetreten wie bei den Siegen gegen dortmund oder Leverkusen. Die waren sehr bissig, haben phasenweise den Ball gut laufen lassen und die haben gefährliche und technisch starke Leute. Hätte der HSV so schlecht gespielt wie in manch anderem Saisonspiel, dann wäre von uns sicherlich mehr gekommen im Spiel nach vorn.
 
... Das war mMn keine Einstellungsfrage sondern eine Frage der Qualität unserer gestrigen Offensivabteilung (inkl. OM)...
:tnx:
Ich bin weiterhin optimistisch. Skripnik scheint sich auf ein System (Raute) festzulegen und darin die Abläufe optimieren zu wollen. Das halte ich für gut. Die Spieler müssen erstmal diese komplizierten Systemvarianten ausm Kopf kriegen, um sich mehr auf das drillmässige Einstudieren von Kombinations-Fussball konzentrieren zu können. Das wird schon noch werden. Kurzfristig braucht man aber erstmal nicht viel zu erwarten. Werder scheint zur Zeit nur di Santo als Stürmer zu haben. Man könnte oder sollte es vielleicht in der Not nochmal mit "Ready for war" Elia versuchen. Der hat wenigstens die technischen Voraussetzungen.
 
Im Übrigen finde ich die Bezeichnung "dieser HSV" nicht zielführend. Da lassen sich halt einige von den nackten Zahlen blenden. Der HSV hat ein sehr ordentliches Heimspiel gemacht und ist ähnlich aufgetreten wie bei den Siegen gegen dortmund oder Leverkusen. Die waren sehr bissig, haben phasenweise den Ball gut laufen lassen und die haben gefährliche und technisch starke Leute. Hätte der HSV so schlecht gespielt wie in manch anderem Saisonspiel, dann wäre von uns sicherlich mehr gekommen im Spiel nach vorn.

Fakt ist aber auch, dass abgesehen von unseren Abwehrfehlern und harmlosen Abschlüssen von denen nie wirklich Gefahr ausging.
Vielleicht hätte man da mehr ins Risiko gehen können, dann hätte man es zumindest versucht aber so war das einfach mutlos verdient verloren.
Man hat sich quasi ergeben.
 
Ich frage mich mittlerweile wirklich, ob das Stadion-Holsten gestern so schlecht war, dass ich danach Wahrnehmungsstörungen hatte. Man könnte denken, ich hätte ein ganz anderes Spiel gesehen ... :confused:
 
Und das Gefühl hatte ich eben nicht. Man war nur nicht in der Lage, die freien Räume, die der HSV im Laufe des Spieles immer mehr anbot, auch vernünftig zu nutzen. Das war mMn keine Einstellungsfrage sondern eine Frage der Qualität unserer gestrigen Offensivabteilung (inkl. OM).

Qualitative Defizite spielen sicherlich auch ein Rolle. Aber eine so schlechte Offensivarbeit wie Werder sie gestern in HH gezeigt hat, kann man imho alleine nicht mit mangelnder Qualität begründen, zumal der HSV ja nun alles andere als eine Übermannschaft ist.

Wohl kaum niemand würde erwarten, daß die Werder-Mannschaft mit "offenem Visier" ins Verderben rennt, weil uns dazu sowohl in der Offensive als auch in der Defensive in der Tat die ausreichende Qualtät dazu fehlt. Aber gereade weil der HSV sukezessive immer mehr Freiräume anbot, hätten Trainer und Mannschaft auch entsprechend reagieren müssen, um diese Freiräume zu nutzen, so wie sie es z.B. in Mainz getan hat.
 
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