Robin Dutt

@corox: Jo. Das impliziert schon, dass es beim Vorgänger die Anweisung gab, hohe/ lange Bälle nach vorne zu bolzen, was bekannterweise ein spielerisches Armutszeugnis und eigentlich auch eine Bankrotterklärung für einen Trainer darstellt.
 
So ganz sollte man das aber nicht unterschreiben. Dutt hat von vornherein gesagt, dass er lieber schönen Fußball spielen lassen würde, dies aber mit diesem Kader nicht möglich wäre. Deswegen hat er seine Strategie darauf ausgelegt, dass man die zweiten Bälle erobert und so gefährlich wird. Damit wollte er verhindern, dass man in Konter läuft. Hat ja soweit auch funktioniert, nur nach vorne war man so halt extrem unkreativ. War aber in den ersten Spielen auch nicht so schlimm, da die Mannschaft zumindest kämpferisch stark und sehr effektiv vorne war. Anfangs... Letztendlich hatten wir dadurch viel zu wenig Ballbesitz und kassierten zuviele Gegentore, während wir vorne kaum durchkamen.
Man kann sagen, dass Dutts Strategie in die Hose ging. Andererseits weiß kein Mensch bisher, ob er mit seiner Einschätzung daneben lag. Wir werdens jetzt erleben, ob es spielerisch möglich ist mit dem Kader.
 
Ich finde schon, dass man den Spielern mehr zutrauen sollte als Bälle lang und weit nach vorne zu schaufeln. Das ist die Taktik eines Absteigers. Ob es spielerisch mit flachen Kurzpässen geht oder wir wirklich nicht die Leute dafür haben, weiß ich auch nicht. Aber der andere Weg hätte uns so gut wie sicher in Liga 2 geführt und auch fatale Wirkung für die Zukunft des Vereines gehabt, denn ohne spielerisches Konzept kommt man auch langfristig nicht raus aus dem Abstiegskampf.
 
Aber der andere Weg hätte uns so gut wie sicher in Liga 2 geführt und auch fatale Wirkung für die Zukunft des Vereines gehabt, denn ohne spielerisches Konzept kommt man auch langfristig nicht raus aus dem Abstiegskampf.
Sehe ich nicht so. Wir hätten fast alle Spiele auch gewinnen können in dieser Saison, wenn man mal vom Bayern-Spiel absieht. Keines der Spiele hätten wir verlieren müssen vom Spielverlauf her. Es HÄTTE gutgehen können, ist es nur blöderweise nicht.
Und Dutt hat nie gesagt, dass er die Taktik nicht ändern würde mit neuen Spielern. Er hat nur von dieser Saison gesprochen und sogar vorher deutlich neue Spieler gefordert.
 
So ganz sollte man das aber nicht unterschreiben. Dutt hat von vornherein gesagt, dass er lieber schönen Fußball spielen lassen würde, dies aber mit diesem Kader nicht möglich wäre.

Zudem fände ich so eine Aussage (an die ich mich nicht erinnern kann, hat jemand da eine Quelle?) verheerend für das Selbstbewusstsein einer Truppe und ein Armutszeugnis für einen Trainer, da es dessen Aufgabe ist, ein spielerisches Konzept zu entwickeln und passende Spieler zu verpflichten,egal, wie klamm die Mittel sind. Wenn diese Aussage so gefallen ist, war seine Entlassung mehr als überfällig!
 
Zudem fände ich so eine Aussage (an die ich mich nicht erinnern kann, hat jemand da eine Quelle?) verheerend für das Selbstbewusstsein einer Truppe und ein Armutszeugnis für einen Trainer, da es dessen Aufgabe ist, ein spielerisches Konzept zu entwickeln und passende Spieler zu verpflichten,egal, wie klamm die Mittel sind. Wenn diese Aussage so gefallen ist, war seine Entlassung mehr als überfällig!

Lässt sich leider nicht mehr so einfach finden. War irgendwann in der Vorbereitung. Den genauen Wortlaut weiß ich aber auch nicht mehr.
 
Sehe ich nicht so. Wir hätten fast alle Spiele auch gewinnen können in dieser Saison, wenn man mal vom Bayern-Spiel absieht. Keines der Spiele hätten wir verlieren müssen vom Spielverlauf her. Es HÄTTE gutgehen können, ist es nur blöderweise nicht.
Und Dutt hat nie gesagt, dass er die Taktik nicht ändern würde mit neuen Spielern. Er hat nur von dieser Saison gesprochen und sogar vorher deutlich neue Spieler gefordert.

Es ging mir auch nicht um die grundsätzliche taktische Ausrichtung, sondern um die langen Bälle. Mir fällt aus der jüngeren Vergangenheit kein halbwegs erfolgreiches Team ein, dass vorwiegend mit langen, womöglich noch hohen, Bällen operiert. Das ist ein Relikt aus der fußballerischen Steinzeit für Teams, bei denen sonst nichts mehr geht.

Lässt sich leider nicht mehr so einfach finden. War irgendwann in der Vorbereitung. Den genauen Wortlaut weiß ich aber auch nicht mehr.

Wäre cool, wenn da jemand eine Quelle hätte und was er genau gesagt hat.
 
Es ging mir auch nicht um die grundsätzliche taktische Ausrichtung, sondern um die langen Bälle. Mir fällt aus der jüngeren Vergangenheit kein halbwegs erfolgreiches Team ein, dass vorwiegend mit langen, womöglich noch hohen, Bällen operiert. Das ist ein Relikt aus der fußballerischen Steinzeit für Teams, bei denen sonst nichts mehr geht.
Sehe ich genauso und wohl sicher auch Dutt. Einzig in seiner Einschätzung über die Fähigkeiten der Mannschaft lag er hoffentlich falsch. Aber und da stimme ich dir zu, das so öffentlich zu sagen, war daneben. Die Mannschaft hats vielleicht geglaubt. Andererseits musste er irgendeine Stellungnahme dazu abgeben, warum er so spielen lässt.
 
ganz davon abgesehen, dass ich dieses "die mannschaft kann spielerisch nix" als aussage furchtbar daneben finde, zumal das auch so definitiv nicht stimmt, war das konzept der langen bälle und das schwerpunktsetzen auf reine physis, gift für die jungen, spielerisch talentierten jungs der 2. mannschaft. da wundert es kaum, dass dutt weitestgehend auf deren integration verzichtet hat. die wären da einfach nur untergegangen. ganz davon abgesehen, dass du mit der spielweise nunmal auch bei den anderen, älteren spielern nicht auf große entwicklungssprünge hoffen brauchst. so lernst du nämlich auch nichts dazu. wenn du spielerisch schlechte leute hast, musst du umso mehr versuchen, die dahingehend weiterzubringen. verbessert hat sich unter dutt aber niemand.
 
ganz davon abgesehen, dass ich dieses "die mannschaft kann spielerisch nix" als aussage furchtbar daneben finde, zumal das auch so definitiv nicht stimmt, war das konzept der langen bälle und das schwerpunktsetzen auf reine physis, gift für die jungen, spielerisch talentierten jungs der 2. mannschaft. da wundert es kaum, dass dutt weitestgehend auf deren integration verzichtet hat. die wären da einfach nur untergegangen. ganz davon abgesehen, dass du mit der spielweise nunmal auch bei den anderen, älteren spielern nicht auf große entwicklungssprünge hoffen brauchst. so lernst du nämlich auch nichts dazu. wenn du spielerisch schlechte leute hast, musst du umso mehr versuchen, die dahingehend weiterzubringen. verbessert hat sich unter dutt aber niemand.

So muss man die Ägide Dutt wohl zusammenfassen und das erklärt auch sein Scheitern mit Pauken und Trompeten.
 
Sein Scheitern hat wohl noch einen weiteren Grund, der sehr gut zu dem bereits gesagten passt. Seine Herangehensweise an den Fußball ist eher schematisch/theoretisch. Werder kriegt zu viele Gegentore, also wollte er erstmal hinten dichtmachen. Die Folge war dieser sehr unansehnliche Grützfußball, den wir über weite Teile der letzten Saison gesehen haben. Als es mal ein paar Spiele etwas besser lief, hat er versucht, etwas vorzuschieben, was in der höchsten Heimniederlage der Vereinsgeschichte mündete. Jeder einzelne Punkt, den wir unter Dutt geholt haben, musste verdammt sauer erlaufen, erkämpft, erbissen werden, souverän war da gar nichts.

Nun wollte Dutt zum Ende der letzten Saison, wenn auch nur angedeutet, und dann mit aller Macht in dieser Saison einen attraktiveren, stärker spielerisch orientierten Fußball spielen lassen. Leider fehlten dafür der Mannschaft die Grundlagen und selbst diese nun eher offensivere Ausrichtung basierte nach wie vor auf dem, was Dutt als Basics gelegt hatte: Lange Bälle und hinterherrennen. Ein derart aufwendiger Fußball mit den dazugehörigen katastrophalen Pass- und Ballbesitzzahlen ist aber eben keineswegs stabil, sondern er fällt in sich zusammen, wenn Demotivatoren auftreten, wenn auch nur 2 Spieler 10% weniger machen.

Um Erfolg zu haben, hätte Dutt dem Team dagegen vom ersten Spiel an eine Spielphilosophie und -idee mitgeben müssen, damit das Team Sicherheit bekommt, einen Anker hat, was es tun kann, wenn spielerische Mittel gefragt sind. Wenn man Schaaf vorwerfen kann, dass er seine Spielidee oft zu stur durchdrückt, unabhängig von den Gegebenheiten, dann ist es bei Dutt noch verheerender, denn er hat nicht einmal eine. Natürlich kann es nötig sein, diese Idee zu variieren oder situativ von ihr abzuweichen, aber der erste Schritt, wie Viktor es gerade vormacht, besteht ersteinmal darin, diese Idee zu entwickeln und zu implementieren, so dass alle eine Vorstellung haben, wie es aussehen soll. Wenn es diese Vorstellung nicht gibt, dann sind die katastrophalen Zahlen im Passspiel und im Ballbesitz kein Wunder, sondern die Folge der völligen Hilf- und Orientierungslosigkeit der Mannschaft. Denn es ist ja nicht so, dass Werder den technisch schlechtesten Kader der Bundesliga hätte, es gibt durchaus Spieler im Kader, die Pässe über 10-20m sicher zum Mann bringen können, wenn sie denn wissen, wo sie den Ball hinspielen sollen/wollen, bevor sie ihn bekommen.

Ich habe übrigens mal mit einem Freiburgfan gesprochen, der mir verblüffend ähnliches über Dutts Freiburger Zeit erzählt hat. Auch da war der Fußball oft Hauruck, unansehnlich, viele lange Bälle etc., wobei es in der zweiten Liga aufgrund der guten Qualität der Mannschaft im Ligavergleich trotzdem gut lief. In der ersten Liga wurden die Probleme komplett von einzelnen Spielern überlagert und jedesmal, wenn die Mannschaft unter Dutt versuchte Fußball zu spielen, dann gab es auf die Mütze, z.B. von Teams wie Werder Bremen zu Hause 6 Gegentore. Er und viele seiner Bekannten waren heilfroh, als er nach Leverkusen weggekauft wurde, weil das Spiel trotz passabler Ergebnisse unansehnlich war. Dazu kamen auch damals schon all diese merkwürdigen Pressekonferenz- und Interviewaussagen, die einen regelmäßig am Verstand Robin Dutts völlig zweifeln lassen und die seine Autorität im Team teilweise untergraben.

Werder Bremen ist bei der Verpflichtung Robin Dutts jemandem aufgesessen, der durch seine nette und ruhige Art übertünchen konnte, dass er mit dem Erreichen der Bundesliga weit über seine Verhältnisse beruflich aufgestiegen war. Für Trainer gilt dasselbe wie für Spieler: Man muss sehr genau analysieren, welchen Anteil sie an bestimmten Ergebnissen haben. Und da werfe ich unseren Verantwortlichen vor, dass sie das im Fall Dutt nicht hinreichend getan haben. Als der Name fiel und er bei uns vorgestellt wurde, hatte ich zunächst nämlich auch einen oberflächlich-positiven Eindruck im Hinterkopf. Erst als er mir durch komische Äußerungen und Minusfußball auffiel, habe ich begonnen dieses Bild zu hinterfragen und mich über diesen Trainer zu informieren und dabei kam wenig schmeichelhaftes zum Vorschein. Von Entscheidungsträgern erwarte ich aber, dass solche Informationen vorher eingeholt werden, dann hätten wir in den letzten 15 Monaten nämlich vorwärts kommen können statt uns zurückzuentwickeln.
 
Danke maddin für die Infos über seine Freiburger Zeit. Das war etwas was ich mir nur schwer erklären konnte. Da es so im Gegensatz zu dem stand was Dutt hier und auch in LEV gezeigt hat. Meine Vermutung war, das er dort positiver wahrgenommen wurde und auch mit weniger zufrieden war, weil nach dem Aufstieg die Erwartungen von Freiburg auch nicht so hoch waren.

Deine abschließende Beurteilung von Dutt kann ich so nur unterstreichen und ich kann mir nicht vorstellen das er noch mal eine Anstellung in der 1. Bundesliga bekommen wird. Werder war wohl seine letzte Chance zu zeigen das LEV ein Ausrutscher war. Er wäre besser beim DFB geblieben.
 
Ich sehe Dutt noch immer nicht so negativ, wie er hier gemacht wird.
Nach dem gottgleichen Schaaf hat er - vor allem bei den Anhängern und den Medien - nie eine richtige Chance gehabt. Außerdem brauchte man einen Sündenbock, damit alle anderen (Eichin, Filbry u.a.) ihren Kopf aus der Schlinge ziehen konnten.

Was ist denn - was hoffentlich nicht eintritt -, wenn Skripnik jetzt keine Siegesserie hinlegt? Bislang war es der Trainer. Dann wird es natürlich die Mannschaft sein, die schuld ist.

Euagoras
 
Die Fragen lauten doch erstens, wie schwerwiegend die Verheerungen sind, die die desaströse Ära Dutt hinterlassen hat und zweitens wie gut Viktor Skripnik als Trainer ist, also wie schnell es ihm gelingt, den von Dutt hinterlassenen Trümmerhaufen zu einer Mannschaft zu formen. Nur eine der beiden Fragen ist von Viktor zu beantworten. Für das Versäumnis, Dutt geholt und zu lange an ihm festgehalten zu haben, sind andere verantwortlich. Viktor muss sich allerdings auch beweisen und daran messen lassen, was er hier erreicht.
 
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