Bei Werder scheint es ja auf allen Ebenen ganz schön zu brodeln. Ich finde es auf der einen Seite peinlich, dass unser Verein sich in der Öffentlichkeit gegenseitig die Wurst vom Brot nimmt, auf der anderen Seite kommt endlich mal etwas Bewegung in unseren "verstaubten" Laden. Die Entwicklung ist nun mal ziemlich bedenklich.
Ich glaube viele unterschätzen unsere Situation. Wir wären finanziell wohl ziemlich weit unten, wenn wir absteigen. Davon würde sich der Verein mit der Infrastruktur, dem Etat und den anfallenden Ausgaben nicht so schnell erholen. Auch für die Stadt Bremen wäre das ein indirekter Schaden (Gastronomie, Aushängeschild etc.). Die Einnahmen von Werder würden massiv einbrechen und die Spieler haben ihre Verträge und müssen weiter bezahlt werden. Alle Kicker wird man nicht auf anhieb los. Dass jetzt offenbar frühzeitig Maßnahmen getroffen werden, halte ich für richtig. Da gehe ich konform mit KDF. Grundsätzlich gehe ich auch damit konform, dass wir uns damit abfinden müssen, ein stückweit Tradition abzugeben, indem wir uns für Investoren öffnen. Ohne die sind wir offenbar nicht mehr konkurrenzfähig (Ich finde diese Entwicklung im übrigen ziemlich schade - gerade was den Profifußball betrifft).
Vielleicht sollte man Lemke konstruktiv mit in die Gespräche einbringen. Er ist ein Gegenpol und könnte mahnend eingreifen, wenn Geld sinnlos aus dem Fenster geworfen wird. Hat man also Angst, dass Lemke den Investoren komplett im Weg steht? Ich denke, da hätten sich die Verantwortlichen ohne dieses öffentliche Tamtam intern an einen Tisch setzen können. Ohne Eigennutzen wird sich letztlich aber kein Investor einem Verein nähern. Heißt: Der Investor will in irgendeiner Form etwas mitbestimmen oder von ihm profitieren. Da reicht es nicht, wenn dieser seinen Namen in der Zeitung liest oder dieser an irgendeiner Bande steht. Da muss Werder schauen, welchen Rahmen man dem Geldgeber steckt. Wenn Lemke sich dann gänzlich dagegen stellt, könnte man immer noch Druck ausüben.
Die andere Frage ist: Welche Möglichkeiten hat Werder dann im Winter? Wir haben viele Baustellen im Kader, und gute Spieler, die unsere Mannschaft erheblich verstärken, kosten eine Menge Kohle. Ich denke nicht, dass eine Investoren-Allianz 20 Millionen zur Verfügung stellt (zumindest nicht, wenn sie nicht gerade aus Audi, Adidas oder Red Bull besteht). Für mich heißt das folglich nicht automatisch, dass uns das 100 prozentig vor dem Abstieg bewahrt. Werden spannende Monate, die da auf uns zu kommen...