Dutt gibt im Unterschied dazu festere Raster vor, womit die Spieler erst recht überfordert sind, wenn sie in Spielverläufen gezwungen sind, anders zu "agieren", zu entscheiden. Maddin`s Antwort darauf find ich bemerkenswert, denn es ist in meiner Erfahrung tatsächlich oft der Fall, dass das Handeln eines Teams und seiner Einzelspieler in Sachen Problemlösungen von sehr viel mehr abhängt, von Selbstsicherheit, vom Mannschaftsgeist in Extremsituationen, von der Tagesform, vom Reagieren auf Schwächen und Stärken der Gegenspieler und nicht zuletzt von Intelligenz und Demut, ein Spiel richtig lesen zu können. Da sind Trainer dann mitunter machtlos, in einzelnen Partien.
Geht es aber um`s große Ganze, dürfen solche Defizite nicht die Regel über eine Saison werden, sonst läuft irgendetwas grundverkehrt. Die Kunst liegt m. E. weniger in den grundsätzlichen taktischen Vorgaben, als darin Spielern begreiflich zu machen, wie das Spiel tatsächlich funktioniert und wie sie demzufolge und gemäß ihren Fähigkeiten (und eben Nicht-Fähigkeiten) Rädchen eines in sich greifenden Teams sein können. Dies war schon eine große Schwäche unter Dutt`s Vorgänger. Und wenn das nicht gelingt, nutzt eben auch jegliches Fachwissen wenig.
Wobei ich im ersten Satz anderer Meinung bin als Maddin, also dass Spieler gar keine festen Vorgaben brauchen. Das ist immer auch eine Frage der sich ergebenden gegenwärtigen Situation und der (zahlreichen) unterschiedlichen Charaktere Einzelner.
Im Übrigen kann ich dem Gequatsche von Dutt und Eichin von wegen keinen mannschaftstaktischen, sondern individuellen Fehlern nicht viel abgewinnen. Wer sich die Gegentore und Chancen anschaut, die wir zulassen, sei es nach Standards oder aus dem Spieler heraus, der kann sehr wohl zu einem anderen Schluss kommen.