Robin Dutt

@ darkut

Ich sehe das etwas anders.

- Vergangene Saison sind wir nicht deshalb nicht abgestiegen, weil es aufwärts ging. Vielmehr war die Saison spielerisch ein Armutszeugnis! Gerettet hat uns einzig, dass die unteren Drei praktisch die letzten fünf Spieltage nicht mehr mitgemacht haben.

Das wir Schalke am Rande einer Niederlage hatten und insbesondere die letzten Spiele der Saison eine mehr als deutliche Aufwärtstendenz hatten klammern wir am besten mal komplet aus.
Ich halte es da mit TE, die Saison hätte für uns noch gut und gerne weitergehen können. Wir waren gut dabei auch spielerisch zu liefern und hätten da das ein oder andere Pflichtspiel mehr gut gebrauchen können um die Automatismen weiter einzuschleifen.

- Das Abwehrproblem ist schlimmer denn je.

Ansichtssache. Gemessen an der nackten Zahl an Gegentoren kann man das so sehen. Betrachtet man aber Defensivverhalten der gesamten Mannschaft und zieht man in Betracht, dass die Tore nicht aufgrund eines generell mangelhaften Defensivverhaltens der Mannschaft, sondern durch individuelle Fehler gefallen sind, dann ist das eine ganz klare Verbessung im Vergleich zum Beginn der letzten und insbesondere zum Ende der vorletzten Saison.

- Diese Saison ist aus eigener Kraft nichts erreicht. Gegen Berlin und Leverkusen waren wir sowas von tot zur Halbzeit. Normal hätten wir jetzt schon 20 Gegentore. Es war erneut die Unfähigkeit der anderen.

Gegen Leverkusen hatten wohl die meisten mit einer mittleren bis hohen Führung der Leverkusener zur Pause gerechnet vor dem Spiel, dass die bei ihren Chancen nur eine über die Linie bringen ist deren Problem, in der zweiten HZ hätten wir das Spiel auch noch gewinnen können. Gleiches gilt für die Hertha.
Schalke hat in der ersten HZ genau 1 gute Chance gehabt, dann pennen wir 5min zu Beginn der zweiten HZ und liegen 2:0 hinten, viele Chancen für Schalke gab es danach aber auch nicht mehr.

Guckt man sich dann noch die miserablen Schiedsrichterleistungen gegen Hoffenheim und Augsburg an...

- Ich will einräumen, dass es mit Zladdi und Fin etwas besser im Mittelfeld läuft. Di Santo sieht auch ganz gut aus. Doch das war es.
- Dutt fummelt hier jetzt seit 38 Spieltagen rum. Ich sehe keine Besserung!

Was mich sorgt, ist, dass individuelle Fehler nicht abgestellt werden können. Zudem erscheint mir Dutt zunehmend ratlos.

Um Dutts Leistung zu beurteilen muss man in erster Linie weg von der Leistung einzelner Spieler und sich angucken, wie die Mannschaft als Ganzes auftritt. Da gibt es im Vergleich zu seinem Amtsantritt mMn Fortschritte zu verzeichnen. Ob die so groß sind, wie man sich das erhofft hat ist dabei eine zweite Frage.
 
Nun könnte man TE oder RD sicherlich ankreiden, dass viele der Stammspieler inzwischen während ihrer Dienstzeit eingekauft wurden. Allerdings müsste man dann auch einwenden, unter welchen Voraussetzungen diese Transfers liefen. Was haben denn diese Spieler kosten dürfen?

In der Saison 2013/2014 zehn Millionen. Im Bundesligavergleich immerhin Platz 7. (Gleich hinter Mainz 05 übrigens.)

http://fussball-geld.de/transferausgaben-1-bundesliga-20132014/

Dieses Jahr dann in der Tat nicht mal 2 Mio.

Ich denke, hier erwartet auch niemand Wunderdinge. Aber Vereine mit weniger Ausgaben haben nicht unbedingt weniger Erfolg; in Augsburg zum Beispiel zeigt sich, dass man auch mit knapppen Vorgaben ansehnlichen und erfolgreichen Fußball spielen kann.

Wie lange soll denn noch gelten, dass ursächlich für die derzeitigen Probleme die Tatsache ist, dass wir keine CL-Einnahmen mehr haben? Das wird noch lange, lange, sehr lange so bleiben.

Dutt hat sicher einen schweren Job, aber z.B. am Torwartproblem hat er einen großen Anteil. Selbst wenn man Wolf für besser als Miele hält; ich denke schon, dass man dann einen noch besseren hätte holen müssen, denn Wolfs Qualität scheint mir nicht ausreichend zu sein. Aber sein Vertrag wurde verlängert.

In Ruhe arbeiten darf Dutt jetzt seit über einem Jahr. Wirklich viel gebracht hat das noch nicht. Mehr als nichts, ganz klar, aber ich hatte mir einfach deutlich mehr erhofft. Das ein oder andere optisch schön anzusehende Spiel hatten wir bis zuletzt auch unter Thomas. Es waren zu wenige, und es waren zu viele Gegentore. So ähnlich wie jetzt unter Dutt. Ja, die Schiedsrichterleistungen haben dieses Jahr auch dazu beigetragen, dass es schlecht lief. Auch das war allerdings in der letzten Rückrunde von Thomas der Fall.
 
Was mich sehr stört sind die vielen Gegentore.

Haben Paderborn, Köln, Frankfurt, Augsburg und Co einen so viel besseren Kader, dass sie sich weniger Gegentore einfangen? Gerade Köln - erst aufgestiegen und erst 1 Gegentor...

Klare Ansage war die Abwehr zu stabilisieren, was ja nicht so schwer ist. So wurde es gesagt. Nun führen wir wieder die Tabelle der meisten Gegentore an. Dabei hat sich unser Kader nicht groß verändert.

Nochmal Abstiegskampf? Ist nicht passend. Wir haben immer davon gesprochen, dass die letzte Saison die harte Übergangssaison wird. Ist ok. Eingewöhnung, Neustrukturierung usw. Aber nun sollte da was kommen. Man kann das Ziel nicht ständig verschieben!

Ich halte RD für einen guten Trainer. Nur nun muss was kommen!
 
Wenn wir über Geld reden, dann müssen wir eben auch über den Lizenzspieleretat reden und da liegen wir - wie schon des öfteren ausgeführt - gerade einmal auf dem 13. Rang. Und im Gegensatz zu anderen Teams haben wir unserem Gehaltsgefüge immernoch eine mächtige Unwucht.

Niemand bestreitet, dass wir zu viele Gegentore kassieren. Aber wenn man sich eben diese anschaut, dann fallen sie nicht, weil wir taktisch generell etwas falsch machen - wurde hier ja schon oft genug beschrieben - und wird übrigens auch von den Spielern so eingeschätzt (so zumindest gestern der WK), sondern es sind immer wieder individuelle Fehler.
 
Niemand bestreitet, dass wir zu viele Gegentore kassieren. Aber wenn man sich eben diese anschaut, dann fallen sie nicht, weil wir taktisch generell etwas falsch machen - wurde hier ja schon oft genug beschrieben - und wird übrigens auch von den Spielern so eingeschätzt (so zumindest gestern der WK), sondern es sind immer wieder individuelle Fehler.

Dann stellt sich aber trotzdem die Frage, warum diese individuellen Fehler nicht irgendwann ausgemerzt sind? Das ist jetzt schon seit Jahren so und bei anderen Vereinen sieht man das nicht in dieser Häufigkeit. Auch bei den Aufsteigern ist das nicht der Fall... Wenn man nach den Transfermarktdaten geht, ist unsere Abwehr jetzt auch nicht megabillig. Letztendlich könnte man dann auch eine gute 2.-Liga-Abwehr installieren, um ähnliche Ergebnisse hinzubekommen (man sieht ja anhand von Köln und Paderborn, dass das möglich ist...).
 
Dann stellt sich aber trotzdem die Frage, warum diese individuellen Fehler nicht irgendwann ausgemerzt sind? Das ist jetzt schon seit Jahren so und bei anderen Vereinen sieht man das nicht in dieser Häufigkeit. Auch bei den Aufsteigern ist das nicht der Fall... Wenn man nach den Transfermarktdaten geht, ist unsere Abwehr jetzt auch nicht megabillig. Letztendlich könnte man dann auch eine gute 2.-Liga-Abwehr installieren, um ähnliche Ergebnisse hinzubekommen (man sieht ja anhand Köln und Paderborn, dass das möglich ist...).

Streitet ja auch keiner ab, dass das nicht möglich sei. Auch mit unserer Abwehr nicht. Und wenn ich mich an die letzte Saison erinnere, dann haben wir dort ja in zehn Ligaspielen gar kein Tor kassiert und sechs Spielen "nur" eines. Es geht mit der Truppe.
Die Frage wäre auch einfach zu beantworten, wenn die Fehler immer dem gleichen oder den gleichen zwei Spielern passieren würden. Ist aber nicht der Fall. Bei Wolf sieht man leider einen trennt, dass er kaum ein Tor verhindert, was von einem Bundesligatorhüter durchaus mal verhindert werden könnte, was die ganze Sache noch ein bisschen schlimmer macht.

Wenn es ein Patentrezept gäbe, dann würden wir das sicher anwenden. Die Problematik ist doch allen bewusst. Zuvorderst auch dem Trainer. Aber wenn selbst die Spieler sagen, dass dies immer wieder individuelle Blackouts sind, dann muss man da ansetzen. Gestern klang ja auch schon durch, dass es RD vielleicht sogar mit eine Psychologen versuchen möchte, den er von Außen an die Mannschaft holen will. Vielleicht keine schlechte Idee.

Wir kassieren zu viele Gegentore. Genauso wie in der Vorjahren, aber insgesamt hat das doch unterschiedliche Ursachen. Lag es in der Vergangenheit häufig im taktsichen Bereich und/oder darin, dass die Mannschaft nach Gegentoren regelrecht in sich zusammengafellen war, kann ich das derzeit in dieser Form einfach nicht erkennen. Ich mag mich da auch täuschen.
 
Würde ich ein "Stammtisch-Fußball-Gelaber-Bullshit-Bingo" entwerfen dann wäre der Begriff "individuelle Fehler" einer der ersten, den ich verwenden würde. Wie auch "Traditionsvereine", "Muskel macht zu", "Spiel antizipieren" und andere.
Aber insbesondere die lieben "individuellen Fehler".
Netter Euphemismus um nahezu alles begründen zu können oder abzutun.
Schlechtes Stellungsspiel, ein mies geführter Zweikampf, Fehlpass, unnötig verursachter Eckball, Foul an der Strafraumgrenze etc.
Das sind sie doch, die "individuellen Fehler", oder?

Hört sich halt immer professionell und gnadenlos analytisch auf den Punkt gebracht an und ist trotzdem doch sehr leer an Inhalt.

Fußball lebt von Fehlern, ohne diese fallen eben keine oder selten Tore. Und der erfolgreiche ist, wer selten Fehler macht und im Gegenzug die des Gegners bestraft. Und sowohl die Fähigkeit, gegnerische Fehler zu bestrafen als auch die Vermeidung eigener Fehler sind Sache der Spieler selbst, unter Anweisung des verantwortlichen Trainerteams.

Sorry, aber so was wie "gut gemacht, wenn da nicht die individuellen Fehler wären" ist ein Eingeständnis von Hilflosigkeit oder was auch immer. Oder im besten Fall nur ein Reden um den heißen Brei.

Nicht falsch verstehen, Felissilvetris. Geht nicht gegen dich oder deinen Post.
 
Verstehe nur selten etwas falsch :P

Ich weiss nicht, ob sich der Begriff "individuelle Fehler" für ein "Bullshit-Bingo" eignet.

Wenn ich mir unsere Spiele der letzten drei Jahre, eben insbesondere wie wir Gegentore geschluckt haben anschaue, dann hat sich doch da etwas ein wenig geändert.

Hatten wir unter TS zum Beispiel eben häufig Probleme im Umschaltspiel in die Defensive und fingen uns dadurch nicht wenige Kontergegentore, so ist dies - in dieser offensichtlichen Häufigkeit - nicht mehr der Fall. In der letzten Saison verstanden wir es häufig gut zu stehen. Vernachlässigten dabei aber arg das Offensivspiel. Das ging auch immer dann gut, wenn wir es tatsächlich schafften ohne Gegentor(e) zu bleiben. Aber nicht selten hatten wir das Problem, dass wir nach ein, zwei Gegentore völlig auseinander fielen. Da ging bei uns gar nichts mehr und es kam zu regelrechten Schlachtfesten für den Gegner. Ich erinnere mich da nur ungern an das Heimspiel gegen die Bayern. Für mich war das Hauptsächlich ein Mentalitätsproblem. Nimmt man diese Spiele ein bisschen aus der Betrachtung heraus, dann fingen wir uns in der letzten Saison eigenlich gar nicht so viele Gegentore. Von unseren 66 Gegntoren fingen wir uns 25 in fünf Spielen, in denen wir mehr als vier Gegentore kassiert haben. Gleichzeitg schafften wir es in zehn Partien gänzlich ohne Gegentor zu bleiben. Wobei man sagen muss, dass wir in dem Spiel in Hoffenheim ein 4:4 geholt haben und ich da so die ein oder andere 0:3-Pleite eher mi dem Auseinanderbrechenproblem behaften würde.

Diese Saison ist nun einmal so - das sprichst du schon an richtig an - dass wir Vorne selbst zu viel liegen lassen und dann hinten eben die Fehler machen. Allerdings sehe ich da eben kein Problem in unserer taktischen Ausrichtung oder in dem Problem bei Gegentoren auseinaderzubrechen. Sondern viel mehr darin, dass wir uns wirklich grobe Schnitzer leisten. Ja, der Fussball lebt von Fehlern, aber es kommt zum einen auch auf die Art des Fehlers - wie gravierend ist? - und dann schlussendlich - wenn wir über Gegentore reden - ob dieser von einem Kollegen noch gerade gezogen werden kann. Da schwächeln wir im Moment.

Hier ist natürlich auch der Übungsleiter gefragt. Allerdings ist die Lösung für dieses Problem in meinen Augen weitaus schwieriger als für die Probleme der Vergangenheit. Eine taktische Ausrichtung kann man recht gut verändern. Die Mentalität des Kollektivs bei einem Rückstand nicht gänzlich in seine Einzelteile zu fallen ist da schon deutlich schwerer. Und unser derzeitiges Problem ist da in meinen Augen noch ein Tick schwerer zu beheben, denn du musst da jeden einzelnen Spieler wieder auf die Kette bekommen. Da finde ich die Idee mit einem Psychologen, der von Außen kommt, gar nicht mal so schlecht.

Mir geht es dabei auch nicht darum unsere Situation "schönzureden". Sie ist in problematisch. Aber von den Punkten her in einem Rahmen, den erwarten hätte können, wenn man sich die Bundesliga, die Gegner, Werder und den Spielplan mal mit ein bisschen Realismus zur Gemüte führt und nicht nach einem guten Freundschaftsspiel gegen Chelsea schon wieder von EL träumt. Gleichzeitig ist die Zahl der Gegentore überhaupt nicht in einem annehmbaren Bereich, während die Zahl der geschossenen Tore sogar recht gut ist. Zudem sind die Auftritte nicht so schlecht nicht. Halte daher die Trainerdiskussion für völlig verfrüht, denn deutlich ist doch, dass RD die Mannschaft "erreicht", wie man so schön sagt. Für mich bringen Trainerwechsel innerhalb der Saison - ausser man will auf den Feuerwehrmanneffekt in der Schlussphase einer Saison setzen - ohne nichts. Das zeigt sich immer wieder.

Ungeachtet dessen kann ich durchaus verstehen, dass sich viele an Nürnberg in der vergangenen Saison erinnert fühlen, und damit bestimmte Ängste verbinden. Da muss ich für mich allerdings sagen, dass ich erwartet habe lange gegen den Abstieg zu spielen mit der Hoffnung gegen Mitte der Rückrunde ein ausreichendes Polster zu haben und wir es am Ende in der Gesamtabrechnung vielleicht auf den Plätzen 8 bis 11 einzulaufen, um eben auch eine tabellarische Verbesserung hinzubekommen.
 
Würde ich ein "Stammtisch-Fußball-Gelaber-Bullshit-Bingo" entwerfen dann wäre der Begriff "individuelle Fehler" einer der ersten, den ich verwenden würde. Wie auch "Traditionsvereine", "Muskel macht zu", "Spiel antizipieren" und andere.
Aber insbesondere die lieben "individuellen Fehler".
Netter Euphemismus um nahezu alles begründen zu können oder abzutun.
Schlechtes Stellungsspiel, ein mies geführter Zweikampf, Fehlpass, unnötig verursachter Eckball, Foul an der Strafraumgrenze etc.
Das sind sie doch, die "individuellen Fehler", oder?

Hört sich halt immer professionell und gnadenlos analytisch auf den Punkt gebracht an und ist trotzdem doch sehr leer an Inhalt.

Fußball lebt von Fehlern, ohne diese fallen eben keine oder selten Tore. Und der erfolgreiche ist, wer selten Fehler macht und im Gegenzug die des Gegners bestraft. Und sowohl die Fähigkeit, gegnerische Fehler zu bestrafen als auch die Vermeidung eigener Fehler sind Sache der Spieler selbst, unter Anweisung des verantwortlichen Trainerteams.

Sorry, aber so was wie "gut gemacht, wenn da nicht die individuellen Fehler wären" ist ein Eingeständnis von Hilflosigkeit oder was auch immer. Oder im besten Fall nur ein Reden um den heißen Brei.

Nicht falsch verstehen, Felissilvetris. Geht nicht gegen dich oder deinen Post.

:tnx:
Dann gibt es ja auch noch "den Gegner zu Fehlern zwingen". Das ist alles Taktik und Einstellung, genau dafür gibt es einen Trainer.
Schade, ich hatte zwischenzeitlich schon gute Ansätze gesehen unter Dutt. Aber jetzt gibt es wieder vermehrt diese lange Bälle hinten rausgeschlagen, die ewig in der Luft sind, der Gegner kann sich in aller Ruhe sortieren. Wird nicht zu Fehlern gezwungen, macht deshalb auch keine.
 
Dabei war doch auch schon nach den ersten drei Spieltagen klar, dass, außer dem Kampfgeist in den zweiten Halbzeiten, spielerisch häufig das Elend zu sehen war.

Spielerisches Elend? Du sprichst schon noch von Werder in der Saison 14/15? :confused:

Diese Saison ist nun einmal so - das sprichst du schon an richtig an - dass wir Vorne selbst zu viel liegen lassen [...]

Ich glaube nicht, dass wir vorne imsgesamt zu viel liegen lassen. Denn auf der einen Seite haben wir ja schon 8 Tore geschossen und auf der anderen gehörten wir (zumindest nach den ersten drei Spieltagen) zu den Mannschaften mit der besten Chancenverwertung. Allerdings haben wir diese Saison schon einige wirkliche Hochkaräter liegen gelassen, das ist richtig.

Was das Thema "individuelle Fehler" angeht, bin ich innerlich etwas zerrissen. Auf der einen Seite kann man viele unserer Gegentore schon grundsätzlich am (Fehl-)Verhalten einzelner Spieler festmachen. Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass auch immer ein tieferer Grund hinter solchen Fehlern liegt, der nicht nur bei dem einzelnen Spieler zu suchen ist. Auch wenn wir nur einen höchst durchschnittlichen Kader haben, so handelt es sich doch um Spieler, die in einer der Topligen Europas spielen. Und ich bin mir sicher, dass die alle genau wissen, wie man es in der jeweiligen Situation eigentlich richtig macht. Wenn es jetzt immer wieder die gleichen 2-3 Spieler wären, die diese Fehler begehen, würde ich ja auch direkt bei denen ansetzen, aber es zieht sich ja bereits in den ersten fünf Spielen der Saison quer durch den gesamten Kader. Deswegen glaube ich, dass doch noch was anderes - nicht individuelles - hinter dieser Häufung von Fehlern steckt. Ich kann es nicht benennen und muss zugeben, dass es nur eine Vermutung ist, aber individuelle Fehler (oder gar Aussetzer) entstehen oft durch Überforderung oder Überlastung. Ich frage mich also, ob es doch ein Systemproblem gibt, dass die Spieler zu oft in Situationen bringt, in denen kleine Fehler evt. große Auswirkungen haben. Oder anders herum: kann es sein, dass RD ein System spielen lässt, dass zu wenig fehlertolerabel ist, so dass individuelle Fehler oft direkt durchschlagen und nicht noch von der Mannschaft aufgefangen werden können?

Ich kenne mich ehrlich zu wenig mit solchen spielsystematischen Themen im Fußball aus, um meinen Finger in die Wunde legen zu können, würde diesen Gedanken aber gerne mal zur Diskussion stellen. :)

Edit:
Schade, ich hatte zwischenzeitlich schon gute Ansätze gesehen unter Dutt. Aber jetzt gibt es wieder vermehrt diese lange Bälle hinten rausgeschlagen, die ewig in der Luft sind, der Gegner kann sich in aller Ruhe sortieren. Wird nicht zu Fehlern gezwungen, macht deshalb auch keine.

Wenn ich mir sowohl unsere bereits erzieltem acht Tore, als auch die vergebenen Großchancen angucke, würde ich aber nicht davon ausgehen, dass wir unsere Gegner bisher nicht zu Fehlern gezwungen hätten. Eher im Gegenteil ...
 
Wir haben eine geringe Fehlertoleranz. Das ist richtig. Und ohne mich zu sehr auf Wolf einschießen zu wollen, liegt das durchaus eben genau an ihm. Nehmen wir einfach das 0:1 gegen Schalke. Dieser Ball wird in 90% der Fälle von Bundesligatorhüter gehalten. Man muss einfach festhalten, dass unser Torhüter einfach 0,0 in der Lage ist einen Fehler seiner Vorderleute gut zu machen. Schauen wir auch da auf Schalke gegen uns. Mal abgesehen davon das Elias Schuss besch*** war - war der von Meyer aber auch - ist Fährmann einfach auf dem Posten. Macht sich groß und verteidigt den Ball. Wenn man sich alle Spiele der bisherigen Saison anschaut, dann waren doch einige Gegentore bei denen ein guter Torhüter noch hätte was machen können. Auf der anderen Seite fehlt uns da so ein Verteidger wie beispielsweise Sokratis, der auch noch mal bereit ist das höchste Risiko zu nehme und sich in einen Schuss zu werfen oder das Bein noch mal lang zu machen.
 
:beer: Felissiveltris

Zustimmung zu vielen Punkten.
Ich spreche jetzt weder von dir, noch von RD wenn ich sage, dass die Wörter "individuelle Fehler" inflationär gebraucht werden.
Nicht selten wird ein Trainer wenn er sie nutzt eigentlich sagen müssen (wenn er ehrlich ist) "ich weiß es selbst nicht woran es lag".
Inwiefern das jetzt auf RD zutrifft vermag ich nicht beurteilen zu können, steht mir nicht zu.

Die Idee mit der Hilfe von außen finde ich übrigens auch gut.
 
Sicher hat Wolf seinen Anteil daran, allerdings kommt mir das ein wenig zu einfach vor, jetzt 90% der Verantwortung bei ihm abzuladen.

Das will ich damit auch gar nicht sagen. Denn die Fehler machen ja da auch die Vorderleute. Nur muss man eben von einem Buli-Keeper einfach verlangen können, dass er da auch mal was hält. Und das 0:1 gegen Schalke war nur wirklich ein Abschluss wie wir ihn zu Marins "besten Zeiten" gesehen haben. Und wir hatten noch andere Dinger wo ein guter Keeper die Dinge reparieren kann.
 
Das will ich damit auch gar nicht sagen. Denn die Fehler machen ja da auch die Vorderleute. Nur muss man eben von einem Buli-Keeper einfach verlangen können, dass er da auch mal was hält. Und das 0:1 gegen Schalke war nur wirklich ein Abschluss wie wir ihn zu Marins "besten Zeiten" gesehen haben. Und wir hatten noch andere Dinger wo ein guter Keeper die Dinge reparieren kann.

Keine Frage. Ich wollte nur anmerken, dass es mir zu einfach wäre, die gesamte Schuld jetzt bei Wolf abzuladen. :bier:
 
Mir kommt RD hier zu gut weg, weil der geneigte Werderfan wieder passable Ballstaffetten gesehen hat. Das 3:0 vs Chelsea und das 3:3 in Lev hat falsche Erwartungen geweckt.
Warum steht die Defensive nicht, obleich letzte Saison man 10x zu 0 gespielt hat? Natürlich hat man dort auch eine exorbitant hohe Gegentrefferzahl bekommen. Aber eben oftmals auch ganz gut gestanden und dabei extrem unansehnlich gespielt.
Antwort: RD spielt speziell auswärts viel zu offensiv. Zwei Stürmer (von denen einer zumeist in der Luft hängt) und dann noch einen Bundesliganeuling Galvez in der neuralgischen D6 Zone, der das sowohl auf dieser Position laut eigenem Bekunden ungern spielt als auch im Zweikampfverhalten unglücklich agiert (siehe das 0:2 gegen S04). Gerade diese def-MF-Zone ist Werdes Achillesferse seit Jahren. RD hat einen CM geholt, der maximal in Ansätzen diesen Vertrauensvorschub gerechtfertigt hat.
Außer AH hat Werder nahezu den gleichen Kader wie letzte Saison. Mehr als ein Abstiegsplatz ist durchaus möglich, viel mehr allerdings auch nicht.
 
dass wir beschränkte Mittel und eine mittelmäßigen Kader haben ist glaube ich im Grunde jedem klar. Für mich stellt sich die Frage ob ein andere Trainer aus diesen Möglichkeiten mehr herausholen könnte oder nicht. Da ich mich die letzten 1 1/2 Jahre an kaum ein souverän gewonnenes Pflichtspiel erinnern kann, finde ich diese Frage durchaus berechtigt. Ein weiter so führt mMn ohne Glück im Spiel ganz nach unten und nur aufs Glück verlassen ist so ne Sache.
 
Mir kommt RD hier zu gut weg, weil der geneigte Werderfan wieder passable Ballstaffetten gesehen hat. Das 3:0 vs Chelsea und das 3:3 in Lev hat falsche Erwartungen geweckt.
Warum steht die Defensive nicht, obleich letzte Saison man 10x zu 0 gespielt hat? Natürlich hat man dort auch eine exorbitant hohe Gegentrefferzahl bekommen. Aber eben oftmals auch ganz gut gestanden und dabei extrem unansehnlich gespielt.
Antwort: RD spielt speziell auswärts viel zu offensiv. Zwei Stürmer (von denen einer zumeist in der Luft hängt) und dann noch einen Bundesliganeuling Galvez in der neuralgischen D6 Zone, der das sowohl auf dieser Position laut eigenem Bekunden ungern spielt als auch im Zweikampfverhalten unglücklich agiert (siehe das 0:2 gegen S04). Gerade diese def-MF-Zone ist Werdes Achillesferse seit Jahren. RD hat einen CM geholt, der maximal in Ansätzen diesen Vertrauensvorschub gerechtfertigt hat.
Außer AH hat Werder nahezu den gleichen Kader wie letzte Saison. Mehr als ein Abstiegsplatz ist durchaus möglich, viel mehr allerdings auch nicht.

Weil die meisten Tore alles individuelle fehler sind und keine taktischen....
 
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