Robin Dutt

Ersterem stimme ich zu, letzteren Absatz sehe ich zwiegespalten.

Und zwar aus drei Gründen:
1.) innere Einstellung und Überzeugung vor der Partie
2.) Deine "spielerische Kontur"
3.) Aufstellungen in den Spielen, gemessen an den Möglichkeiten

Zu 1.) bleibt festzuhalten, dass wir uns wie schon in der letzten Saison jeweils zu Beginn wenig bis gar nicht am Spiel beteiligen, schlichtweg viel zu passiv sind. Und das hat nichts mit offensiv, defensiv oder kontrollierter Offensive zu tun, sondern damit, wie die Burschen auf das Spiel mental eingestellt sind, was im Kopf rumspukt, in diesem Fall entweder ungenügend vermittelt, unzureichend umgesetzt oder letztlich nicht begriffen wird. Solche Mängel fielen schon vergangene Spielzeit öfter auf.
Daher muss Dutt sich diese Kritik ganz klar gefallen lassen, das ist seine Aufgabe. Punkt.

Später im Spiel allerdings erwies sich Dutt insofern - und wieder einmal - als strategischer Trainer, dass er die Spiele richtig liest und auf die jeweilige Situation korrekt reagiert, in der Ausrichtung, in Umstellung und Wechseln. Auch das war bereits in der letzten Saison oftmals augenscheinlich.

Aber: Im Grunde genommen hat uns nur zuerst die mangelnde Zielstrebigkeit sowie Abschlussschwäche der Hoffenheimer und letztlich der taktisch limitierte, invariable Gisdol-Fussball wieder in die Partie gebracht und stark gemacht.

Mir ist das irgendwie noch zu wenig, um zu Deiner Schlussfolgerung gelangen zu können. Wenn wiederholt festgestellt werden darf, dass unsere Mannschaft erst einen Effekt durch den (überlegenen) Gegner oder die Spielsituation braucht, meist in Form des Rückstandes, um die Aufmerksamkeits - oder gar Wachheitsdefizite in den Griff zu bekommen (Psychologen würde das wahrscheinlich Vigilanzpegel oder so nennen), dann fehlt mir was in der Vorbereitung auf die Spiele, auf Gegner, auf Tagessituation, etc., auch in puncto Motivation.

Es geht mir nicht darum, ins offene Messer zu laufen oder ähnliches, aber dass unsere Mannschaft aktiv(er) im Spiel ist, kannst Du in egal welcher Ausrichtung von Beginn an erwarten. Natürlich haben die Hoppens uns mit ihrer individuellen Qualität zunächst in große Schwierigkeiten gezwungen, meine Meinung ist aber die, dass Werder mit der nötigen inneren Überzeugung und Einstellung viel früher hätte dagegenhalten können.
Entweder sind Dutt`s Vorgaben zu komplex und erfordern lange Zeit, um es irgendwann umzusetzen, so dass sein Team zunächst ängstlich und unsicher auftritt oder er diszipliniert zu viel, wodurch dem Team die individuellen Freiheiten fehlen, um gestalten zu können.


Übergehend zu 2.) finde ich, dass Werder mit Wucht zu spielerischen Nuancen kommt, wenn der Gegner niedergekämpft ist. Das ist auch gut, gerade im Abstiegskampf. Was mir aber nach wie vor fehlt, ist - selbst unter Berücksichtigung der Kaderqualität - eine wirklich erkennbare, nachvollziehbare Spielidee. Was wollen wir abgesehen von Abnutzungskämpfen eigentlich spielen?


Und zu 3.) halt die Erfordernisse, die sich aus dem Kader ergeben.
Taktisch gesehen macht Junuzovic vorgezogen doch nur Sinn, wenn wir ständig resolut ins Gegenpressing gehen wollen. Dafür haben wir weder individuelle noch als Team fussballerische Mittel.
Wir forcieren ein vertikales Spielsystem und dann flitzen um Junuzovic herum auch noch Elia, Selke und Hajrovic (dessen Verpflichtung weiterhin Rätsel aufgibt) über den Rasen, die allesamt ebenfalls nicht mit Spielverständnis glänzen. Kapier ich nicht. Null Kreative, und das auch noch absehbar. Die Umstellungen haben dann mit die Wende gebracht, Junuzovic im doppelten DM klar besser aufgehoben, Bartels brachte die nötigen Impulse in die Partie, wir haben das System in die Breite verändert, was Hoffenheim schon überforderte. Das war dann wieder sehr gut gelenkt von Dutt. Aber warum erst später?

Für die generelle Durchschnittsqualität des Teams würde ich Dutt allerdings weniger in die Verantwortung nehmen.
Wolf`s Torwartspiel ähnelt Wiese, nur 1,5 Klassen drunter. Wie zuvor Mielitz auch seh ich ihn irgendwie noch lange nicht als Bundesligakeeper.
Lukimya und Petersen sind sehr gute Zweitligaspieler, aber ehrliche Kämpfer, die Du zur Not in einer Kampfmannschaft um den Klassenerhalt mit durchziehen kannst. Prödl hebt sich davon nur geringfügig ab. Kommt Bargfrede zurück, haben wir noch einen in dieser Kategorie. Bei den Spielern im Kader namentlich Juno, Kroos, Makiadi, Selke, Hajrovic, Elia, die gemeinhin den sogenannten Kreativspielern zugeordnet werden, seh ich nicht viel Kreatives.

Im Grunde genommen wecken bei mir nur di Santo, Garcia, Galvez, Bartels und mit einigen Abstrichen Caldirola, der aber das Pech hat, dass er einen Spieler neben sich braucht, der ihm Stabilität verleiht sowie Fritz, der`s nochmal wissen will (möglicherweise noch Aycicek), Hoffnung und Phantasie für ein Werder, welches sich im mittleren Bundesliga-Tabellendrittel behaupten oder sogar etablieren kann.

Auch du vergißt hier das ein Gegner auf den Platz steht, schau dir nochmal in ruhe die 1ste halbzeit gegen hoffenheim an, da kann man nicht von reden das bremen da larifari gespielt hat in halbzeit 1. Hoffenheim hatte nur ein so hohes tempo betrieben das halt nicht für 90minuten reicht. Und das ist auch eine Aufgabe des Trainers, ein mittelmaß zu finden im tempo für 90 minuten. Wie gesagt schau dir die erste halbzeit nochmal an, wie oft der ball bei hoffenheim verloren ging, dann hatten wir ihn kurz dann haben wir ihn verloren aber sofort wieder erobert und das so weiter. Da waren teils 4-5 ballverluste beider teams in extrem kurzer zeit einfach weil beide teams gefightet haben und ein hohes tempo im 2kampf gingen.


Fussball ist auch eine Sportart wo man halt fighten muss um seine ziele zu erreichen, siehe werderteams in der viel früheren vergangenheit, oder deutschland bei der WM. Da hatte Deutschland gegen brasilien oder portugal sicherlich schöne Spiele mit tollen fussball aber der Rest? oftmals kampf gegen z.b. frankreich, algerien oder ghana.


Manche hier sind irgendwie verwöhnt von unseren CL zeiten oder bzw unseren double wo wir gegner teils niedergemacht haben wie nichts bzw vlt von den spielweisen der letzten jahre wie teams von barca oder bayern, dortmund etc.

Man kann uns diese saison einiges vorwerfen aber in halbzeit 1 nicht dagewesen zu sein (außer vieleicht gegen hertha) lässt es euch wahrlich einfach dahersagen
 
Dutt in Bild Print: "Solange mich Werder will, könnte mich auch mit 100 Millionen für Neuzugänge kein Klub der Welt von #Werder weglocken."

Dutt ist wirklich ein emotionaler Typ und ich finde, das steht unserem Verein gut zu Gesicht. Es gilt eben, an Leistungen wie gegen Hoffenheim anzuknüpfen und sie in einer gewissen Konstanz abzurufen und dann glaube ich, dass Dutt mit der Mannschaft Fortschritte erzielen wird. Solange der Wohlfühlfaktor nicht dazu führt, dass man sich alles schön redet bzw. sich nicht in aller Deutlichlichkeit kritisch auch mit schlechten Leistungen auseinandersetzt, kann Dutt die Lobhudelei auf den Verein gerne fortsetzen. :D
 
:)

Und immer wieder grüßt das Murmeltier.^^ :D:wink:

Gut...einige denken ja, dass nach 1,5 Jahren der Knoten bei ihm doch einmal platzen müsste. :roll:

Aber egal, vereinsseitig hatte man sich entschieden, Petersen zu halten (gab wohl auch keine Alternative, der Marktwert ging in den Keller, von "nennenswerten" Angeboten keine Spur, logo...) und Koby dafür abzugeben, wenn Petersen auf dem Platz ist, stehen wir natürlich hinter ihm und da ist es für uns dann wurscht, wer die Tore letztendlich erzielt.

Schützt natürlich nicht vor kontroversen Diskussionen im "Nachspiel".
Dem kann er am besten aus dem Wege gehen, indem er mal einigermaßen regelmäßig trifft...ist doch nichts einfacher als das für einen gestandenen 1.BuLi-Mittelstürmer in den Mitzwanzigern... :cool:
 
Ähnliches haben auch schon Andere gesagt, aber RD nehm ich das ab! :daumen:

Ja klar, wenn Manchester United van Gaal rausschmeißt und mit einem 100mio-Scheck und 10mio € Jahresgehalt ankommt, dann lehnt Dutt ganz sicher ab. Ich kann solche Bullshit-Aussagen echt nicht hören, das ist so ne Nummer wie ein Götze der ungefragt darlegt wie toll Dortmund ist um dann bei Bayern zu unterschreiben.
 
Für mich ist das weniger Form oder Glück/Pech als mehr sein ganz normales Leistungsvermögen. Leider. Vielleicht spielt er ja noch mal so ne Über-Saison wie in der zweiten Liga und beschert uns eine bombige Saison. Dann gibt es immerhin ne nette Ablöse.

Den Pfosten zu treffen oder knapp das Tor zu verpassen sehe ich nicht als Leistungsvermögen an. Der Wurm sitzt drin! Schießt er sich erstmal aus dem Loch, sind solche Bälle auch wieder drin!

Leistungsvermögen wäre, wenn ein Stürmer immer falsch steht, grundsätzlich den Ball 5 Meter am Tor vorbeischießt und regelrecht abkackt.

Petersen ist nicht so ein Fall. Bei ihm ist das ne knappe Kiste. Mit ein wenig mehr spielerischem Selbstbewusstsein klappt das wieder! Nils ist ein Arbeiter. Er ackert viel auf dem Platz. Das wird auch wieder belohnt. Ein Tor und die Situation kann erfahrungsgemäß wieder ganz anders aussehen!
 
Ich hatte jetzt (im Sommerurlaub) einige Gespräche mit Werder-Interessierten oder auch nur Fußball-Interessierten und auch Werder-Anhängern. Dabei mochte ich - zurückhaltend, wie ich gerade im Gespräch mit mir unbekannten Leuten erst einmal bin - natürlich nicht gleich rausrücken mit meiner Ansicht, dass ich Robin Dutt nur als Übergangstrainer (ähnlich De Moos, Dörner oder Sidka) sehe (bis sich ein fähigerer findet) und dass ich gerade auch Thomas Eichin inzwischen als unglückliche Verpflichtung betrachte. Es waren dann aber regelmäßig meine Gesprächspartner, die exakt diese Einschätzung äußerten - wo ich dann natürlich (leider) nur zustimmen konnte.

Es ist aber ja müßig, sich ständig an diesem (im Moment festgemauerten) personellen Dilemma "abzuarbeiten", in das die Klubverantwortlichen den SV Werder manövriert haben. Da bleibt eben nur - wie in der Phase nach Rehagel - abzuwarten, bis der nächste Kandidat (bzw. Kandidaten) ran dürfen.

Um unser aktuelles Gespann aus Trainer und (insbsondere) Sportdirektor beneidet uns derzeit jedenfalls eher keiner (ok., mit HSV-Fans habe ich nicht gesprochen, da mag das ggf. anders aussehen ?!).
 
Ich wollte einfach nur mal rüberbringen, dass ich (in einigen Gesprächen mit Zufalls-Urlaubsbekanntschaften) festgestellt habe, dass ich mit meiner Gesamteinschätzung der Situation (platt gesprochen: "Dutt und Eichin passen nicht nach Bremen") - zu meiner Überraschung - offensichtlich doch nicht so allein liege.

Das kann man von mir aus gern als "Dünnpfiff" bezeichnen. Alles eine Frage der Diskussionskultur ... :)
 
Ich hatte jetzt (im Sommerurlaub) einige Gespräche mit Werder-Interessierten oder auch nur Fußball-Interessierten und auch Werder-Anhängern. Dabei mochte ich - zurückhaltend, wie ich gerade im Gespräch mit mir unbekannten Leuten erst einmal bin - natürlich nicht gleich rausrücken mit meiner Ansicht, dass ich Robin Dutt nur als Übergangstrainer (ähnlich De Moos, Dörner oder Sidka) sehe (bis sich ein fähigerer findet) und dass ich gerade auch Thomas Eichin inzwischen als unglückliche Verpflichtung betrachte. Es waren dann aber regelmäßig meine Gesprächspartner, die exakt diese Einschätzung äußerten - wo ich dann natürlich (leider) nur zustimmen konnte.

So so, nicht nur Werder-Interessierte, sondern auch noch Fußball Interessierte waren da zu Gange?! :unfassbar:

Sacre Bleu, eine bahnbrechende und fesselnde Geschichte, ich habe jedes Wort verschlungen!

Dann haben wirs hier wohl, Thread kann zu...
 
So so, nicht nur Werder-Interessierte, sondern auch noch Fußball Interessierte waren da zu Gange?! :unfassbar:

Sacre Bleu, eine bahnbrechende und fesselnde Geschichte, ich habe jedes Wort verschlungen!

Dann haben wirs hier wohl, Thread kann zu...

Von der Werder-Anhängern könnte ich quasi ein paar aus dem Forum aufzählen. :D Und die Fussball-Interessierten waren wohl bis Mai 2013 auch noch Scha.., ich meine Werder-Anhänger
 
Interessante Erkenntnisse, sehr aufschlussreiche Statements!

Dass insbesondere unser derzeitiger Trainer nicht nur in Leverkusen sehr kritisch beäugt wird, wird ganz offensichtlich nur von einer bestimmten User-Fraktion dieses Forums ignoriert.

Ob Eichin eine "Übergangslösung" in Bremen sein wird oder nicht, wird sehr stark von seinen eigenen Entscheidungen abhängen. Sprich: auch von denen über seine Person, nicht nur von denen über den Verein. Hier genießt er derzeit großes Vertrauen. Er muss eine Antwort darauf finden, ob er z.B. auch dann weiter in Bremen arbeiten mchte, wenn ihm der Aufsichtsrat in der nächsten Saison erneut das Budget für Neuzugänge verweigern würde. Ob er wirklich der Manager ist, der eine neue Ära im und mit dem Verein prägen wird, muss sich zeigen. Es wird interessant zu beobachten sein, welche Nachwirkungen die Umstände der letzten Aufsichtsratssitzung haben werden.
 
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