Ersterem stimme ich zu, letzteren Absatz sehe ich zwiegespalten.
Und zwar aus drei Gründen:
1.) innere Einstellung und Überzeugung vor der Partie
2.) Deine "spielerische Kontur"
3.) Aufstellungen in den Spielen, gemessen an den Möglichkeiten
Zu 1.) bleibt festzuhalten, dass wir uns wie schon in der letzten Saison jeweils zu Beginn wenig bis gar nicht am Spiel beteiligen, schlichtweg viel zu passiv sind. Und das hat nichts mit offensiv, defensiv oder kontrollierter Offensive zu tun, sondern damit, wie die Burschen auf das Spiel mental eingestellt sind, was im Kopf rumspukt, in diesem Fall entweder ungenügend vermittelt, unzureichend umgesetzt oder letztlich nicht begriffen wird. Solche Mängel fielen schon vergangene Spielzeit öfter auf.
Daher muss Dutt sich diese Kritik ganz klar gefallen lassen, das ist seine Aufgabe. Punkt.
Später im Spiel allerdings erwies sich Dutt insofern - und wieder einmal - als strategischer Trainer, dass er die Spiele richtig liest und auf die jeweilige Situation korrekt reagiert, in der Ausrichtung, in Umstellung und Wechseln. Auch das war bereits in der letzten Saison oftmals augenscheinlich.
Aber: Im Grunde genommen hat uns nur zuerst die mangelnde Zielstrebigkeit sowie Abschlussschwäche der Hoffenheimer und letztlich der taktisch limitierte, invariable Gisdol-Fussball wieder in die Partie gebracht und stark gemacht.
Mir ist das irgendwie noch zu wenig, um zu Deiner Schlussfolgerung gelangen zu können. Wenn wiederholt festgestellt werden darf, dass unsere Mannschaft erst einen Effekt durch den (überlegenen) Gegner oder die Spielsituation braucht, meist in Form des Rückstandes, um die Aufmerksamkeits - oder gar Wachheitsdefizite in den Griff zu bekommen (Psychologen würde das wahrscheinlich Vigilanzpegel oder so nennen), dann fehlt mir was in der Vorbereitung auf die Spiele, auf Gegner, auf Tagessituation, etc., auch in puncto Motivation.
Es geht mir nicht darum, ins offene Messer zu laufen oder ähnliches, aber dass unsere Mannschaft aktiv(er) im Spiel ist, kannst Du in egal welcher Ausrichtung von Beginn an erwarten. Natürlich haben die Hoppens uns mit ihrer individuellen Qualität zunächst in große Schwierigkeiten gezwungen, meine Meinung ist aber die, dass Werder mit der nötigen inneren Überzeugung und Einstellung viel früher hätte dagegenhalten können.
Entweder sind Dutt`s Vorgaben zu komplex und erfordern lange Zeit, um es irgendwann umzusetzen, so dass sein Team zunächst ängstlich und unsicher auftritt oder er diszipliniert zu viel, wodurch dem Team die individuellen Freiheiten fehlen, um gestalten zu können.
Übergehend zu 2.) finde ich, dass Werder mit Wucht zu spielerischen Nuancen kommt, wenn der Gegner niedergekämpft ist. Das ist auch gut, gerade im Abstiegskampf. Was mir aber nach wie vor fehlt, ist - selbst unter Berücksichtigung der Kaderqualität - eine wirklich erkennbare, nachvollziehbare Spielidee. Was wollen wir abgesehen von Abnutzungskämpfen eigentlich spielen?
Und zu 3.) halt die Erfordernisse, die sich aus dem Kader ergeben.
Taktisch gesehen macht Junuzovic vorgezogen doch nur Sinn, wenn wir ständig resolut ins Gegenpressing gehen wollen. Dafür haben wir weder individuelle noch als Team fussballerische Mittel.
Wir forcieren ein vertikales Spielsystem und dann flitzen um Junuzovic herum auch noch Elia, Selke und Hajrovic (dessen Verpflichtung weiterhin Rätsel aufgibt) über den Rasen, die allesamt ebenfalls nicht mit Spielverständnis glänzen. Kapier ich nicht. Null Kreative, und das auch noch absehbar. Die Umstellungen haben dann mit die Wende gebracht, Junuzovic im doppelten DM klar besser aufgehoben, Bartels brachte die nötigen Impulse in die Partie, wir haben das System in die Breite verändert, was Hoffenheim schon überforderte. Das war dann wieder sehr gut gelenkt von Dutt. Aber warum erst später?
Für die generelle Durchschnittsqualität des Teams würde ich Dutt allerdings weniger in die Verantwortung nehmen.
Wolf`s Torwartspiel ähnelt Wiese, nur 1,5 Klassen drunter. Wie zuvor Mielitz auch seh ich ihn irgendwie noch lange nicht als Bundesligakeeper.
Lukimya und Petersen sind sehr gute Zweitligaspieler, aber ehrliche Kämpfer, die Du zur Not in einer Kampfmannschaft um den Klassenerhalt mit durchziehen kannst. Prödl hebt sich davon nur geringfügig ab. Kommt Bargfrede zurück, haben wir noch einen in dieser Kategorie. Bei den Spielern im Kader namentlich Juno, Kroos, Makiadi, Selke, Hajrovic, Elia, die gemeinhin den sogenannten Kreativspielern zugeordnet werden, seh ich nicht viel Kreatives.
Im Grunde genommen wecken bei mir nur di Santo, Garcia, Galvez, Bartels und mit einigen Abstrichen Caldirola, der aber das Pech hat, dass er einen Spieler neben sich braucht, der ihm Stabilität verleiht sowie Fritz, der`s nochmal wissen will (möglicherweise noch Aycicek), Hoffnung und Phantasie für ein Werder, welches sich im mittleren Bundesliga-Tabellendrittel behaupten oder sogar etablieren kann.
Auch du vergißt hier das ein Gegner auf den Platz steht, schau dir nochmal in ruhe die 1ste halbzeit gegen hoffenheim an, da kann man nicht von reden das bremen da larifari gespielt hat in halbzeit 1. Hoffenheim hatte nur ein so hohes tempo betrieben das halt nicht für 90minuten reicht. Und das ist auch eine Aufgabe des Trainers, ein mittelmaß zu finden im tempo für 90 minuten. Wie gesagt schau dir die erste halbzeit nochmal an, wie oft der ball bei hoffenheim verloren ging, dann hatten wir ihn kurz dann haben wir ihn verloren aber sofort wieder erobert und das so weiter. Da waren teils 4-5 ballverluste beider teams in extrem kurzer zeit einfach weil beide teams gefightet haben und ein hohes tempo im 2kampf gingen.
Fussball ist auch eine Sportart wo man halt fighten muss um seine ziele zu erreichen, siehe werderteams in der viel früheren vergangenheit, oder deutschland bei der WM. Da hatte Deutschland gegen brasilien oder portugal sicherlich schöne Spiele mit tollen fussball aber der Rest? oftmals kampf gegen z.b. frankreich, algerien oder ghana.
Manche hier sind irgendwie verwöhnt von unseren CL zeiten oder bzw unseren double wo wir gegner teils niedergemacht haben wie nichts bzw vlt von den spielweisen der letzten jahre wie teams von barca oder bayern, dortmund etc.
Man kann uns diese saison einiges vorwerfen aber in halbzeit 1 nicht dagewesen zu sein (außer vieleicht gegen hertha) lässt es euch wahrlich einfach dahersagen





