Wenn etablierte Kräfte ihre Probleme haben, bedeutet dies aber nicht, daß die Integration der Talente sich dadurch zwangsläufig erschwert - zumindets dann nicht, wenn diese Schwierigkeiten individueller Natur und nicht im Mannschaftgefüge begründet sind. Denn wenn einzelne "alte" Spieler schwächeln, kann man sie durch Talente ersetzen, die dann in der sonst funktionierenden Mannschaft unter der Führung des/der Teamleader (sofern denn welche vorhanden sind...) integriert werden. Dies setzt aber voraus, daß der Trainer auch das Vertrauen in die jungen Spieler setzt.
In den letzten Jahren der Ära TS war es leider so, daß er in den Spielzeiten 08/09 und 09/10 trotz der Dreifachbelastung mit über 50 Pflichtspielen nur in Ausnahmefällen auf den Nachwuchs zurückgriff, so daß die etablierten Kräfte "auf dem Zahnfleisch gingen". Zu mehr Einsätzen kamen die Talente erst ab der Hinrunde 10/11, als viele, vor allem muskuläre Verletzungen auftraten (wohl auch als Folge der voerherigen Überbelastung) und viele etablierte Spieler sich in in einer Formkrise befanden. Zu viele Verletzte, zu viel Formkriesen, ein wenig funktionierendes Spiel und selber bis dato nur überschaubare Einsatzseitzen bei den Profis: das waren/sind äußerst schlechte Voraussetzungen für die Integration der Talente.
Das wollte ich damit auch nicht sagen. Denn ich stimme, dem was du geschrieben hast da ebenfalls zu 1899% zu.
Was ich sagen wollte: Es ist eben nicht zwangsläufig so, dass ein Kader, der nominell schwächer besetzt zu sein scheint, es einfacher macht für junge Spieler sich durchzusetzen.
Umgekehrt gilt das natürlich ebenso. Es kommt eben drauf an.
Entscheidend ist dann letztendlich so oder so die Qualität des Nachwuchsspielers. Und da reicht eben reines Talent auch nicht aus, sondern er muss da körperlich, psychisch und auch taktisch schon so weit sein in der Bundesliga mitzuhalten. Und da sehe ich das größte Problem bei den vielen Talenten, die wir so haben oder hatten. Sie hingen oder hängen ihren Kollegen in anderen Vereinen doch hinterher. Nich umsonst musste auch ein Kruse einen Umweg nehmen, um sich dann in der Bundesliga durchzusetzen.
Daher kann ich auch eben diese ganze Kritik an den Leihen nicht wirklich verstehen. Ich kann halt einen 21-Jährigen nicht mehr in der Regionalliga für die Aufgabe Bundesliga weiterentwickeln. Dafür ist die Liga zu schwach. Heute muss ein Nachwuchsspieler schon im A-Jugend (teilweise ja schon im B-Jugendalter) in der Lage sein das Training in der Bundesligamannschaft mitzumachen und eben auch in der II-Mannschaft entsprechend leistungsorientiert zu spielen. Julian Brandt wurde als B-Jugendlicher von Magath nach Wolfsburg geholt und trainierte dort mit dem Bundesligakader. Das ist nur ein Beispiel. Und selbst dann ist es noch die Frage, ob es reicht den Sprung direkt in die Bundesliga zu schaffen oder ob ein Umweg über die 2. Bundesliga nicht der bessere Weg ist.

Finde, im Kern hat er recht. Dazu ist er sehr direkt, impulsiv, deutlich aber bleibt sachlich. Gefällt mir irgendwie