Fatah ist genauso eine Terrororganisation wie Hamas.
Es ist sehr interessant, dass in der islamischen Geschichte immer wieder Organisationen, Anführer, Gruppen etc. pp. aufgetaucht sind, die dasselbe gefordert haben wie die vorherigen, nachdem die vorherigen eine Machtposition erlangt hatten, dekadent geworden waren etc. und denen dann vorwarfen, unislamisch zu sein.
Genau wie die Hamas später wurde die Fatah bzw. PLO gegründet, um Israel zu zerstören. Das war damals nicht anders als heute. Allerdings haben Arafat und Konsorten beispiellos davon profitiert, dass sie 1994 das Oslo-Abkommen unterzeichnet haben. Arafat war bei seinem Tod nicht exilierter Terrorist, sondern Milliardär (in harter Währung, Euro, Dollar). Jetzt machen sich durch die Fördergelder für Gaza bereits Hanija, Meschal etc. die Taschen voll. Dadurch erstarkt inzwischen der islamische Djihad als radikalere Gruppe. Hamas steht inzwischen in der arabischen Welt und unter den Palästinensern in der Kritik.
Bei all diesen Spaltungen der Palästinenser darf man aber nicht vergessen, dass weder die eine noch die andere Organisation irgendwie ein seriöser Friedenspartner wäre. Die einen sind in der Verfolgung des Ziels, den Staat israel zu zerstören, pragmatischer als die anderen. Mahmoud Abbas' Wahlperiode ist vor 6 Jahren abgelaufen. Er ist ein Terrorist und hat mit einer Arbeit promoviert, die den Zionismus der Kooperation mit den Nazis bezichtigt und den Holocaust leugnet. Dieser Mann ist genausowenig ein Friedenspartner wie die Hamas-Leute oder sonstwer. Er bildet lieber Einheitsregierungen mit Hamas als zu irgendwelchen substantiellen Abkommen zu gelangen.
Deshalb hat sich Abbas ja auch mit Peres getroffen und mit diesem zusammen für den Frieden gebetet und vor allem vorher zigmal mit ihm verhandelt, Peres nennt ihn sein Freund, während die israelische Regierung dort erzielte Kompromisse nicht anerkennt und betont Peres spreche nicht für die Regierung.
Zuletzt waren die Forderungen Abba's für weitere Friedensverhandlungen nicht mehr die komplette Aufgabe der Gebiete die 1967 besetzt wurden sondern ein Siedlungsstop, welches von allen ausländischen Regierungen ebenso gesehen und akzeptiert wurde.
Selbst dem zuzustimmen war Netanjahu entweder nicht gewillt oder befähigt aufgrund seiner Abhängigkeit von radikaleren Parteien.
Wenn du Abbas' Vergangenheit so stilisierst und ihn zu einem Terroristen erklärst, dann erinnere dich an die 30er und Anfänge der 40er... Wie war das mit den Bombenattentaten und anderen Gewaltakten sowohl gegen Briten als auch arabischen Zivilisten von Seiten der israelischen Milizen?
So wie sich aus der ehemals jüdischen Terrororganisation Irgun die Cherut Partei welche später treibende Kraft des Likud wurde, hat sich auch die Fatah gewandelt.
Du wirst immer noch Extremisten unter ihnen finden, doch ebenso findest du diese in israelischen Kreisen.
Wenn man eine neue jüdische Siedlung baut und dafür arabische Dörfer platt walzt, da man sich mit Palästinensern in der Nachbarschaft nicht sicher fühlt. Ist das irgendetwas Besseres? Agiert man damit im Namen einer gerechteren Sache, welche Vertreibung rechtfertigt? Bitte komm' jetzt nicht mit dem Argument, Siedlungen würden gelegentlich von Dörfern aus angegriffen. Denn es ist grundsätzlich egal, ob dies geschehen ist oder nicht, es wird planiert. Weiterhin gäbe es diese neu erbauten Siedlungen auf palästinensischen Gebiet nicht, gäbe es nichts gegen das sich der Zorn der Bevölkerung, welche gegen ihren Willen vertrieben wurde, richten könnte. Auf diese Weise erhält man den Konflikt am köcheln, schafft Tatsachen mit bewohnten Siedlungen und hört eben dort damit auf so tolerant gegenüber Palästinensern im israelischen Staat zu sein, wie es hier ja mehrfach hervorgehoben wurde. Jemanden dessen Haus ich von Bulldozern einreißen lasse, werde ich wohl eher nicht zu einem dem Staat wohlgesonnenen Mitbürger erziehen.
Jetzt könnte man natürlich sagen, dass sind doch keine israelischen Staatsbürger, da dies nicht Israel ist. Doch dann frage ich mich, weshalb baut der israelische Staat dort Siedlungen oder in den Fällen, in denen dies in Eigeninitiative geschieht, warum unterbindet er dies nicht?
Betrachtet der israelische Staat dies als sein Staatsgebiet. Wenn ja, bei stetigem Ausbau, wo sind dann die Grenzen. Wohnen die Palästinenser dann illegal dort, da sie keine israelischen Staatsbürger sind. Oder sind sie es doch? Dann nochmals die Frage nach der Gleichbehandlung.
Will man Verhandlungen erst dann wenn alles bebaut ist? Worüber will man dann noch verhandeln?
Diese Einheitsregierung mit der Hamas ist einzig der israelischen Ansicht geschuldet Abbas wäre nicht der Vertreter aller Palästinenser und somit nicht zu Verhandlungen berechtigt.
Abbas mag ein Terrorist gewesen sein, doch inzwischen bekennt er sich zu einer Zweistaatenlösung und erkennt das Existenzrecht Israels an.
Sollten die Palästinenser Verhandlungen ablehnen, weil es genug Israelis gibt, die ein Israel anstreben, welches die besetzten Gebiete einbezieht und zum Teil darüber hinaus?
Selbst wenn Abbas korrupt ist, jedoch willig ist eine Friedenslösung anzustreben, eine Zweistaatenlösung anstrebt und das Existenzrecht Israels anerkennt, was er auch tut, ist er mir als Verhandlungspartner ausreichend.
Ich will ja auch nicht wissen, wer aus israelischen Kreisen die Hand aufhält oder aufhielt.
Bei Geschäften mit Katar, China oder anderen Staaten, in denen Korruption grassiert ist man ja auch nicht so zimperlich.
So wie du sämtlichen Palästinensern die Bereitschaft zu einem Friedensabkommen absprichst, könnte ich dir nach all deinen Aussagen ebenso absprechen ein Interesse an einem Frieden zu haben, zumindest nicht bis sich Israel sämtliche besetzte Gebiete vollends einverleibt hat und die Palästinenser dann verschwunden sind.
Nur mit wem will Israel dann verhandeln, es sind ja keine Palästinenser mehr da, mit denen man verhandeln muss. Mit den anderen Staaten, denen man garantiert deren Grenzen zu akzeptieren?
Will man über ein Existenzrecht der nichtisraelischen Palästinenser verhandeln, irgendwo nur nicht mehr dort wo sie jetzt leben.
Ist es das, was dir so vorschwebt? Sprichst du dich deswegen so vehement gegen Verhandlungen aus bzw. leugnest irgendwelche Gesprächsbereitschaft auf Seiten der Palästinenser?
Ich habe eher das Gefühl, dass du mehr deine anti-islamischen Vorstellungen auslebst, als dass du die Lage von einem neutralen Punkt aus betrachtest. Woher bekommt man so eine eindimensionale Weltsicht?
Darf ich einmal fragen, welche Tageszeitungen du so liest.
Ich sehe es so, dass in Israel eine Regierung an der Macht ist, welche nicht an Verhandlungen oder Friedensgesprächen interessiert ist und Fakten zu schaffen sucht.
Wie ist denn deine Position in der Frage des Siedlungsausbaus? Ist es gerechtfertigt einen Stop des Ausbaus zu fordern, um Verhandlungen über einen konkreten und nicht ständig schrumpfenden Verhandlungsgegenstand aufzunehmen?
Hier noch einmal für dich Maddin:
"Im Rahmen des Oslo-Friedensprozesses erkannte die Fatah 1993 unter ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels an, bekannte sich zum Friedensprozess und schwor dem Terrorismus als politischem Mittel ab." Quelle Wikipedia
Irgendwann wird man auch nicht umhin können auch mit ehemaligen Terroristen zu verhandeln um Ruhe zu bekommen... Siehe IRA, Ulster, ETA, etc.