Interessant, wie hier pauschalisiert wird und einseitige Schuldzuweisungen formuliert werden.
Wie man die Politik der starken Hand, also der Repression, Vertreibung und Waffengewalt der einen Seite duldet, während die andere Seite in Sippenhaft genommen wird und für unfähig zu einem friedlichen Leben abgestempelt wird. Die eine Seite, das sind die Guten und die andere Seite das sind die Bösen, dass der Konflikt vielschichtiger ist, wird dabei gerne vergessen.
Ist das eher Islamfeindlichkeit, die da aus euren Überzeugungen spricht, oder wahre Solidarität mit Israel?
Wenn man den Auslöser der jüngsten Gewalt sucht, wo fängt man an? Fing es mit der Ermordung der 3 Jugendlichen an oder im Frühjahr mit der Ermordung zweier palästinensischer Kinder durch einen Siedler oder erst seitdem Israel wieder die gezielte Tötung von Hamas Aktivisten betreibt (wobei ich jenes nachvollziehen könnte)
Schauen wir uns nun einmal an, wie weit diese Politik der Vertreibung und Ausgrenzung zu einer Befriedung der Lage oder einem Abflauen des Antisemitismus beigetragen hat, stellen wir fest, dass sie nichts gebracht hat.
Wenn sich das israelische Militär und der Geheimdienst konsequent auf die Tötung gewalttätiger (nicht von Steine werfenden Jugendlichen) oder Terroristen beschränken würde, hätten sie mit Sicherheit eine Menge mehr Verständnis zu erwarten, als mit der Bombardierung ganzer Landstriche, der Sippenhaft (Häuser von Terroristen werden abgerissen), der teilweise wahllosen Inhaftierung von Verdächtigen über unbegrenzte Zeiträume, dem weiteren Siedlungsausbau und der damit einhergehenden weiteren Vertreibung der Palästinenser.
Hier im übrigen ein Auszug einer Rede Ben Gurion's, aus dem Jahre 1937 der einiges über das Verständnis einiger Eliten des israelischen Staates aussagt.
"Wenn wir durch Gründung des Staates zu einer starken Macht geworden sind, werden wir die Teilung aufheben und uns auf ganz Palästina ausdehnen. Politisch sind wir nämlich die Aggressoren, während sie sich verteidigen. Das Land gehört ihnen, weil sie es bewohnen, während wir von draußen kommen"
Desweiteren sollte wohl jedem klar sein, dass der Teilungsplan, den man damals in der UN beschloss und der vorher bereits von den Briten forciert wurde, nicht ohne Konfliktpotential durchzusetzen war.
Das ist eigentlich auch nicht verwunderlich, wenn ein Staat (Großbritannien) ein Gebiet, welches er besetzt hält und in dem seit ca. 2000 Jahren ein Volk lebt, einem anderen Volk verspricht.
Angesichts der Erfahrung des Holocausts musste eine Lösung gefunden werden, doch hat man es verpasst den Arabern/Palästinensern auch entsprechende Zugeständnisse zu machen, welche sie diese, für sie bittere, Pille hätte schlucken lassen und zeitgleich die Israelis zu verpflichten die dort noch lebenden Araber gleichberechtigt zu integrieren.
Zur Überwachung dessen hätte sich damals eine internationale Polizeimission sowie eine militärische Schutzmission empfohlen, die den Fortgang einer Normalisierung des Zusammenlebens überwacht und gewährleistet.
Das hat man damals versäumt und muss heute mit den Konsequenzen leben. Auch jetzt gibt es noch andere Wege auf den Beschuss durch Raketen aus Gaza zu reagieren, als dort Luftangriffe zu fliegen, die Unschuldige töten.
Wenn der Hintergrund des Artikels nicht ein trauriger wäre, dann müsste man vielleicht soagr ab und an schmunzeln. Der Artikel ist allerdings etwas älter...
http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/1466