Whisk(e)y

Nö, ich kann es mir nur vorstellen: auf einem Baumstumpf sitzen und den Scotch genießen, dessen Wasser aus dem Fluß stammt, dessen Rauschen in der Ferne zu hören ist.

:D
 
ich hab als Nicht-Whiskytrinker den Unter-Blog von Horst Lüning zufällig entdeckt. Der Typ ist ja sowas wie eine Art Selfmade-Lachnummer zwischen Genie und Wahnsinn. Etwas Näher aber wohl doch am Wahnsinn. :ugly:
 
Soooo.... Nachdem ich meine Fotos sortiert habe, kommen jetzt nach und nach Tasting Notes und ggf. Destillerie-Impressionen.... ;)

Kilchoman - Machir Bay

Nase: frische Citrusnoten, grasige Aromen, Kräuter, leichter Rauch

Geschmack: leichte Fruchtigkeit zu Beginn, diese wird jedoch allmählich überdeckt von Würzigkeit und Rauch

Abgang: lang anhaltend, würzig-rauchig

Die Nase hatte mich neugierig gemacht und mich dazu bewogen, dem Whisky eine Chance zu geben, aber Geschmack und Abgang waren meine Sache nicht - den Rauch hatte ich definitiv noch sehr lange im Mund... ;)

Die Kilchoman Destillery - in einer ehemaligen Farm und damit allein von den Gebäuden her schon abseits der "Norm" - hat mir aber gut gefallen. Man konnte die Destillerie am Open Day jederzeit ohne Vorbuchung von innen anschauen (keine Selbstverständlichkeit!), und überall standen nette Mitarbeiter, um Fragen zu beantworten (bzw. allzu blöde Touris davon abzuhalten, die Brennblasen anzufassen oder ihre Kamera in den dampfenden Maischbottich zu halten). Auf dem gesamten Gelände herrschte eine schöne, entspannte Atmosphäre, dazu schottische Folk-Musik und der Duft von Burgern und Lachs auf dem Holzkohlegrill.... Mmmmmhhhh...... :)
 
Hattest Du den 2013er oder schon den 2014er?

Zum Vergleich dazu meine Tasting-Notes vom 2013, die ich im April letzten Jahres hier gepostet habe:

Ei gugge mol, was der Osterhase mir ins Nest gelegt hat:

Kilchoman Machir Bay 2013

46%vol., non chill-filtered


Kilchoman wurde erst vor wenigen Jahren gegründet und ist somit seit mehr als 100 Jahren die erste neugeründete Islay-Distillery. Bei "Machir Bay", benannt nach einem Strand auf Islay, handelt es sich um eine jährliche Release. Die 2013er Edition ist ein Blend aus 4- und 5jährigen Whiskys, die in Bourbon-Faß gereift sind, zudem wurde der 4-jährigen Anteile im Oloroso-Faß gefinished.


Farbe: blaßgelb

Nase: Es machten sich zunächst nur torfig-rauchige Zitrusaromen bemerkbar (danke, du sch... Schnupfen), die aber den Weg frei machten für intensive Butterscotchnoten mit schwarzem Pfeffer.

Geschmack: Der pfeffrige Butterscotchduft setzt sich mit Frische in einer tollen Balance zum rauchigem Torf (50 ppm) im Mund fort, begleitet von Kakao und etwas Anis. Das Zusammenspiel von Bourbon- und Sherryfassaromen ist durchaus ausgewogen, auch wenn für meinen Geschmack eine etwas längeres Finish der 4jähren Anteile im Sherrycask sicher nicht verkehrt gewesen wäre. Lang anahaltender, würziger Nachhall mit etwa Jod.

Geiles Zeug :daumen::daumen::daumen:

Durchaus einige Übereinstimmungen, wenn auch nicht in der finalen Bewertung.;)
 
Auf dem gesamten Gelände herrschte eine schöne, entspannte Atmosphäre, dazu schottische Folk-Musik und der Duft von Burgern und Lachs auf dem Holzkohlegrill.... Mmmmmhhhh...... :)

Ich mir mal erlaubt, ein Stück Lachs vor dem Grillen auf Holzkohle mit ein paar Tropfen Talisker 10y zu beträufeln und einwirken zu lassen und habe zum Erhalt der Aromen den Fisch in Alufolie eingewickelt, auch wenn ich sonst kein "Foliengriller" bin. Das Ergebnis war eine Granate: die salzig, rauchigen Noten mit etwas Torf des Talisker 10y harmonierten hervorragend mit dem Fleisch des auf Holzkohle gegrillten Lachses.
 
Keine Ahnung, welche Abfüllung ich hatte. Sie haben den Whisky in kleinen Gläschen beim Betreten des Still Rooms ausgeschenkt, und so detailliert habe ich mir das Etikett dann doch nicht angeschaut ;)

Das mit dem Lachs klingt super - denn a) ist Talisker meine Rauchgrenze, d. h. den trinke ich gerade noch, und b) mag ich Räucherfisch. Das probiere ich mal aus!
 
Weiter geht's....

Bei Laphroaig hatten wir Tickets für einen Ceilidh-Abend vorgebucht. Das Ganze war etwas unsortiert - das Ceilidh fing deutlich später an als avisiert, weil Gäste, die ein Burns Supper gebucht hatten, dazu kommen sollten, und das Essen dauerte länger als geplant. Die Getränkeauswahl beschränkte sich auf Whisky (zum Glück für mich nicht nur Laphroaig und alle zu günstigen Preisen), Wasser und Softdrinks (gratis). Bier Fehlanzeige, man habe vergessen, welches einzukaufen und an einem Sonntag sei das spontan auf der Insel schwierig, erst Recht während des Feis Ile. Hmmmm.... Wie lange im Voraus war bekannt, dass genau an diesem Sonntag Abend das Ceilidh stattfinden sollte....? ;) Aber auch so etwas gehört irgendwie zur Entspanntheit auf Islay.... Wir waren bei Weitem nicht bis zum Ende da, weil es in dem Raum vor Mücken nur so wimmelte und wir nicht komplett zerstochen werden wollten. Und ich muss sagen, ich hatte nicht mehr im Kopf, dass die Tanzformationen zum Teil verdammt schwierig sind - vor vielen Jahren habe ich schon bei Ceilidhs mitgemacht und hatte es einfacher in Erinnerung (vielleicht damals mit mehr Whisky....?).

Tasting Notes - dieses Mal nicht ;) Mein Begrüßungs-Dram beim Einlass zum Ceilidh landete direkt in anderen Händen, um auch geschätzt zu werden....

Beim Open Day war ich nur ganz kurz, denn ein Gratis-Dram oder gar ein Tasting wären für mich sinnbefreit gewesen, und auch die Destillerie war nur im Rahmen fester Touren zu besichtigen, die man ewig im Voraus hätte buchen müssen.

Auch Ardbeg habe ich mir nur von außen angeschaut, am Open Day war ich schon wieder zu Hause....

Bei Lagavulin (der Open Day war vor unserer Ankunft) hatten wir Wochen im Voraus eine Folk Night gebucht und beim Buchen auf Liveband und Tanzen spekuliert. Leider daneben - diverse Bands, Chöre und Solisten führten mehr oder weniger professionell Folkmusik auf einer Bühne auf. Es gab auch hier diverse Whiskies zu fairen Kursen und sogar Bier, aber - GRRRRRR - Stella, Carlsberg oder Heineken.... :mad: Sollte ich also nochmal zum Feis Ile kommen, bräuchte ich diese Veranstaltung nicht unbedingt....

Bunnahabhain gab's auch nur von außen (am Open Day war ich auf dem Heimweg) - es ist für mich von außen die schönste Destillerie auf Islay - traumhafte Lage am Sound of Islay mit Blick auf Jura, dazu die vielen Whiskyfässer, die einen begrüßen, wenn man auf die Destillerie zufährt - Foto-Motive ohne Ende :)
 
Ich war letzte Woche auch auf der Islay und habe u.a. Bowmore, Laphroiag und Lagavulin besucht. Ich bin als Whisky Neuling mit auf diese Tour gefahren und kann eigentlich nicht viel zu den Details beitragen. Aber es war in jedem Fall eine ganz nette Sache. Und geschmeckt hat's auch. Mir hat der Laphroiag Cairdeas ganz gut gefallen.
 
Dass Du als Whisky-Neuling direkt auf die rauchigen anspringst, finde ich echt faszinierend.... Den Cairdeas habe ich gar nicht probiert, denn er roch mir schon zu rauchig... ;)
 
@ oplao

:tnx: für Deine interessanten Ausführungen.


@ Dennis81

Probier mal den Big Peat (ein Blend von Islay), ich vermute, Du wirst ihn mögen.
;)
 
Wahrscheinlich waren das alles engstirnige Single-Malt-Puristen, für die ein Blended eh ein "no go" ist. ;)

Und so schlecht kann er nicht sein, bei beim ISW wurde er letztes oder vorletztes Jahr mit Gold ausgezeichnet.
 
Nein, es sind keine Single-Malt-Puristen....

Zum Rest kann ich nichts sagen, mir wurde beim Geruch des Big Peat schon ganz anders ;) Aber zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden....
 
@ Dennis81

Probier mal den Big Peat (ein Blend von Islay), ich vermute, Du wirst ihn mögen.
;)
Den hatten wir von "zu Hause" (Freunde hatten den) mitgenommen ;-) War nicht so schlecht, aber schon etwas krasser. Ansonsten gefiel mir persönlich noch eine Distillers Edition ganz gut. Ich glaube, es war die von Ardbeg, bin mir aber gerade nicht so ganz sicher, wir haben recht viel probiert ;-)
 
Den hatten wir von "zu Hause" (Freunde hatten den) mitgenommen ;-) War nicht so schlecht, aber schon etwas krasser. Ansonsten gefiel mir persönlich noch eine Distillers Edition ganz gut. Ich glaube, es war die von Ardbeg, bin mir aber gerade nicht so ganz sicher, wir haben recht viel probiert ;-)

Eine Ardbeg DE ist mir noch nicht auf die Zunge gekommen und ich habe auch noch nichts davon - wäre interessant, wenn es sie tatsächlich gäbe.
 
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