Hallo, ich lese hier im Forum seit Jahren mit und finde manche Beiträge und Diskussionen, wie hier im Thread u.a. von maddin, Gustav Jacobi, Bremen und tantekaethe72 sehr interessant und lesenswert.
Was mich bei der Diskussion über Dutt so stark verwundert, ist die Vehemenz, mit der ihn manche Leute als völlig inkompetent und quasi gescheitert darstellen. Vor der Saison war doch allen Beteiligten klar, dass es weder Zauberfussball, noch Europacup-Ambitionen geben wird und es allein darum geht, möglichst sicher durch die Saison zu kommen. Und bisher (das kann in drei Wochen auch anders aussehen) hat Dutt genau das erreicht. Zwischenzeitlich sogar mit guten Ansätzen (Hinspiel Schalke, Rückspiel Hamburg, 3. HZ Nürnberg, 2x Hannover, HS Dortmund, LEV). Eigentlich immer mit einer sehr kämpferischen Mannschaft und oft genug zu Null.
Dass es neben den paar guten und vielen halbwegs okayen Spielen auch Ausreißer nach unten gab, ist mMn keine Überraschung und hat mich nach den letzten drei Jahren auch nicht geschockt, da habe ich schon Schlimmeres gesehen!
Der Vorwurf, Dutt lässt zu oft Rumpelfussball spielen und man sieht zu wenig Entwicklung, ist für mich schwer nachzuvollziehen. Zum Einen ist eine destruktive, defensiv-abwartene Spielweise im Abstiegskampf und in Zeiten, wo es offensiv nicht glatt läuft, doch eine zigfach bewährte und erfolgsversprechende Marschroute, die mir außerdem viel lieber ist, als mit wehenden Fahnen die Hucke voll zu bekommen.
Zum anderen ist es viel zu früh, um von zu wenig Entwicklung zu sprechen, diese sieht man, oder sieht man nicht im Laufe der nächsten Jahre. Es kann natürlich sein, dass alles immer schlimmer wird und die gewünschten Dinge einfach nicht passieren. Aber bis jetzt hat Dutt oft genug das Richtige gemacht, immer wieder neue Dinge probiert und nie stur gewirkt. Dass er mit einigen Spielern mehr Geduld als mit anderen hat, ist völlig normal und bei jedem Trainer der Welt so. Aber die (zwischenzetlichen) Herausnahmen von Makiadi, Prödl, Mielitz, Fritz, Elia und Petersen zeigen mir, dass es Dutt tatsächlich um die Sache geht und er das Bestmögliche für die Mannschaft möchte. Auch die taktische Flexibilät, wir haben dieses Jahr schon erfolgreich verschiedene Stile gespielt, ist ein Fortschritt. Dass die Mannschaft eigentlich ausnahmslos fightet und einen guten Character hat, ist nach den letzten (mehr als drei) Jahren mMn der Fortschritt schlechthin. Und sowas unabhängig vom Trainer zu bewerten, wäre schwachsinn.
Dass hier nun teilweise seine Leverkusener Zeit bemüht wird, um ihn zu kritisieren, verdeutlicht eigentlich am Besten, dass man Dutt in seiner kurzen Zeit in Bremen sehr wenig vorwerfen kann.
Nur meine Meinung, ich hoffe niemand fühlt sich angegriffen.
Grün-weiße Grüße aus Berlin