Tut mir Leid, aber das ist alles falsch.
Erstens brauche ich keine Perfektion, sondern ein fußballerisches Konzept mit Augenmaß. Sicherlich muss das die Stabilisierung der Defensive beinhalten, aber nicht die Aufgabe aller fußballerischen Mittel. Es ist schlciht falsch, dass wir mit unserem Kader nicht besser spielen könnten, bis auf Lukimya und Petersen standen da zuletzt 9 ordentliche Bundesligaspieler auf dem Feld, die technisch in der Lage sind, deutlich besser zu spielen.
Falsch ist auch die Behauptung, Antifußball mit Klassenerhalt zu assoziieren. Die Punkte, die wir zuletzt geholt haben, haben wir nicht deswegen erzielt, weil wir das Fußballspielen eingestellt haben, sondern weil die Spieler Hunt, di Santo, Bargfrede und Junuzovic Momente individueller Klasse haben aufleuchten lassen. Wir holen nicht deswegen viele Punkte, weil wir beschissen Fußball spielen, sondern weil wir eine ganze Reihe brauchbare Spieler haben, einen wie Hunt vorneweg. Wenn Dutt aber selbst mit dem kein Fußball spielen lassen kann, wird es, da muss man kein Prophet sein, ohne ihn nicht besser werden.
Und Klassenerhalt: Ein Klassenerhalt, der nichts bietet, auf dem wir aufbauen können, der ohne jedes spielerische Konzept errungen wird, ist ein Pyrrhussieg. Nach dieser saison sind wir nicht weitergekommen seit dem Ende der Ära Schaaf, sondern weiter zurückgeworfen worden, uns wurde auch noch das allerletzte fußballerische Vermögen ausgetrieben. Jeder ambitionierte Spieler, der noch im Kader steht, kann nur noch wegwollen und es ist klar, dass selbst ein mit Werder sehr verbundener Spieler wie hunt unter diesen Umständen hier nichts mehr verloren hat.
Man wird übrigens in der nächsten Saison das Argument, man habe ja mit hunt den besten spieler verloren, noch oft hören von der sporltichen Leitung, wenn Minusfußball und Abstiegskampf gerechtfertigt werden sollen. Denn es ist ja klar: da wir diese Saison fußballerisch und konzeptuell nichts einstudiert haben, werden uns die individuellen Momente von Hunt nächstes Jahr bitterlich fehlen. Da wir kein mannschaftliches Offensivspiel mit einstudierten Laufwegen haben, wird der Verlust, wenn am Transfermarkt kein Wunder gelingt, nicht aufzufangen sein. Und dann wird es fußballerisch erst richtig finster in Bremen. Wer meint, es sei diese Saison nur um den Klassenerhalt und nicht um die Entwicklung einer neuen, erfolgversprechenden fußballerischen Perspektive gegangen, der wird ein böses Erwachen erleben.
Denn Dutt hat es ja auch nicht geschafft, einen einzigen talentierten Nachwuchsspieler zur hoffnungsvollen Stammkraft auszubilden. Trybull ist jetzt Stammspieler bei St. Pauli, die mehr Fußball spielen als wir, Yildirim wurde am Anfang hochgelobt und dann fallengelassen, andere Spieler wurden mal eben reingeworfen. Und anstatt mal Füllkrug einzusetzen, darf Petersen vorne die Bälle verflippern lassen. Da stehen wir ebenfalls nach wie vor bei null.