Mit anderen Worten: eine tolle Choreo legitimiert eine bestimmte Personengruppe zum Verstoß gegen die Stadionordnung und Werder Bremen darf dafür die Zeche = Strafen in Höhe von x.000 € zahlen?
Es ist grundsätzlich lobenswert, wenn Ultras viel Engagement dafür zeigen, daß sie und somit (sofern nicht gerade ein einschläferndem Galeerengesänge intoniert werden) auch andere Zuschauer den eigenen Verein nützen, sprich daß die Mannschaft auf dem grünen Rasen unterstützt wird.
Aber wenn nach einer tollen Choero Bengalos gezündet werden, dann macht sinnbildlich die eine Hand das kaputt, was die andere mühsam aufgebaut hat. Denn Bengalos sind, wie man es am Samstag im Weserstadion wohl kaum überhören konnte, kein nützliches Werkzeug zum Support des eigenen Teams, sondern sie lösen bei vielen Fans des eigenen Clubs verbale Gegenreaktionen aus, so daß ein Support der eigenen Mannschaft unterbunden wird. Und viel schlimmer ist, daß mit Bengalos nicht nur die Gesundheit von anderen Menschen riskiert wird (auch wenn vllt. nichts passiert ist, aber wenn man 99x bei rot unfallfrei über die Straße geht, beinhaltet das keinen Automatismus, daß man bei 100. Versuch auch nicht überfahren wird), sondern sie schaden dem eigenen Verein erheblich, weil dieser durch diese Aktionen mal wieder eine saftige Geldstrafe zahlen muß; die aufgrund der Spielunterbrechung vom Samstag diesmal vermutlich besonders happig ausfallen wird.
Selbst wenn man Bengalos toll oder nicht schlimm findet, so ist es unumstößlich, daß das Zünden von Bengalos ein für den eigenen negative Folgen hat. Ist das etwa der Sinn des Ultrasein, dem eigenen Verein wissentlich - um nicht zu sagen vorsätzlich - Schaden zuzufügen?
Oder geht es (manchen von) ihnen möglicher doch gar nicht um "ihren" Verein, sondern dient der Club nur als Plattform, um sich einer beriten Öffentlichkeit mit positiven wie negativen Facetten selbst darzustellen?