Es ist zumindest inzwischen - nach sieben Monaten, zwei Vorbereitungen und einigen Neuverpflichtungen - einfach viel zu billig, die erheblichen Probleme, die Robin Dutt hat, in Bremen irgendetwas halbwegs Ansehnliches oder wenigstens irgendeinen Trend, der ein wenig Hoffnung auf eine auch nur leichte Verbesserung machen könnte, zu präsentieren, nur immer - reflexartig - wie folgt zu beantworten:
Statement:
Dutt bekommt die Defensive nicht stabilisiert (40 Gegentore - 3 mehr als letzte Saison zu dieser Zeit, trotz Fokus auf Abwehrverhalten).
Antwort:
"Sokratis ist ja nicht mehr da."
Statement:
Ein Offensivspiel findet mehr oder weniger nicht mehr und wenn, dann eher zufällig statt (23 erzielte Tore - 7 weniger als letzte Saison zu dieser Zeit).
Antwort:
"De Bruyne ist nicht mehr da."
Muss man da jetzt wirklich erst wieder Beispiele aus anderen Vereinen nehmen, um aufzuzeigen, dass ein vernünftig arbeitender Trainer es regelmäßig durchaus schaffen kann, auch den Verlust von absoluten Leistungsträgern ("Lebensversicherung") zu kompensieren. Solche Verluste treffen gerade sog. "kleine" Vereine immer schwerer. Nehmen wir mal die ganzen Abgänge, die Tuchel in Mainz so schlucken musste. Das hat immer die eine oder andere Durststrecke nach sich gezogen - man konnte aber immer sehen, dass es Stück für Stück wieder voran geht. Oder nehen wir Freiburg. Die haben u.a. mit Kruse ihre "offensiv Lebensversicherung" verloren. Und da trugen/tragen sie schwer daran. Da liefen Anfang der Saison eine ganze Reihe von Spielern rum, deren Namen ich noch nie gehört hatte. Aber selbst da kann man inzwischen einen leichten Aufwärtstrend erkennen (wenngleich sie immer noch sehr zu krabbeln haben).
Und in Bremen heißt es:
"Ey - Sokratis weg, De Bruyne weg - noch Fragen ?"
Das ist einfach viel, viel zu billig - zumindest nach der inzwischen vergangenen Zeit. Das haben inzwischen ja auch die Medien erkannt. Die Gewehre sind dort bereits geladen. Von den nächsten Spielen wird abhängen, ob das Feuer richtig eröffnet wird. Die tapsige Darstellung des Trainer im Kreiszeitungsinterview dürfte ihm dabei noch gehörig unter die Nase gerieben werden.
Unser Leverkusener Gastkommentator hat natürlich irgendwie Recht damit, dass ein 0:5 vor der Winterpause ggf. bessere Optionen für den weiteren Saisonverlauf eröffnet hätte. Aber - soweit wird es mit mir sicher (hoffentlich) nie kommen, dass ich mich nicht über jeden errungenen Punkt freue. Ich war natürlich begeistert - auch über diesen hart errungenen Sieg und dass, obwohl mir klar war, dass dieser Sieg die Gurkerei der Hinrunde aller Voraussicht nach weiter bis hinein in die Rückrunde verlängern dürfte.