@ DR AKR
Erfolg oder Mißerfolg in der Nachwuchsförderung beschränkt sich aber nicht allein auf das Scouting. Sondern es ist u.a. auch abhängig von der täglichen Arbeit, sprich Training und Spiel, im Nachwuchsbereich und beinhaltet auch die Trainings- und Einsatzmöglichkeiten bei den Profis. Und im Idealfall sollte die tägliche Arbeit im Nachwuchsbereich mit der Profiabteilung abgestimmt sein, wo die Entscheidungen des Profitrainers entsprechend federführend sind (das hat man schon in der 1970ern in Amsterdam mit der "Ajax-Schule" umgesetzt, während seinerzeit hierzulande die Nachwuchsförderung überwiegend daraus bestand, denn Jugendfußballern erst einmal eine Pferdelunge "anzuzüchten").
Das ist grundsätzlich richtig. Das wirst Du aber mit der Ausssage oben kaum genmeint haben, weil es eben eine
Vereins-strategische Entscheidung ist und kaum nur mit der Person des Profi-Cheftrainers zusammenhängen kann.

Im übrigen hat außer dem großen Vorbild Ajax Amsterdam kaum ein Verein dieses Ideal umsetzen können. In den letzten 25 Jahren war es praktisch nur der FC Barcelona, seit wenigen Jahren der FC Bayern München.
Erst wenn das entsprechend funktioniert, ist der Nachwuchsbereich (der seltene Fall von Ausnahmetalenten ausgenommen) auch erst dann in Lage, entsprechenden Druck auf die Profiabteilung aufzubauen.
Erst dann? Druck auf die Profis?
Naja, das glaube ich nicht. Das ginge auch schon früher....!
Denn der Schritt von der U23 aus der 3. bzw. jetzt 4. Liga ist kein Hallo-hier-sind-wir-Spaziergang, sondern ein fußballerischer Quantensprung, der einer entsprechenden Förderung bedarf, sprich Trainings- und vor allem Einsatzmöglichkeiten in der Profimannschaft.
Das ist das, was viele hier in der letzten Saison unterschätzt haben, wenn einige andere User vor mangelnder Erfahrung im Team gewarnt haben. Das ist das, was Schaaf stets gemeint hat, wenn er sagte, wir bringen genug Geduld mit jungen Spielern mit, hier, bei Werder, haben sie die Zeit, sich zu entwickeln.....!
Training kann das Spiel nur simmulieren bzw. darauf vorbereiten, aber nicht den reelen Wettkampf 1:1 ersetzen. Und wenn man bedenkt, daß in der Saison 08/09 mit weit über 50 Pflichtspielen die U23-Spieler summiert auf ganze 6 Buli-Einsätze kamen (gleiche Anzahl in der Folgesaison übrigens auch), und hierbei sind die Einsätze von Miele als Wiese-Ersatz schon mit eingerechnet, dann ist es auch nicht verwunderlich warum zu wenig aus dem eigenen Nachwuchs nachgerückt ist.
Grundsätzlich hat es der eigene Nachwuchs noch schwerer, sich durchzusetzen, wenn das Profi-Team funktioniert. Spieler wie Rolfes, Harnik und kruse hatten eben auch das Pech, dass zu ihren Zeiten hier bessere Spieler im Kader standen. Man kann ja nicht sagen, dass Schaaf sie gänzlich ignoriert habe. Sie haben sich gegen die Profi-Konkurrenz eben nicht durchsetzen können.
Hinzu kommt, dass das System "KATS" darauf aufbaute, junge Spieler zu holen, sie auuszubilden, den sportlichen "Mehrwert" zu nutzen und später zu wirtschaftlichem "Mehrwert" zu verkaufen. Dieser letzte konnte natürlich nur erzielt werden, wenn die z. T. teuer eingekauften Spieler auch spielen, sprich, wenn man ihren bestenfalls auch zu verzeichnenden Fortschritt wöchentlich auch sehen kann. Insofern liegt/lag der Fehler, wie oft beschrieben, im System, nicht in der Schwäche des Trainers Schaaf.
Und komme jetzt bitte nicht mit dem Argument "gestiegene Ansprüche wegen CL-Teilnahme", denn bei Werder hat man es vorher auch verstanden, auf hohem Niveau spielend Talente in den Profibereich einzubauen bzw. auch in wichtigen Spielen einzusetzen.
Das Niveau im Kader spielt natürlich auch eine Rolle!
Man kann das natürlich auch ausblenden und alles auf den Cheftrainer schieben. Ist einfacher, populistischer, nicht aber besonders realistisch! :O
Komm bitte nicht mit dem Argument, das sei unter Schaaf überhaupt nicht mehr passiert. Das stimmt nämlich nicht!

Ansonsten, siehe oben!