Ich finde es problematisch, wenn man, wie Lucke es sagt, den Ausstieg der Südeuropäischen Länder aus dem Euro fordert. Das ist wie bei der Einwanderung imho ein zu egoistisches Denken. Er kann von mir aus fordern, dass Deutschland aus dem Euro austritt, wenn er das für sinnvoll erhält. Aber wir bleiben drin und alle die Probleme machen schmeißen wir raus.... ich weiß nicht. Und beides, sowohl bei der Einwanderung und dem Euro so darzustellen, dass es das Beste für die Anderen wäre, ist an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Was wirklich mit Griechenland passiert, wenn die wieder zu der Drachme zurückgehen weiß doch keiner. Notwendige Umstrukturierungen der Wirtschaft, um in Zukunft wieder produktiv zu sein, lassen sich mit einer schwachen, nationalen Währung auch nicht realisieren. Man sollte es dann bei der AfD nennen, wie man es wirklich denkt: die sollen raus aus dem Euro und was dann mit ihnen passiert ist uns scheißegal. Das wäre wenigstens ehrlich.
Wir nehmen nur die gebildeten Eliten in unser Land, was Einwanderung angeht. Und wir gehen nur mit den Ländern eine Währungsunion ein, die uns nutzen. Das ist allerdings imho nicht der Gedanke von Europa. Der bezieht sich nicht nur auf ökonomische Grundlagen. Ich würde bei einem solchen Vorgehen große Unruhen in Europa mit völlig offenem Ende erwarten.
Das man auf Dauer die Länder nicht durch Finanzspritzen retten kann, sondern das dort Reformen her müssen, um das Übel an der Wurzel zu packen, ist klar. Das man nicht unbegrenzt Zuwanderer aufnehmen kann, ist auch klar. Aber es muss imho noch einen anderen Weg zwischen dem von Lucke und dem der letzten Regierung geben, vor allem was den Euro angeht.