Thomas Eichin (Bayer Leverkusen, Leiter Nachwuchs- & Frauenfußball)

Ich fürchte nicht nur in Sachen Einstellung und Kampfgeist, sondern es mangelt schlicht und einfach an der Qualität.

Ich bin mir bewusst, dass TE hier einen Scherbenhaufen übernommen hat, das ist keine leichte Aufgabe. Dennoch bleibe ich dabei: ob ein Manager einen guten Job macht, messe ich unter anderem daran, ob ein Team nominell stärker oder schwächer als in der Vorsaison an den Start geht. Momentan sind wir klar schwächer, insofern kann ich noch nicht von einem guten Job sprechen.
Ob TE etwas dazu kann oder nicht, möchte ich gar nicht beurteilen, aufgrund der Altlasten hat er sicher keine einfache Arbeit übernommen. Aber es ist nunmal so, dass er bisher eher einen durchschnittlichen Job gemacht hat. Mag sein, dass man ihm das nicht vorwerfen kann, aber um am Ende alle richtig zufrieden zu stellen, müsste er halt über sich hinauswachsen, nicht weniger braucht der Verein gerade.


Ja und Nein. Eine Messung zum Saisonstart gestaltet sich immer schwierig, weil man u.a. ja noch gar nicht weiß, wie die Neuverpflichtungen einschlagen bzw. ist es ja auch möglich, daß ein nominell stärkeres oder gleichgebliebendens Team unerwartet unter seinen Möglichkeiten bleibt. Als Beispiel sei hier die Meistermannschaft von 1993 genannt, die weitesgehend zusammengeblieben ist und mit Mario Basler sogar noch verstärkt wurde, aber trotz des DFB-Pokalsieg und dem wunderbaren CL-Spiel gegen Anderlecht weitesgehend enttäuschte und nur einen mageren 8.Rang in der Bundesliga erreichte.

Der Qualitätsverlust durch KdB und Socke ist natürlich unübersehbar. Aber TERD haben auch die Hypothek, daß Werder im dritten Jahr in Folge ohne EC-Einnahmen auskommen muß, so daß der finanzielle Spielraum und die Attraktivität für potentielle Kandidaten überschaubar sind. Und ein Leihgeschäft, wie es KdB gelaufen ist, darf man nicht als Selbstverständlichkeit ansehen, denn auch bei den Leihgeschäften ist bei der Spielerqualität die buhlende nationale und internationale Konkurrenz größer als das verfügbare Spielermaterial. Zudem haben Leihgeschäfte ohne Kaufoption (bzw. wenn die taxierte Ablösesumme nicht stemmbar ist) die Folge, daß man sich i.d.R. nach einem Jahr wieder einen Spieler suchen muß, was den kontinuierlichen Aufbau einer Mannschaft durchaus neagtiv beeinflussen kann.
 
hat keiner behauptet, dass wir es besser wissen. aber schmeisst du privat auch den letzten notgroschen weg und setzt im casino einmalig auf rot oder schwarz? gehste zu mammi wäsche waschen wenn deine maschine im a... ist und du keine kohle mehr für eine neue hast?

dem himmel sei dank, dass die "kaufen" fraktion nicht irgendwo in der geschäftsleitung sitzt.

Nö, dass würde ich alles nicht tun und ich fühle mich auch nicht der Kaufen-Fraktion zugehörig.
Aber wenn Eichin in Bezug auf mögliche Einkäufe sagt, dass "Werder handlungsfähig" ist, meint er damit bestimmt nicht Werders Notgroschen oder einen Bittgang in die Kreditabteilung der Bank.
Sollte - wie von dir angedeutet - die Kasse tatsächlich leer sein, muss u.a. TE dafür sorgen das frischen Kapital ´reinkommt. Das ist ja eine seiner Hauptaufgaben und die Möglichkeiten dazu werden dem Topmanager bekannt sein.
 
Möchte mal einwerfen, soweit mir bekannt, und aus der Erinnerung: Werder hat - als einer von wenigen Bundesligisten - weiterhin Kapital. Dieses schrumpft zu Zeit zwar rapide, zuletzt um 13 mios, diese Saison jetzt schon sicher um weitere 7,8, geschätzt, was so vom Aufsichtsrat bewilligt wurde. Trotzdem verbleibt an Kapitel noch immer so einiges, ich meine um die 20 mios (lass mich gerne von irgendwelchen brains korrigieren).

Also man könnte schon...

Nur mal als Denkanstoß das Eigenkapital hat rein gar nichts mit dem Geld auf dem Konto oder der Kasse zu tun.
 
Nö, dass würde ich alles nicht tun und ich fühle mich auch nicht der Kaufen-Fraktion zugehörig.
Aber wenn Eichin in Bezug auf mögliche Einkäufe sagt, dass "Werder handlungsfähig" ist, meint er damit bestimmt nicht Werders Notgroschen oder einen Bittgang in die Kreditabteilung der Bank.
Sollte - wie von dir angedeutet - die Kasse tatsächlich leer sein, muss u.a. TE dafür sorgen das frischen Kapital ´reinkommt. Das ist ja eine seiner Hauptaufgaben und die Möglichkeiten dazu werden dem Topmanager bekannt sein.

in gewissem mass ist werder natürlich handlungsfähig und ich denke auch, dass es noch eine neuverpflichtung gibt. ich hoffe aber, dass werder sich nicht ganz nackig macht und eben kein hohes risiko geht.

die hauptaufgabe des TE besteht darin, einen kalkulierten gewinn (oder verlust) einzuhalten und das unternehmen zu führen. dafür gibt es budgets. und um das ziel zu erreichen, müssen budgets eingehalten werden. in der planung fehlt schon mal der pokal... und verlustbehaftete abweichungen mögen banken nun ganz und gar nicht.

ohne den verkauf einiger spieler wird er nicht sonderlich handlungsfähig sein. oder aber wir kaufen durchschnitt ein. aber den haben wir ja schon. und weniger.
 
Allerdings sagt die Eigenkapitalquote viel über die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens aus und ist somit sicher nicht unerheblich für die Frage, inwieweit weitere Transfers risikobehaftet sind oder nicht.
 
[...] ich hoffe aber, dass werder sich nicht ganz nackig macht und eben kein hohes risiko geht. [...]

Entsprechend dem Risiko was man eingeht, wird auch der zu erwartende Ertrag ausfallen, so ist es nun mal in unserer Wirtschaft. Und Fußball-Vereine sind längst so eine Art Wirtschaftsunternehmen geworden.


Ich sehe da eher die andere Gefahr, dass man Jahr für Jahr, in dem man zu vorsichtig agiert weiter zurückfällt und sich so die sportliche und wirtschaftliche Abwärtsspirale weiter fortsetzt.
 
Die Frage ist doch auch immer: wie definiert man Risiko?
Wenn man eine Wundertüte wie Arnautovic oder Wesley verpflichtet, ist die Gefahr enorm, dass das Geld komplett in den Sand gesetzt wird, wenn diese Spieler nicht einschlagen. Und zwar aus dem Grund, dass man diese Spieler dann nur sehr sehr schwer wieder verlustfrei verkaufen kann.
Anders ist es bei Spielern mit einem gewissen Namen: diese Spieler sind teurer im Unterhalt und bergen natürlich die Gefahr, das Gehaltsgefüge durcheinanderzuwirbeln. Aber: solche Spieler wird man in der Regel dennoch wieder los, ohne ein Riesenminus zu machen. Ich werfe jetzt einfach mal -nur als Beispiel, also bitte keine Diskussionen- den Namen Huntelaar in die Runde: wenn der bei Schalke nicht eingeschlagen hätte, wäre die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen, dass man dennoch einen Abnehmer findet, da der Spieler einen gewissen Namen hat und sein Können bereits unter Beweis gestellt hat. So minimiert man das Risiko millionenschwerer Transferleichen, die man nicht mehr los wird.
Und eins unser Probleme war meines Erachtens tatsächlich, dass all diese Spieler, Arnautovic, Wesley, Akpala, Avdic, Affolter, Junuzovic, Luki und und und genau diese Kategorie von Spielern war, auf die diese Gefahr zutrifft. Wenn von denen dann niemand einschlägt, hat man unterm Strich auch einen hohen zweistelligen Millionenbetrag ausgegeben und am Ende bleibt nichts davon übrig - überspitzt gesagt, das Geld ist voll in den Sand gesetzt.
Insofern hat uns die Transferpolitik der letzten drei Jahre durchaus in diese Misere getrieben und jetzt ist es leider schon zu spät, noch umzuschwenken.
 
Insofern hat uns die Transferpolitik der letzten drei Jahre durchaus in diese Misere getrieben und jetzt ist es leider schon zu spät, noch umzuschwenken.

Tja, es gab hier allerdings auch einige, die das schon damals angeprangert haben (auch ich) und man wurde deshalb böse angefeindet. Wo sind all die Leutz hin, die immer meinten, dass wir nie diese Entwicklung haben würden? Und heute springt jeder auf den Zug auf, dass man sowieso einen Umbruch machen musste blablabla... Wie Fähnchen im Wind. :ugly:
 
@ DiegoDiez

Jede Spielerverpflichtung ist ein Risiko, das aus wirtschaftlicher Sicht nahezu linear. mit der Ablösesumme steigt. Dieses Risiko macht aber auch vor dem auch "gute" Namen mit einem grundsätzlichen hohen Wiederverkaufswert wie Huntelaar (um bei dem Bsp. zu bleiben) nicht halt. Denn wenn ein solcher Spieler sich so schwer verletzt, daß es nicht mehr zu alter Form zurückfindet oder gar seine Laufbahn beenden muß, dann hat sich sein hoher Wiederverkaufswert größtenteils bzw. ganz pulverisiert und der Verein einen ähnlichen wirtschaftlichen Schaden, als wenn er eine Wundertüte nur schwierig los wird.
 
Allerdings sagt die Eigenkapitalquote viel über die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens aus und ist somit sicher nicht unerheblich für die Frage, inwieweit weitere Transfers risikobehaftet sind oder nicht.

Das ist richtig seine Beiträge erweckten aber den Eindruck das mit dem Eigenkapital liquide Mittel dargestellt werden. Richtig ist aber das ein nicht unerheblicher Teil des Vermögens (Aktiva) aus Spielerwerten bestehen. Und von denen kann man sich nichts kaufen.
 
Fakt ist doch, wir brauchen dringend (mindestens) 2 Spieler, die den Rest des Haufens stabilisieren. Und sofern man nicht bereit ist, dieses Risiko einzugehen, wird man sich auch nach dem Abstiegskampf in der nächsten Transferperiode nix leisten können. Dann können wir nur noch hoffen, dass in unserem Nachwuchs plötzlich mehrere Draxlers, Götzes, de Bruynes ... zu finden sind.
 
http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_bundesliga/newspage_757780.html

Der Titel ist jetzt mal nicht sooo überraschend, aber die anderen Aussagen finde ich richtig:
Viele träumen immer noch vom großen SV Werder Bremen. Die Realität sieht anders aus. Wir haben nicht mehr die Qualität, um einen Drittligisten mal eben so abzuschießen
Wir haben keine schlechte Mannschaft. Wir müssen nur die Dinge umsetzen, die Robin Dutt vorgibt. Und wir müssen wissen, dass es vom ersten Spieltag um die Wurst geht.

Man beachte:
Nicht etwa: "Die Mannschaft hat großes Potential und spielt unter ihren Möglichkeiten", so wie wir uns das in den letzten Jahren immer sinngemäß anhören mussten.

Wir sind von der Qualität her "nicht schlecht", d.h. bestenfalls Mittelmaß aber nur dann wenn jeder alles gibt.

Die Spieler denken anscheinend immernoch, wenn man mal 1, 2 Spiele gewinnt, dann läufts auch von alleine, weil die Mannschaft je eigentlich individuell ganz toll ist. Dass man hier ums internationale Geschäft spielen kann, dass sie sich hier präsentieren und größere Vereine auf sich aufmerksam machen können weil man sich ja in Bremen ach so gut entwickeln kann.
Damit ist's vorbei. Der realistische Anspruch heißt: Klasse halten! Das bedeutet, beißen und kämpfen, genauso wie die Jungs aus Braunschweig, Nürnberg und Augsburg.

"Potential" kann ich nicht mehr hören, ich will Charakter, und zwar gute Charaktere. Das sind keine großklappigen Bubis, mit riesigem Ego, die sich was auf ihre Unangepasstheit einbilden. Sondern solide Profis, die den Ernst der Lage für ihren Arbeitgeber und dessen Umfeld begreifen.

Von der Sorte gerne noch 1-2 Leute holen
 
http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_bundesliga/newspage_757780.html

Der Titel ist jetzt mal nicht sooo überraschend, aber die anderen Aussagen finde ich richtig:



Man beachte:
Nicht etwa: "Die Mannschaft hat großes Potential und spielt unter ihren Möglichkeiten", so wie wir uns das in den letzten Jahren immer sinngemäß anhören mussten.

Wir sind von der Qualität her "nicht schlecht", d.h. bestenfalls Mittelmaß aber nur dann wenn jeder alles gibt.

Die Spieler denken anscheinend immernoch, wenn man mal 1, 2 Spiele gewinnt, dann läufts auch von alleine, weil die Mannschaft je eigentlich individuell ganz toll ist. Dass man hier ums internationale Geschäft spielen kann, dass sie sich hier präsentieren und größere Vereine auf sich aufmerksam machen können weil man sich ja in Bremen ach so gut entwickeln kann.
Damit ist's vorbei. Der realistische Anspruch heißt: Klasse halten! Das bedeutet, beißen und kämpfen, genauso wie die Jungs aus Braunschweig, Nürnberg und Augsburg.

"Potential" kann ich nicht mehr hören, ich will Charakter, und zwar gute Charaktere. Das sind keine großklappigen Bubis, mit riesigem Ego, die sich was auf ihre Unangepasstheit einbilden. Sondern solide Profis, die den Ernst der Lage für ihren Arbeitgeber und dessen Umfeld begreifen.

Von der Sorte gerne noch 1-2 Leute holen

Problem ist: Wir haben eine schlechte Mannschaft!
 
Das ist richtig seine Beiträge erweckten aber den Eindruck das mit dem Eigenkapital liquide Mittel dargestellt werden. Richtig ist aber das ein nicht unerheblicher Teil des Vermögens (Aktiva) aus Spielerwerten bestehen. Und von denen kann man sich nichts kaufen.

Mir war schon klar, dass es sich eher nicht um direkt liquide mittel handelt, dass aber auch so nebulöse werte wie rechte an spielern in die bewertung des vermögen einfliessen allerdings nicht. danke der aufklärung.

Ob man jetzt wirklich mehr risiko gehen sollte, das weiß ich auch nicht. Ich war die ganzen letzten jahre immer gegen mehr risiko, für langfristige stabilität. Aktuell ist die lage aber so dramatisch, dass man anfangen könnte an dieser maxime zu zweifeln. Drittletzter werden und dann die reli verlieren kostet halt einfach viel mehr als das was jetzt nötig wäre, sagen wir 10 mio, um das einigermassen sicher zu verhindern.
 
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