Robin Dutt

Welcher Meinung? Ich sagte nur, dass es laut den Medienberichten keine Aussage von Dutt gab. Du konntest diese auch nicht bringen und berufst Dich auf Überschriften.

Kein direktes Zitat! ;)

Eindeutige Aussagen Dutts zu diesem Thema gab es genug! Einige davon hast Du selbst zitiert! ;)

Deine Meinung, die aber natürlich nicht sonderlich passt. Warum sollte Dutt Prödl so frühzeitig "setzen". Wäre ziemlich dumm und wie viele Tage war Prödl schon im Training. Den dritten Tag?

Es ist nicht meine Meinung, es ist der Grundtenor der Berichte zum Thema. Das verwechselst Du gern! ;)

Er setzt Prödl direkt, weil er der erfahrenste Innenverteidiger im Team ist! Das kann man den Berichten entnehmen. ;)

Und die Frage an Dutt, was er sich von Prödl erwartet, hat natürlich nichts mit der Kritik von Prödl am Tag zuvor zu tun :-D....

Prödl hat sich zum neuen Trainer Dutt geäußert.

Dass er es nicht als Kritik an Schaaf verstanden haben wollte, hat er selbst, ohne Einsatz eines Praktikanten?, auf seiner FB-Seite klargestellt.

Dass Du das überliest, wundert mich nicht! ;)
 
Bislang liegt die Offensive aber doch mehr oder minder brach. Bis auf Standards und Einzelaktionen läuft in der Offensive mMn bis dato so gut wie nix!

Es wird auch erst seit dieser Woche der Schwerpunkt auf das Offensivtraining gelegt. Zudem sah es gegen Zwolle teilweise schon gar nicht so schlecht aus, inkl. einiger netter Kombinationen. Aber dennoch; erst, wenn es gegen Saarbrücken total mies laufen sollte, kann man weiter darüber diskutieren ;)
 
Kein direktes Zitat! ;)

Eindeutige Aussagen Dutts zu diesem Thema gab es genug! Einige davon hast Du selbst zitiert! ;)



Es ist nicht meine Meinung, es ist der Grundtenor der Berichte zum Thema. Das verwechselst Du gern! ;)

Ich frug Dich schon dreimal nach den Zitaten, dass Prödl als Abwehrchef für den Saisonstart gesetzt ist. Gab es nicht. Ansonsten lasse ich mich gerne aufklären.

Welche Berichte? Die Kreiszeitung deutet Aussagen von Dutt, die aber in eine ganz andere Richtung zeigen.

Er setzt Prödl direkt, weil er der erfahrenste Innenverteidiger im Team ist! Das kann man den Berichten entnehmen. ;)

Wo sagt er das? Ich lese nur, dass er bestimmte Dinge von Prödl erwartet.



Prödl hat sich zum neuen Trainer Dutt geäußert.

Dass er es nicht als Kritik an Schaaf verstanden haben wollte, hat er selbst, ohne Einsatz eines Praktikanten?, auf seiner FB-Seite klargestellt.

Dass Du das überliest, wundert mich nicht! ;)

Ach echt? Sagte ich auch, aber da für Dich ja Überschriften und Berichte der Medien so wesentlich sind. Kreiszeitung: "Prödl poltert gegen Schaaf"...ich wusste, dass Du nicht von Deinem Schaafverteidigungstrip weg kannst und ein blitzsauberes Eigentor schiesst :beer:.

:applaus::applaus::applaus:
 
Es wird auch erst seit dieser Woche der Schwerpunkt auf das Offensivtraining gelegt. Zudem sah es gegen Zwolle teilweise schon gar nicht so schlecht aus, inkl. einiger netter Kombinationen. Aber dennoch; erst, wenn es gegen Saarbrücken total mies laufen sollte, kann man weiter darüber diskutieren ;)

Eben. Die Mannschaft ist erst seit dem 08.07. zusammen. Die Offensivleistungen gegen Zwolle waren, was man sehen konnte, durchaus ansprechend.
 
:tnx::tnx::tnx: haargenau so isses! :daumen: die erste Zeit von Kloppo in Dortmund war auch keine leichte! da war noch gehörig Sand im Getriebe! inzwischen sind die individuellen und kollegtiven Automatismen in diesem Team so tief eingespielt, das jeder weiss was er zu tun hat bzw. was der Kollege als nächstes tun wird! das ist auch der Grund warum Dortmund so erfolgreich war! neben überragenden Fussballern machen die verdammt viel an der BASIS richtig! auch die Bayern haben unter Don Jupp wieder zu den Wurzeln des Fussballs gefunden und begriffen das man mit Qualität bzw. individueller Stärke alleine heutzutage nichts mehr errreichen kann! diese Lektion haben Dortmund und Bayern dann auch gleich brav an Real Madrid und Barcelona weiter gegeben, für die diese Lektion in ihrer Deutlichkeit sehr sehr bitter war!
der Fussball wird mMn in den nächsten 1-2 Jahren einen Paradigmenwechsel erleben! weg vom technisch perfekten individuell starken Fussball, hin zum konzeptionellen Systemfussball im Kollegtiv, wo die Mannschaft an erster Stelle steht und JEDER Spieler für das Team mitarbeitet!
:tnx: Gute Beitrag wobei ich zwei Anmerkungen und ein paar Erweiterungen habe.

Anmerkung 1: Vielleicht ist es in deinem Beitrag undeutlich rübergekommen, aber ich würde Barcelona grundsätzlich eigentlich als DAS Beispiel für Kollektivität, System und Automatismen nehmen, an denen sich auch Bayern und Dortmund orientiert haben.

Anmerkung 2: Der Paradigmenwechsel findet eigentlich schon lange statt, zumindest hier in Deutschland. Hier hat sich in den letzten Jahren eine Trainergeneration hervorgetan, in der bestimmte mannschaftstaktische Ideen wie Kurzpassspiel, Pressing und allgemeine Situationslösungen im Kollektiv inzwischen common sense sind (dazu gehört auch Dutt).

Hierbei sehe ich übrigens auch die größte Herausforderung für Dutt in der aktuellen Phase, denn er beerbt einen Trainer, der im Grunde genommen der individuellen Klasse viel mehr Bedeutung zugestanden hat ohne diese am Ende ausreichend im Kader zu haben. Denn auch wenn Schaafs Idee vom Fußball im Endeffekt auch auf One-Touch-Spiel und agressives Pressing hinauslief, waren die Mittel zum Erreichen andere. In der erfolgreichsten Phase (2003-2006) war man der Liga in diesen Belangen tatsächlich sogar noch voraus. Man setzte dem verbreiteten flachen 4-4-2 die flexiblere und mehr Raum für Kreativität lassende Raute entgegen und hatte taktisch intelligente Spieler. Nur je mehr Geld man zur Verfügung hatte, desto mehr Spieler kamen die vor allem für individuelle Qualität standen, die "etwas anbieten" konnten. Anfangs stimmte noch die Mischung, man hatte einerseits Spieler, die in Einzelaktionen einfach besser waren als ihre Gegenspieler, und andererseits Spieler, die auch ein funktionierendes mannschaftstaktisches Gefüge im Auge hatten (Baumann oder Micoud). Nur je mehr sich der Kader wandelte (der Wechsel von Micoud auf Diego kann als sinnbildlich für diese Entwicklung stehen) und die Liga zeitgleich aufholte, desto unkonstanter wurde auch der Erfolg. Die Jahre ab 2008 waren dann der Höhepunkt dieser Entwicklung. Man hatte hinten Naldo und Mertesacker, die einfach besser waren als die meisten gegnerischen Stürmer und vorne Diego, Özil und Pizarro, die sich ihrerseits gegen jeden durchsetzen konnten. Nur gab es auch da schon immer länger werdende Krisenzeiten, weil man einfach wesentlich anfälliger für Formtiefs oder Verletzungen wurde. Während es sich bei anderen Teams taktisch immer mehr durchsetzte, dass man z.B. Überzahlsituationen schaffen muss oder allgemein durch im Kollektiv organisiertes Spiel das Lösen von Situationen auf dem Platz erzwingen wollte, musste es bei Werder immer noch oft die Einzelaktion lösen. Im Grunde genommen zeigt sich dieser Unterschied schon in den Systemen 4-2-3-1 und Raute. Ich will damit übrigens nicht sagen, dass die Spieler an sich alle Einzelspieler gewesen wären ohne an das Team zu denken. Sie wurden nur eben oft in diese Situation gebracht, weil das taktische Gerüst dies kaum vermied. Als man dann mit den Einkäufen Arnautovic und Wesley kein Glück hatte und eine Saison lang die Verletzungsseuche ausbrach, fehlten im Anschluss bis heute die Einnahmen durch den internationalen Wettbewerb. Und so verließen den Verein innerhalb von zwei Jahren Frings, Mertesacker, Wiese, Naldo, Marin und Pizarro. Versuche, die individuelle Qualität durch Einkäufe wie Ekici, Elia, Sokratis oder de Bruyne zu halten, haben nicht gereicht die taktischen Mängel aufzuwiegen. Schaaf hat zwar durchaus versucht die Marschroute anzupassen, der Erfolg darf ihm aber als maximal mäßig bescheinigt werden.

Weil der Kader in dieser Saison im Großen und Ganzen sich nur punktuell verändert hat, muss Dutt mit ihm auch die ihm zu Grunde liegende Vorstellung von Fußball übernehmen. Wir haben z.B. viele Spieler im Kader, die es immer zur Action zieht, ob bei eigenem oder gegnerischen Ballbesitz, die die Situation immer schnell lösen wollen, das Heft des Handelns in die Hand nehmen wollen. Bargfrede, Ignjovski, Gebre Selassie und Junuzovic wären solche Beispiele. Immer sofort den Zweikampf suchen, wo dadurch dann oft gefährliche Räume frei werden. Am liebsten immer gleich kurze One-Touch-Pässe spielen und dann überhastet den Ball verlieren. Da fehlt dann oft die Ruhe und die Übersicht um die Folgen und Risiken dieser Spielweise abzuschätzen und die Spieler wirken in ihren Fähigkeiten schlechter als sie es wirklich sein mögen. Es ist auffällig, wie viele Spieler dieser Art wir geholt haben und lässt mich glauben, dass man gewollt mit diesem Spielertyp zusammen arbeiten wollte. Die fehlende oder sehr schleppende Weiterentwicklung der Spieler in Sachen Weitsicht über die Jahre lässt darauf schließen, dass man auch gerade im Training diesen Stil gefördert hat in der Hoffnung, irgendwann die Fehlerquote zu verringern und den Gegner wieder mit der puren Qualität dessen was man tut zu besiegen.

Dass so etwas so schnell nicht aus den Köpfen verschwunden sein kann, sollte klar sein. Gegen den Vfl Osnabrück hat man davon vieles wieder gesehen, da zum einen viele dieser ähnlichen Spielertypen zusammengespielt haben und man wohl auch nicht sehr eingespielt war. Zumindest standen sich die Mittelfeldspieler oft auf den Fußen rum. Auch Pressingsituationen auf zu engem Raum waren zu sehen, die zu gefährlichen Kontern über die entstandenen Freiräume geführt haben. Offensiv suchten alle die Nähe zum Ball und es fehlten Läufe die dem Spiel tiefe oder breite geben konnten. Alles kein Vorwurf, aber eine Feststellung. Man sah gegen 1860, dass Dutt viel mit klaren Mechanismen arbeitet, die eben auch dieses weitsichtige Vorausdenken und das Einordnen der eigenen Handlung in den Kontext der Mannschaftlichen Leistung erfordern. Bis das wirksam funktioniert wird noch einige Zeit vergehen. Ich bin optimistisch, denn Ansätze (z.B Ignjoski mit drei schönen Spielverlagerungen) sind zu sehen und dem Kader wurden mit Caldirola und Makiadi zwei Spieler hinzugefügt, die dem Spiel aufgrund ihrer Ausbildung noch eine andere Facette geben.
 
:tnx: Gute Beitrag wobei ich zwei Anmerkungen und ein paar Erweiterungen habe.

Anmerkung 1: Vielleicht ist es in deinem Beitrag undeutlich rübergekommen, aber ich würde Barcelona grundsätzlich eigentlich als DAS Beispiel für Kollektivität, System und Automatismen nehmen, an denen sich auch Bayern und Dortmund orientiert haben.

Anmerkung 2: Der Paradigmenwechsel findet eigentlich schon lange statt, zumindest hier in Deutschland. Hier hat sich in den letzten Jahren eine Trainergeneration hervorgetan, in der bestimmte mannschaftstaktische Ideen wie Kurzpassspiel, Pressing und allgemeine Situationslösungen im Kollektiv inzwischen common sense sind (dazu gehört auch Dutt).

Hierbei sehe ich übrigens auch die größte Herausforderung für Dutt in der aktuellen Phase, denn er beerbt einen Trainer, der im Grunde genommen der individuellen Klasse viel mehr Bedeutung zugestanden hat ohne diese am Ende ausreichend im Kader zu haben. Denn auch wenn Schaafs Idee vom Fußball im Endeffekt auch auf One-Touch-Spiel und agressives Pressing hinauslief, waren die Mittel zum Erreichen andere. In der erfolgreichsten Phase (2003-2006) war man der Liga in diesen Belangen tatsächlich sogar noch voraus. Man setzte dem verbreiteten flachen 4-4-2 die flexiblere und mehr Raum für Kreativität lassende Raute entgegen und hatte taktisch intelligente Spieler. Nur je mehr Geld man zur Verfügung hatte, desto mehr Spieler kamen die vor allem für individuelle Qualität standen, die "etwas anbieten" konnten. Anfangs stimmte noch die Mischung, man hatte einerseits Spieler, die in Einzelaktionen einfach besser waren als ihre Gegenspieler, und andererseits Spieler, die auch ein funktionierendes mannschaftstaktisches Gefüge im Auge hatten (Baumann oder Micoud). Nur je mehr sich der Kader wandelte (der Wechsel von Micoud auf Diego kann als sinnbildlich für diese Entwicklung stehen) und die Liga zeitgleich aufholte, desto unkonstanter wurde auch der Erfolg. Die Jahre ab 2008 waren dann der Höhepunkt dieser Entwicklung. Man hatte hinten Naldo und Mertesacker, die einfach besser waren als die meisten gegnerischen Stürmer und vorne Diego, Özil und Pizarro, die sich ihrerseits gegen jeden durchsetzen konnten. Nur gab es auch da schon immer länger werdende Krisenzeiten, weil man einfach wesentlich anfälliger für Formtiefs oder Verletzungen wurde. Während es sich bei anderen Teams taktisch immer mehr durchsetzte, dass man z.B. Überzahlsituationen schaffen muss oder allgemein durch im Kollektiv organisiertes Spiel das Lösen von Situationen auf dem Platz erzwingen wollte, musste es bei Werder immer noch oft die Einzelaktion lösen. Im Grunde genommen zeigt sich dieser Unterschied schon in den Systemen 4-2-3-1 und Raute. Ich will damit übrigens nicht sagen, dass die Spieler an sich alle Einzelspieler gewesen wären ohne an das Team zu denken. Sie wurden nur eben oft in diese Situation gebracht, weil das taktische Gerüst dies kaum vermied. Als man dann mit den Einkäufen Arnautovic und Wesley kein Glück hatte und eine Saison lang die Verletzungsseuche ausbrach, fehlten im Anschluss bis heute die Einnahmen durch den internationalen Wettbewerb. Und so verließen den Verein innerhalb von zwei Jahren Frings, Mertesacker, Wiese, Naldo, Marin und Pizarro. Versuche, die individuelle Qualität durch Einkäufe wie Ekici, Elia, Sokratis oder de Bruyne zu halten, haben nicht gereicht die taktischen Mängel aufzuwiegen. Schaaf hat zwar durchaus versucht die Marschroute anzupassen, der Erfolg darf ihm aber als maximal mäßig bescheinigt werden.

Weil der Kader in dieser Saison im Großen und Ganzen sich nur punktuell verändert hat, muss Dutt mit ihm auch die ihm zu Grunde liegende Vorstellung von Fußball übernehmen. Wir haben z.B. viele Spieler im Kader, die es immer zur Action zieht, ob bei eigenem oder gegnerischen Ballbesitz, die die Situation immer schnell lösen wollen, das Heft des Handelns in die Hand nehmen wollen. Bargfrede, Ignjovski, Gebre Selassie und Junuzovic wären solche Beispiele. Immer sofort den Zweikampf suchen, wo dadurch dann oft gefährliche Räume frei werden. Am liebsten immer gleich kurze One-Touch-Pässe spielen und dann überhastet den Ball verlieren. Da fehlt dann oft die Ruhe und die Übersicht um die Folgen und Risiken dieser Spielweise abzuschätzen und die Spieler wirken in ihren Fähigkeiten schlechter als sie es wirklich sein mögen. Es ist auffällig, wie viele Spieler dieser Art wir geholt haben und lässt mich glauben, dass man gewollt mit diesem Spielertyp zusammen arbeiten wollte. Die fehlende oder sehr schleppende Weiterentwicklung der Spieler in Sachen Weitsicht über die Jahre lässt darauf schließen, dass man auch gerade im Training diesen Stil gefördert hat in der Hoffnung, irgendwann die Fehlerquote zu verringern und den Gegner wieder mit der puren Qualität dessen was man tut zu besiegen.

Dass so etwas so schnell nicht aus den Köpfen verschwunden sein kann, sollte klar sein. Gegen den Vfl Osnabrück hat man davon vieles wieder gesehen, da zum einen viele dieser ähnlichen Spielertypen zusammengespielt haben und man wohl auch nicht sehr eingespielt war. Zumindest standen sich die Mittelfeldspieler oft auf den Fußen rum. Auch Pressingsituationen auf zu engem Raum waren zu sehen, die zu gefährlichen Kontern über die entstandenen Freiräume geführt haben. Offensiv suchten alle die Nähe zum Ball und es fehlten Läufe die dem Spiel tiefe oder breite geben konnten. Alles kein Vorwurf, aber eine Feststellung. Man sah gegen 1860, dass Dutt viel mit klaren Mechanismen arbeitet, die eben auch dieses weitsichtige Vorausdenken und das Einordnen der eigenen Handlung in den Kontext der Mannschaftlichen Leistung erfordern. Bis das wirksam funktioniert wird noch einige Zeit vergehen. Ich bin optimistisch, denn Ansätze (z.B Ignjoski mit drei schönen Spielverlagerungen) sind zu sehen und dem Kader wurden mit Caldirola und Makiadi zwei Spieler hinzugefügt, die dem Spiel aufgrund ihrer Ausbildung noch eine andere Facette geben.

:tnx: ein posting mit einem touch of brilliance
 


:daumen: Sehr lesenswerter unbd guter Beittrag.

Zur Ergänzung hier noch mal der LINK zu Schaafs Interview: Ein Team lebt von der Individualität (PDF) bevor er in den Tiefen des Web untergegangen ist.

Du liegst mit deiner Einschätzung über Schaafs Ausrichtung der Spieler richitg, den Aussagen wie "Wir wollen von jedem Spieler das Besondere" oder "wir holen Spieler, die für das Besondere stehen", unterstreichen diese Absicht.
 
@Tob:

:tnx:
Schöner Hinweis auf das Osnaspiel, wozu ich die einzige Anmerkung einbringen möchte. Im Spiel gegen Osna hat man mMn einen Rückfall erleben können. Was gegen 1860 noch sehr gut umgesetzt wurde, sah man gg. den VFL nur teilweise.

Ich glaube von daher, dass es noch ein weiter und vor allem langer Weg wird, eine prägende Veränderung herbeizuführen.

@Berder Wremen:
In der Offensive wird man hoffentlich diese Credo auch weiterhin leben.
 
:tnx: Gute Beitrag wobei ich zwei Anmerkungen und ein paar Erweiterungen habe.

Anmerkung 1: Vielleicht ist es in deinem Beitrag undeutlich rübergekommen, aber ich würde Barcelona grundsätzlich eigentlich als DAS Beispiel für Kollektivität, System und Automatismen nehmen, an denen sich auch Bayern und Dortmund orientiert haben.

Anmerkung 2: Der Paradigmenwechsel findet eigentlich schon lange statt, zumindest hier in Deutschland. Hier hat sich in den letzten Jahren eine Trainergeneration hervorgetan, in der bestimmte mannschaftstaktische Ideen wie Kurzpassspiel, Pressing und allgemeine Situationslösungen im Kollektiv inzwischen common sense sind (dazu gehört auch Dutt).

Hierbei sehe ich übrigens auch die größte Herausforderung für Dutt in der aktuellen Phase, denn er beerbt einen Trainer, der im Grunde genommen der individuellen Klasse viel mehr Bedeutung zugestanden hat ohne diese am Ende ausreichend im Kader zu haben. Denn auch wenn Schaafs Idee vom Fußball im Endeffekt auch auf One-Touch-Spiel und agressives Pressing hinauslief, waren die Mittel zum Erreichen andere. In der erfolgreichsten Phase (2003-2006) war man der Liga in diesen Belangen tatsächlich sogar noch voraus. Man setzte dem verbreiteten flachen 4-4-2 die flexiblere und mehr Raum für Kreativität lassende Raute entgegen und hatte taktisch intelligente Spieler. Nur je mehr Geld man zur Verfügung hatte, desto mehr Spieler kamen die vor allem für individuelle Qualität standen, die "etwas anbieten" konnten. Anfangs stimmte noch die Mischung, man hatte einerseits Spieler, die in Einzelaktionen einfach besser waren als ihre Gegenspieler, und andererseits Spieler, die auch ein funktionierendes mannschaftstaktisches Gefüge im Auge hatten (Baumann oder Micoud). Nur je mehr sich der Kader wandelte (der Wechsel von Micoud auf Diego kann als sinnbildlich für diese Entwicklung stehen) und die Liga zeitgleich aufholte, desto unkonstanter wurde auch der Erfolg. Die Jahre ab 2008 waren dann der Höhepunkt dieser Entwicklung. Man hatte hinten Naldo und Mertesacker, die einfach besser waren als die meisten gegnerischen Stürmer und vorne Diego, Özil und Pizarro, die sich ihrerseits gegen jeden durchsetzen konnten. Nur gab es auch da schon immer länger werdende Krisenzeiten, weil man einfach wesentlich anfälliger für Formtiefs oder Verletzungen wurde. Während es sich bei anderen Teams taktisch immer mehr durchsetzte, dass man z.B. Überzahlsituationen schaffen muss oder allgemein durch im Kollektiv organisiertes Spiel das Lösen von Situationen auf dem Platz erzwingen wollte, musste es bei Werder immer noch oft die Einzelaktion lösen. Im Grunde genommen zeigt sich dieser Unterschied schon in den Systemen 4-2-3-1 und Raute. Ich will damit übrigens nicht sagen, dass die Spieler an sich alle Einzelspieler gewesen wären ohne an das Team zu denken. Sie wurden nur eben oft in diese Situation gebracht, weil das taktische Gerüst dies kaum vermied. Als man dann mit den Einkäufen Arnautovic und Wesley kein Glück hatte und eine Saison lang die Verletzungsseuche ausbrach, fehlten im Anschluss bis heute die Einnahmen durch den internationalen Wettbewerb. Und so verließen den Verein innerhalb von zwei Jahren Frings, Mertesacker, Wiese, Naldo, Marin und Pizarro. Versuche, die individuelle Qualität durch Einkäufe wie Ekici, Elia, Sokratis oder de Bruyne zu halten, haben nicht gereicht die taktischen Mängel aufzuwiegen. Schaaf hat zwar durchaus versucht die Marschroute anzupassen, der Erfolg darf ihm aber als maximal mäßig bescheinigt werden.

Weil der Kader in dieser Saison im Großen und Ganzen sich nur punktuell verändert hat, muss Dutt mit ihm auch die ihm zu Grunde liegende Vorstellung von Fußball übernehmen. Wir haben z.B. viele Spieler im Kader, die es immer zur Action zieht, ob bei eigenem oder gegnerischen Ballbesitz, die die Situation immer schnell lösen wollen, das Heft des Handelns in die Hand nehmen wollen. Bargfrede, Ignjovski, Gebre Selassie und Junuzovic wären solche Beispiele. Immer sofort den Zweikampf suchen, wo dadurch dann oft gefährliche Räume frei werden. Am liebsten immer gleich kurze One-Touch-Pässe spielen und dann überhastet den Ball verlieren. Da fehlt dann oft die Ruhe und die Übersicht um die Folgen und Risiken dieser Spielweise abzuschätzen und die Spieler wirken in ihren Fähigkeiten schlechter als sie es wirklich sein mögen. Es ist auffällig, wie viele Spieler dieser Art wir geholt haben und lässt mich glauben, dass man gewollt mit diesem Spielertyp zusammen arbeiten wollte. Die fehlende oder sehr schleppende Weiterentwicklung der Spieler in Sachen Weitsicht über die Jahre lässt darauf schließen, dass man auch gerade im Training diesen Stil gefördert hat in der Hoffnung, irgendwann die Fehlerquote zu verringern und den Gegner wieder mit der puren Qualität dessen was man tut zu besiegen.

Dass so etwas so schnell nicht aus den Köpfen verschwunden sein kann, sollte klar sein. Gegen den Vfl Osnabrück hat man davon vieles wieder gesehen, da zum einen viele dieser ähnlichen Spielertypen zusammengespielt haben und man wohl auch nicht sehr eingespielt war. Zumindest standen sich die Mittelfeldspieler oft auf den Fußen rum. Auch Pressingsituationen auf zu engem Raum waren zu sehen, die zu gefährlichen Kontern über die entstandenen Freiräume geführt haben. Offensiv suchten alle die Nähe zum Ball und es fehlten Läufe die dem Spiel tiefe oder breite geben konnten. Alles kein Vorwurf, aber eine Feststellung. Man sah gegen 1860, dass Dutt viel mit klaren Mechanismen arbeitet, die eben auch dieses weitsichtige Vorausdenken und das Einordnen der eigenen Handlung in den Kontext der Mannschaftlichen Leistung erfordern. Bis das wirksam funktioniert wird noch einige Zeit vergehen. Ich bin optimistisch, denn Ansätze (z.B Ignjoski mit drei schönen Spielverlagerungen) sind zu sehen und dem Kader wurden mit Caldirola und Makiadi zwei Spieler hinzugefügt, die dem Spiel aufgrund ihrer Ausbildung noch eine andere Facette geben.

ziemlich geiler Beitrag, mein Freund! ziemlich geiler Beitrag! :daumen:
beim Thema FC Barcelona gehen unsere Meinungen jedoch etwas auseinander! die proben/propagandieren zwar auch schon seit Jahren diesen "Kollegtivgedanken", in WAHRHEIT aber spielt Messi bei ihnen den Dreh- und Angelpunkt! ihm wird zugearbeitet! ob nun aus purer Bequemlichkeit oder aus Gewohnheit (Marke "läuft doch! also warum sollen wir was ändern?") lasse ich mal dahingestellt.
man merkte im CL Halbfinale das Messi in jeder Faser fehlte, weil er es ist der maßgeblich an so ziemlich allen kollegtiven Automatismen beteiligt ist und diese durch seine einzigartige individuelle Klasse aufwertet.
dieser Umstand ist den Verantwortlichen bei Barca mMn erst in VOLLEM Umfang nach der Klatsche gegen Bayern bewusst geworden. Barca wird daraus lernen, Real auch! ich bin SEHR gespannt auf die kommende CL Saison! :)
 
Ich frug Dich schon dreimal nach den Zitaten, dass Prödl als Abwehrchef für den Saisonstart gesetzt ist. Gab es nicht. Ansonsten lasse ich mich gerne aufklären.

Ich wies schon mehrmals auf indirekte Zitate hin, die eindeutig darauf schließen lassen, dass Dutt Prödl zunächst als Abwehrchef Werders sieht! ;)

Welche Berichte? Die Kreiszeitung deutet Aussagen von Dutt, die aber in eine ganz andere Richtung zeigen.

Berichte zum Thema, sowohl in der Kreiszeitung als auch im Weserkurier, weisen völlig zweifelsfrei darauf hin, dass Dutt Prödl zum Abwehrchef machen möchte. Da gibt es, außer Dir, sonst keine zwei Meinungen! ;)

Wo sagt er das? Ich lese nur, dass er bestimmte Dinge von Prödl erwartet.

:p

Das ist Deine Interpretation, die Du vermutlich exklusiv hast! ;)

Nach der müsste Dutt das von Prödl ja nur erwarten, weil dieser vorher Schaaf kritisiert hatte! :lol::lol:

Warum sollte Dutt so doof sein, in der Öffentlichkeit auf Aussagen von Spielern zum Vorgänger zu reagieren, obwohl er selbst bewusst darauf verzichtet. :O


Ach echt? Sagte ich auch, aber da für Dich ja Überschriften und Berichte der Medien so wesentlich sind. Kreiszeitung: "Prödl poltert gegen Schaaf"...ich wusste, dass Du nicht von Deinem Schaafverteidigungstrip weg kannst und ein blitzsauberes Eigentor schiesst :beer:.

:applaus::applaus::applaus:


Dass Du ein Eigentor erkennst, wundert mich bei der "Brille", die Du offensichtlich trägst, überhaupt nicht. Ich habe nicht behauptet, Prödl habe Schaaf nicht kritisiert, sondern, dass er es später klargestellt hat. ;) Vermutlich hatte er sich der Kreiszeitung gegenüber missverständlich geäußert. Ich behaupte nicht, dass die Schlagzeile falsch war, bzw. von einem Praktikanten verfasst wurde, auch wenn Du das gern so hättest, zwecks "Eigentor-Theorie". Schön "verdribbelt" ;)

Im übrigen bist Du vermutlich der einzige User, der hier immer noch über Schaaf spricht, wenn es um die aktuelle Situation bei Werder geht. Ich muss ihn gar nicht verteidigen, wenn irgendwelche Spieler ihn mittelbar oder unmittelbar kritisieren. Ich weise ja auch nicht jedes Mal drauf hin, wenn ihn irgendeiner nachträglich lobt. Notwendig ist es nur, wenn User seine Erfolge nachträglich zu verklären versuchen! ;)

Es ging unabhängig von Deinem Ablenkungsmanöver wieder mal nicht um Schaaf, sondern um Dutt und seine Absichten, Prödl zum Abwehrchef zu machen. Diese Absichten sind klar und deutlich in verschiedenen Zeitungen nachzulesen, ohne "Wenn" und ohne "Aber"! ;)
 
Es ging unabhängig von Deinem Ablenkungsmanöver wieder mal nicht um Schaaf, sondern um Dutt und seine Absichten, Prödl zum Abwehrchef zu machen. Diese Absichten sind klar und deutlich in verschiedenen Zeitungen nachzulesen, ohne "Wenn" und ohne "Aber"! ;)

Mir ist auch unerklärlich wie man das anders interpretieren kann. Beim Fantalk im Zillertal hat er eben auch sehr deutlich gesagt das Prödl durch seine Erfahrung und die Jahre die er schon im Verein hat, Verantwortung übernehmen soll und für Dutt ein Führungsspieler sein soll. Ob er das Wort Abwehrchef nun so in den Mund genommen hat, ist doch recht unerheblich. Die Aussagen sind trotzdem sehr deutlich was die Rolle angeht die Dutt für Prödl angedacht hat.
 
Mir ist auch unerklärlich wie man das anders interpretieren kann. Beim Fantalk im Zillertal hat er eben auch sehr deutlich gesagt das Prödl durch seine Erfahrung und die Jahre die er schon im Verein hat, Verantwortung übernehmen soll und für Dutt ein Führungsspieler sein soll. Ob er das Wort Abwehrchef nun so in den Mund genommen hat, ist doch recht unerheblich. Die Aussagen sind trotzdem sehr deutlich was die Rolle angeht die Dutt für Prödl angedacht hat.

:tnx:

Da sind sich alle einig,...;)

...bis auf einer! :roll:
 
Mir ist auch unerklärlich wie man das anders interpretieren kann. Beim Fantalk im Zillertal hat er eben auch sehr deutlich gesagt das Prödl durch seine Erfahrung und die Jahre die er schon im Verein hat, Verantwortung übernehmen soll und für Dutt ein Führungsspieler sein soll. Ob er das Wort Abwehrchef nun so in den Mund genommen hat, ist doch recht unerheblich. Die Aussagen sind trotzdem sehr deutlich was die Rolle angeht die Dutt für Prödl angedacht hat.

Das steht aber eben nicht so im Artikel der Kreiszeitung. Wobei auch dies nur eine Absichtserklärung ist...soll bedeutet ja nicht sein. Und viel anderes kann er auch nicht sagen. Wenn er wirklich sagte: "...soll Verantwortung übernehmen..", bedeutet eben nicht: "Prödl wird mein Abwehrchef sein...". Da ist es mir auch unerklärlich, wie man darauf kommen kann.
 
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