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gelöscht
Guest
Ich habe länger überlegt, ob ich auf den folgenden Beitrag antworten soll und ob es in ihm nicht etwas gibt, das man retten könnte bzw. verteidigen müsste. Auch wenn ich mir da nicht sicher bin, möchte ich es trotzdem mit einer Antwort versuchen, die so sachlich gerät wie es nur geht.
Bei einem Trainerwechsel geht der ganze Trainerstab, das ist üblich. Weder hat das mit Ausmisten zu tun, noch ist dies ein irgendwie bemerkenswerter Vorgang, ebensowenig wie im Übrigen unser Trainerstab bemerkenswerte Akzente gesetzt hat. Er war vielmehr Teil der Misere, wie sich auch an Interviews mit Wolfgang Rolff leicht ablesen lässt. Taktische Innovation oder interne Kritik hatte Schaaf von seinen Helfern nicht zu erwarten, sie waren Ja-Sager und Befehlsempfänger. Ich würde Schaaf raten, in seiner nächsten Position mit besseren Leuten zusammenzuarbeiten.
Hiwr mag ein gewisses Wahrheitsmoment liegen, da z.B. mir das Schaaf-Bashing immer zuwider war. Die Befreiung jedoch, die im Ende der Ära Schaaf liegt, wäre aber genau die, dass man sich nicht mehr seitenlang mit Schaaf-Bashing und berechtigter Schaaf-Kritik auseinandersetzen muss, sondern endlich nach vorn blicken kann. Auch wenn man sich immer wieder versucht hat einzureden, dass es mit diesem Trainer wieder aufwärts geht, muss man doch in Anbetracht der letzten 4 Jahre KATS das totale Scheitern und eine viel zu lange Amtszeit konstatieren. Schlimm ist auch, dass Schaaf es immer noch nicht einsehen wollte und quasi rausgetragen werden musste, also nicht als Held, nicht aufrecht den Verein verlässt. Von Allofs und seinem unwürdigen Abgang fangen wir besser gar nicht erst an. Es ist meiner Ansicht nach nicht gerecht, den Frust darüber auf diejenigen zu projizieren, die KATS nicht mehr positiv gegenüber stehen und standen.
Die Überfälligkeit des Umbruchs ergab sich aus den Resultaten, der Einkaufspolitik, der taktischen Auf- und einstellung, es sprang einen an. Für mich ist alles andere Realitätsverleugnung, die sich ein Fußballverein nur leisten kann, wenn es egal ist, ob er vor die Hunde geht, absteigt, in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.
Was magst Du damit wohl meinen - außer fragwürdigen Aussagen über Sonnenbänke und Halbinder sowie alberne Aussagen über eine Einkaufspolitik, die massgeblich von Schaaf mitgetragen wurde, von der er aber freigesprochen werden soll, habe ich nichts gefunden, schon gar nichts sinnvolles. Nimmt man die reinen Fakten, die er angeführt hat, findet man nichts als jede Menge Argumente dafür, dass die Ära KATS viel zu lange ging und sich hier ein erheblicher Reformstau gebildet hat, den Eichin und Dutt jetzt abarbeiten müssen.
Da "erfolgsfan" ohnehin eine unsinnige Kategorie ist, möchte ich darauf nur insofern Bezug nehmen, dass ich sage, dass ich auf alle Fans gut verzichten kann, die Werder Bremen einzig mit der Person Thomas Schaaf verbunden haben. Ich hasse dieses Besserfan- und Besserverein-Gehabe, für das zum Beispiel die Nervgranate Arnd Zeigler steht. Ich bin durch Zufall Werderfan geworden und hatte das Glück, die Titelgewinne der Ära Schaaf und Rehhagel mitzunehmen, war aber auch in den "Jahren voller Frust" und in den noch schlimmeren letzten Schaaf-Jahren dabei, habe Mannschaften und Trainer unterstützt und gegen unsachliche Angriffe verteidigt.
Mir ist es aber noch lange nicht egal, ob Werder erfolgreich ist, ich komme zwar natürlich auch in der 2. Liga und meckere und unterstütze. Aber ich möchte zumindest das Gefühl haben, dass in unserem Verein gute Arbeit geleistet wird, sonst wird das Hobby ein völlig freudloses Unterfangen. Die Besuche auf Platz 11 die letzten 2-3 Jahre waren ob des konzeptlosen Fußballs und der miserablen Einkaufspolitik und Talentförderung, die vom dortigen Trainer betrieben wurde, eine Qual. Spielerische Momente nahezu Fehlanzeige, lange weite Bälle und im Mittelfeld spielen vorwiegend Dauerläufer, die den langen Bällen hinterherlaufen müssen. Die Weiterentwicklung technisch versierterer Spieler war Fehlanzeige, reihenweise wurde auf Spieler gebaut, die niemals in die Nähe einer Bundesligakarriere kommen.
In der ersten Mannschaft sieht es nicht besser aus, die taktischen Basics beherrscht sie nicht, die Abstände zwischen den Spielern sind so groß wie nirgendwo sonst, Kompaktheit im Mittelfeld gibt es nur, wenn das spielerische Moment geopfert wird, eine Balance fand seit Jahren nicht statt. Sogar die letzte einigermaßen erfolgreiche Saison mit einem überragenden Kader hätte der Trainer mit einigen Niederlagen in Folge nach der winterpause beinahe vercoacht und sie konnte nur dank einer beispiellosen Aufholjagd auf einbrechende Leverkusener noch gerettet werden.
Viele Nostalgiker sehen nicht, dass Werder ein normaler Fußballverein ist, der ebenso wie andere Vereine der Konkurrenz ausgeliefert ist, der nur dann erfolgreich sein kann, wenn er besser arbeitet als die Konkurrenz, die mit gleichen oder deutlich besseren finanziellen Mitteln arbeitet. Stand heute aber arbeitet Werder eben so, wie es Tabellenplatz 14 aussagt, Tendenz fallend. Da bestand drückender Handlungsbedarf, den sich weder Filbry noch Eichin noch sonstwer aussuchen konnte oder ausgesucht hat, sondern der bestand objektiv, durch den Konkurrenzdruck und durch unsere Position in der Konkurrenz.
Es ist, und da stimme ich den Eichin-Skeptikern durchauszu, vollkommen unklar, ob der radikale Umbau, der nun ansteht, zum Erfolg führt. Schaaf, Allofs und Harttgen sind weg, Wolter kriegt einen Schreibtischjob - vermutlich allein deswegen, weil sein Vertrag noch länger läuft und er ein verdienter Werderaner ist - auf dem er auf einen neuen Trainerjob warten kann. Es ist mehr als ungewiss, ob Eichin, Dutt, Skripnik und Co. das leckgeschlagene Werderschiff nach Jahren der Fehlentwicklung und der völlig fehlgeleiteten Transferpolitik, enormer Versäumnisse in der Nachwuchsarbeit und in der Ausbildung und Schulung der vorhandenen Profis wieder flottmachen können. Aber in einem Punkt bin ich mir sicher: In der vorherigen Konstellation wären wir sicher auf Grund gelaufen.
Und zum Rausschmiss des übrigen Trainerstabs wird an dieser Stelle überhaupt kein Wort mehr verloren ?
Wenigstens ein "top-Leistung, soviel ausgemistet in so kurzer Zeit !" hätte ich jetzt doch erwartet.
Bei einem Trainerwechsel geht der ganze Trainerstab, das ist üblich. Weder hat das mit Ausmisten zu tun, noch ist dies ein irgendwie bemerkenswerter Vorgang, ebensowenig wie im Übrigen unser Trainerstab bemerkenswerte Akzente gesetzt hat. Er war vielmehr Teil der Misere, wie sich auch an Interviews mit Wolfgang Rolff leicht ablesen lässt. Taktische Innovation oder interne Kritik hatte Schaaf von seinen Helfern nicht zu erwarten, sie waren Ja-Sager und Befehlsempfänger. Ich würde Schaaf raten, in seiner nächsten Position mit besseren Leuten zusammenzuarbeiten.
Die User, die das alles nicht so "überfällig" und 100% tutti finden, was so passiert, haben sich wahrscheinlich auch zurückgezogen, weil es ihnen wohl einfach zu blöd geworden ist, was hier an gegenseitigem Abklatschen und zwischendurch Wegwatschen anderer Meinungen celebriert wird ...
Hiwr mag ein gewisses Wahrheitsmoment liegen, da z.B. mir das Schaaf-Bashing immer zuwider war. Die Befreiung jedoch, die im Ende der Ära Schaaf liegt, wäre aber genau die, dass man sich nicht mehr seitenlang mit Schaaf-Bashing und berechtigter Schaaf-Kritik auseinandersetzen muss, sondern endlich nach vorn blicken kann. Auch wenn man sich immer wieder versucht hat einzureden, dass es mit diesem Trainer wieder aufwärts geht, muss man doch in Anbetracht der letzten 4 Jahre KATS das totale Scheitern und eine viel zu lange Amtszeit konstatieren. Schlimm ist auch, dass Schaaf es immer noch nicht einsehen wollte und quasi rausgetragen werden musste, also nicht als Held, nicht aufrecht den Verein verlässt. Von Allofs und seinem unwürdigen Abgang fangen wir besser gar nicht erst an. Es ist meiner Ansicht nach nicht gerecht, den Frust darüber auf diejenigen zu projizieren, die KATS nicht mehr positiv gegenüber stehen und standen.
Die Überfälligkeit des Umbruchs ergab sich aus den Resultaten, der Einkaufspolitik, der taktischen Auf- und einstellung, es sprang einen an. Für mich ist alles andere Realitätsverleugnung, die sich ein Fußballverein nur leisten kann, wenn es egal ist, ob er vor die Hunde geht, absteigt, in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.
Ich habe sehr gut verstanden, welches Gefühl und welche Aussagen hinter den Darstellungen des "Gleisbesetzers" stehen. Dass hier offensichtlich sonst kaum jemand die Kapazität hat, zu erfassen, was er mit seinen Zeilen meint, ist schon etwas erschreckend. Das ist für mich ein guter Gradmesser für das Niveau der hier versammelten Abfeier-Crew.
Was magst Du damit wohl meinen - außer fragwürdigen Aussagen über Sonnenbänke und Halbinder sowie alberne Aussagen über eine Einkaufspolitik, die massgeblich von Schaaf mitgetragen wurde, von der er aber freigesprochen werden soll, habe ich nichts gefunden, schon gar nichts sinnvolles. Nimmt man die reinen Fakten, die er angeführt hat, findet man nichts als jede Menge Argumente dafür, dass die Ära KATS viel zu lange ging und sich hier ein erheblicher Reformstau gebildet hat, den Eichin und Dutt jetzt abarbeiten müssen.
Witziger Weise bekam hier zuletzt sogar der alte standard-Vorwurf des "Erfolgsfans" eine ganz kuriose neue Bedeutung verpasst. Da werden jetzt doch tatsächlich die Leute, die sich über einen Verbleib von Thomas Schaaf - trotz der zuletzt nicht erfolgreichen Zeit - gefreut hätten und anmerken, dass sie ihren Verein bald nicht mehr wiedererkennen, zu "Erfolgsfans" gemacht. Und das ausgerechnet von der User-Gruppe, die hier in den vergangenen Jahren das Bild des Erfolgsfans maßgeblich geprägt hat. Respekt !
Da "erfolgsfan" ohnehin eine unsinnige Kategorie ist, möchte ich darauf nur insofern Bezug nehmen, dass ich sage, dass ich auf alle Fans gut verzichten kann, die Werder Bremen einzig mit der Person Thomas Schaaf verbunden haben. Ich hasse dieses Besserfan- und Besserverein-Gehabe, für das zum Beispiel die Nervgranate Arnd Zeigler steht. Ich bin durch Zufall Werderfan geworden und hatte das Glück, die Titelgewinne der Ära Schaaf und Rehhagel mitzunehmen, war aber auch in den "Jahren voller Frust" und in den noch schlimmeren letzten Schaaf-Jahren dabei, habe Mannschaften und Trainer unterstützt und gegen unsachliche Angriffe verteidigt.
Mir ist es aber noch lange nicht egal, ob Werder erfolgreich ist, ich komme zwar natürlich auch in der 2. Liga und meckere und unterstütze. Aber ich möchte zumindest das Gefühl haben, dass in unserem Verein gute Arbeit geleistet wird, sonst wird das Hobby ein völlig freudloses Unterfangen. Die Besuche auf Platz 11 die letzten 2-3 Jahre waren ob des konzeptlosen Fußballs und der miserablen Einkaufspolitik und Talentförderung, die vom dortigen Trainer betrieben wurde, eine Qual. Spielerische Momente nahezu Fehlanzeige, lange weite Bälle und im Mittelfeld spielen vorwiegend Dauerläufer, die den langen Bällen hinterherlaufen müssen. Die Weiterentwicklung technisch versierterer Spieler war Fehlanzeige, reihenweise wurde auf Spieler gebaut, die niemals in die Nähe einer Bundesligakarriere kommen.
In der ersten Mannschaft sieht es nicht besser aus, die taktischen Basics beherrscht sie nicht, die Abstände zwischen den Spielern sind so groß wie nirgendwo sonst, Kompaktheit im Mittelfeld gibt es nur, wenn das spielerische Moment geopfert wird, eine Balance fand seit Jahren nicht statt. Sogar die letzte einigermaßen erfolgreiche Saison mit einem überragenden Kader hätte der Trainer mit einigen Niederlagen in Folge nach der winterpause beinahe vercoacht und sie konnte nur dank einer beispiellosen Aufholjagd auf einbrechende Leverkusener noch gerettet werden.
Viele Nostalgiker sehen nicht, dass Werder ein normaler Fußballverein ist, der ebenso wie andere Vereine der Konkurrenz ausgeliefert ist, der nur dann erfolgreich sein kann, wenn er besser arbeitet als die Konkurrenz, die mit gleichen oder deutlich besseren finanziellen Mitteln arbeitet. Stand heute aber arbeitet Werder eben so, wie es Tabellenplatz 14 aussagt, Tendenz fallend. Da bestand drückender Handlungsbedarf, den sich weder Filbry noch Eichin noch sonstwer aussuchen konnte oder ausgesucht hat, sondern der bestand objektiv, durch den Konkurrenzdruck und durch unsere Position in der Konkurrenz.
Es ist, und da stimme ich den Eichin-Skeptikern durchauszu, vollkommen unklar, ob der radikale Umbau, der nun ansteht, zum Erfolg führt. Schaaf, Allofs und Harttgen sind weg, Wolter kriegt einen Schreibtischjob - vermutlich allein deswegen, weil sein Vertrag noch länger läuft und er ein verdienter Werderaner ist - auf dem er auf einen neuen Trainerjob warten kann. Es ist mehr als ungewiss, ob Eichin, Dutt, Skripnik und Co. das leckgeschlagene Werderschiff nach Jahren der Fehlentwicklung und der völlig fehlgeleiteten Transferpolitik, enormer Versäumnisse in der Nachwuchsarbeit und in der Ausbildung und Schulung der vorhandenen Profis wieder flottmachen können. Aber in einem Punkt bin ich mir sicher: In der vorherigen Konstellation wären wir sicher auf Grund gelaufen.




Spannend.