Thomas Eichin (Bayer Leverkusen, Leiter Nachwuchs- & Frauenfußball)

Ich habe länger überlegt, ob ich auf den folgenden Beitrag antworten soll und ob es in ihm nicht etwas gibt, das man retten könnte bzw. verteidigen müsste. Auch wenn ich mir da nicht sicher bin, möchte ich es trotzdem mit einer Antwort versuchen, die so sachlich gerät wie es nur geht.

Und zum Rausschmiss des übrigen Trainerstabs wird an dieser Stelle überhaupt kein Wort mehr verloren ?
Wenigstens ein "top-Leistung, soviel ausgemistet in so kurzer Zeit !" hätte ich jetzt doch erwartet.

Bei einem Trainerwechsel geht der ganze Trainerstab, das ist üblich. Weder hat das mit Ausmisten zu tun, noch ist dies ein irgendwie bemerkenswerter Vorgang, ebensowenig wie im Übrigen unser Trainerstab bemerkenswerte Akzente gesetzt hat. Er war vielmehr Teil der Misere, wie sich auch an Interviews mit Wolfgang Rolff leicht ablesen lässt. Taktische Innovation oder interne Kritik hatte Schaaf von seinen Helfern nicht zu erwarten, sie waren Ja-Sager und Befehlsempfänger. Ich würde Schaaf raten, in seiner nächsten Position mit besseren Leuten zusammenzuarbeiten.

Die User, die das alles nicht so "überfällig" und 100% tutti finden, was so passiert, haben sich wahrscheinlich auch zurückgezogen, weil es ihnen wohl einfach zu blöd geworden ist, was hier an gegenseitigem Abklatschen und zwischendurch Wegwatschen anderer Meinungen celebriert wird ...

Hiwr mag ein gewisses Wahrheitsmoment liegen, da z.B. mir das Schaaf-Bashing immer zuwider war. Die Befreiung jedoch, die im Ende der Ära Schaaf liegt, wäre aber genau die, dass man sich nicht mehr seitenlang mit Schaaf-Bashing und berechtigter Schaaf-Kritik auseinandersetzen muss, sondern endlich nach vorn blicken kann. Auch wenn man sich immer wieder versucht hat einzureden, dass es mit diesem Trainer wieder aufwärts geht, muss man doch in Anbetracht der letzten 4 Jahre KATS das totale Scheitern und eine viel zu lange Amtszeit konstatieren. Schlimm ist auch, dass Schaaf es immer noch nicht einsehen wollte und quasi rausgetragen werden musste, also nicht als Held, nicht aufrecht den Verein verlässt. Von Allofs und seinem unwürdigen Abgang fangen wir besser gar nicht erst an. Es ist meiner Ansicht nach nicht gerecht, den Frust darüber auf diejenigen zu projizieren, die KATS nicht mehr positiv gegenüber stehen und standen.

Die Überfälligkeit des Umbruchs ergab sich aus den Resultaten, der Einkaufspolitik, der taktischen Auf- und einstellung, es sprang einen an. Für mich ist alles andere Realitätsverleugnung, die sich ein Fußballverein nur leisten kann, wenn es egal ist, ob er vor die Hunde geht, absteigt, in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Ich habe sehr gut verstanden, welches Gefühl und welche Aussagen hinter den Darstellungen des "Gleisbesetzers" stehen. Dass hier offensichtlich sonst kaum jemand die Kapazität hat, zu erfassen, was er mit seinen Zeilen meint, ist schon etwas erschreckend. Das ist für mich ein guter Gradmesser für das Niveau der hier versammelten Abfeier-Crew.

Was magst Du damit wohl meinen - außer fragwürdigen Aussagen über Sonnenbänke und Halbinder sowie alberne Aussagen über eine Einkaufspolitik, die massgeblich von Schaaf mitgetragen wurde, von der er aber freigesprochen werden soll, habe ich nichts gefunden, schon gar nichts sinnvolles. Nimmt man die reinen Fakten, die er angeführt hat, findet man nichts als jede Menge Argumente dafür, dass die Ära KATS viel zu lange ging und sich hier ein erheblicher Reformstau gebildet hat, den Eichin und Dutt jetzt abarbeiten müssen.

Witziger Weise bekam hier zuletzt sogar der alte standard-Vorwurf des "Erfolgsfans" eine ganz kuriose neue Bedeutung verpasst. Da werden jetzt doch tatsächlich die Leute, die sich über einen Verbleib von Thomas Schaaf - trotz der zuletzt nicht erfolgreichen Zeit - gefreut hätten und anmerken, dass sie ihren Verein bald nicht mehr wiedererkennen, zu "Erfolgsfans" gemacht. Und das ausgerechnet von der User-Gruppe, die hier in den vergangenen Jahren das Bild des Erfolgsfans maßgeblich geprägt hat. Respekt !

Da "erfolgsfan" ohnehin eine unsinnige Kategorie ist, möchte ich darauf nur insofern Bezug nehmen, dass ich sage, dass ich auf alle Fans gut verzichten kann, die Werder Bremen einzig mit der Person Thomas Schaaf verbunden haben. Ich hasse dieses Besserfan- und Besserverein-Gehabe, für das zum Beispiel die Nervgranate Arnd Zeigler steht. Ich bin durch Zufall Werderfan geworden und hatte das Glück, die Titelgewinne der Ära Schaaf und Rehhagel mitzunehmen, war aber auch in den "Jahren voller Frust" und in den noch schlimmeren letzten Schaaf-Jahren dabei, habe Mannschaften und Trainer unterstützt und gegen unsachliche Angriffe verteidigt.

Mir ist es aber noch lange nicht egal, ob Werder erfolgreich ist, ich komme zwar natürlich auch in der 2. Liga und meckere und unterstütze. Aber ich möchte zumindest das Gefühl haben, dass in unserem Verein gute Arbeit geleistet wird, sonst wird das Hobby ein völlig freudloses Unterfangen. Die Besuche auf Platz 11 die letzten 2-3 Jahre waren ob des konzeptlosen Fußballs und der miserablen Einkaufspolitik und Talentförderung, die vom dortigen Trainer betrieben wurde, eine Qual. Spielerische Momente nahezu Fehlanzeige, lange weite Bälle und im Mittelfeld spielen vorwiegend Dauerläufer, die den langen Bällen hinterherlaufen müssen. Die Weiterentwicklung technisch versierterer Spieler war Fehlanzeige, reihenweise wurde auf Spieler gebaut, die niemals in die Nähe einer Bundesligakarriere kommen.

In der ersten Mannschaft sieht es nicht besser aus, die taktischen Basics beherrscht sie nicht, die Abstände zwischen den Spielern sind so groß wie nirgendwo sonst, Kompaktheit im Mittelfeld gibt es nur, wenn das spielerische Moment geopfert wird, eine Balance fand seit Jahren nicht statt. Sogar die letzte einigermaßen erfolgreiche Saison mit einem überragenden Kader hätte der Trainer mit einigen Niederlagen in Folge nach der winterpause beinahe vercoacht und sie konnte nur dank einer beispiellosen Aufholjagd auf einbrechende Leverkusener noch gerettet werden.

Viele Nostalgiker sehen nicht, dass Werder ein normaler Fußballverein ist, der ebenso wie andere Vereine der Konkurrenz ausgeliefert ist, der nur dann erfolgreich sein kann, wenn er besser arbeitet als die Konkurrenz, die mit gleichen oder deutlich besseren finanziellen Mitteln arbeitet. Stand heute aber arbeitet Werder eben so, wie es Tabellenplatz 14 aussagt, Tendenz fallend. Da bestand drückender Handlungsbedarf, den sich weder Filbry noch Eichin noch sonstwer aussuchen konnte oder ausgesucht hat, sondern der bestand objektiv, durch den Konkurrenzdruck und durch unsere Position in der Konkurrenz.

Es ist, und da stimme ich den Eichin-Skeptikern durchauszu, vollkommen unklar, ob der radikale Umbau, der nun ansteht, zum Erfolg führt. Schaaf, Allofs und Harttgen sind weg, Wolter kriegt einen Schreibtischjob - vermutlich allein deswegen, weil sein Vertrag noch länger läuft und er ein verdienter Werderaner ist - auf dem er auf einen neuen Trainerjob warten kann. Es ist mehr als ungewiss, ob Eichin, Dutt, Skripnik und Co. das leckgeschlagene Werderschiff nach Jahren der Fehlentwicklung und der völlig fehlgeleiteten Transferpolitik, enormer Versäumnisse in der Nachwuchsarbeit und in der Ausbildung und Schulung der vorhandenen Profis wieder flottmachen können. Aber in einem Punkt bin ich mir sicher: In der vorherigen Konstellation wären wir sicher auf Grund gelaufen.
 
Ich finde das wir doch erstmal abwarten sollten was noch alles passiert. Das Eichin eine Umbruch bei Werder vollzieht war doch allgemein bekannt. Er selbst hat es irgenwie angekündigt.
Nun warten wir doch erstmal ab, was noch alles passiert und wie Werder sich dann in der neuen Saison präsentiert. Denn es war doch allen klar so konnte es nicht weiter gehen. zum Neuanfang gehören nun auch mal Entlassungen.
Es bringt uns doch nicht weiter wenn wir jetzt schon alles zerreden.
Eichin hat erstmal meine volle Unterstützung, genauso wie Robin Dutt als Trainer. :schal:
 
Ich habe länger überlegt, ob ich auf den folgenden Beitrag antworten soll und ob es in ihm nicht etwas gibt, das man retten könnte bzw. verteidigen müsste. Auch wenn ich mir da nicht sicher bin, möchte ich es trotzdem mit einer Antwort versuchen, die so sachlich gerät wie es nur geht.



Bei einem Trainerwechsel geht der ganze Trainerstab, das ist üblich. Weder hat das mit Ausmisten zu tun, noch ist dies ein irgendwie bemerkenswerter Vorgang, ebensowenig wie im Übrigen unser Trainerstab bemerkenswerte Akzente gesetzt hat. Er war vielmehr Teil der Misere, wie sich auch an Interviews mit Wolfgang Rolff leicht ablesen lässt. Taktische Innovation oder interne Kritik hatte Schaaf von seinen Helfern nicht zu erwarten, sie waren Ja-Sager und Befehlsempfänger. Ich würde Schaaf raten, in seiner nächsten Position mit besseren Leuten zusammenzuarbeiten.



Hiwr mag ein gewisses Wahrheitsmoment liegen, da z.B. mir das Schaaf-Bashing immer zuwider war. Die Befreiung jedoch, die im Ende der Ära Schaaf liegt, wäre aber genau die, dass man sich nicht mehr seitenlang mit Schaaf-Bashing und berechtigter Schaaf-Kritik auseinandersetzen muss, sondern endlich nach vorn blicken kann. Auch wenn man sich immer wieder versucht hat einzureden, dass es mit diesem Trainer wieder aufwärts geht, muss man doch in Anbetracht der letzten 4 Jahre KATS das totale Scheitern und eine viel zu lange Amtszeit konstatieren. Schlimm ist auch, dass Schaaf es immer noch nicht einsehen wollte und quasi rausgetragen werden musste, also nicht als Held, nicht aufrecht den Verein verlässt. Von Allofs und seinem unwürdigen Abgang fangen wir besser gar nicht erst an. Es ist meiner Ansicht nach nicht gerecht, den Frust darüber auf diejenigen zu projizieren, die KATS nicht mehr positiv gegenüber stehen und standen.

Die Überfälligkeit des Umbruchs ergab sich aus den Resultaten, der Einkaufspolitik, der taktischen Auf- und einstellung, es sprang einen an. Für mich ist alles andere Realitätsverleugnung, die sich ein Fußballverein nur leisten kann, wenn es egal ist, ob er vor die Hunde geht, absteigt, in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.



Was magst Du damit wohl meinen - außer fragwürdigen Aussagen über Sonnenbänke und Halbinder sowie alberne Aussagen über eine Einkaufspolitik, die massgeblich von Schaaf mitgetragen wurde, von der er aber freigesprochen werden soll, habe ich nichts gefunden, schon gar nichts sinnvolles. Nimmt man die reinen Fakten, die er angeführt hat, findet man nichts als jede Menge Argumente dafür, dass die Ära KATS viel zu lange ging und sich hier ein erheblicher Reformstau gebildet hat, den Eichin und Dutt jetzt abarbeiten müssen.



Da "erfolgsfan" ohnehin eine unsinnige Kategorie ist, möchte ich darauf nur insofern Bezug nehmen, dass ich sage, dass ich auf alle Fans gut verzichten kann, die Werder Bremen einzig mit der Person Thomas Schaaf verbunden haben. Ich hasse dieses Besserfan- und Besserverein-Gehabe, für das zum Beispiel die Nervgranate Arnd Zeigler steht. Ich bin durch Zufall Werderfan geworden und hatte das Glück, die Titelgewinne der Ära Schaaf und Rehhagel mitzunehmen, war aber auch in den "Jahren voller Frust" und in den noch schlimmeren letzten Schaaf-Jahren dabei, habe Mannschaften und Trainer unterstützt und gegen unsachliche Angriffe verteidigt.

Mir ist es aber noch lange nicht egal, ob Werder erfolgreich ist, ich komme zwar natürlich auch in der 2. Liga und meckere und unterstütze. Aber ich möchte zumindest das Gefühl haben, dass in unserem Verein gute Arbeit geleistet wird, sonst wird das Hobby ein völlig freudloses Unterfangen. Die Besuche auf Platz 11 die letzten 2-3 Jahre waren ob des konzeptlosen Fußballs und der miserablen Einkaufspolitik und Talentförderung, die vom dortigen Trainer betrieben wurde, eine Qual. Spielerische Momente nahezu Fehlanzeige, lange weite Bälle und im Mittelfeld spielen vorwiegend Dauerläufer, die den langen Bällen hinterherlaufen müssen. Die Weiterentwicklung technisch versierterer Spieler war Fehlanzeige, reihenweise wurde auf Spieler gebaut, die niemals in die Nähe einer Bundesligakarriere kommen.

In der ersten Mannschaft sieht es nicht besser aus, die taktischen Basics beherrscht sie nicht, die Abstände zwischen den Spielern sind so groß wie nirgendwo sonst, Kompaktheit im Mittelfeld gibt es nur, wenn das spielerische Moment geopfert wird, eine Balance fand seit Jahren nicht statt. Sogar die letzte einigermaßen erfolgreiche Saison mit einem überragenden Kader hätte der Trainer mit einigen Niederlagen in Folge nach der winterpause beinahe vercoacht und sie konnte nur dank einer beispiellosen Aufholjagd auf einbrechende Leverkusener noch gerettet werden.

Viele Nostalgiker sehen nicht, dass Werder ein normaler Fußballverein ist, der ebenso wie andere Vereine der Konkurrenz ausgeliefert ist, der nur dann erfolgreich sein kann, wenn er besser arbeitet als die Konkurrenz, die mit gleichen oder deutlich besseren finanziellen Mitteln arbeitet. Stand heute aber arbeitet Werder eben so, wie es Tabellenplatz 14 aussagt, Tendenz fallend. Da bestand drückender Handlungsbedarf, den sich weder Filbry noch Eichin noch sonstwer aussuchen konnte oder ausgesucht hat, sondern der bestand objektiv, durch den Konkurrenzdruck und durch unsere Position in der Konkurrenz.

Es ist, und da stimme ich den Eichin-Skeptikern durchauszu, vollkommen unklar, ob der radikale Umbau, der nun ansteht, zum Erfolg führt. Schaaf, Allofs und Harttgen sind weg, Wolter kriegt einen Schreibtischjob - vermutlich allein deswegen, weil sein Vertrag noch länger läuft und er ein verdienter Werderaner ist - auf dem er auf einen neuen Trainerjob warten kann. Es ist mehr als ungewiss, ob Eichin, Dutt, Skripnik und Co. das leckgeschlagene Werderschiff nach Jahren der Fehlentwicklung und der völlig fehlgeleiteten Transferpolitik, enormer Versäumnisse in der Nachwuchsarbeit und in der Ausbildung und Schulung der vorhandenen Profis wieder flottmachen können. Aber in einem Punkt bin ich mir sicher: In der vorherigen Konstellation wären wir sicher auf Grund gelaufen.

Genauso ist es !:tnx:

Es wurde höchste Zeit was zu ändern.Ob es dann sofort besser wird oder erst später ,das entscheiden eben auch Glück und Pech bei den Neueinkäufen bzw.bei der Entwicklung und Zusammenfindung der neuen Mannschaft.
Das es so nicht mehr weiterging,das kann hier doch wohl keiner ernsthaft bestreiten!
Ich wäre schon zufrieden wenn Werder am Saisonende 8-12 ist und man wieder perspektivischen Fussball erkennen kann der auf bessere Zeiten hoffen lässt.
Der Fussball den wir 3 Jahre lang gesehen haben hat mir jedenfalls keine Hoffnung auf Besserung mehr gemacht.

Deshalb ist es sehr gut das hier endlich mal angepackt wird und all das (Jugendarbeit fördern,U23 weiter an die Profis ran bringen,Wert auf System/Taktik/gezielte Neueinkäufe die auch weiterhelfen....usw)gemacht wird was über Jahre nicht gemacht wurde!
Ich bin jedenfalls guter Dinge das Werder es packen wird mit TE,RD.....usw....:applaus::applaus:
 
@maddin,
sehe ich genauso wie du. Danke!!
bin vielleicht noch länger ein Werder-fan als du, aber dein Beitrag trifft auch meine Meihnung.
Es musste jetzt eine Entscheidung getroffen werden und die Zukunft wird zeigen ob sie gut war. Jede Veränderung verursacht aber bei einigen hier Unsicherheit weil angst vor der Veränderung herrscht.
 
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Hier mag ein gewisses Wahrheitsmoment liegen, da z.B. mir das Schaaf-Bashing immer zuwider war. Die Befreiung jedoch, die im Ende der Ära Schaaf liegt, wäre aber genau die, dass man sich nicht mehr seitenlang mit Schaaf-Bashing und berechtigter Schaaf-Kritik auseinandersetzen muss, sondern endlich nach vorn blicken kann. Auch wenn man sich immer wieder versucht hat einzureden, dass es mit diesem Trainer wieder aufwärts geht, muss man doch in Anbetracht der letzten 4 Jahre KATS das totale Scheitern und eine viel zu lange Amtszeit konstatieren. Schlimm ist auch, dass Schaaf es immer noch nicht einsehen wollte und quasi raus getragen werden musste, also nicht als Held, nicht aufrecht den Verein verlässt. Von Allofs und seinem unwürdigen Abgang fangen wir besser gar nicht erst an. Es ist meiner Ansicht nach nicht gerecht, den Frust darüber auf diejenigen zu projizieren, die KATS nicht mehr positiv gegenüber stehen und standen.

Die Überfälligkeit des Umbruchs ergab sich aus den Resultaten, der Einkaufspolitik, der taktischen Auf- und einstellung, es sprang einen an. Für mich ist alles andere Realitätsverleugnung, die sich ein Fußballverein nur leisten kann, wenn es egal ist, ob er vor die Hunde geht, absteigt, in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Da "Erfolgsfan" ohnehin eine unsinnige Kategorie ist, möchte ich darauf nur insofern Bezug nehmen, dass ich sage, dass ich auf alle Fans gut verzichten kann, die Werder Bremen einzig mit der Person Thomas Schaaf verbunden haben. Ich hasse dieses Besserfan- und Besserverein-Gehabe, für das zum Beispiel die Nervgranate Arnd Zeigler steht. Ich bin durch Zufall Werderfan geworden und hatte das Glück, die Titelgewinne der Ära Schaaf und Rehhagel mitzunehmen, war aber auch in den "Jahren voller Frust" und in den noch schlimmeren letzten Schaaf-Jahren dabei, habe Mannschaften und Trainer unterstützt und gegen unsachliche Angriffe verteidigt.

Mir ist es aber noch lange nicht egal, ob Werder erfolgreich ist, ich komme zwar natürlich auch in der 2. Liga und meckere und unterstütze. Aber ich möchte zumindest das Gefühl haben, dass in unserem Verein gute Arbeit geleistet wird, sonst wird das Hobby ein völlig freudloses Unterfangen. Die Besuche auf Platz 11 die letzten 2-3 Jahre waren ob des konzeptlosen Fußballs und der miserablen Einkaufspolitik und Talentförderung, die vom dortigen Trainer betrieben wurde, eine Qual. Spielerische Momente nahezu Fehlanzeige, lange weite Bälle und im Mittelfeld spielen vorwiegend Dauerläufer, die den langen Bällen hinterherlaufen müssen. Die Weiterentwicklung technisch versierterer Spieler war Fehlanzeige, reihenweise wurde auf Spieler gebaut, die niemals in die Nähe einer Bundesligakarriere kommen.

In der ersten Mannschaft sieht es nicht besser aus, die taktischen Basics beherrscht sie nicht, die Abstände zwischen den Spielern sind so groß wie nirgendwo sonst, Kompaktheit im Mittelfeld gibt es nur, wenn das spielerische Moment geopfert wird, eine Balance fand seit Jahren nicht statt. Sogar die letzte einigermaßen erfolgreiche Saison mit einem überragenden Kader hätte der Trainer mit einigen Niederlagen in Folge nach der winterpause beinahe vercoacht und sie konnte nur dank einer beispiellosen Aufholjagd auf einbrechende Leverkusener noch gerettet werden.

Viele Nostalgiker sehen nicht, dass Werder ein normaler Fußballverein ist, der ebenso wie andere Vereine der Konkurrenz ausgeliefert ist, der nur dann erfolgreich sein kann, wenn er besser arbeitet als die Konkurrenz, die mit gleichen oder deutlich besseren finanziellen Mitteln arbeitet. Stand heute aber arbeitet Werder eben so, wie es Tabellenplatz 14 aussagt, Tendenz fallend. Da bestand drückender Handlungsbedarf, den sich weder Filbry noch Eichin noch sonstwer aussuchen konnte oder ausgesucht hat, sondern der bestand objektiv, durch den Konkurrenzdruck und durch unsere Position in der Konkurrenz.

Es ist, und da stimme ich den Eichin-Skeptikern durchauszu, vollkommen unklar, ob der radikale Umbau, der nun ansteht, zum Erfolg führt. Schaaf, Allofs und Harttgen sind weg, Wolter kriegt einen Schreibtischjob - vermutlich allein deswegen, weil sein Vertrag noch länger läuft und er ein verdienter Werderaner ist - auf dem er auf einen neuen Trainerjob warten kann. Es ist mehr als ungewiss, ob Eichin, Dutt, Skripnik und Co. das leckgeschlagene Werderschiff nach Jahren der Fehlentwicklung und der völlig fehlgeleiteten Transferpolitik, enormer Versäumnisse in der Nachwuchsarbeit und in der Ausbildung und Schulung der vorhandenen Profis wieder flottmachen können. Aber in einem Punkt bin ich mir sicher: In der vorherigen Konstellation wären wir sicher auf Grund gelaufen.

:tnx:...fair und sachlich, und ohne künstlich überhöhte grün-weiße Brille !!!
Gute Analyse der Ursachen, vom Unterbau bis zur Profimannschaft, einschließlich der im Hintergrund agierenden Personen !

Projekt Werder braucht Zeit, um sich wieder zu stabilisieren. Hoffentlich geben sich die Fans sich die Zeit und dem Trainer und Manager.

Respekt maddin :daumen:
 
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Aber in einem Punkt bin ich mir sicher: In der vorherigen Konstellation wären wir sicher auf Grund gelaufen.

Der maddin! Endlich mal wieder ein lesenswerter, gut argumentierter Post! :daumen:
Und auch vollste Zustimmung zum letzten Satz. Keiner kann wissen, wie und ob es mit TERD wieder bergauf oder mglw. sogar noch weiter bergab geht. Aber eines ist bei mir wieder vorhanden: Hoffnung auf Besserung und die war in der vorigen Konstellation auch schon komplett abhanden gekommen. Völlig richtig auch die Anmerkung zum unrühmlichen Abgang von TS. Man hatte wirklich den Eindruck, dass er selbst die Zeichen der Zeit nicht gesehen hat und weiterhin an seinem Stuhl geklebt hätte.
 
(...) ebensowenig wie im Übrigen unser Trainerstab bemerkenswerte Akzente gesetzt hat. Er war vielmehr Teil der Misere, wie sich auch an Interviews mit Wolfgang Rolff leicht ablesen lässt. Taktische Innovation oder interne Kritik hatte Schaaf von seinen Helfern nicht zu erwarten, sie waren Ja-Sager und Befehlsempfänger.
Das ist tatsächlich der einzige Punkt aus einem differenzierten, wirklich gut zu lesenden Beitrag, der mir nicht ganz so stimmig erscheint.
Welcher Trainer umgibt sich denn mit einem Stab von Co-Trainern, die permanent versuchen, eigene Ideen einzubringen und am Konzept des Cheftrainers herumzukritisieren ? Warum bringen denn heutzutage fast alle Trainer zumindest 2-3 "Buddies" mit, wenn sie einen neuen Job antreten ? Damit sie wissen, dass sie sich auf die Leute 100% verlassen können. Damit Leute mit der Mannschaft arbeiten, die 100% wissen, was der Cheftrainer reinbringen will und dies umsetzen. Dass intern in Gesprächen auch diese "mitreisenden" Co-Trainer durchaus mal die eine oder andere Anregung liefern, darf dabei natürlich vorausgesetzt werden.
Auch wenn ich mich frage, welche sofort verfügbare "Mitreise-Crew" ein noch so jung im Geschäft befindlicher Trainer wie Dutt wohl mitbringen möchte - wo er zuletzt ja für einige Zeit auch gar nicht trainiert hat - wird er in Bremen auch nicht mit Co-Trainern aufschlagen, die regelmäßig erklären, dass sie eine andere Taktik/Herangehensweise bevorzugten.
Dutt wird also ebensolche "ja-Sager" mitbringen, wie du dies Rolff (für meinen Geschmack ungerechtfertigter Weise negativ) unterstellst. Wichtig wäre dabei ja nur, dass Dutt auch ein mit den verfügbaren Spielern umsetzbares Konzept mitbringt und seine "ja-Sager" dies verstehen und mit ihm zusammen in die neu zu formierende Mannschaft einhämmern.
Oder erwartest du, dass Dutt eine Expertenrunde mitbringt, die von Woche zu Woche diskutiert, was wohl die beste Marschroute sein könnte ?

Im Übrigen ist es noch längst nicht so, dass bei Trainerwechseln sämtliche Co-Trainer automatisch gelüftet werden. Wenn man sich die "Bank-Gesichter" der Bundesliga anschaut, "überleben" auch Leute aus dem Co-Trainerstab durchaus häufiger den Rausschmiss des Cheftrainers - selbst bei Vereinen, die durchaus Geld genug hätten, das komplette Personal auszutauschen.

Das wäre aber auch schon der einzige Punkt, in dem ich nicht so ganz folgen kann. Ansonsten kann ich deine differenzierte, sachliche Betrachtung durchaus nachvollziehen - auch wenn ich in Sachen Trainerwechsel nach wie vor eine andere Meinung habe.
Auf diesem Niveau machte eine Diskussion direkt Spaß bzw. bringt sie neue Gesichtspunkte ins Spiel. Danke ! :tnx:
 
Super Beitrag Maddin :daumen::daumen:

Konnte Dir zwar im letzten halben Jahr kaum zustimmen , diesmal bekommst aber 100 Punkte von mir:):D:D

Nur eine Sache wollte ich noch kurz anmerken ,
als du schriebst :

Von Allofs und seinem unwürdigen Abgang fangen wir besser gar nicht erst an.

Ich bin froh das Allofs die Sachen so gepackt hat , war zwar immer ein sehr großer Fan von Ihm , aber so und nur so wurden dann wirklich die alten Strukturen aufgebrochen , wäre Allofs damals nicht gegangen wärden wir 100 % mit der Konstellation KATS in die neue Saison gegangen , denn Allofs hätte seinen alten Weggefährten TS nie vor die Tür gesetzt . Wie Allofs damals schon sagte :" Vielleicht ist für Werder eine Veränderung mal ganz gut ", und ich denke damit hatte er 100% recht, in dem Sinne nochmal danke Klausi
 
Und zum Rausschmiss des übrigen Trainerstabs wird an dieser Stelle überhaupt kein Wort mehr verloren ?
Wenigstens ein "top-Leistung, soviel ausgemistet in so kurzer Zeit !" hätte ich jetzt doch erwartet.


Zu dem Thema finden sich übrigens recht qualifizierte Beiträge u.a. im Thread zu Wolfgang Rolff. Wenn das Thema hier keinen großen Aufschrei verursacht hat, dann vielleicht deshalb, weil die meisten hier es für folgerichtig halten, wenn auch der Trainerstab mit ausgetauscht wird, wenn der Trainer geht. Das mag man gut finden oder nicht, aber ich finde es schon immer bedenklich, wenn allen anders Denkenden pauschal charakterlosigkeit oder fehelnder Tiefgang unterstellt wird.
 
Moin!

Die verkaufte Version lautet, daß man a) ergebnisoffen Gespräche mit Thomas Schaaf geführt hat, in deren Verlauf b) man sich dann harmonisch voneinander getrennt hat. - So, und anschließend c) hat man zum Telefonbuch gegriffen und den Kontakt zu Dutt hergestellt (, dessen Beschäftigung beim DFB zu beenden reine Formsache ist).

Ok. Wers glaubt.:kiss:
 

:kaffee: Spannend.

Nee schon klar, bevor Eichin seinen Posten angetreten hat, hat er sich erst einmal im Werder-Forum schlau über den aktuellen Stand gemacht.

Die Quintessenz war natürlich klar: Thomas Schaaf so schnell wie es geht absägen, um Missgunst und Zwietracht im Verein sähen. Denn dann, wenn die dunkle Seite der Macht am stärksten ist, wird der HSV uns einverleiben.

Möge die Macht mit dir sein, Sylter.
 
Sein Telefon muss in den letzten Tagen aber auch geglüht haben...:daumen:
 
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