FC Schalke 04

Schalke hat stark gespielt, ohne gefährlich zu sein. Besonders die Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte waren beachtlich, nur fehlt eben dann ein Passgeber, der die Situation entscheidend ausnützen könnte (Özil läßt grüßen).
(So der ruhmreiche SVW sich denn gegen Wolfsburg durchsetzt), hätte ich lieber Schalke als Gegner zu Hause gehabt. Sollte die Auslosung ein Heimspiel gegen Mainz ergeben, denkt die Hälfte der grün weißen Mannschaft eh schon an die Fahrt durch´s Brandenburger Tor
 
sollten und in den Hintern beißen werden sich spätestens heute abend Schnusenberg/Müller, dass sie damals dem Rangnick die Tür gewiesen haben... Geschieht diesem blau-weißen Karnevalsverein mbMn ganz recht.

Glückwunsch @ Mainz 05.

:greez:
Werdersm.
 
@Das Boot
Ich glaube kaum, dass jemand eine Mannschaft unterschätzt, die sich ins Halbfinale des DFB-Pokals gespielt hat. Zumindest keiner aus der Mannschaft.

Zum gestrigen Spiel: Ich habe um 20 nach 8 den Fernseher eingeschaltet und nach ner Minute wieder ausgemacht, weil ich das Ergebnis schon vorher kannte. Wäre unsere Couch schon da, hätte ich das Spiel verfolgt und wäre wohl eingeschlafen.

Edit: Ich habe mir jetzt mal einige Threads im Schalker-Forum durchgelesen (ja, ich habe derzeit nicht viel bei der Arbeit zu tun) und muss sagen, dass ich dort keinen großen Unterschied zu hier erkenne. Natürlich sprießen die Threads dort schnell aus dem Boden und die Seitenzahl steigt rasant an, allerdings schreiben dort auch einige Leute mehr als hier.
 
Ein Moderator im Schalkeforum:

Mir fällt es schwer, überhaupt noch einen Bereich unseres Vereins zu finden, der mir nicht gleich die Zornesröte ins Gesicht treibt, weil ich mich sowohl für die handelnden Personen als auch für unsere Reaktion darauf schäme. Der Kollege silbermond meinte gestern sinngemäß zu mir, dass ein Vierzehnjähriger, der in dieser Saison zum ersten Mal mit auf Schalke geht, vom Mythos und der Faszination überhaupt nichts mitbekommen kann, weil niemand diese Dinge mehr lebt. Ich habe bestimmt eine halbe Stunde still da gesessen und überlegt, was ich überhaupt noch an meinem Verein liebe.

Die Mannschaft?

Seelenlose Söldner, die nur auf die dicke Patte und die Sammlung von Titeln in ihren Lebensläufen schielen. Verein und Umfeld sind den meisten scheißegal - denen geht's nur um den sportlichen Erfolg und damit ihren eigenen wirtschaftlichen Erfolg, nicht aber um Herzblut der Menschen oder die Frage, ob es gerecht ist, wenn sie im Jahr so viel Geld bekommen wie neunzig Prozent von uns in ihrem Leben nicht. Sie laufen nicht mal, sie kämpfen nicht mal, sie wollen noch nicht einmal mehr vorgeben, dass sie sich für den Verein einsetzen.

Das Management?

Schmutzige Gazprom-Millionen, Topzuschläge, Ausziehzelte, Millionenablösen en masse, Gehälter, die einen geradezu sprachlos werden lassen. Dazu eine Außendarstellung, die im Lexikon unter "Dilettantismus" zu finden ist - uns zwar sowohl beim Vorstand als auch beim Aufsichtsrat. Anstatt sich vernünftig zu koordinieren und nach außen nur mit einer Stimme zu sprechen, fallen die macht- und postengeilen Herrschaften in BILD & Co. übereinander her. Und dann auch noch die Hilflosigkeit im Umgang mit der momentanen Situation!

Den Trainer?

Wir haben unsere Trainer auf Schalke immer schon gehasst. Den Ristic, weil er die Truppe damals nicht im Griff hatte. Den Rangnick, weil er den Lincoln nicht in den Griff bekam. Den Slomka, weil er zu viel grinste. Den Neubarth, weil er zu wenig Erfahrung hatte. Den Lattek, weil er zu viel Erfahrung hatte. Den Heynckes, weil er nicht offensiv genug spielen ließ. Den Stevens, weil ihm die stehende Null genügte. Wir würden auch den Daum hassen, weil er mal gekokst hat, oder Hitzfeld und Klopp, weil sie mal Bayern oder die Zecken trainiert haben. Sehen wir den Tatsachen ins Auge: es gibt keinen Trainer, der unseren Ansprüchen genügen würde.

Und sonst?

Ansonsten gibt es noch die Kameradschaft und Freundschaft unter uns selbst. Der Grund, warum ich mich auf Schalke zuhause fühle, warum ich jedes Mal lächele, wenn ich die Flutlichtmasten der Betonschüssel sehe. Die Wärme und Herzlichkeit, die ich jahrelang schätzen gelernt habe. Geht aber alles langsam flöten, der Bär hat da schon recht - und das hat sicherlich auch damit zu tun, dass wir alte Traditionen mit Füßen treten. Glitzerweltarena, Incentivebereich und Logen, Schalker Markt und VIP-Treatment - das hat alles mit Bratwurst und Bier nichts mehr zu tun.

Mein Fazit:

Wenn's so weitergeht, supporte ich meinen localen Club und gehe zum VfL Osnabrück. Da krisse wenigstens noch ne Wurst, die schmeckt, und ne Mannschaft, die sich den Allerwertesten aufreißt. Zumindest manchmal.
 
Aus dem Forum:

Original von Glieder Edi
http://www.n-tv.de/1114543.html

Wer keinen Einfluss des neuen Trainers erkennen kann, irrt. Die Handschrift ist deutlich zu sehen. Das Schalker Spiel wird von Woche zu Woche langsamer, umständlicher, lebloser. Was Rutten "Spielkontrolle" nennt, ist blutleerer Beamtenfußball, der im besten Fall eine 1:0-Führung zu verwalten versucht, im schlechtesten Fall - wie am Dienstag beim Pokal-Aus in Mainz - ein 0:0 über die Runden bringen will.

Das Gerede vom Umbruch, der Zeit braucht, wird durch ewiges Wiederholen nicht wahrer. Wenn eine Mannschaft, die einen Personaletat von 55 Millionen Euro nur annähernd rechtfertigt, nach einem Dreivierteljahr ein neues Spielsystem noch immer nicht verstanden, geschweige denn umgesetzt hat, ist entweder der Trainer nicht fähig, es zu vermitteln, oder die Mannschaft hat nicht die Intelligenz, es zu verstehen, und die Qualität, es umzusetzen. Für beides ist der Manager verantwortlich.


wahre Worte :D
 
"Mein Fazit:

Wenn's so weitergeht, supporte ich meinen localen Club und gehe zum VfL Osnabrück. Da krisse wenigstens noch ne Wurst, die schmeckt, und ne Mannschaft, die sich den Allerwertesten aufreißt. Zumindest manchmal."

Tja da muss ich einem Schalker recht geben, zumindest einmal :D ;)
 
Zitat von [Sportfreund];270533:

Da sieht man wieder mal genau den Zwiespalt, in dem man sich als Anhänger eines Vereins (in diesem Fall Schalke) befindet: Moderne Zeiten im Fußball bedeuten ein überaus komplexes Gewirke verschiedener Finanzströme und verschachtelter Organisationsformen, kathedralenartigen Stadien und computerunterstützten Trainingsmethoden, Öffentlichkeitsarbeiten über diverse Medien etc. pp.
Doch der Fan sehnt sich anscheinend sehr stark danach, daß alles so läuft wie in den fünfziger Jahren (obwohl es auch damals schon anders war): Uwe Seeler Typen, die sich auf Gedeih und Verderb einem Verein verschreiben, gepaart mit der üblichen "Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) aufreißen" und "Elf Freunde müßt ihr sein" Folklore. Das alles möglichst noch als eingetragener Verein, damit es auf der Jahreshauptversammlung ordentlich verbale Keile gibt, wenn es mal nicht läuft. Kurz gesagt: Die moderne Organinationsform des Fußballs ist ein Fernseher mit einer Million Farben, doch der Fan weint wehmütig dem guten, alten Schwarzweiß Röhrengerät hinterher.
Ich kann diese Sehnsucht der Fans durchaus nachvollziehen, schließlich ist ja das Entscheidende beim Fußball, das es nur drei mögliche Ergebnisse gibt und man sich als Fan (meistens) gefahrlos positionieren, gleichzeitig aber auch die Verantwortung an die Mannschaft abdelegieren kann, wenn es schlecht läuft. Doch wird man sich mit dieser Sichtweise, so man nicht Bayernfan ist, immer wieder das gleiche Leid und die gleiche Frustration erleben.
 
Da sieht man wieder mal genau den Zwiespalt, in dem man sich als Anhänger eines Vereins (in diesem Fall Schalke) befindet: Moderne Zeiten im Fußball bedeuten ein überaus komplexes Gewirke verschiedener Finanzströme und verschachtelter Organisationsformen, kathedralenartigen Stadien und computerunterstützten Trainingsmethoden, Öffentlichkeitsarbeiten über diverse Medien etc. pp.
Doch der Fan sehnt sich anscheinend sehr stark danach, daß alles so läuft wie in den fünfziger Jahren (obwohl es auch damals schon anders war): Uwe Seeler Typen, die sich auf Gedeih und Verderb einem Verein verschreiben, gepaart mit der üblichen "Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) aufreißen" und "Elf Freunde müßt ihr sein" Folklore. Das alles möglichst noch als eingetragener Verein, damit es auf der Jahreshauptversammlung ordentlich verbale Keile gibt, wenn es mal nicht läuft. Kurz gesagt: Die moderne Organinationsform des Fußballs ist ein Fernseher mit einer Million Farben, doch der Fan weint wehmütig dem guten, alten Schwarzweiß Röhrengerät hinterher.
Ich kann diese Sehnsucht der Fans durchaus nachvollziehen, schließlich ist ja das Entscheidende beim Fußball, das es nur drei mögliche Ergebnisse gibt und man sich als Fan (meistens) gefahrlos positionieren, gleichzeitig aber auch die Verantwortung an die Mannschaft abdelegieren kann, wenn es schlecht läuft. Doch wird man sich mit dieser Sichtweise, so man nicht Bayernfan ist, immer wieder das gleiche Leid und die gleiche Frustration erleben.


Schon recht, bis auf Deinen letzten Satz:
Geh mal ins Bayern-Forum - Der Praktikant: Jürgen Klinsmann -
Der Tenor dort ist mit Frust nur unzulänglich beschrieben.
Und alle Bayern-Fans, die ich kenne (und das sind einige) stossen in das gleiche Horn.
 
Momentan suhle ich mich in Selbstzufriedenheit und der Gewissheit, nicht ganz blind zu sein. Dabei schlag ich mir auf die eigene Schulter und sage "Recht hattest du..."

Kern der eigenen Lobpreisungen ist ein großgewachsener Holländer, dessen Beruf ich noch nicht rausbekommen habe. Orlando Engelhardt:D

Kurz zur Begründung meines Eigenlobes:

Bereits während der ersten Minuten der Spiele der holl. NM während der EM, saß ich mit großen Augen und offenem Mund (ungefähr so :eek: ) vor dem Fernseher und fragte mich: Was will man mit diesem großgewachsenen Carsten Ramelow-Double:confused::zweifeln:
In einer technisch starken, filigranen Mannschaft stach er heraus, wie Roberto Blanco in einer Gruppe Albinos!
Das war unterirdisch...
Seinerzeit wollten mir einige tatsächlich nahebringen, daß dieser Junge ein Großer sei (stimmt zumindest bei der "Größe") und man sich noch umgucken würde. Ein Juwel...
Auch der Wunsch diesen Kerl in grün-weiß zu sehen wurde geäußert.
Bereits zu der Zeit war mir das ganze suspekt, da er von 10 Holländern lediglich mitgeschleppt wurde und nur durch Rück- bestensfalls Querpässe auffiel!

Als ich das Pokalspiel in Mainz sah, kam beinahe so etwas wie Mitgefühl für ihn bei mir auf. Er ist noch um Längen schlechter, als ich es mir vorgestellt hatte!
Bela Rethy traf den Nagel auf den Punkt, als er nach einer Flanke mit links, die ca. 10M hinter dem Tor landete, süffisant meinte "...und das war schon sein starker Fuß.":18:
Damit war alles gesagt...
So, und nun suhl ich mich weiter im Eigenlob, welches übrigens kein Stück stinkt, wie der Volksmund irrtümlicher Weise meint.:grinsen:
 
Zuviel Eigenlob stinkt. Dass der den Schalkern nicht weiterhelfen würde, war nach der ersten Live-Begutachtung nun wirklich kein Kunststück. Ich weiß nicht, was die Scouts der Schalker nehmen. Aber sie sollten ganz dringend damit aufhören.
 
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