Follow along with the video below to see how to install our site as a web app on your home screen.
Hinweis: This feature may not be available in some browsers.
Ich bin ja nun noch etwas Älter als Thomas Schaaf und habe seinen gesamten grün-weißen Werdegang verfolgen können - dieser einzigartig gradlinigen Laufbahn als WERDERaner gebührt zunächst einmal gehöriger Respekt für das Geleistete (dafür gäbe es in anderen Branchen gleich drei Auszeichnungen für das "Lebenswerk") und Dank für viele sportlich schönste Momente.
Trotzdem denke auch ich, dass eine Rundumerneuerung ein richtiger Ansatz ist. Nach dieser den Herzrhythmus durcheinander bringenden Saison nun auch noch die Angst, ob der richtige (= passende) Nachfolger gefunden wird ...
Eins aber bleibt (bestimmt auch bei Thomas): LEBENSLANG GRÜN-WEISS!

Thomas Schaaf 4 President ..... in ein paar Jahren




Er sollte im ersten Heimspiel der neuen Saison verabschiedet werden. Ich hoffe der Verein plant da schon etwas in der Richtung.
Das ist doch keine Operette. Neue Saison, neuer Trainer. Und zwar 100%.
Bei Spielern geht das ja noch, bei Trainern ist das aber wohl eher schlecht.Die Aussage: mit dieser Mannschaft hätte in dieser Saison mehr erreicht werden können kann man sicher für die meisten Vereine der aktuellen (im Grunde jeder) Saison treffen, ohne dass hier groß - substanziell - widersprochen werden könnte.
Ausnahmen mögen diese Saison die Bayern und der SC Freiburg, und ggf. noch Fortuna Düsseldorf sein.
Was mit einer Mannschaft erreicht werden kann, hängt allerdings ja nicht nur von dem Anfang der Saison auf dem Papier grundsätzlich zur Verfügung stehenden Kader und der Arbeit des Cheftrainers ab. Da kommen eine Fülle weiterer Faktoren hinzu, auf die ein Cheftrainer weniger bis gar keinen Einfluss hat die aber gleichwohl auch durchaus maßgeblich über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Um nur ein paar zu benennen:
1. Finanzielle Vorgaben der Vereinsführung und die hieraus resultierenden Grenzen für die Arbeit des Trainer bei der Zusammenstellung bzw. der Weiterentwicklung einer Mannschaft.
2. Verletzungen von Spielern, Sperren aufgrund von Platzverweisen
3. Formschwankungen einzelner Spieler aufgrund persönlicher bzw. mentaler Hintergründe (wie z.B. vertragliche oder familiäre Situation )
4. Benachteiligung durch Schiedsrichterentscheidungen (insbesondere wenn es sich um richtungsweisende Spiele handelt und die Fehlentscheidungen Auswirkungen auf das Ergebnis haben)
5. Glück/Unglück (Pfosten statt Tor, abgefälschter Ball im gegnerischen bzw. im eigenen Tor)
Dass hier die Ereignisse / Ergebnisse / Entwicklungen einer Saison oftmals völlig platt dem Trainer allein zugeschrieben werden (jedenfalls dann, wenn es nicht so gut gelaufen ist), ist schon deshalb natürlich nicht in Ordnung. Eine vernünftige Saisonanalyse sieht sicher anders aus Druck der Medien hin oder her..
Und wenn es drei Jahre (und von mir aus auch noch drei weitere Jahre) für einen traditionell in der CL beheimateten Weltverein wie den SV Werder am Ende nur zu Plätzen zwischen Mittelfeld und Abstiegszone gereicht hat, heißt dies nicht automatisch, dass hierfür dreimal die gleichen Gründe zu finden wären. Jede Saison hat andere Spieler mit anderen Vertragskonstellationen, eine andere Spielausrichtung, einen anderen Verlauf, eine andere Entwicklung und andere sonstige Rahmenbedingungen zu bieten. Wenn da gesagt wird: TS war dreimal der Trainer, dann ist der Schuld und muss jetzt endgültig gehen, ist das offensichtlich Quatsch. Das Stillstand bei der Besetzung des Trainerpostens nicht unbedingt Rückschritt bedeuten muss, zeigt z.B. ein Vergleich mit dem so gar nicht stillstehenden Trainerkarussell beim HSV und dem vergleichsweise deutlich schlechteren sportlichen Abschneiden dort.
Kein Trainer macht immer alles richtig. Auch Jupp Heynkes wurde in seiner Karriere mehrfach vom Hof gejagt (ob zu Recht oder zu Unrecht, wer weiß das schon) und lässt sich jetzt (wahrscheinlich zu Recht) als Superheld feiern.
Eine gute Grundqualität vorausgesetzt und dass TS die mitbringt, sollte unstrittig sein macht ein Trainerwechsel in meinen Augen nur dann Sinn, wenn der Trainer selbst sich verändern bzw. aufhören möchte oder wenn weite Teile der trainierten Mannschaft sich intern massiv gegen eine weitere Arbeit mit dem Trainer aussprechen und hierfür auch nachvollziehbare Gründe benennen können.
Dass TS die Mannschaft nicht mehr erreichte habe ich in keinem Spiel beobachten können und ich habe diese Saison neben allen Heimspielen immerhin auch 5 Auswärtsspiele live gesehen. Das war das Problem also jedenfalls nicht. Dass sich manche seiner Versuche in der Rückrunde, den negativ-Trend zu stoppen, im Nachhinein als Fehlgriffe erwiesen, kann man sicher auch nicht uneingeschränkt ihm ankreiden. Die Ideen z.B. hinter dem Einsatz von Sokratis im Mittelfeld oder hinter dem Festhalten an Pannen-Luki habe ich schon verstehen können. Die produzierten Effekte waren allerdings nicht eben toll. Auch dass er (viel zu) lange auf den völlig uneffektiven Eliah gesetzt hat, kann ich nachvollziehen ein Fehler war es am Ende aber trotzdem.
Es bleibt aber festzuhalten:
Ein anderer Trainer hätte auch Fehler gemacht wenn auch vielleicht andere.
Fraglich ist dabei für mich z.B. aber schon, ob ein anderer Trainer mit dieser Mannschaft überhaupt so gut in die Hinrunde gestartet wäre, wo es ja durchaus (zu Recht) auch viel Lob für die Arbeit des Trainers mit der neu zusammengestellten Mannschaft und für das neue Spielsystem gab incl. der nicht mehr für möglich gehaltenen Präsentation eines Arnautovic in fast konstant guter bis sehr guter Form. Selbstverständlich war dies jedenfalls für mich nicht.
Warum z.B. einzelne Spieler nach der Winterpause dann in ein so tiefes Leistungsloch fielen, erschließt sich mir immer noch nicht (markante Beispiele sind für mich Arnautovic, Prödl und Eliah, wenngleich der ja auch in der Hinrunde schon nicht viel geboten hatte). Dass dies aber alles TS allein zu verantworten hätte, glaube ich jedenfalls nicht.
Ich gehe mal davon aus, dass TS selbst im Rahmen der Analyse dieser Saison einige Fehler/Fehleinschätzungen seinerseits eingeräumt hat.
Das hätte aber meiner Meinung nach nicht zwingend bedeuten müssen, dass er deswegen jetzt gehen musste. Ich hätte mich gefreut, wenn auch er die Gelegenheit bekommen hätte, zur neuen Saison ein Konzept für den weiteren Umbau der Mannschaft vor allem den weiteren Einbau der ja schon herangeführten Nachwuchskräfte - vorzulegen und seinen Vertrag zu erfüllen. Wenn das Vertrauen der Vereinsführung und der Geschäftsführung aber nicht (mehr) da war bzw. wenn TS auch von sich aus angeboten hat, zurückzutreten, dann muss man nun wohl oder übel in den (meiner Meinung nach eher) saueren Apfel beißen.
Warum man das wenn man diesen Weg schon meint, gehen zu müssen - nicht anders hinbekommen hat, als mit solch einer Knall-auf-Fall-Aktion, erschließt sich mir nicht. Immerhin kommt die Geschichte ja zumindest nicht so beknackt rüber wie das Schmierentheater in Osnabrück.
Ich würde jedenfalls eine gewisse Summe darauf setzen, dass sein Nachfolger keinen kometenhaften Aufwärtstrend einleuten dürfte. Wenn der es schaffen sollte, eine ganze Saison zu überstehen und man auch die Folgesaison weiter mit ihm plant (in Liga 1 oder 2), wäre ich ehrlich überrascht.
Es geht ein überragender Trainer, an dessen Erfolge aller Voraussicht nach keiner der Nachfolger mehr wird heranreichen können.
Für die vielen tollen Leistungen, an denen ich mich über die Jahre meines Dauerkartendaseins im Weserstadion erfreuen durfte, sage ich an dieser Stelle 1.000 Dank an unseren einzigartigen Trainer !
:fullquote: