Mir würden einfache Lösungen Samstags auf dem Platz (und vorbereitend in der Woche davor) schon reichen.
Anfang erste Hälfte - per Doppelpass über links/ Mitte schnell überbrückt, dann mit wenigen, kurzen Pässen sauber auf rechts verlagert, wonach de Bruyne zu seiner "Doppelchance" kommt. So stelle ich mir Fussball vor. :daumen: Und es sind eben diese Szenen, in denen wir sehen, wieviel Potential eigentlich in der Mannschaft steckt.
Eigentlich. Denn warum schafft es unsere Mannschaft nicht, ihre Qualitäten effektiver zu nutzen? Warum schaffen wir so selten Überzahl in der Umkehrbewegung? Warum passt da so selten irgendwas zwischen den Manschaftsteilen/ in den Wegen/ beim Überbrücken usw.?
Statt die Pille schlicht auf dem Rasen zu lassen und mit dem richtigen Druck flach zu passen, werden dauernd halbhohe ungefähr-Bälle auf die Leute gespielt, was zur Folge hat, dass der nächste in Ballbesitz erst wieder Kraft aufwenden, einen Sprint, sich drehen oder individuell was neues einfallen lassen muss. Erschwerend hinzu kommt dieses heillose Durcheinander, wo praktisch kein Laufweg abgestimmt ist, keine Positionen in ihren Aufgabenteilungen klar definiert sind. Dadurch kriegen wir seltenst das erforderliche Tempo, Überraschungsmoment und schon gar keine Struktur in die Aktionen. Obwohl die individuelle Qualität der Spieler anderes verspricht.
Dass wir auf die Weise trotzdem 45 Minuten lang zu klaren Spielanteilen kamen, lag wohl eher an der unglaublichen Passivität der Schalker.
Exemplarisch die Lukimya- Geschichte. Er wurde Anfang erste Halbzeit einmal überlaufen, stand in der Situation falsch, hat aber bis zur Pause ein wie ich finde sehr ordentliches Spiel gemacht. Beim Gegentor behindern sich Hunt, Luki und Iggy praktisch gegenseitig nach dem Motto "nimm Du ihn oder ich krieg ihn nicht". Und der Raum für die anderen Schalker ist frei.
Links rausschlagen kann Luki den Ball nicht ohne einen anzuschießen, also versucht er sich auf rechts zu legen, die Murmel verspringt, der Rest ist bekannt. Fast ähnlich die Situation in Mainz, wo er in die Pressingfalle gerät, allerdings auch die Mitspieler nicht mitmachen. Es muss ihm eingebleut werden, dass er in 5% der Situationen den Ball einfach wegschlägt, wie er es in 95% ja auch macht.
Das sind alles solche Basics, wie zum Ball stellen, Ball berechnen, zweite Bälle erobern oder Abstimmung untereinander, die seit zig Jahren nerven. Und dann eben sowas wie heute das 0:2, prinzipiell unerklärliche, unentschuldbare Unkonzentriertheiten, die aber eben manchmal irgendwann in einer Partie zustande kommen, bei einer stetig eindimensionalen Spielführung wie unsere.
Genau diese
"Dinge", die bei uns mehr oder weniger seit fast nem Jahrzehnt zu beobachten sind, mehr oder weniger gravierend sind je nach Erfahrung sowie (Vor-)Ausbildung der Spieler und die dementsprechend immer wieder einen Gutteil zur Überforderung der Truppe beitragen, die machen mich krank. Und das hat eben wenig mit "komplexen Problemen", sondern sehr viel mit Mängeln in simpler Basisarbeit zu tun. Davon ist nichts untrainierbar oder nie abzustellen.