.............. ? ............... ? ..............?
WENN die an den "Dingen" Arbeiten, gibs nur eine Antwort:
Arbeitsverweigerung durch die Spieler
Und komm mir jetzt nicht im "Umbruch" sonst fang ich richtig an...
Deine Fragen sind ohne jeden ZWeifel berechtigt. Aber die nach "WENN" folgende Schlussfolgerung ist ebenso sicher falsch, wie das ständige Beharren auf den Dauerauswirkungen des Umbruchs verlogen ist.
In die richtige Richtung weist doch das, was neuerdings die Spieler, die den Trainer stützen wollen, in Interviews offenbaren: Das sie fleissig trainieren, gut aufpassen, den Trainer gut finden und sich anstrengen, dass sie alles richtig machen. Woche für Woche. Das Woche für Woche der "akribisch" arbeitende Trainer ihnen all die Dinge aufzeigt, die sie machen sollen und all die Dinge anspricht, die sie statt dessen immer wieder falsch machen.
Und das seit Jahren ganz unterschiedlich besetzte Mannschaften des Trainers immer wieder unerklärlicher Weise die gleichen oder zumindest extrem ähnliche "individuelle" Fehler begehen. Dann zwischendurch mal ein paar Spiele gut laufen. Und dann die gleichen Fehler wieder auftauchen.
Da herrscht bei Werder eine erschreckende Konstanz über Jahre, trotz Austauschens einer zweistelligen Anzahl von Spielern und trotz aller Systemwechsel.
DAS ist doch der größte Fingerzeig: Egal welche Spieler man nimmt (es waren oder sind ja etliche richtig gute Leute und einige Top-Leute dabei), egal, welches System gespielt wird (mit einer 6, mit zwei Sechsern, mit 4-1-4-1 oder 4-3-3- oder 4-4-2 breit oder 4-4-2- Raute) es sind immer wieder die gleichen Fehler im Defensivspiel.
Wo liegt dann also die Ursache ?
Sicher nicht (nur) an den Spielern. So viele in den letzten Jahren durchgeschleuste Spieler, die woanders nicht so viele Fehler machen, können dann bei Werder nicht hauptsächlich verantwortlich sein.
Sicher nicht an mangelnder Kompetenz des Trainers. Alle, die das beurteilen können sagen, dass TS hochkompetent ist.
Sicher nicht an den äußeren Umständen. Werder ist nicht reich, aber solide und wir haben heute Sportstätten und Einrichtungen, die es ermöglichen, in der BuLi und auch international mit Erfolg spielen zu können.
Sicher nicht an den verschiedenen "Systemen". Alle System werden irgendwo anders in europäischen Top-Ligen erfolgreich ohne ein derartiges, jahrelang andauerndes Defensiv-Desaster gespielt.
Die für mich einleuchtendste Erklärung ist nach wie vor die folgende:
Das, was TS spielen lässt, bleibt erstens hinter ein paar neuesten Entwicklungen im Fussball zurück. (Hier könnte ich jetzt zu einem langen Referat ansetzen, erspare mir das aber lieber und empfehle, sich einmal konzentriert ein paar Spiele von Bayern München, zB. das Pokalspiel gegen Dortmund -> nur im Hinblick auf kollektives Stellungsspiel und kollektive Laufwege nach Ballverlusten und bei gegnerischem Spielaufbau aus deren Abwehr anzusehen. Dabei geht es mir wie gesagt nicht um die fussballerischen Qualitäten der einzelnen Bayern-Spieler sondern nur, wie sie sich aneinander orientieren und wie sie sich gemeinsam im Raum bei Ballverlust bewegen).
Zweitens erfordert seine fussballerische Grundauslegung mit Schwerpunkt auf der eigenen Offensive und Fehlen eines kollektiven Defensiv-Konzepts eine enorme Konzentration der Spieler, weil diese durch das Fehlen eines kollektiven Konzepts, das Fehlen abgestimmter Laufwege und das Fehlen eines gemeinsamen Verschiebens im Raum alles individuell erkennen und sich individuell richtig im Raum bewegen müssen.
Werder-Spieler haben nicht die einfachen Anhaltspunkte wie Spieler gegnerischer Mannschaften, bei denen diese Aufgaben kollektiv angegangen werden.
Es gibt etliche theoretisch gute Gründe, warum TS das so macht, allein zeigt die Erfahrung aus mehreren Jahren gleicher Probleme, das es nicht funktioniert.
Es könnte mit noch besseren Spielern vielleicht funktionieren, dann wären wir evtl. wieder bei dem berauschenden Spiel der Jahre 2005-2007 mit drückender Überlegenheit, gegnerischen Fans mit 24 Herzattacken pro Spiel, 32 eigenen Torschüssen, 4 gegnerischen Torschüssen, 4 gegnerischen Angriffen und 5:4 Siegen.
Der Punkt ist, dass selbst unsere 2005-2007 vorhandenen Star-Teams einen viel zu hohen Aufwand für Erfolg treiben mussten und, obwohl Werder 3 Jahre lang die mit Abstand beste Mannschaft mit dem schönsten Fussball war, nicht einen Meistertitel geholt hat.
Und das hätte damals schon zeigen müssen, dass man von der grundlegenden Ausrichtung in einer Offensiv-Sackgasse war: Wenn Du mit der besten Mannschaft und dem schönsten Fussball und den meisten Toren nicht die #1 in der Liga wirst und zuschauen musst, wie ein schlechteres Team die Meisterschale holt und sich das dann sogar noch 3x (noch dazu mit verschiedenen Gegnern) wiederholt, macht man etwas falsch.
Dementsprechend waren die nachfolgenden Star-Teams, die enormes Geld verschlangen, schon auf dem absteigenden Ast (mit der kleinen "Zuckung" des DFB-Pokalsiegs 2009) und wieder dementsprechend ist selbst die gute Truppe des Jahres 2013 trotz aller Hoffnungen zu Saisonbeginn weiter auf dem absteigenden Ast Richtung Tabellenkeller.
Fortsetzung nächste Saison absehbar.
