Ich sehe es aus diversen Gründen sehr positiv, dass Eichin in seinen ersten beiden Spielen gleich einmal brutal aufgezeigt wurde, wo Werder derzeit steht und woran es hapert, wo man ansetzen muss.
Denn Werder ist ja nicht dorthin gekommen, wo es jetzt ist, aufgrund der letzten 2-3 Wochen, sondern aufgrund der Vereinspolitik, die KATS in den letzten Jahren betrieben haben. Man sieht, dass in der Mannschaft Potential ist, man sieht aber auch, dass der Kader eben keine sinnvoll zusammengestellte Mannschaft, sondern eine ziemlich wahllose Anhäufung von Talent ist, die auf dem Platz dann regelmäßig in die Einzelteile zerbröselt.
Wenn man sieht, wie akribisch und geradezu liebevoll KATS die Mannschaft über Jahre zusammengebastelt haben, die wir dann von 2003 bis 2007 genießen durften, dann kann einen nur wundern, wieso man ab einem gewissen Punkt (für den der Name Carlos Alberto sinnbildlich steht) einfach nur noch Spieler zu holen, die für irgendetwas besonderes stehen und gerade zufällig auf dem Markt waren. Ich will mir nicht ausmalen, wo wir jetzt wären, wäre der OBestümper Müller, der gerade Hoffenheim zugrunde richtet, nicht so blöd gewesen, einen gewissen Özil mitten in der Saison vom Hof und damit uns in den Schoß zu treiben. Ohne diesen wunderbaren Zufall wäre das System KATS bereits früher auf Grund gelaufen.
Thomas Eichin muss nun, als Geschäftsführer Sport, hier eine Strategie entwickeln, ein Konzept. Werder muss wieder dahin kommen, dass Personalpolitik und spielerisches Konzept eine geschlossene Einheit bilden, dass wir die Spieler holen, die wir am dringendsten brauchen und nicht mehr die, die gerade günstig (bzw. nach Meinung der Verantwortlichen günstig) zu haben sind. Dies ist die Aufgabe des Geschäftsführers Sport.
Eichin muss dabei ganz schonungslos analysieren, was KATS hier seit 2007 falsch gemacht haben, wodurch Werder in der Konsequenz eben jetzt die Truppe hat, diees hat. In der Truppe ist auch nicht alles schlecht und mit 3-4 guten Ergänzungen bzw. Verstärkungen dürfte sich da für die neue Saison etwas zusammenbasteln lassen. Auch vor Abgängen sollte man nicht bange sein: Die Kaderder Teams, die derzeit um die EL spielen, haben auch keine Namen wie Sokratis, de Bruyne oder Arnautovic zu bieten. Aber man hat dort eben eher das Gefühl, dass dort etwas ineinander greift, dass die Kader insgesamt homogener und klüger zusammengestellt sind.
Hier muss Eichin ansetzen und er muss fragen, ob das Trainerteam willens und fähig ist, diesen Weg mitzugehen. Eichin wurde hier auf den Schild gehoben, er ist die Patrone, die der Restvorstand und der Aufsichtsrat hatten. Also muss er die Position, dieer jetzt hat, auch kraftvoll nutzen und Akzente setzen, vorangehen. Er muss es jetzt vorgeben, mit welchem Trainer auch immer.
Ich bin jedenfalls gespannt auf den Sommer.