Ich bin auch der Meinung, die Spielweise und die Situation hat einen Punkt erreicht, an dem man einen Trainerwechsel zumindest in Erwägung ziehen sollte.
Dabei sollte man aber nicht den Blick auf das wesentliche verlieren, denn oft wird bei der Argumentation noch der Schiedsrichter oder einzelne Aktionen des Spiels mit in die Diskussion um den Tainer mit eingebunden.
Für mich sind die wesentlichen Kriterien, die einen Trainerwechsel forcieren, eher die langfristigen. Mich stört vor allem die sehr sehr hohe Fehlpassqoute der Spieler. Nach einem Ballgewinn halten wir den Ball meist nicht mal mehr als 10-20 Sekunden in den eigenen Reihen, bevor er wieder duch einen schlampigen Pass beim Gegner landet. Gleichzeitig fängt der Gegner an, den Gegenangriff mit einzuleiten, während wir noch geistig in der Vorwärtsbewegung sind und die Ordnung und das Umschalten überhaupt nicht auf die Reihe kriegen. Siehe heutige Gegentore. Ich hab da bisher in den letzten Monaten keine Entwicklung erkennen können.
Ein weiterer Grund ist die Harmlosigkeit nach Eckbällen oder Standards. Das kuriose an der Sache ist, das nach Ecken meist der Gegner zum Kontern ansetzen kann. Auch da gibt es keine Entwicklung und wir haben das Problem mit der Rückwärtsbewegung.
Jede Mannschaft weiß, dass sie gegen uns ordentliches Pressing spielen kann, und schon weiß die Mannschaft nicht mehr, wie sie sich spielerisch befreien kann. Das führt zu den Fehlpässen die ich oben angesprochen hab.Auch da hat der Trainer keine Lösung gefunden.
Zudem spielen wir meist mit der gleichen Aufstellung und Taktik. Auswechslungen werden immer zur gleichen Zeit getätigt und sind oft nicht ( nicht immer ) nachzuvollziehen. So hätte ich mir letzte Woche gegen Dortmund weniger Gerede von "spanischer" Taktik gewünscht, die wir nicht umsetzen können mit den Spielern die wir haben. Sondern eine solide Aufstellung, die es hinbekommt, die Räume eng zu machen und eine grundlegende Ordnung zu halten. Dazu muss ich keinen Petersen auf die Außen ziehen und Spielern befehligen, aus der Mitte nach vorne zu ziehen. Das hat nämlich keiner umsetzen können, Folge waren riesen Löcher in der Mitte und Petersen hing in der Luft. Gleichzeitig konnte Dortmund diese nutzen.
Die Interviews nach dem Spiel sind immer die gleichen, was ich verstehen kann, da man sich direkt nach dem Spiel erstmal positiv zeigen will um intern keine Unruhe zu erzeugen. Schein nicht Bremer " Charakter " zu sein. Jedenfalls würde ich mir nach solch einem Spiel mal wünschen, dass ein Verantwortlicher mal ordentlich in Hoennes, Effenberg oder Kahn- Manier klar anspricht, dass das Spiel die reinste "Scheiße" war. Stattdessen wird erstmal die Situation nach Außen beschönigt. Dabei bin ich mir sicher, dass intern etwas klarere Worte fallen werden. Jedoch scheinen diese nicht wirklich was zu bewegen.
Lieber Thomas Schaaf, ich hab dich lange Zeit für einen guten Trainer gehalten, aber wenn man offensichtlich nichts mehr bewegt, muss man sich auch mal selber hinterfragen.