Wer noch einmal ein paar Seiten zurück blättert, vor allem auch im Thomas-Schaaf-Thema die Beiträge von ein paar Tagen vor dem Spiel nachschaut, der wird viele Stimmen lesen können, die gerade angesichts der Äußerungen des Trainers und div. Spieler zu dem vorgegebenen System Böses ahnten.
Ehrlich gesagt, ich habe mir das Spiel dann auch fast genauso vorgestellt wie es kam, nur zu optimistisch, denn intern hatte ich nur ein 0:2 getippt.
Das war auch zu erwarten, wenn man offiziell ein System vorgibt, welches man mit "organisiertes Chaos" und "maximalen Anforderungen an individuelles Verhalten" beschreiben kann.
Und das Erschreckendste daran war, dass dieses Chaos-System nur eingeführt wurde, weil ein einziger Stürmer mal nicht mitmachen konnte.
Verrückt ! Wir haben einen Kader mit über 30 Spielern, fast alle einsatzbereit, und können trotzdem bei einem einzigen Ausfall die Mannschaft nicht mit Ersatz bestücken, ohne zugleich ein seltsam-chaotisches Verzweiflungs-System einzuführen !?
Die Krönung dieses Chaos-Systems lag dann darin, dass ein defensiver Mann (Fritz) für den ausgefallenen Stürmer (Arnautovic) kam, aber dann über diesen Wechsel hinaus ein Großteil der Aufagebenverteilung für die Mannschaft geändert wurde.
Am schlimmsten aber war, dass der allein für Aufstellung und Einstellung verantwortliche Cheftrainer die Probleme verschärfte, anstelle sie zu lösen.
Größte Probleme waren schon bisher eine im System mangelhaft organisierte Defensive oder um es mit einem Wort zu sagen: UNORDNUNG.
Anstelle aber, dass sich durch die Hereinnahme eines defensiven MF Spielers, der im Übrigen auch die rechte Seite hätte stabilisieren können, diese Unordnung bekämpft, verstärkt man sie, in dem man in allen Punkten das CHAOS ORGANISIERT:
Kein nomineller Stürmer. Der auf dem Platz befindliche Mittelstürmer soll rechts außen spielen und gleichzeitig hinten auf RAV aushelfen. Der halblinks bzw. zentral spielende MF-Spieler de Bruyne soll irgendwie eine Art halber Aushilfs-Mittelstürmer spielen, gleichzeitig aber auch irgendwie im MF mit ankurbeln. Auch Hunt, ebenfalls zentral im MF, soll neben dem Ballverteilen irgendwie mit in die Spitze gehen. Fritz soll irgendwie im def. MF "stabilisieren".
Auf diese Weise hat es der Trainer geschafft, ein dermassen chaotisches Scheinsystem zu entwerfen, bei dem an Konstanten nur der Torwart, die Viererkette und Elia auf links außen übrig blieben. Der Rest hatte mehr mit sich und dem systematischen Werder-Chaos zu tun, als dass er zum Fußballspielen gekommen wäre oder gar den Gegner daran hindern konnte.
5 von 11 Spielern bekamen Doppel-oder Dreifachrollen, obwohl sie bisher in den vorigen, deutlich überschaubareren Systemen von Schaaf nicht einmal ihre jeweilige eine Rolle zur vollen Zufriedenheit ausfüllen konnten.
Für mich läuft dies alles unter der Überschrift: Wie schlage ich mich selbst ?
Für diese Niederlage trägt ganz allein der Cheftrainer die Verantwortung, dem die neue Machtfülle scheinbar gar nicht gut tut, da sie bei ihm offenbar zu einem Realitätsverlust führt oder zur Einschätzung, alles probieren zu können, weil selbst bei den schlimmsten Pannen keine Konsequenzen zu fürchten sind.
Fischer, Lemke und Konsorten waren und sind völlig auf dem falschen Weg, sich so vehement an Thomas Schaaf und dem Irrglauben festzuklammern, dass dieser um so bessere Ergebnisse bringt, je mehr man ihn schalten und walten lässt.
Für die Zukunft wird es spannend, ob TS intern für sich seine schlimmen Fehler realisiert und zur Vernunft zurück kehrt oder weiteren Realitätsverlust erleidet, bis doch irgendwann ein Verantwortlicher die Reißleine zieht (dann nämlich, wenn er selbst irgendwann ins Schußfeld gerät).
Vorab kann man sagen: Die viele neue Macht tut dem Trainer Schaaf nicht gut.