Zu dem Beitrag von sofatester 100% Zustimmung.
In einem Punkt allerdings bin ich anderer Meinung:
- das hat nichts mit Machtfülle in einer Person zu tun.
- diese Umstellungen sind seiner Persönlichkeitsstruktur geschuldet. Er hält permanent an seinen Überzeugungen fest und setzt diese durch, komme was wille. Deswegen kommen auch immer wieder die gleichen Aussagen nach dem Spiel so: wenn die Spieler alles das gemacht hätten, was wir im Vorfeld besprochen haben, dann wäre das Spiel usw usw. Daher sein konsequentes Festhalten am Offensivspiel. Er ist ein Rehagelschüler, der in einer anderen Zeit ähnlich seine Spieler behandelt und keine Meinung außer die seiner Frau neben sich akzeptiert hat.
Es ist ja auch kein Korrektiv im Verein, der ihn unterstützt. Seine Assis spielen mit ihm nur Karten, Allofs weg und unser ASR-Vorsitzender hat heute wieder eindrucksvoll seine "Kompetenz" unter Beweis gestellt. Wer soll ihm also sagen: genug ist genug? Eichin sicher nicht, denn er ist ja ausschließlich für das Contracting (laut WL heute im Dopa) verantwortlich. Die alleinige sportliche Kompetenz liegt bei TS.
Während andere Vereine mittlerweile mit drei 6ern agieren, spielt er lieber mit einem falschen 6er und beruft sich auf die vergangenen Erfolge, wie viele Foristen hier auch. 2004 ist aber 8,5 Jahre her. Die letzten drei Jahre sind wegweisend. Es wird hier vor 2014 nichts passieren, same procedure as every year.
Ich bin allerdings in einem Punkt anderer Meinung, ich bin nämlich der Meinung, dass wir beide absolut gleicher Meinung sind.
Dein Beitrag ist eine gelungene Ergänzung bzw. Klarstellung. Denn ich bin beileibe nicht der Meinung, dass die Fehler bezüglich des Dortmund Spiels nur an der neuen Machtfülle liegen.
Da gibt es sicher mehrere Ursachen für diese Entwicklung. Und an erster Stelle stehen natürlich die Grundüberzeugungen dieses Trainers.
Und die sind: kein systemisches kollektives Defensivspiel, maximale Variabilität, maximale individuelle Freiheiten im Mittelfeld für die Spieler zur gleichen Zeit verbunden mit hochkomplexen Aufgabenstellungen.
Oder mit anderen Worten: Die Verknüpfung der obigen Punkte führt dazu dass ein Erfolg extrem schwierig wird.
Wenn ich mir anschaue, in welchen Punkten diese Marschroute von dem abweicht, was andernorts erfolgrecih praktiziert wird komme ich zu der Zusammenfassung, dass das Schaaf-System dies ist:
Eine systematische Überforderung der eigenen Spieler, in dem die Erfolgschancen sehr viel schwieriger zu realisieren sind, als umgekehrt die vielen Fehlermöglichkeiten zu verhindern.
Die Wahrheit auf dem Platz ist dann, das ein qualitativ und spielerisch überraschend guter Werder-Umbruch-Kader deutlich weniger Punkte einfährt, als qualitativ deutlich schlechtere Mannschaften mit weniger ambitioniertem Spielsystem.
Die neue Machtfülle des Thomas Schaaf ist dazu dann nur das Sahnehäubchen auf dieser Emtwicklung:
Früher hätte sich ein TS vielleicht die Umsetzung derartiger Wahnsinns-Gedanken wie dieses Chaos-Systems gar nicht getraut.
Heute kann er es sich leisten und macht es auch.
Früher hätte er nach solchen vorhersehbaren Negativ-Ergebnissen sofort umsteuern müssen.
Wenn die Stimmung bei Lemke und Fischer tatsächlich so ist, wie heute von Lemke im DoPa geäußert, dann kann Schaaf sogar mit derartigem Unfug weiter machen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.
Warten wir ab, wieviel Vernunft und Realitätssinn bei Schaaf noch vorhanden ist.