Na dann ist ja gut.
Im Übrigen finde ich das "Triebtäter"-Plakat einfach so daneben. Und dass Fußballfangruppen, die sich "unpolitisch" nennen, seit jeher ein Sammelbecken für Rechte sind, weiß auch jeder.
Ich habe im Übrigen gar nichts gegen unpolitische Fangruppen, ich habe nur etwas gegen Leute, die nicht nachdenken und meinen, sich mit dem Label "unpolitisch" jeder Diskussion entziehen zu können. Denn sowohl das penetrante "politische" als auch das penetrante "unpolitische" sind von Übel, wichtig wäre der kritische Fan, der sich den Politischen und den Unpolitischen gleichermaßen entzieht.
Nazis raus aus dem Stadion - diese Parole unterstütze ich nur, wenn diese sich offen als Nazis zu erkennen geben. Welche Meinung, Gesinnung, Einstellung jemand hat, geht niemanden etwas an, auch nicht die Verfassungsschutz-Antifa oder eine selbsternannte Kurvenpolizei. Andererseits ist wiederum jeder verpflichtet, über bekloppte Plakate und bekloppte Aussagen seiner Mitfans nachzudenken und ggf. mal zu sagen, dass es dieses blöde Teil nun wirklich nicht braucht, ebensowenig wie das U-Bahn-Lied, den Trabzonspor-Song oder Leute als "schwul" oder "Schwuchteln" zu beschimpfen. Diesen Müll kann man sich gepflegt sonstwohin stecken.
Wenn also das richtige Ziel verfolgt wird, beim Fußball politische Haltungen nicht zu thematisieren, sondern Spaß zu haben, Zerstreuung zu suchen und nicht die blöde political correctness zu reproduzieren, sondern auch mal herumzufluchen und zu pöbeln, dann sollte man aber trotzdem nicht sein Gehirn am Einlass abgeben und noch in der Lage sein, sein Handeln zu reflektieren.