TSG 1899 Hoffenheim

Ist zwar OT...

@corox:

Wenn ich das so lese, Fahrverbot für "Kranke"... Verstehe ich nicht so ganz.
Wenn man bedenkt, wie viele Menschen dann aufs Auto verzichten müssen.
Diabetiker, Migränekranke (Beispiel Schmolle), Herzkranke, Menschen ab ?? Jahren, weil dort das Risiko höher ist.

Man kann dann viel mehr Personen ihre Krankheiten als verkehrsbeeinträchtigung auslegen... Wo will das dann enden.

Mit Vukcevic war das ein trauriger Zufall, ein schlimmer Unfall halt. Es fahren aber genügend Diabetiker unfallfrei durch die Gegend. Dann gibts Herzkranke, die auch unfallfrei durch die Gegend fahren. Dann gibts noch kerngesunde Menschen, die am Steuer einpennen und für viele Beteiligte lebensgefährliche Unfälle bauen!

Man kann sagen, jedem von uns kann sowas passieren ob krank oder gesund... Die Lebensqualität Auto (auf die man sogar oft mehr als angewiesen ist) sollte man nicht jedem nehmen, es sei denn, es liegen schwere Gründe vor.
 
Zitat von Fliegenfänger;2404212:
:tnx:
Zumal Unfälle durch Unterzuckerung in den letzten Jahren recht häufig waren.

Kannst Du das belegen? Aufgrundlage solcher Daten wird doch überhaupt erst eine grundlegende gesetzliche Entscheidung getroffen. Der Gesetzgeber bewertet das womöglich anders.

Des Weiteren werden hier auch verschiedene Abstufungen vorgenommen:


Aktuelle Gesetzesbestimmungen

Die aktuellen Gesetzesbestimmungen zur Kraftfahreignung von Diabetikern sind in der sechsten Auflage der „Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung“ (2000) festgelegt. Hier heißt es u. a.:

„Wer als Diabetiker zu schweren Stoffwechselentgleisungen mit Hypoglykämien ... neigt, ist nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen beider Gruppen gerecht zu werden.
Wer nach einer Stoffwechseldekompensation erstmals oder wer überhaupt neu eingestellt wird, ist so lange nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen beider Gruppen gerecht zu werden, bis die Einstellphase durch Erreichen einer ausgeglichenen Stoffwechsellage ... abgeschlossen ist.
Bei ausgeglichener Stoffwechsellage sind im Umgang mit der Erkrankung informierte Diabetiker, die mit Diät, oralen Antidiabetika oder mit Insulin behandelt werden, in der Lage, Kraftfahrzeuge der Gruppe 1* sicher zu führen.
Wer als Diabetiker mit Insulin behandelt wird, ist in der Regel nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen der Gruppe 2** gerecht zu werden. Ausnahmen setzen außergewöhnliche Umstände voraus, die in einem ausführlichen Gutachten im Einzelnen zu beschreiben sind. Neben regelmäßigen ärztlichen Kontrollen sind Nachbegutachtungen im Abstand von höchstens 2 Jahren erforderlich.
Diabetiker, die mit oralen Antidiabetika vom Sulfonylharnstofftyp behandelt werden, sind in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen der Gruppe 2 gerecht zu werden, wenn vor der Genehmigung eine gute Stoffwechselführung ohne Hypoglykämien über etwa 3 Monate vorlag. Nachbegutachtungen sind im Abstand von höchstens 3 Jahren erforderlich.“



* Fahrzeuge der Klassen A, B, B + E (Motorräder und PKW)
** Fahrzeuge der Klassen C, C + E, D, D + E (Lkw, Omnibusse und Fahrzeuge zur Fahrgastbeförderung und Anhänger)
 
Ich hatte es ja gestern schon mal geschrieben: Wer häufig unterzuckert, merkt irgendwann die Warnsignale nicht mehr und dann passiert genau das, was bei Vukovic passiert ist. D. h. aber in der Umkehr auch, daß er mit seiner Krankheit nicht so verantwortungsvoll umgegangen ist, wie er es sollte. Und in meinen Augen ist es dann durchaus erlaubt, die Frage warum er fahren durfte, zu stellen. Man stelle sich doch bitte mal vor, daß das entgegenkommende Fahrzeug kein LKW sondern eine Familienkutsche mit Mutter und 2 Kindern gewesen wäre - Vokovic lebensgefährlich verletzt, Mutter und ein Kind tot.

Ich sage nicht, daß Herzkranke, Epileptiker, Migräniker oder Diabetiker kein Auto fahren sollen, aber gerade sie müssen sich bewußt sein, daß sie im Umgang mit ihrer Krankheit und den anderen Verkehrsteilnehmern eine besondere Sorgfaltspflicht haben.

Übrigens ganz allgemein gilt; In dem Moment, wo ich meinen Wagen aufschließe und mich hineinsetze, geht von mir und diesem Wagen eine Betriebsgefahr aus, die ich durch meine Sorgfaltspflicht so gering wie möglich zu halten habe.
 
Kannst Du das belegen? Aufgrundlage solcher Daten wird doch überhaupt erst eine grundlegende gesetzliche Entscheidung getroffen. Der Gesetzgeber bewertet das womöglich anders.

Nein, belegen kann ich das nicht.
Aber in den letzten Jahren höre ich immer öfter, das der Unfallverursacher unterzuckert war. Zahlen / Beispiele habe ich gerade nicht parat.
Ändert aber nichts am grundsätzlichen Problem, das diese Krankheiten mit sich bringen.
 
@ Nicole

Bei etwaigen Fahrverboten geht es nicht darum, in wie weit eine Krankheit das Führen einen KFZ beeinträchtigt oder das man einen Kranken in seiner Bewegungsfreiheit einschränken will, sondern welche Risiken sich hinter ein bestimmtes Krankheitsbild birgt. Risiken die evtl. zu Lasten Unbeteiligter gehen könnten - also das, was du als schwerwiegende Gründe bezeichnet hast. Abgesehen davon, werden in solchen Fällen Fahrverbote nicht mit der Pauschalkeule verteilt, sondern jeder Einzelfall muß vom behandelnden Arzt separat beurteilt werden.

Mein vorherige Post bez. der zeitweisen Fahrverbots für Epileptiker beruht auf dem Wissenstands von einem Menschen aus meinem Umfeld. Dieser hatte innerhalb weniger Jahre zwei epileptische Anfälle, und auch der zweite geschah ohne jegliche Anzeichen in einem Einkaufszentrum, ihm wurde schwarz vor Augen und wachte dann irgendwann in der Klinik wieder auf. Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn diese Anfall etwas eher während der Autofahrt zum Einkaufszentrum passiert wäre.
 
Ist zwar OT...

@corox:

Wenn ich das so lese, Fahrverbot für "Kranke"... Verstehe ich nicht so ganz.
Wenn man bedenkt, wie viele Menschen dann aufs Auto verzichten müssen.
Diabetiker, Migränekranke (Beispiel Schmolle), Herzkranke, Menschen ab ?? Jahren, weil dort das Risiko höher ist.

Man kann dann viel mehr Personen ihre Krankheiten als verkehrsbeeinträchtigung auslegen... Wo will das dann enden.

Mit Vukcevic war das ein trauriger Zufall, ein schlimmer Unfall halt. Es fahren aber genügend Diabetiker unfallfrei durch die Gegend. Dann gibts Herzkranke, die auch unfallfrei durch die Gegend fahren. Dann gibts noch kerngesunde Menschen, die am Steuer einpennen und für viele Beteiligte lebensgefährliche Unfälle bauen!

Man kann sagen, jedem von uns kann sowas passieren ob krank oder gesund... Die Lebensqualität Auto (auf die man sogar oft mehr als angewiesen ist) sollte man nicht jedem nehmen, es sei denn, es liegen schwere Gründe vor.

Muss ja nicht ein grundsätzliches Fahrverbot sein. Aber seit Jahren wird immer wieder über jugendliche Gesprochen die unvernünftig fahren und dadurch unfälle bauen. Dann wird hier was geändert, da wird ne Regelung neu gemacht, Aufbauseminare, Fahrsicherheitstraining und was weiß ich noch alles. Über "Kranke" und Rentner habe ich wenig bis garkeine Diskussionen vernommen.


Thema Rentner:
Ich möchte behaupten das Rentner vielleicht nicht soviele Unfälle bauen wie Jugendliche aber sie provozieren andere Verkehrteilnehmer zu mehr Risiko.

Als fiktives Beispiel: Ich fahre jeden Tag durch halb Bremen um zur Arbeit zu kommen. Daher verbringe ich viel Zeit im Auto. Ich würde nicht sagen das ich ein geduldiger Fahrer bin aber auch kein Aggressiver. Jetzt komm ich aber von der Arbeit und da fährt, wo 50kmh erlaubt sind, ein Rentner vor mir mit 30 kmh. Nach spätestens 5 Minuten habe ich mich darüber so aufgeregt das ich zum überholen ansetze an einer Stelle an der ich normalerweise nicht überholen würde weil zuviele Seitenstraße da sind. So baue ich dadurch jetzt einen Unfall heißt es nicht der Rentner ist schuld sondern ich. Was auch völlig richtig ist, aber das der Rentner Uhrsache für diesen Unfall war taucht in keiner Statistik auf.

Thema "Kranke"
Bine da geb ich dir vollkommen Recht.
 
Back
Top