Nö, das Nennen von Spielernamen (oder anderen Trainern) hat nur sekundär was mit "Verbesserungsvorschlag" zu tun, weil niemand weiss, wie dieser oder jener hier und da zurecht kommt, ob er überhaupt kommen will oder zu haben wäre. Usw. Sekundär, weil eben nur gemutmaßt werden kann.
Primär beschreibst Du einen Zustand, der zu sehen ist oder sogar klar auf der Hand liegt und was notwendig ist/ wäre, um dies zu ändern. Nur so ist einigermaßen sinniges Diskutieren möglich.
Kannst Du dich an die Zeit unter Manager Lemke erinnern? Und kennst die Ansichten der altgedienten und teils immer noch involvierten Werder-Vorstände? Dann erübrigen sich diese beiden Fragen.
Die Situation stellt sich mMn so dar, dass zu lange und teils immer noch an den wichtigeren Kaderstellen nicht investiert wurde, sondern an den falschen, weil Werder meinte, stets sozial schwierige oder schwer integrierbare Hoffnungsträger eher verpflichten zu müssen, als mannschaftsdienliche (System-)Spieler. Die wären aber für eine solide Grundstruktur gerade unter einem Trainer, der viele Freiheiten gewährt und offenbar nur unzureichend einen Handlungsrahmen vorgibt oder vermitteln kann, unabdingbar. Hat doch besonders die Saison 03/ 04 gezeigt. Ich halte es für eine grobe Fehleinschätzung der Möglichkeiten unseres Vereins, zu glauben, Werder wäre wirtschaftlich GRUNDSÄTZLICH außerstande, in der Liga vorne anzugreifen und müsse ausgerechnet deshalb eine solche Politik verfolgen. Wie falsch das ist, zeigen nicht nur Werder` s letzte drei, vier oder fünf Jahre in der Liga um bei Namen zu bleiben, die Du immer gerne lesen willst - sondern insbesondere andere Vereine, die im selben Zeitraum bei schlechteren oder ähnlichen Voraussetzungen als Werder substanzieller arbeiteten, Hannover, Freiburg, Nürnberg, Mainz und vor allem der BVB. Oder bei vielleicht etwas besseren Voraussetzungen, aber eben auch substanzieller: Schalke, Leverkusen, selbst Stuttgart könnte fast dazu gezählt werden. Gladbach fällt zwar momentan ein bisschen durch` s Raster, wäre aber auch nicht weit hergeholt. Bei Frankfurt hat der eine Abstieg, besser gesagt die eine Rückrunde, die insgesamt gute Arbeit der letzten 6-7 Jahre einschneidend schlechter aussehen lassen, aber nicht vernichtet. Alles Vereine, die eben nur selten auf Spieler setzten, die zwar individuelle Qualität, aber eben auch einen Mangel an Effektivität und Spielintelligenz versprechen. Sondern auf finanzierbare system- und teamkompatible Spieler.
Auch wenn in der Hinsicht zumindest beim Manager in den letzten beiden Jahren ein wenig Einsicht eingekehrt zu sein scheint.
Nö, denn Du forderst hier Spieler, die bereits etwas nachgewiesen haben müssen, eben die von Dir geforderten Fähigkeiten. Dementsprechend werden sie auch kosten. Zumindest wenn der Anspruch erhalten bleiben soll, um die EL-Quali mitzuspielen.
Zudem halte ich es für fraglich, ob die Bewertung "individuelle Qualität, aber mangelnde Spielintelligenz" einem genauen Blick standhalten würde. Klingt für mich eher wie eine Hypothese denn eines Fakts.
Genauso ist das, was Du als "offenbar" in Hinblick auf den Trainer beschreibst, nur der Blick durch eine Brille, die niemand ernsthaft als sachlich bezeichnen kann. Denn wenn es tatsächlich so wäre, dann hätten wir beim BVB nicht 1:2 verloren, sondern 1:5. Auch hätten wir es gegen die Bayern nicht auf 80 Minuten 0:0 gebracht (mit wenigen, aber doch vorhandenen eigenen Chancen), sondern wir wären zur Pause bereits mit 0:2 in die Kabine gegangen.
Auch bei der Bewertung der aufgeführten Teams will ich entschieden widersprechen: Freiburg hat einen kostengünstigen BuLikader, richtig. Die haben aber keine Luft nach oben. Wenn ich zynisch sein würde, würde ich sagen: die verlieren sogar gegen uns, wenn wir ein schlechtes Spiel machen. Für Mainz und Nürnberg sieht das ähnlich aus.
Hannover ist spannend, aber mal schauen was bei denen passiert, wenn die Verträge der Spieler dort auslaufen und verlängert werden sollen. Denn die sind erst dann abschließend zu bewerten, wenn die sich oben festgesetzt haben und nicht erst über einen siebenten Platz in den Europapokal kommen, sondern kontinuierlich aus eigener Kraft. Wie das mit deren Stadionumbau, der Finanzierung, der prominenten Unterstützung und den Konsequenzen auch für Werder aussieht, habe ich vor ein paar Seiten schon versucht zu beschreiben.
Dortmund und Schalke haben eine riesige Fanbasis, riesiges Vermarktungspotential und hätten eigentlich den Zwangsabstieg verdient gehabt. Leider sind die beiden Vereine so wie die Bayern (die sich aber wohl nie ernsthaft verschuldet hatten): too big to fail. Mit Abstrichen gilt das dann auch für den HSV.
Auch wenn ich mich sehr gut an die Zeit unter Lemke erinnern kann: Was hat das mit den Altvorderen zu tun? Gerade auch, weil es ja nicht darum ging, dass Werder GRUNDSÄTZLICH mit den gegebenen Rahmenbedingungen nicht oben angreifen kann (das ist uns übrigens häufiger gelungen), sondern darum, dass qualitativ starke Spieler für uns nur dann zu haben waren und sind, wenn sie a) anderen Vereinen zu riskant sind (z.B. Arnautovic) bzw. b) dort unterschätzt wurden (z.B. Micoud). Wo wir von diesem Weg leicht abgewichen sind (Marin und Wesley), haben wir uns allerdings auch ordentlich in die Nesseln gesetzt.
Meinst Du mit Deinem letzten Satz KAs letzte Transfers oder seine Aussagen in der letzten Transferphase in der Presse?