Allgemeiner Politik Thread

:unfassbar:
Für dich wäre eine Welt ohne religiös motivierte Gewalt - die für mich untrennbar mit Religion an sich einhergeht - ein Alptraum? Respekt!

Das einzige was ich in einer Welt ohne Religionen wirklich vermissen würde, wären die zweifelos schönen Sakralbauten.

Schwieriges Thema. Ich glaube was Schmolle aussagen wollte ist, dass "nur" weil es Menschen gibt, die den Deckmantel der Religion benutzen um schreckliche Verbrechen zu begehen, man nicht allen die Religion "rauben" darf. Es geht doch vielmehr darum, die Menschen, die die Religion "missbrauchen" als das Grundübel anzusehen und nicht die Religion an sich. Ohne Religion würden die Gewalttaten nicht verschwinden. Der Meinung bin ich. Es würde sich ein anderer Deckmantel finden.
 
:kotz:

Ganz mieses Buch, falls es das Niveau des Auszugs hält, wovon ich mal ausgehe.

Was jedoch scheinbar die Meinung vieler deutschen Bürger trifft und somit zumindest ernstgenommen werden sollte, egal welcher Meinung man ist. Damit meine ich nicht den Herrn B. und auch nicht dieses Buch im speziellen, sondern die Thematik. Man sieht doch an den Kommentaren zumindest, dass die Integrationspolitik und ihre Kommunikation gescheitert ist. Ein Annähern und Miteinander der Kulturen scheint jedenfalls leider noch weit entfernt.

Die Integrationspolitik muss imho einfach noch viel stärker in den Fokus rücken, weil unsere Gesellschaft in Zukunft vor noch viel größere Herausforderungen gestellt wird. Das die Kinderrate in Familien mit Migrationshintergrund höher ist, als in "deutschen" Familien, ist ja unbestritten und deshalb hängt die Zukunft des Landes doch von der Integrationspolitik ab.
 
Was jedoch scheinbar die Meinung vieler deutschen Bürger trifft und somit zumindest ernstgenommen werden sollte, egal welcher Meinung man ist. Damit meine ich nicht den Herrn B. und auch nicht dieses Buch im speziellen, sondern die Thematik. Man sieht doch an den Kommentaren zumindest, dass die Integrationspolitik und ihre Kommunikation gescheitert ist. Ein Annähern und Miteinander der Kulturen scheint jedenfalls leider noch weit entfernt.

Die Integrationspolitik muss imho einfach noch viel stärker in den Fokus rücken, weil unsere Gesellschaft in Zukunft vor noch viel größere Herausforderungen gestellt wird. Das die Kinderrate in Familien mit Migrationshintergrund höher ist, als in "deutschen" Familien, ist ja unbestritten und deshalb hängt die Zukunft des Landes doch von der Integrationspolitik ab.

An den Kommentaren auf bild.de erkennst du, dass die Integrationspolitik gescheitert ist und der Inhalt des Buches die Meinung vieler deutscher Bürger trifft? :unfassbar:

Klar ist diese Thematik wichtig, aber du kannst so ein Buch nicht als Grundlage für eine Diskussion hernehmen, weil es peinlich ist, was sich der Herr da zusammenschreibt.
 
Die Probleme sind allerdings nicht religös motiviert. Da ist es doch eher so, dass die Säkularisation auch "dort" ihre Einflüsse hat. Ein solches Gebahren wäre nach religösen Gesichtspunkten untragbar.
 
An den Kommentaren auf bild.de erkennst du, dass die Integrationspolitik gescheitert ist und der Inhalt des Buches die Meinung vieler deutscher Bürger trifft? :unfassbar:

Klar ist diese Thematik wichtig, aber du kannst so ein Buch nicht als Grundlage für eine Diskussion hernehmen, weil es peinlich ist, was sich der Herr da zusammenschreibt.

Ich habe mir viele Foren und Kommentare zu dem Buch im Netz angeschaut und die Mehrheit dieser Kommentare hat dem Buch zugestimmt. Ich finde das beängstigend. Und zwar aus dem Grund, weil Teile der Bevölkerung finden, dass er Recht hat und man Angst vor einem Rechtsruck der Gesellschaft haben muss. Deshalb ist Aufklärung absolut notwendig.
Aber hey, die Bildleser und die Leute, die solche Kommentare abgeben sind ja eh alle nicht die Schlausten und ihre Meinung ist unwichtig. Und das Buch ist sowieso peinlich....
Genau diese Ansicht bringt uns imho zu den Problemen. Das wir die Nöte und Ängst der "kleinen" Menschen nicht Ernst nehmen. Das Realitäten verkannt werden.
Das entscheidende an einer gelungen Integrationspolitik ist imho nicht, dass die Politik tolle neue Projekte ins Leben ruft und sich damit brüstet, sondern das die Menschen der verschiedenen Kulturen im Alltag miteinander auskommen. Das es keine Ängste mehr vor fremden Kulturen gibt. Und das ist großen Teilen der Bevölkerung nicht gegeben. Das elebt man im Alltag doch ständig, wenn man sich mit Leuten über das Thema unterhält.
Sehr gute Freunde von mir kommen aus dem Iran. Eine Familie mit zwei Kindern. Eine Vorzeigefamilie. Die Mutter Lehrerin, der Vater promoviert, die Tochter studiert Jura und der Sohn ist bald Chirurg. Ich war vor kurzem auf dem 50. Geburtstag des Vaters. Er kam zum Studieren nach Deutschland und die Kinder sind hier geborten. Auf der Familienfeier waren 98% Iraner. Das ist ja völlig ok, aber es zeigt, dass wir von einem natürlichen Miteinander noch weit entfernt sind. Die Distanz zwischen den Kulturen ist einfach noch groß und deshalb gibt es auch viele Vorbehalte und Missverständnisse. Und deshalb bleiben viele lieber "unter sich", sowohl Deutsche, als auch Migranten.
 
Das Buch problematisiert doch lediglich und das von jemandem, der vor Ort ist. Warum sollte das Buch also perse Schlecht sein? Dann würde man dem Autor vorwerfen, die Lage falsch darzustellen und das ist glaube ich, nicht der Fall.

Warum ist das Buch also "schlecht"?
 
Bin seit über 35 Jahren in Berlin wohnhaft und kann den Inhalt des besagten Buches nur bestätigen.
Da man SPD-Politikern in Berlin allgemein eine Vorliebe für Multikulti nachsagt, ist es schon besonders bemerkenswert, dass ein SPD-Bürgermeister (Bezirk) solch ein Buch schreibt.
Nach dem, was ich hier in den letzten 3,5 Jahrzehnten erlebt habe, steht für mich fest:
Multikulti ist gescheitert!
 
Das Buch problematisiert doch lediglich und das von jemandem, der vor Ort ist. Warum sollte das Buch also perse Schlecht sein? Dann würde man dem Autor vorwerfen, die Lage falsch darzustellen und das ist glaube ich, nicht der Fall.

Warum ist das Buch also "schlecht"?

Das Buch ist insofern natürlich problematisch, als dass es trotz aller gegenteiliger Absichtsbekundungen verallgemeinert und damit all diejenigen Migranten angreift, die hier friedlich leben. Und es erweckt den Eindruck, dass Straftaten vorwiegend von Migranten begangen würden und verstärkt somit noch die Distanz zwischen Deutschen und Migranten.

Eines ist imho jedoch Fakt: egal wie populistisch es geschrieben ist, es trifft die Meinung einer nicht allzukleinen Schicht der Bevölkerung. Und das erkennt jeder, der nicht arrogant die Augen davor verschließt und sagt: ach da stimmen doch nur ein paar ungebildete, nicht aufgeklärte Prolls zu.
Deshalb sollte man es auch Ernst nehmen, egal wie man dazu steht und egal wie schlecht es geschrieben sein mag.
 
Das Buch thematisiert in zutreffender Weise eine traurige Tatsache, dass die Haltung bestimmter Kulturkreise nicht nur ihren Gastgebern gegenüber, sondern dem Grossteil der Bevölkerung Respektlosigkeit, Gleichgültigkeit und sogar okkupatorische Züge hat. Der Author, sowie vor einigen Jahren auch schon Richterin Kirsten Heisig, stehen mit grosser Sicherheit nicht im Verdacht, irgendwelche rechten Tendenzen zu haben - Tatsachen verschwinden eben nicht durch Ignoranz und Wegsehen, sondern müssen offen angesprochen, diskutiert und ggfls. geändert werden. Leider hat die Politik lange ignoriert, das Deutschland ein Einwanderungsland ist und entsprechende Anforderungen an Einwanderer gestellt werden können - nein sogar müssen. Diese Anforderungen kann man sachlich artikulieren und durchsetzen, gar keine Ansprüche seitens der bestehenden Gesellschaft an seine Neubürger haben zu dürfen ist naiv und unterdrückt die berechtigten Bedürfnisse der Alteingesessenen. Eine klare Regelung baut die unübersehbaren Grenzen ab, Schweigen führt lediglich zu Auswüchsen, wie wir sie durch die NSU erlebt haben.
 
Das Buch problematisiert doch lediglich und das von jemandem, der vor Ort ist. Warum sollte das Buch also perse Schlecht sein? Dann würde man dem Autor vorwerfen, die Lage falsch darzustellen und das ist glaube ich, nicht der Fall.

Warum ist das Buch also "schlecht"?

Wahrscheinlich nur deshalb weil es als erstes in der BLÖD vorgestellt wird. Ansonsten ist mir der Herr Buschkowsky bisher überhaupt nicht als Scharfmacher aufgefallen. Im Gegenteil, er hat sich recht deutlich von vielen Aussagen Sarazzins distanziert, ist aber auch jemand, der sich nicht scheut deutlich auf Probleme hinzuweisen. Die Problematik die er hier im Interview thematisiert, ist ja nicht vom Tisch zu wischen. Ich bin recht oft beruflich in der Gegend und ja es gibt ganz massive Probleme bei der Sicherheit. Das sind Gruppen von Jugendlichen und jungen Männern, die keine staatliche Macht in "ihrem Gebiet" akzeptieren. Ich rede hier nicht vom Gemüsehändler an der Ecke. Das hat auch nicht unmittelbar mit Religion zu tun, sondern mit einer generellen Abneigung gegen alle die nicht so sind wie sie. Da kommt man nicht mit Gesprächen oder gut gemeinten Integrationsfesten weiter. Hier müssen einerseits die Eltern mit einbezogen werden, denn traditionell ist der Respekt innerhalb der Familien sehr wichtig, weiterhin sind die religiösen Instanzen sehr wichtig, die haben noch mit den meisten Einfluß, andererseits muß der Staat aber auch ganz konsequent klarstellen, daß es keine rechtsfreien Räume geben kann. Das geht los beim Zwang zum Schulbesuch, denn was erwartet denn einen jungen Menschen ohne Ausbildung? Eine normale Integration wird drastisch erschwert. Da schließt sich dann der Teufelskreis von Ausgrenzung. Der oft zu hörende Ruf nach sofortiger Abschiebung kann jedenfalls nicht die Lösung sein. Ich persönlich bin froh, wenn das Thema mal ernsthaft angegangen würde, sonst eskaliert irgend wann mal die Gewalt.
 
Das Buch ist insofern natürlich problematisch, als dass es trotz aller gegenteiliger Absichtsbekundungen verallgemeinert und damit all diejenigen Migranten angreift, die hier friedlich leben. Und es erweckt den Eindruck, dass Straftaten vorwiegend von Migranten begangen würden und verstärkt somit noch die Distanz zwischen Deutschen und Migranten.

Eines ist imho jedoch Fakt: egal wie populistisch es geschrieben ist, es trifft die Meinung einer nicht allzukleinen Schicht der Bevölkerung. Und das erkennt jeder, der nicht arrogant die Augen davor verschließt und sagt: ach da stimmen doch nur ein paar ungebildete, nicht aufgeklärte Prolls zu.
Deshalb sollte man es auch Ernst nehmen, egal wie man dazu steht und egal wie schlecht es geschrieben sein mag.
Genau! Wobei das größte Problem ist, dass man ständig von Politik, Presse und Gesellschaft schon fast genötigt wird, nur nix negatives über Bürger mit Migrationshintergrund (für mich das Unwort des Jahrhunderts) zu sagen. Äussert man sich kritisch, wird man gleich nacht rechts geschoben.
Ich bin mir völlig sicher: Könnte man jedem Deutschen 100%ig garantieren, dass seine Aussage geheim bliebe, würde man zum Thema Multikulti Antworten hören, bei denen unseren lieben Politikern die Luft wegbliebe.
Dazu kommt es leider nicht, so dass neben dem Schönwettergerede nur solche einzelnen Bekundungen der wirklichen Zustände bleiben. Traurig ...
:schal:
 
Das Buch ist insofern natürlich problematisch, als dass es trotz aller gegenteiliger Absichtsbekundungen verallgemeinert und damit all diejenigen Migranten angreift, die hier friedlich leben. Und es erweckt den Eindruck, dass Straftaten vorwiegend von Migranten begangen würden und verstärkt somit noch die Distanz zwischen Deutschen und Migranten.

Eines ist imho jedoch Fakt: egal wie populistisch es geschrieben ist, es trifft die Meinung einer nicht allzukleinen Schicht der Bevölkerung. Und das erkennt jeder, der nicht arrogant die Augen davor verschließt und sagt: ach da stimmen doch nur ein paar ungebildete, nicht aufgeklärte Prolls zu.
Deshalb sollte man es auch Ernst nehmen, egal wie man dazu steht und egal wie schlecht es geschrieben sein mag.

Das glaube ich wiederum nicht, da diejenigen, die in Ihrer Kultur und ihrem Glauben verankert sind, genausowenig mit dem Treiben dieser "Menschen" anfangen können, wie derjenige, der diese Haltung derzeit beschreibt.

Jedenfalls erlebe ich für meinen Teil, das diese Beschreibung auch bei muslimischen Mitbürgern sehr wohl auf richtige Ohren treffen und auch diese die Entwicklung kritisieren. Es ist mE auf die Säkularisation, die modernen Einflüsse zurückzuführen. So, wie viele Christen kein christliches Leben mehr führen, verkommt die Religion auch bei unseren Mitbürgern. Mit ihrer religösen Herkunft ist ein solches Verhalten jedenfalls nicht zu erklären.

@GreenHopp:
Es könnte sein, dass Du die Schilderungen missinterpretierst. Es geht mE nicht darum, jemanden in die Ecke zu stellen.
 
Ich persönlich bin froh, wenn das Thema mal ernsthaft angegangen würde, sonst eskaliert irgend wann mal die Gewalt.

Aber wo wird denn in dem Auszug das Thema ernsthaft angegangen? Der Autor erzählt von Begebenheiten mit Migranten, die ihm nicht gefallen haben, schreibt aber so, als wäre das der Normalzustand und in Neukölln die Anarchie herrschen. Am Ende wird natürlich noch der gut erzogene Deutsche gegen den schlecht erzogenen Ausländer gestellt, Migranten werden bestimmte Werte abgesprochen, die Deutschen werden komplett in die Opferrolle gestellt und natürlich kommt auch wieder das herrliche Wort "Gutmenschen" vor. Und so wird das Thema also ernsthaft angegangen?
 
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