Hier haben etliche nicht mehr alle Hühner im Stall: dass es viele fragwürdige Sponsoren gibt und das System "Fußball" ziemlich widerlich ist, heißt noch lange nicht, dass ich Wiesenhof schlucken muss. Dass Gazprom, T-Com, DB, VW, Bayer, FlyEmirates... zwiespältig sind, ist das eine, das Kinderhilfswerk kann eben nicht alle sponsorn. Aber dass es zwischen einem Autobauer und einem Massenkiller einen Unterschied gibt, kann man ohne große intellektuellen Aufwand erkennen. Es wird auch nicht besser dadurch, dass es in der Lebensmittelindustrie mindestens so verwerflich zugeht wie bei Banken, Versicherungen, Drogendealern und Waffenhändlern.
Es geht eben auch um ein gesellschafts-politisches Problem. Jedes Jahr jetten Tausende Politiker und Experten um die Welt, um "das Klimaproblem" zu lösen. Noch nie (wirklich: noch nie) wurde dabei gefragt, ob der Mensche tatsächlich jeden Tag Fleisch fressen muss. Die CO2-Immissionen werden zertifiziert und gehandelt, warum wird nicht auch der Fleischkonsum beschränkt? Jeder bekommt 500g Fleisch im Monat zugeteilt, Weihnachten gibt es eine Extraration. Und an der Fleischtheke gibt es Warnhinweise "Tiere essen gefährdet den Planeten und die Eisschollen." Nach jedem Lebensmittelskandal sorgt sich die Verbraucherschutzministerin um den Ruf der Lebensmittelindustrie, statt zu sagen: "Lasst das Gammelfleisch in den Regalen liegen, es tut gut und die Fäkalien stinken auch nicht mehr." Es passiert nichts, es geht sogar in die falsche Richtung: letztes Jahr wurden in Deutschlande - erstmals - 55 Mio. Schweine geschlachtet (wurde kurz vor Weihnachten gemeldet, während der Klimakonferenz in Südafrika). Warum??? Ist das der Wachstum, den ich haben will? Da der Mensch sein Verhalten nie freiwillig ändert, sondern gesteuert werden muss, muss von staatlicher Seite eingegriffen werden. Er lässt sich ja auch von Facebook, Apple, Amazon,... lenken und seiner Freiheit berauben, da ist kaum ein Unterschied.
Es geht gar nicht darum, dass alle vegan leben müssen, aber ein bisschen Hirn würde nicht schaden. Würde z.B. der Ami einmal die Woche auf Fleisch verzichten, könnte man sich alle Klimaschutzprojekte sparen (schreibt J.S.Foer in "Tiere essen"). Ist doch ganz einfach, gelle.
Und mal ehrlich: die grillenden Männer sind kein erbaulicher Anblick.
Was das alles mit Werder zu tun hat? Keine Ahnung, ist aber auch latte.