Damit eine Ordnung durcheinander geraten kann, muss sie zunächst ja existiert haben. Daher meine Frage: Welche Ordnung hast Du gesehen ?
Da müsste man doch sehr ins Detail geben, wofür ich letztlich keine Zeit habe. Aber so grob wie ich das Paderbornspiel gesehen habe, so grob sage ich mal:
Bei einem groben Blick auf Werders letzte Rückrunde und häufig auch darünber hinaus war bei Werder zu erkennen, dass das das Gesamtgefüge zu zerbröseln begann, weil häufig nur weniger Spieler sich an dem beteiligten, was man Spiel nennt, keine Bewegung im Spiel war, der Ballführende der ärmste Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

war usw.
Und ich hatte bei allen Testspielen, die ich heuer sah, den Eindruck, dass erkennbar war, dass daran gearbeitet worden war, dass Positionen eingenommen worden waren und mehr oder weniger alle in Bewegung waren, je nachdem wo das Spiel stattfand.
Meines Erachtens kann man auf dem Niveau "Bundesliga" von einer defensiven Ordnung noch lange nicht sprechen, wenn bloß zwei Innenverteidiger auf einer Linie hinten drin stehen und auf den defensiven Außenpositionen noch zwei Leute irgendwo hinten drin stehen.
Auch das gab es. Das ist aber nicht unbedingt ein Widerspruch.
Man wird sehen, wie sich Werder in Pflichtspielen behauptet. Vorher würde ich keine Vorhersagen hinsichtlich des Niveaus Bundesliga machen.
Hierzu gehören m.E. noch je nach Situation 2-4 Mittelfeldspieler und das Wichtigste am Ganzen ist nicht nur wo sie stehen (idealer Weise hinter dem Ball), sondern auch wie sich sich bewegen und wie sie verschieben. Hier gibt es offenkundig seit Jahren fortdauernde, erhebliche Mängel.
Ja. Vielleicht hast du die Spiele intensiver geguckt oder liest sie anders. Aber gerade hinsichtlich des Bewegens und des Verschiebens glaube ich zumindest Fortschritte erkannt zu haben.
Aber natürlich weiß ich auch, dass zu bezweifeln ist, dass von einem Moment auf den anderen alles ganz anders und perfekt ist.
Dass die Mannschaft auch neu zusammengestellt ist und ein etwas anderes System spielt, kommt da genauso dazu wie der Altersdurchschnitt.
Diese Mängel kann man natürlich teilweise mit überragend gutem Offensivspiel oder mit überragend guten Einzelspielern kompensieren bzw. übertünchen. Dieses Jahr scheint es in diesem Bereich wieder erfreuliche Fortschritte zu geben. Die Kernfrage ist allerdings, warum man das eigentliche Problem seit Jahren nicht angeht.
Die Kernfrage würde ich (noch) zurückweisen, solange man Werder 2012 nicht die Chance gegeben hat, sich in Pflichtspielen zu zeigen und sogar, solange man der neu zusammengestellten Elf die Chance nicht gegeben hat, sich zu finden. Mein Eindruck ist allerdings, dass die positiven Aspekte nicht unbedingt auf die überragenden Einzelspieler zurückzuführen sind. Sondern - wenn man mal von der Frage des Speilsystems absieht - wahrscheinlich eher darauf, dass dass die Mannschaft wieder als Mannschaft zu funktionieren scheint, einer für den anderen läuft, die Mannschaft wieder ein Ziel und die Motivation hat, es zu erreichen. Das gefällt mir.
Es ist ja nicht so, das man zwingend alle seine Offensivqualitäten einbüsst, wenn man diese Schwächen behebt
.
Das stimmt. Das habe ich auch immer wieder geprediigt. Die entscheidende Frage ist also zunächst mal in diesem, ob Werder die eklatanten Mängel im Defensivverhalten angeht. Ich erwarte keine Wunderdinge, von daher rechne ich nicht damit, dass Werder den Minusrekord an Gegentoren bricht.
Für den Anfang würde ich schon gern sehen, dass sich wieder jeder Spieler ins Defensivverhalten einbringt und nicht völlig losgelöst vom Rest irgendwelches Zeug macht. Wenn das leicht geänderte Spielsystem dann noch dazu führt, dass systematische Sicherungen eingebaut worden sind, umso besser. Das sehe ich bisher noch nicht unbedingt. Würde ich allerdings abschließend noch nicht beurteilen wollen.
Auf mich wirkt das Ganze irgendwie, als sei das Motto von Ex-Werder-Trainer Aad de Mos immer noch gültig:
So wie wir spielen, haben alle was davon: Wir, die Fans und auch der Gegner"
An dieses Motto musste ich während der letzten Jahre öfter mal denken...
Ich muss zugeben, dass ich mich freiwillig während der Saisonvorbereitung zwinge, die Vorbereitungsspiele nicht so ernst zu nehmen. Von daher kann es sein, dass die Skeptiker diesbezüglich mehr gesehen haben und vielleicht sogar recht haben.
Ich denke, wir werden Schaaf als Stratege des Defensivspiels nicht mehr erleben.
Aber schlimmer als die Defensivdefizite war in den letzten zwei Jahren auch, zumindest aus meiner Sicht, dass es kein Mannschaftsspiel gab, dass die Einzelteile regelmäßig auseinandergefallen sind und sich allgemeine Apathie und Lethargie Plaz gegriffen haben.
Da käme es mir schon als deutlicher Fortschritt vor, wenn wir wieder über die Probleme reden könnten, die vorher existiert haben, also teilwiese offene Abwehr, Stellungsfehler in der Defensive usw.
Das war natürlich auch Teil einer negativen Entwicklung, in der Werder die Entwicklung des modernen Fußballs verschlafen hat. Wir werden sehen, ob bei Werder dahingehend Fortschritte erkennbar sind. Zumindest hat man anscheinend die Formation und die Spielweise verändert.Und nach letzter Saison wäre ich für überschaubare Fortschritte und Entwicklungen dankbar, die zeigen, dass sich bei Werder wieder etwas Neues entwickelt.
MFG dkbs