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Die Art der Auseinandersetzung mit der "Krise" und den Verantwortlichen ist natürlich, typisch für die heutige Zeit, sehr hektisch, und teilweise übertrieben, was wiederum typisch für ein Fanforum ist.
Dennoch ist es notwendig, die Defizite in der jüngeren Vergangenheit, die Fehler und Versäumnisse klar anzusprechen. Dass das in einem Fanforum nicht immer auf Begeisterung stößt, ist klar. Aber ich meine im Verein und bei den Verantwortlichen.
Aber auch da bin ich mir nicht sicher, ob man sich diesen unbequemen Fragen tatsächlich stellt. Öffentliche Äußerungen enthalten natürlich nicht die ganze Wahrheit, aber manchmal denke ich, dass, so angenehm und manchmal sinnvoll es ist, ruhig und ohne den Druck, der anderswo existiert, arbeiten zu können und Geduld haben zu können, das bei Werder manchmal auch zum Selbstzweck und Allheilmittel gemacht wird. Aus meiner Sicht gibt es die Zeit für Gelassenheit und Geduld. Und es gibt die Zeit, alle Steine umzudrehen und sich zu hinterfragen. Und die Frage ist, ob man bei Werder da den Moment nicht verpasst hat, umzuswitchen.
MFG dkbs
Zum Fettgedruckten und zum "Restzitat" von @mezzo:
Ich denke genau das passiert und passierte bei Werder. Nur: Vielen reicht das eben noch nicht (und es werden Köpfe gefordert) bzw. sie sind nicht mit den Resultaten der mehr oder minder internen Diskussion einverstanden (Offensichtlichkeit: Festhalten am Trainer, Kritik an der Mannschaft, insbesondere persönliche Einstellung, Charakter, ...).
Dein Wort in Gottes Ohr. Ich hoffe, du hast recht. Sollte man eigentlich meinen.
Wobei halt die Frage ist, ob man auch die richtigen Fragen stellt, also zum Beispiel tatsächlich die Spielweise hinterfragt und immer wieder auftretende Probleme und Schwächen benennt.
MMn, und das macht mich persönlich froh, da dies meine Wahrnehmung der Entwicklung und der Situation bestätigt, kommen TS, WL, KA, KDF etc. insgesamt, vermutlich auch in unterschiedlichen Zusammensetzungen der genannten, zu dem Schluss, dass a) es nicht in ausreichendem Maße für eine Entlassung dem Trainer zuzuschreiben ist (sondern andere Umstände und situative Faktoren massiven Einfluss hatten/haben) und/oder b) die Kosten eines Trainerwechsels höher sind als der erwartete Gewinn durch dies.
Das kann durchaus sein und ich betone, dass ich hier keinen Trainerwechsel fordere. Was ich anspreche ist, dass die an sich lobenswerte Tatsache, auf Kontinuität zu bauen, Geduld zu bewahren und an einem Trainer festzuhalten, dem man vertraut, eben auch ein Alibi sein kann, nicht genug zu ändern, die Spieler für die Misere verantwortlich zu machen und mehr oder weniger genauso weiterzumachen, in der Hoffnung, dass es schon besser wird.
Ich dagegen habe zwar natürlich in der letzten Saison Spieler gesehen, die versagt haben und die ich hätte auf den Mond schießen können, und ich habe auch Pech und Verletzungsmiseren zur Kenntnis genommen. Aber ich habe auch gesehen, dass sich die gleichen Defizite immer wieder gezeigt haben und dass der Fußball seit einiger Zeit immer schlechter wird. Dass das Defensivverhalten und das Umschalten, vor allem auf die Defensive, oft zum Himmel schreit. Dass Spieler verpflichtet werden, bei denen man keine Ahnung hat, welche Idee dahinter steckt, und Spieler(typen) nicht verpflichtet werden, die man nötig hätte.
Selbstverständlich und gottseidank wird wenig Interna durchs Dorf getrieben, aber einzelne Informationsfetzen deuten darauf hin. Wie gesagt, nur weil die Konsequenz nicht gefällt heißt das nicht, dass nicht auch die richtigen Fragen gestellt wurden und werden.
Es mag in den Frontlinien zwischen "Schaaf-Jüngern" und "Schaaf-Bashern" vielleicht untergehen, aber ich wüde doch darauf Wert legen, zwischen den Positionen und zwischen sachlichen Auseinandersetzungen und platten Glaubensbekenntnissen der einen oder anderen Seite, ohne Interesse an differenzierten Diskussionen, zu differenzieren.
Ich sage nicht, dass es mir per se nicht gefällt, an Schaaf festzuhalten. Das tut es durchaus!
Aber ich halte es, unabhängig von der Frage, ob man sich von ihm trennt oder nicht, für viel wichtiger, sich, die Transferpolitik und vor allem die Spielweise zu hinterfragen und da Korrekturen zu machen. Es dürfte klar sein, dass ein wirklicher Umbruch und ein wirkliches Umdenken nicht gerade leicht fallen, wenn man sie in derselben Konstellation anstrebt wie sie schon 13 Jahre besteht. Wenn man sich bei werder das zutraut und sich dieser Aufgaabe stellt, schön.
Aber ich würde dann halt gern auf dem Platz sehen, dass es einen solchen Aufbruch gibt und dass sich Dinge ändern. Darauf kommt es letztendlich an. Nicht auf Lippenbekenntnisse oder auf vereinzelte Personalrochaden. Und auch nicht darauf, ob man Allofs, Schaaf und den anderen leitenden Personen unterstellt, dass sie nicht glücklich waren, dass sie grübeln und sich Gedanken machen.
Und da bin ich eben errstmal skeptisch. Weil ich in den letzten Jahren eben gesehen habe, dass sich Defizite durch die letzten Jahre gezogen haben und alte Fehler immer wiederholt haben, dass Misserfolge tendenziell auf individuelle Fehler der Spieler geschoben wurden, und dass man als Reaktion umso bestimmter darauf gebaut hat, dass sich durch Geduld und Kontinuität alles zum Guten wenden würde.
Aber neues Jahr, neues Glück. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
MFG dkbs