Für mich ist die Antwort eine andere: Sie können es nicht.
Spieler wie z.B. Bargfrede, Fritz oder Rosenberg haben nicht die Qualität, andere wie Arnautovic, Trybull, Junuzovic, Schmitz, Füllkrug, Hartherz, Iggy, Affolter, Trinks haben sie noch nicht (und man muss abwarten, ob sie sie je bekommen werden). Das ist für mich auch ein Teil der Wahrheit, der mir bei den Schaaf-Kritiken immer fehlt. Wir haben durch katastrophale Einkaufspolitik die Qualität des Kaders brutal heruntergewirtschaftet.
Ich wusste doch, dass ich einen möglichen Aspekt vergessen hatte...

Das ist auf jeden Fall ein Teil des Gesamtproblems.
Man könnte auch noch darauf hinweisen, dass man nach Özils Abgang versäumt hat, auf Kreativität im Mittelfeld zu achten und, eigentlich schon seitdem Baumann weg ist, keine strategischen Fähigkeiten mehr im Mittelfeld vorhanden sind. Auch wenn die Einlaufspolitik nicht die Kernaurgabe des Trainers ist, sollte man schon meinen, dass gerade durch jemanden wie ihn das Problem erkannt und angegangen wird.
Aber ich will nicht ungerecht sein. Das ist in so einer Umbruchphase natürlich nicht gemacht gleich gedacht, und mit Ekici wäre evtl. jemand vorhanden, in den man da noch Hoffnungen setzen kann. Aber ein Alleinheilsbringer wird auch er nicht sein.
In der Sache genau meine Meinung, KA selber sagte ja, dass Werder in einer Situation sei wo "alle Entscheidungen sitzen [müssen], um immer [oben] dabei zu sein".
Allerdings sehe ich hier keine Herunterwirtschaftung durch, meine Interpretation des Zitates, Inkompetenz, sondern eher durch die Folge und des Risikos auf einem jahrelangen Ritt auf einer Rasierklinge bzw. einer Risikospirale. Da haben dann einige Entscheidungen nicht wie erwartet gesessen und, tada, willkommen im Umbruch.

Die Art der Auseinandersetzung mit der "Krise" und den Verantwortlichen ist natürlich, typisch für die heutige Zeit, sehr hektisch, und teilweise übertrieben, was wiederum typisch für ein Fanforum ist.
Dennoch ist es notwendig, die Defizite in der jüngeren Vergangenheit, die Fehler und Versäumnisse klar anzusprechen. Dass das in einem Fanforum nicht immer auf Begeisterung stößt, ist klar. Aber ich meine im Verein und bei den Verantwortlichen. Aber auch da bin ich mir nicht sicher, ob man sich diesen unbequemen Fragen tatsächlich stellt. Öffentliche Äußerungen enthalten natürlich nicht die ganze Wahrheit, aber manchmal denke ich, dass, so angenehm und manchmal sinnvoll es ist, ruhig und ohne den Druck, der anderswo existiert, arbeiten zu können und Geduld haben zu können, das bei Werder manchmal auch zum Selbstzweck und Allheilmittel gemacht wird. Aus meiner Sicht gibt es die Zeit für Gelassenheit und Geduld. Und es gibt die Zeit, alle Steine umzudrehen und sich zu hinterfragen. Und die Frage ist, ob man bei Werder da den Moment nicht verpasst hat, umzuswitchen.
MFG dkbs