Selbst die Bayern haben Anteile ihrer GmbH an Audi und Adidas veräußert. Volkswagen ist praktisch alleiniger Eigentümer des VfL Wolfsburg. Die Russen sitzen bei Schalke dick drin. Hoppenheim und Leverkusen möchte man nicht vergessen. In Hannover stehen die Zeichen auch ganz stark darauf, dass da bald eine andere Struktur herrschen wird. Dann droht aus der vierten Liga schon RB Leipzig, die früher oder wahrscheinlich etwas später Richtung Bundesliga ziehen werden.
Dazu kommt dann noch, dass Vereine wie Düsseldorf und Stuttgart infrastrukturell mittlerweile weit besser aufgestellt sind und gleichzeitig in einem wirtschaftlich starkem Umfeld schwimmen.
Wenn Werder nicht anfängt das Spiel mitzuspielen, dann wird es bald ohne uns gespielt. Wie gesagt, wenn man sich unseren Sponsorenpool anschaut und das was uns unser Hauptsponsor (Verträge wurden gemacht als wir Deutschlands Nummer Zwei waren) als Garantiesumme zahl, dann kommen mir die Tränen.
Stop! Du wirfst hier zu viele Dinge in einem Topf.
Grundsätzlich muß man differenzieren zwischen den Clubs, die nur partiell Investoren gehören oder komplett in deren Hand sind (womit man wieder beim Thema "Umschiffung der 50+1 Regel" wäre, aber das gehört jetzt nicht hierher). Der VfL Wolfsburg, bzw. die als VfL Wolfsburg-Fußball GmbH ausgeliederte Lizenspielerabteilung ist nur nur praktisch alleiniger Eigentümer von der Volkswagen AG, sondern sie ist es (seit 2007 o. 2008) auch juristisch. RB Leipzig ist ein Marktetingprojekt ohne Unterbau im Breitensport, bei der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH hält Dietmar Hopp zwar nur 49% der Anteile, er kontrolliert aber auch den e.V. der Eigentümer restlichen 51% Prozent ist. von daher besteht deren die Selbstständigkeit nur auf dem Papier.
Die FC Bayern München AG kontrolliert dagegen etwas mehr als 80% der Anteile selbst und dürfte damit die einzige mehrheitlich in Eigenbesitz befindliche Lizenzspielerabteilung sein, die dieser geballten Wirtschaftsmacht Paroli bieten kann.
In diesem Konzert der Großen wird Werder Bremen auch mit einer partiellen Veräußerung der Anteile allein nicht mitspielen können und andere mit Standortvorteil wie Düsseldorf oder Stuttgart auch nicht. Somit bliebe nur noch der Weg, wie ihn sich H96-Boß Martin Kind wünscht. Dieser Weg bedeutet aber eine Aufhebung der 50+1 Regel und somit auch der Selbstständigkeit. Das große Geld mag ja sehr verlockend klingen, aber bei einem Blick über den nationalen Tellerand pulverisiert sich diese Verlockung ziemlich schnell: Manchester United ist hinter Real Madrid der umsatzstärkste Fußballclub der Welt, hat aber Verbindlichkeiten von fast 600 Mio £ (ca. 725 Mio €

, aber das nicht, weil ManU mies wirtschaftet, sondern weil die Eigentümerfamilie Glazer mit dem Einnahmen von ManU andere finanzielle Löcher in ihren Verflechtungen stopft. Oder der Glasgow Rangers FC hat seinen inzwischen ehemaligen Eigner David Murray Steuerschulden i.H. von umgerechnet 58 Mio € zu verdanken, weswegen die Rangers sich jetzt in einem Insolvenzverfahren befinden.
Diese Gefahren, und die Möglichkeit, daß noch mehr Retortenvereine wie RB Leipzig mit einem unfairen Wettbewerb die etablierten Clubs verdrängen, lehnen von Martin Kind abgesehen die Entscheider der selbstständigen Lizenzspielerabteilungen eine Aufhebung der 50+1-Regel ab. Und Sinne einer einigermaßen wirtschaftlichen und somit auch einigermaßensportlichen Konkurrenzfähigkeit von Werder Bremen zurecht.