Dieses Stilmittel ist vor allem dann sehr intelligent, WENN der öffnende Diagonal- oder Steilpass kommt oder WENN man den Ball meinetwegen auch kurz aus dem "Wollknäuel" von Spielern heraus bekommt. Dann besteht vor allem auf der gegenüber liegenden Seite sehr viel Raum für die eigenen Angreifer. Und von denen braucht man dann in den tornäheren Bereichen eben ähnlich wie bei einem Konter nur 1-2 Mann. Solange dort aber niemand ist (wie gegen Nürnberg) oder dort allein herum steht und keinen Ball bekommt (wie gegen Nürnberg und öfter gegen Hertha) ist das alles vergebens.
Denn genau diese öffnenden Pässe fehlten und das ist der allergrößte Fehler. Der zweite Fehler ist, das zumindest gegen Hertha kaum was Anderes zu sehen war. Dann ist es mit zunehmender Spieldauer für den Gegner immer einfacher, sich darauf erfolgreich einzustellen. Gegen Hertha kam als dritter Fehler hinzu, das dieses Spielsystem ein "Gewusel" erfordert, also viel kreuzende Laufwege und dazu muss es viel Bewegung ohne Ball geben, was gegen Hertha generell fehlte.
Zum Thema "Freigeben": Ob die Maßnahme richtig oder falsch war, kann der Heini von der BILD wohl kaum beurteilen. Hierzu müsste man ganz nah an der Mannschaft dran sein, um beurteilen zu können, welche Maßnahme sich positiv auswirkt. Ein Straftraining, nur um die Journaille von der BILD zu befriedigen, kann was Teamgeist angeht ganz schnell nach hinten los gehen.
Vielleicht brauchte ja auch TS einen trainingsfreien Tag zur Analyse der vorangegangenen Spiele, der Situation und der Vorbereitung der Trainingswoche. Etwas Abstand rein bekommen, um den Kopf frei zu kriegen und nach zu denken wäre nicht verkehrt, speziell wenn dieses Nachdenken zu besserer Erkenntnis und einer verbesserten Vorbereitung in diesenTagen beim Trainer führt.
Außerdem werden seit einiger Zeit ganz gezielt längere Erholungspausen gewährt, um Dauerbelastungs- und Ermüdungsverletzungen, wie sie vor ein paar Jahren bei Werder noch so häufig und oft in schwerer Form auftraten, zu vermeiden.
Das Testspiel halte ich diesbezüglich für ganz gut, hier kann man unter Wettkampfbedingungen einstudieren, die Dinge besser zu machen, die in den letzten beiden Spielen furchtbar verkehrt gemacht wurden.