Es ist in vielen Vereinen so, dass im Erfolg manchmal teure Fehler gemacht werden. Die Frage aber ist, ob man darauf zwangsweise mit Personalwechseln reagieren muss. Insgesamt kommen ja Vereine wie Leverkusen oder Hamburg mit einem Trainer pro Jahr auch nicht weiter als wir, im Gegenteil.

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Im letzten Jahr, als ich erhebliche Defizite bei Schaaf bemerkte und meine Zweifel bekam, ob er es packen würde, favorisierte ich dann einige Zeit eine Ablösung. Als es sich dann aber zeigte, das TS einige bei ihm damals festgefahrene Dinge änderte und die Mannschaft mitzog, erwies es sich als richtig, das man Ruhe und Geduld bewahrte.
Nach der Gurkensaison konnte man mit der neuen Transferperiode -im Hinblick auf die begrenzten finanziellen Möglichkeiten zufrieden sein. Und aktuell kann man es auch, weil sich wiederum in doch etlichen Dingen im Kleinen zeigt, das TS doch etliche Dinge in Details anders macht und reagiert. Ich bin im Moment mit dem Trainer hoch zufrieden und kann die aktuelle Kritik derjenigen, die ihn auchjetzt noch ablösen wollen, überhaupt nicht verstehen.
Das bedeutetnicht, das es gar nichts zu kritiseren gibt: Was für mich im Moment als Kritik über bleibt sind ein paar ungelöste Standard-Progbleme bei Ecken (war in Stellingen schon erheblich besser) und die mangelnde Schulung schneller eigener Konter nach gegnerischen Ecken oder nach eigenem tief-stehen (die billigste Methode, um mit einem Freischlag und einem schnellen Konterstürmer eigene Tore zu machen, ich meine solche, die Werder genauestens kennt, weil man sie jahrelang in übermäßiger Anzahl bekommen hat).
Die Abwehr hat in Stellingen durchaus schon ein paar solcher gefährlicher Bälle schnell nach vorne gebracht (Trybull, Hartherz und Affolter habe ich mir gemerkt), aber da war niemand vorn ! Auch das eine ganz einfache taktische Anweisung. Ein schneller eigener Spieler muss zwischen 30mtr. und der Mittellinie auf sowas lauern und mindestens einer muss wenn so ein Ball ankommt, schnell nachstoßen.
Dazu kommt die Kritik an zu eingefahrenen Sachen wie dem ja nicht zum 1. Mal nicht optimalen TL in Belek. Da hätte man ruhig mal was anderes machen sollen, TS ist (typisch Stier, er hat am selben Tag wie ich Geburtstag !) da zu unbeweglich.
TS macht im Moment also längst nicht alles richtig. Aber ziemlich viel. Mitten im laufenden Umbruch nach 22 Spieltagen auf Platz 5 zu stehen, ist unterm Strich ein sehr guter Zwischenstand, deutlich besser als von mir zu Beginn der Saison erwartet.
Zum Beitrag von user "Bremen" ganz oben:
Mich würde brennend interessieren, welche konkrete "Gegensteuerung" , also was genau durch wen Dir da vorgeschwebt hat damals, bzw. wenn Du es im Rückblick betrachtest, was die Führung (KA/TS) damals hätte bemerken und anders (besser) machen können/müssen.
Die von Dir zitierte Textpassage von Frings trifft es doch: Die Mannschaften stellten sich mehrmals selbst ein Bein.
Wie hätte das bitteschön bei damals vielen teils langfristig laufenden Verträgen geändert werden sollen ?
Hätte sich der Charakter der damaligen Truppe, die mitunter neben den 4-6 Top Teams der CL den schönsten Fussball in Europa spielte (dafür auch in negativer Hinsicht den spektakulärsten) aber sich damit zufrieden gab, ein paar Mal das CL-Achtelfinale oder nur die EuroLeague zu erreichen und national 2. oder 3. zu werden, nur durch einen Trainerwechsel geändert ? Oder hätten wir nicht sogar mit einem anderen Trainer ein früheres Auseinanderfallen der Mannschaft und einen vorgezogenen Abschwung erlebt. Im Nachhinein kann man da nur wild drüber spekulieren.