Ich finde, man sollte nach mal einem schlechten Spiel nicht vorschnell den Kopf des Trainers fordern.
Es geht doch gar nicht nur um das Spiel heute. Es geht auch nicht um das taktische Verhalten, das war mMn in den letzten Spielen sogar sehr gut, da man sich perfekt auf die Gegner eingestellt hatte.
Es geht mMn viel mehr darum, dass man das Gefühl hat, dass Schaaf das Team nicht mehr erreicht und nicht die passende Einstellung vermitteln kann. Das Team verliert nach einem Rückstand nämlich sehr schnell die Motivation, lässt sich hängen und schwächt sich durch Fouls meist noch selbst. Zudem muss man die taktische Ausrichtung bemängeln. Werder spielt seit mehreren Jahren noch mit der Raute, obwohl man um diese spielen zu können, nicht das nötige Personal hat. So fehlt z.B. ein Ballverteiler, ein Spielmacher. Als diesen "mißbraucht" man immer wieder Spieler wie Marin, die auf einer anderen Position deutlich besser aufgehoben sind. Wo mit man auch schon bei einem anderen Punkt wäre. Die Aufstellung: Nicht nur Marin wird auf einer für ihn fremden Position aufgestellt, sondern auch einige andere. So bspw. Prödl heute auf Schalke. Der ist gelernter Innenverteidiger, was man ihm auch ganz klar angesehen hat, da er sich mehr auf das Verteidigen beschränkt hat, anstatt auch die Wege nach vorne zu suchen. Zudem ist das Mittelfeld völlig unkreativ aufgestellt, Spieler wie Bargfrede bekommen außerdem immer wieder ihre Chance, egal wie sie zuvor gespielt haben. Dann kommen noch völlig unmoralische Dinge hinzu, wie die Einwechslung von Wesley heute. Diesen hat man bei einem Stand von 0:5 eingewechselt. Das bei einem solchen Spielstand dann keine Motivation sich reinzuhängen mehr da ist, ist logisch. Auch seinen Marktwert kann er so nicht steigern. Was mir zudem aufgefallen ist, ist eine gewisse Emotionslosigkeit auf Seiten Schaaf's. Es kommt mir so vor, als würde er alles einfach hinnehmen und als fehle ihm der Reiz, etwas zu ändern. Und gerade, weil man den Umbruch im vergangenen Sommer durch Abgänge von Führungsspielern wie Mertesacker und Frings bereits eingeleitet und sein Vertrauen auf junge Spieler gelegt hat, muss man diesen Umbruch nun eigentlich auch beim Trainer weitergehen. Und wenn Schaaf klug ist, erkennt er selbst, dass es Zeit ist, seinen Platz zu räumen und den Umbruch durch neue Akzente auf der Trainerbank abzuschließen. Es ist keine Schande, dass Schaaf das Team nicht mehr erreicht. Er hat mit Werder viel erreicht, aber er sollte auch erkennen, wann seine Zeit zu Ende geht.