Ob ihr mich ernst nehmt ist mir total egal, liegt vielleicht auch daran, dass ihr es nicht wollt oder vielleicht nicht könnt, weil ihr den Sinn der Aussage nicht versteht.
Ich versuche erst einmal jeden Diskussionspartner ernst zu nehmen.
Es gibt nur eine Tendenz (nicht nur was dieses Thema angeht), eigenes oder fremdes Fehlverhalten mit fadenscheinigen Begründungen und Konstruktionen irgendwie doch wieder in ein gutes Licht rücken zu wollen.
Deswegen hatte ich wissen wollen, auf was du mit dem von mir zitierten Post hinauswolltest.
Die betroffenden Zündler werden doch auch nicht ernst genommen.
Es geht darum, dass sich verboten/nicht verboten innerhalb des Systems oft nicht ändern lassen.
Trifft sicherlich in manchen Fällen zu, kann und darf aber kein (moralischer) Freibrief sein diese Dinge dennoch zu tun.
Weiterhin ist die Grundlage von "das ist verboten" nur die Akzeptanz der Menschen. Wie eigentlich jedes Gesetz. Deswegen hat das dauernde Zündeln schon Sinn, wird aber für einen Umschwung im Umdenken der Verantwortlichen noch zu wenig gemacht.
Da müssen wir trennen zwischen Verboten, die uns unsere Kultur "aufzwingt" und Verboten, die durch Gesetze geregelt sind.
Kulturell bedingte Verbote können aufweichen/wegfallen, wenn sich die Kultur als ganzes ändert. Das kann passieren durch ein anderes Lebensumfeld, höhere Bildungsstandards oder auch dadurch, dass genug Leute sich darüber hinwegsetzen.
Verbote die durch Gesetze geregelt sind haben da einen anderen Zugriff.
Zum einen werden sie von einer durch uns selbst gewählten Regierung erlassen, zum anderen decken sie teilweise andere Bereiche ab, legen Strafen fest und sind mit einem sie ausübenden Apparat umgeben (Polizei, Gerichte usw).
Solche Verbote lassen sich in Einzelfällen, wenn ihre Existenz einen sehr großen Teil der Bevölkerung stört und in Bewegung versetzt in Frage stellen. Die effektivere Variante ist es allerdings, über den Gesetzlich zugesicherten Weg der Demonstrationen, Bürgerinitiativen und ähnlichem vorzugehen.
Was hat das mit Pyrotechnik zu tun?
Der Prozentsatz an Fans, der aktiv bereit ist für den Einsatz von Pyrotechnik zu kämpfen ist in Relation zur Gesamtzahl an Fans zu gering.
Dazu kommt, dass ein Großteil der nicht involvierten Fans durch Fehlinformationen aus den Medien keine Ahnung hat.
Pyrotechnik ist durch DFB/DFL verboten.
Diese Organe werden bei erhöhtem aufkommen von Pyrotechnik (zumindest unter der aktuellen Leitung und Ausrichtung) ihre Haltung zur Pyrotechnik höchstens dahingehend abwandeln, als dass sie noch restriktiver vorgehen.
Will man hier eine Legalisierung/Teil Legalisierung erreichen ist illegales "Jetzt erst Recht" zündeln im günstigsten Fall egal, aller Wahrscheinlichkeit nach eher kontraproduktiv.
Was kann man tun?
Aktive Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärungsarbeit.
Was sind Bengalos? Wie funktionieren Bengalos? Welche Stimmung können Bengalos auslösen?
Wie haben sich DFB/DFL im Lauf der anfangs positiven Verhandlungen verhalten?
Welche Möglichkeiten einer Legalisierung gibt es? Wie wären diese umsetzbar? Wer trägt die zusätzlichen Kosten? Wer trägt die Verantwortung?
Das Bild, des gewaltbereiten, zündelnden Krawallfans muss von der Szene aktiv bekämpft werden.
Dazu zählt mMn auch, dass illegales zündeln nicht gedeckt wird (egal wie mit dem Bengalo umgegangen wurde). Ordner und andere Sicherheitskräfte nicht behindert werden.
Niemand muss aktiv gegen Zündler vorgehen, aber sie passiv zu schützen ist nicht hilfreich.
Wenn ich mich von Seiten der Initiative zu einer öffentlich wirksamen Diskussion stelle, muss ich fundierte Argumente haben, man befindet sich in der Position die ändern will und hat somit eine Bringschuld.
Was sollten DFB/DFL tun:
Verhandlungen mit der Initiative wieder aufnehmen.
Weitere Vorfälle (die Initiative kann nie im Leben alle Fans kontrollieren) als die Einzelfälle betrachten, die sie sind und entsprechend agieren.
An einer differenzierten Berichterstattung mitwirken.
Pilotprojekte unterstützen und auswerten.