Nach Deiner Interpretation wären wir also stets zum Scheitern verurteilt, wenn einer oder zwei Spieler einen gebrauchten Tag erwischen?
Der Hinweis mit dem Konterteam (auch wenn der Begriff an sich vielleicht etwas daneben liegt) ist insofern richtig, denn H96 baut von der Spielanlage her praktisch immer auf konsequente Fehlernutzung, damit die eigenen Unzulänglichkeiten spielerischer Natur nicht durchschlagen. Und das klappt nun mal gegen individuell überlegene Gegner besser, wenn die Truppe es geschickt anstellt.
Und wenn Du gegen eine Mannschaft spielst, die in der Vorabanalyse der bisherigen Saisonpartien nachweislich spielerische Defizite und Unsicherheiten auf der Sechs/ im Spielaufbau von hinten heraus offenbart und obendrein mit einem unerfahrenen Spieler links anfängt, dann ist es nur logisch, dass Du über diese Schwachstellen spielst und gerade am Anfang, wenn die Ordnung beim Gegner noch nicht stimmt/ noch nicht stimmen kann, bietet es sich an, da besonders konsequent draufzugehen. Zudem war bekannt, dass Werder zu Beginn oft Zeit braucht, um Zugang zum Spiel zu finden.
Dass was Du "in dieser Anfangsphase sehr offensiv agiert" nennst, nenne ich Teil einer klugen Gegnerorientierungs-Strategie.
Die Tauglichkeit eines Spielers in einem System zeigt sich weniger in Partien, in denen die eigene Mannschaft mehr zum Reagieren gezwungen ist oder auf einen fussballerisch guten Gegner trifft, der sich mehr am Spiel beteiligt. Weil er dann die Konzentration stetig hochhalten kann.
Sondern es zeigt sich meistens dann, wenn der Spieler auf den Punkt da sein muss, weil es in solchen Fällen darauf ankommt, wie er ein Spiel und dessen Verlauf lesen kann und wie gut er die Dynamik eines Spiels begreift. Den Gedankengang von morgoth teile ich.