
Eine These, die in meinen Augen zu 100% richtig ist.
@Blacki84, jedoch haben wir das
hier bereits auf eine ähnliche Weise diskutiert.
Die zweifelsohne herausragenden Fähigkeiten Diego`s werden nie veraltet sein, veraltet ist nur, WIE Diego diese um- und einsetzt. Und da, @Boxmulla, widerspreche ich Dir ein bisschen. Ein Weltstar oder zumindest nahe dran, könnte er heute auch sein, es ist mMn viel mehr ein Kopfproblem aufgrund falscher Einflüsse, als eines "überholter" Fertigkeiten oder fehlender Begabung.
Die Entwicklung des Fussballs zeigt eindeutig in Richtung Teamhierarchie. Das ist auch vollkommen logisch, denn der Fussball wird ja nicht neu erfunden, das Einzige, was stetig ausgebaut wird und auch nur ausbaubar ist, sind physische Fähigkeiten und in dem Moment wo die ausgeglichener werden, wird im Mannschaftssport die Aufgabenteilung wichtiger. Nicht ohne Grund spielen sich die Teams in den Vordergrund, die eine hohe Ordnung und ein extrem gut eingespieltes Mannschaftsgefüge haben Barca, ManU, Inter unter Mourinho, Bayern unter van Gaal im ersten Jahr, Dortmund. Oder Hannover. Während fast nur mit Individualisten zusammen gestellte Truppen wenig Zählbares holen Real viele Jahre vor Mourinho, ManCity, Chelsea zuletzt.
Wo in Einzelsportarten immer neue Weltrekorde aufgestellt, geht es im Mannschaftssport darum, als Gruppe immer stärker zu werden. Nicht individuelle Fähigkeiten werden unwichtiger, dafür aber deren Einbringen im Sinne des Teams.
Dass Diego dies nie begriffen hat, sondern immer noch versucht, Spiele alleine an sich zu reissen und damit seine zentrale Bedeutung im Gefüge überschätzt, ist sein Verhängnis. In Turin hatte der neue Trainer bemängelt, dass er sich zu tief fallen liess und wollte Diego deshalb mehr zum Halbstürmer aufbauen, der die Position hält. Diesen korrekten Hinweis hat er nicht verstanden und ist nach Wolfsburg geflohen.
Hier spielt sicherlich Djair eine entscheidende Rolle, der Sohnemann immer als den im Mittelpunkt stehenden Superstar sehen will, um ihn und sich selbst zu vermarkten und da passt eine Position als Mannschaftsspieler eben nicht.
Im Kontext komme ich wieder auf Littbarski zurück. Der hatte es bis dato als einziger Trainer geschafft, Diego im Sinne eines Teams so einzusetzen, dass dieser die nötigen Freiheiten bekam, um seine Stärken auszuspielen ohne
gleichzeitig Mannschaftshierarchie und Spielaufbau zu gefährden.