Allgemeiner Politik Thread

Zitat von Stürmerbraut;1704583:
zu 1. Dagegen spricht, dass wir in der Grundschule ja bereits eine "Einheitsschule" (alle Kinder gehen in eine Schule) haben, die sehr gute Ergebnisse hat, bzw. noch bessere haben könnte, wenn nicht schon ab Klasse 3 nur noch die leistungsstarken für den übergang gefördert würden, die Schwachen rigoros abgehängt werden.

Als Niedersachse habe ich natürlich wenig Einblicke in die Besonderheiten des baden-württembergischen Schulsystems, aber dennoch hege ich die Vermutung, dass die von dir beschriebene Förderung nur der starken Schüler keiner administrativen Vorgabe entspricht, sondern - aus welchem Grund auch immer - von den Lehrkräften so gehandhabt wird. Aus Niedersachsen ist mir jedenfalls keine Anweisung bekannt, die eine solche Trennung der Förderung fordert.

Zitat von Stürmerbraut;1704583:
Übrigens: In keiner Klasse ist das Leistungsgefälle so groß wie in einer 1., eigentlich dürften nach deiner Theorie die Kinder, die schon Lesen/Rechnen können, auch nicht mit denen unterrichtet werden, die das noch nicht können! Und es liegt in jedem Selbstverständnis eines Lehrers, dass er immer mit unterschiedlichen Leistungsniveaus in einer Klasse umgehen muss. Das erfodert einen anderes Verständnis von Unterricht, der Frontalunterricht war ja eh noch nie der Beste. Man muss den Kinder unterschiedliche Lernangebote machen, für die Schwachen und für die Guten. Wo ist das Problem?

Bitte lies noch einmal gründlich nach. Weder habe ich mich gegen die Grundschule ausgesprochen, noch habe ich den Frontalunterricht propagiert.

Zitat von Stürmerbraut;1704583:
zu 2.Was wurde nicht schon alles ausprobiert: Erweitertes Bildungsangebot, Arbeitsgruppen, in BW haben wir jetzt die Werkrealschule, um die Hauptschule attraktiver zu machen.
Solange das Handwerk für die Lehre keine Hauptschüler mehr haben will, und sie für untauglich befindet, solange die Elternhäuser in der Erziehung versagen, solange behält die Schule den schwarzen Peter. Sie bereite die Schüler nicht genügend vor.

Wie oben schon gesagt, kann ich mir über die Angebote Baden-Württembergs kein Urteil erlauben. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass eine Aufwertung der Hauptschule machbar ist, sofern alle Seiten es wollen. Für völlig falsch und absurd halte ich es jedoch, wenn die Eltern komplett aus der Pflicht zur Entziehung entlassen werden und man den Schulen zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben auch noch das Vermitteln der Grundwerte - zu denen ich auch solidarisches Handeln zähle - aufbürdet.

Zitat von Stürmerbraut;1704583:
Natürlich gibt es noch Kinder, die sich dort wohlfühlen, aber mir haben schon viele anvertraut, dass sie und ihre Eltern sich doch gewünscht hätten, dass sie auf die Realschule gekommen wären. Selbst wenn man ihnen die Durchlässigkeit erklärt des Schulsystems erklärt, wissen und fühlen sie sich doch am unteren Rand.

Verzeihung, aber das scheint mir dann doch eine subjektive Einschätzung zu sein, der sich begegnen lässt.

Zitat von Stürmerbraut;1704583:
zu 3. Ich kenne Untersuchungen, die belegen, dass nirgends so gut gelernt wird wie in gemischten Schülergruppen, dass also Schüler von Schüler am besten lernen, bzw. der am besten Bescheid weiß, der es erklären muss (learning by teaching). Was also spricht dagegen, Schüler als Schülermentoren einzusetzen?
Was du meinst, dass das Niveau nach unten geht, wenn man Einheitsbrei unterichtet, mag so wohl stimmen.

Das mag sein, wobei noch zu klären wäre, wie gemischt diese Schülergruppen sind. Dem gegenüber stehen Studien aus Gesamtschulen, die die Theorie von der gegenseitigen Befruchtung der Schüler widerlegen, weil das Wissensniveau der Gesamtschüler durchweg niedriger war als das der getrennt Unterrichteten, unabhängig von der Schulform. Wenn ich mich recht erinnere, fiel eine Studie Anfang der neunziger Jahre sogar dermaßen vernichtend für die Gesamtschulen aus, dass sie lange unter Verschluss gehalten wurde.

Zitat von Stürmerbraut;1704583:
zu 4. Dann bist du also nicht der Meinung, dass ein leistungsstarker Schüler irgendwas von oder mit einem schwachen Schüler lernen könnte? Und lernen heißt in diesem Fall nicht nur kognitive Wissensvermittlung.
Was denkst du denn, wie einheitlich der Brei ist, den Kinder im Gymnasium vorgesetzt bekommen? 28 Kinder mit indivuellen Fähigkeiten und Neigungen und den unterschiedlichsten Wissenständen bekommen den gymnasialen Frontalunterricht. Das ist natürlich individuell, weil es natürlich alles Gymnasiasten sind!

Du siehst, uch dort wird wenig nach Neigung gefördert.

Noch einmal: Ich weiß nicht, wie Unterricht in Baden-Württemberg aussieht, aber nach dem, was mir meine Kinder berichten, gibt es an niedersächsischen Gymnasien durchaus schon andere Unterrichtsformen. Vielleicht solltest du einfach mal den Blick nach Norden wagen.

Zitat von Stürmerbraut;1704583:
Dann möchte ich lieber EINE Schulform, die ALLE Kinder nach Fähigkeiten und Neigungen fördert.

Und genau das halte ich für eine hübsche Theorie, die an den menschlichen Realitäten weit vorbei geht. Der Versuch einer Umsetzung wird letztlich sowohl den Starken als auch den Schwachen nur schaden.

Zitat von Stürmerbraut;1704583:
Im übrigen verstehe ich deine Anspielung auf die GEW nicht. Das zeigt mir bloß, wie schnell du im Einsortieren von Meinungen und Standpunkten, und der Menschen, die dahinter stehen, bist.

Oh, GEW ist ein Reizwort für dich? Es tut mir leid, wenn ich unabsichtlich deine Gefühle verletzt haben sollte. Allerdings, wenn ich mir den Hinweis erlauben darf, scheinst du beim Einsortieren von Menschen auch wenig zögerlich zu sein.
 
Das Problem ist in der Tat nicht die Hauptschule an sich, sondern das Bild, das vielfach von ihr und ihren Schülern gezeichnet wird. Sobald es gelingt, sie nicht mehr als Sammelbecken der Verlierer abzuqualifizieren, sondern als Schule mit einer besonders praktischen Ausrichtung, lässt sich auch die Motivation vieler Schüler anders gestalten - zumal es auch an den Hauptschulen, die ich kenne, zahlreiche motvierte Schülerinnen und Schüler gibt, die sich dort wohlfühlen.

Hier stellt sich natürlich die Frage, wer diese Bilder zeichnet. Daß der Ruf der Hauptschulen in den letzten Jahren abnahm, hat zwei Hauptgründe:

1. Bildungspolitik/Qualität der Schulbildung
Der Rotstift machte und macht im Zuge der allgemeinen Etatkürzungen auch vor der Bildung nicht halt, und wie in anderen Bereichen auch, traf es auch hier die Schwächsten, sprich die Hauptschulen, weil z.B. Förderprogramme für Schülerinnen und Schülern mit Lernschwächen oder mit Migrationshintergrund dort stärker benötigt werden als in Realschulen oder Gymnasien. Forciert wurde dieser Qualitätsverlust in der Schulbildung durch das starre Festhalten der konservativen Kräfte in unserem Land an dem dreigliedrigen Schulsystem, welches verhindert, daß lernschwache von lernstarken Schülerinnen und Schülern profitieren.

2. Demoskopische Entwicklung
Als Anfang/Mitte der 80er die geburtenstärksten Jahrgänge in der Geschichte der BRD auf den Arbeitsmarkt drängten, herrschte ein aktuer Lehrstellenmangel, so daß sich Abiturienten bzw. Absolventen der 10. Gymnasiumsklasse sich um Lehrstellen für Realschüler bewarben, die wiederum teilweise Bewerbungen für Ausbildungsplätze schrieben, für die ein Hauptschulabschluß eigentlich ausreichend war, so daß viele Hauptschüler "hinten runter fielen"

Durch diese beiden Punkte wurde eine fataler Teufelskreis in Gang gesetzt: überproportional viele Hauptschüler blieben ohne Lehrstelle, worunter der Ruf der Hauptschulen litt, was wiederum so mancher Arbeitbegeber dazu bewog, auch nach einer Entspannung des Lehrstellenmarktes für einen "klassischen" Hauptschulberuf Bewerber von Realschulen vorzuziehen, weil man sich auf deren höheren Qualitäten nicht mehr verzichten wollte.
 
Denke auch. Habe mir aber, wie gesagt gleich gedacht, dass Euer Transparent einige Chaoten intellektuell überfordern würde:stirn:

Das Interessante ist - habe ja die Ösen zum Aufhängen der Transparente selbst mit angebracht - dass das Ding verdammt hoch hing. Da muss man sich richtig Mühe gemacht haben das da runter zu bekommen.
Ob sie das intellektuell überfordert hat bezweifle ich allerdings. Glaube eher, dass sie mit der Einstellung nicht klar kommen, dass wir sowohl rechte als auch linke Extremisten ablehnen. Hast du dir mal die Aktionszeitung von "Keinen Meter" angeschaut. Ließ mal den ersten Absatz auf Seite5. Kannste hier downloaden
 
Das Interessante ist - habe ja die Ösen zum Aufhängen der Transparente selbst mit angebracht - dass das Ding verdammt hoch hing. Da muss man sich richtig Mühe gemacht haben das da runter zu bekommen.
Ob sie das intellektuell überfordert hat bezweifle ich allerdings. Glaube eher, dass sie mit der Einstellung nicht klar kommen, dass wir sowohl rechte als auch linke Extremisten ablehnen. Hast du dir mal die Aktionszeitung von "Keinen Meter" angeschaut. Ließ mal den ersten Absatz auf Seite5. Kannste hier downloaden

:stirn: Ganz großer Sport! Das passt aber zum Bild, das ich von einigen Vertretern der "Linken Szene" in Bremen habe. Und die wollen tolerant sein:lol: Wer steckt den hinter dem Herausgeber? Sind das die Wirrköpfe von dieser "Bremer Friedensaktion" die damals gegen Israelische Waren protestiert hat? :wall:
 
Die eigene Auskunft sagt ja nur, dass es ein "breites antifaschistisches Bündnis" sei. Zu lesen ist allerdings auf diversen Internetseiten (Unter anderem in diesem Kommentar von Thomas Ehmke, MdBB (SPD)), dass deren Aufruf "mittlerweile von einer Vielzahl von Parteien und Organisationen, den Gewerkschaften und Kirchen, Jugendverbänden, Betriebsräten, Sozialverbänden, Sportvereinen und vielen mehr unterstützt [wird]. Auch der Landesparteitag der Bremer SPD und die SPD-Bürgerschaftsfraktion haben den Aufruf beschlossen". Wobei ich bezweifle, dass sich die Kollegen mal die Mühe gemacht haben sich den Schnodder, den dieses "Bündnis" da so publiziert hat, anzuschauen.
 
Die eigene Auskunft sagt ja nur, dass es ein "breites antifaschistisches Bündnis" sei. Zu lesen ist allerdings auf diversen Internetseiten (Unter anderem in diesem Kommentar von Thomas Ehmke, MdBB (SPD)), dass deren Aufruf "mittlerweile von einer Vielzahl von Parteien und Organisationen, den Gewerkschaften und Kirchen, Jugendverbänden, Betriebsräten, Sozialverbänden, Sportvereinen und vielen mehr unterstützt [wird]. Auch der Landesparteitag der Bremer SPD und die SPD-Bürgerschaftsfraktion haben den Aufruf beschlossen". Wobei ich bezweifle, dass sich die Kollegen mal die Mühe gemacht haben sich den Schnodder, den dieses "Bündnis" da so publiziert hat, anzuschauen.

Kann mir auch nicht vorstellen, dass die breite Parteibasis so ein Pamphlet gutheißen würde...:rolleyes:
 
Wollen wir jetzt wieder zeigen, wer von beiden Lagern die "Böseren" sind, bzw. den "Längeren" haben? :rolleyes:

Geht doch gar nicht darum, aber ich finde es schon krass von dem Bündnis "Keinen Meter" alle Parteien des demokratischen Spektrums von der CDU bis zu den Grünen inhaltlich in die rechte Ecke rückt. Die Linke mit ihren antisemitischen Ausfällen natürlich nicht.
Davon völlig abgesehen, weiss ich eben nicht, ob die Kollegen von der SPD tatsächlich wissen, mit was für nem Bündnis die da zusammengearbeitet haben. Ich zitiere das hier nochmal:

Unter der Überschrift "Der Rechte Rand" findet sich in der Kampagnenzeitung (Seite 5) folgendes Zitat:

Die NPD ist nicht die einzige Partei, die für eine rassistische, chauvinistische, sexistische, homopho* be oder generell ausgrenzende Politik steht. Auch Teile von CDU, SPD, FDP aber auch den Grünen stehen in der einen oder anderen Weise für eine derartige Politik. In der Regierung sorgen sie dafür, dass Menschen abgeschoben werden, kürzen Hartz IV*Empfänger_innen die Bezüge und führen Kriege. In der Opposition betreiben sie rassistische Hetze und faseln etwas von Deutschenfeindlichkeit.(...)


In der Sprache der TAZ ist "Linke" das Synonym für "Gute". ;)
 
Die Kampagnenzeitung durchzulesen, erfordert schon einige Disziplin. :zzz:

In manchen hat sie aber recht; ich erinnere nur an die widerwärtige Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. Da wurden ganz bewusst Vorurteile und Ressentiments der Bevölkerung ausgenutzt, um eine Landtagswahl zu gewinnen.
 
Die Kampagnenzeitung durchzulesen, erfordert schon einige Disziplin. :zzz:

Lässt sich ja leider kaum vermeiden, wenn man politisch aktiv ist in dieser Stadt. In der Jugendbeilage (auch auf der Seite zu finden) wird als Aktionsidee sogar die Beschädigung von Wahlplakaten vorgeschlagen. Natürlich soll sich das gegen die "rechten Parteien" richten, aber nach deren Definition könnte es ja schon die Grünen treffen.

In manchen hat sie aber recht; ich erinnere nur an die widerwärtige Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. Da wurden ganz bewusst Vorurteile und Ressentiments der Bevölkerung ausgenutzt, um eine Landtagswahl zu gewinnen.

Fand die Aktion der hessischen CDU auch widerwärtig. Aber grundsätzlich gibt es "Problemfälle" in allen Parteien. Sind halt Menschen. Über einen gewissen Buchautor und seine kruden Thesen zur Genetik möchte ich dabei gar nicht weiter eingehen.
Aber selbst "Die Linke" schürt ja - vollkommen abgesehen von dem zu Tage tretenden Antisemitismus - Ressentiments gegen Bevölkerungsgruppen. Zum einen sind das ganz global alle, die nicht deren Meinung sind. Zum anderen wird doch jeder, der es in seinem Leben zu etwas gebracht hat, als Ausbeuter und schrecklicher Kapitalist hingestellt.

Allerdings Parteien wie die CDU, FDP und SPD inhaltlich an die Seite der NPD zu stelle finde ich, gelinde gesagt, "schwierig".
 
Back
Top