Alles klar, das ist die vorurteilbelastete Sicht und die Standardäußerungen der (kleiner werdenden) Mittelschicht. Zu dieser Gruppe gehöre ich auch, arbeite aber hauptsächlich mit Menschen aus den unteren sozialen Schichten.
Wenn du wirklich glaubst, dass jeder in D sein eigener Glückes Schmied sein kann, dann empfehle ich dir mal den Besuch einer Tafel, eines Stadtteils wie Mümmelmannsberg in HH oder Tenever in HB. Gehe doch mal in eine Wärmestube und unterhalte dich dort mit den Menschen. Auch gut: sprich mal mit einer alleinerziehenden Bächereifachverkäuferin und ihren umfangreichen Lohn.
Wer nicht begreift, dass wir in einer Solidargemeinschaft leben und dass Wohlstand verfassungsmäßig auch zu Verantwortung verpflichtet, hat echt noch nicht ganz den Grundsatz unserer Gesellschaft durchdrungen.
Der beschriebene Wohlstand muss erarbeitet werden, um die schwächeren der Gesellschaft zu unterstützen. Deshalb bin ich ja auch für eine eher wirtschaftsfreundlich Politik, dennoch können wir es uns nicht leisten, dass ein großer Teil vom Wohlstand abgekoppelt lebt.
Den Wert einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. (Ok: 3 ins Phrasenschwein!)
Abgesehen davon: hängt die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nicht irgendwie wesentlich auch mit einer Agenda 2010 zusammen?