Allgemeiner Politik Thread

wieder mal großartige Quellen :rolleyes: Der Focus, der aus der BILD zitiert!! Zwei der größten Propaganda Blätter der Regierung...:wall: Ich glaube nirgends kann man Statistiken so gut zurecht biegen, wie bei den Arbeitslosenzahlen. :ugly:

SPON sagt dazu:

(...)Die Bundesagentur hat insgesamt rund eine Million Leistungsbezieher in Ausbildung und Arbeit vermittelt. Das teilte die Behörde SPIEGEL ONLINE mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Es handle sich um die höchste Quote seit Einführung der Hartz-Reformen 2005.(...)

Welche Quelle ist den für die "seriös" genug? "Neues Deutschland"? :rolleyes:
 
Ich weiß zwar nicht wofür, aber ich nehme die Entschuldigung gerne an. Gerne wieder. ;)

Wolltest doch keine Statistiken mehr hören ;)

Mag ja sein, dass die Regierung auch Erfolge vorzuweisen hat. Das viele Langzeitarbeitslose in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse untergekommen sind, ist natürlich eine gute Sache.

Mich würde dabei noch interessieren, ob diese Arbeitnehmer so viel verdienen, dass sie mehrheitlich nicht mehr von staatlichen Leistungen abhängig sind. Wenn nicht, könnte ich ganz leicht die Brücke zum Thema "Mindestlohn" schlagen, der von der FDP ja entschieden abgelehnt wird...


Wird man sehen, wenn die Bundesagentur für Arbeit die Statistik komplett vorlegt. Interessiert mich auch. Aber da bleibe ich auch bei meiner Meinung, dass es mir lieber ist, wenn Leute aufstocken, als wenn sie zu 100% die Leistungen vom Amt bekommen müssen.
 
Wird man sehen, wenn die Bundesagentur für Arbeit die Statistik komplett vorlegt. Interessiert mich auch. Aber da bleibe ich auch bei meiner Meinung, dass es mir lieber ist, wenn Leute aufstocken, als wenn sie zu 100% die Leistungen vom Amt bekommen müssen.

OK. Dann wäre noch interessant zu erfahren, ob es langfristige Beschäftigungen sind, oder Beschäftigungen, die schon nach wenigen Wochen beendet wurden. Wobei man natürlich bei einer vorzeitigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses, aus welchem Grund auch immer, der Bundesregierung schwer die Schuld geben kann.
 
OK. Dann wäre noch interessant zu erfahren, ob es langfristige Beschäftigungen sind, oder Beschäftigungen, die schon nach wenigen Wochen beendet wurden. Wobei man natürlich bei einer vorzeitigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses, aus welchem Grund auch immer, der Bundesregierung schwer die Schuld geben kann.

Wird man dann sehen. Die Meldung ist ja noch recht dünn. Habe sie ja auch zu erst im Phoenix-Laufband gesehen und auf der Seite der BA nachgeschaut, ob da schon eine PM veröffentlich wurde. Leider nicht. Dann habe ich eben die Nachrichtenmagazine abgeklopft.
 
Nö...Spiegel, Frankfurter Rundschau, Taz, Weserkurier, Süddeutsche Zeitung, Neue Züricher Zeitung, Berliner Morgenpost etc.

Genau genommen kannst du den von dir genannten "seriösen" Medien, zumindest was die Online-Ausgaben angeht, auch nicht mehr uneingeschränkt vertrauen. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass in den Redaktionen vielfach Praktikanten beschäftigt sind, die per copy & paste in bester Baronsmanier bei anderen Internetseiten abschreiben.

Das führt teilweise zu den skurilen Ergebnissen, dass eine Meldung wortgleich von mehreren Internetseiten übernommen wird - inklusive Rechtschreibfehler etc.
 
Genau genommen kannst du den von dir genannten "seriösen" Medien, zumindest was die Online-Ausgaben angeht, auch nicht mehr uneingeschränkt vertrauen. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass in den Redaktionen vielfach Praktikanten beschäftigt sind, die per copy & paste in bester Baronsmanier bei anderen Internetseiten abschreiben.

Das führt teilweise zu den skurilen Ergebnissen, dass eine Meldung wortgleich von mehreren Internetseiten übernommen wird - inklusive Rechtschreibfehler etc.

Das stimmt wohl! :) Vor ein Paar Jahren hat ein Kumpel von mir, sehr glaubhaft ins "WORUM" gepostet, Werder hätte sich die Dienste von Riise quasi schon gesichert und er habe Riise in der Stadt gesehen. (das war ein Tag vor Transferschluss). Ein Paar Stunden später stand die "Meldung" bei der Online Redaktion der Süddeutschen, dass Werder vermutlich Riise holen würde. :lol::lol::lol:
 
Wolltest doch keine Statistiken mehr hören ;)




Wird man sehen, wenn die Bundesagentur für Arbeit die Statistik komplett vorlegt. Interessiert mich auch. Aber da bleibe ich auch bei meiner Meinung, dass es mir lieber ist, wenn Leute aufstocken, als wenn sie zu 100% die Leistungen vom Amt bekommen müssen.

Hm seh ich anders, denn das fuehrt zu Lohndumping, was unterm Strich den Steuerzahler noch mehr belastet.
 
Die Mitdiskutanten sahen die Personen als erstes mal als "Opfer" der Gesellschaft und waren der festen Überzeugung, dass diese Leute gar nicht in der Lage sein ohne staatliche Hilfe auskommen könnten. ich für meinen Teil denke, dass zumindest noch, in Deutschland jeder in der Lage ist seines eigenen Glückes Schmied zu sein und auf diese Art der staatlichen Hilfe nicht zwingend angewiesen ist. Aufgehängt haben sie sich an dem Satz in unserem Bürgerprogramm 2011, dass Integeration zuvordertst Aufgabe der Migranten selbst sei.

Alles klar, das ist die vorurteilbelastete Sicht und die Standardäußerungen der (kleiner werdenden) Mittelschicht. Zu dieser Gruppe gehöre ich auch, arbeite aber hauptsächlich mit Menschen aus den unteren sozialen Schichten.
Wenn du wirklich glaubst, dass jeder in D sein eigener Glückes Schmied sein kann, dann empfehle ich dir mal den Besuch einer Tafel, eines Stadtteils wie Mümmelmannsberg in HH oder Tenever in HB. Gehe doch mal in eine Wärmestube und unterhalte dich dort mit den Menschen. Auch gut: sprich mal mit einer alleinerziehenden Bächereifachverkäuferin und ihren umfangreichen Lohn.
Wer nicht begreift, dass wir in einer Solidargemeinschaft leben und dass Wohlstand verfassungsmäßig auch zu Verantwortung verpflichtet, hat echt noch nicht ganz den Grundsatz unserer Gesellschaft durchdrungen.
Der beschriebene Wohlstand muss erarbeitet werden, um die schwächeren der Gesellschaft zu unterstützen. Deshalb bin ich ja auch für eine eher wirtschaftsfreundlich Politik, dennoch können wir es uns nicht leisten, dass ein großer Teil vom Wohlstand abgekoppelt lebt.
Den Wert einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. (Ok: 3€ ins Phrasenschwein!)

Abgesehen davon: hängt die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nicht irgendwie wesentlich auch mit einer Agenda 2010 zusammen?
 
Hm seh ich anders, denn das fuehrt zu Lohndumping, was unterm Strich den Steuerzahler noch mehr belastet.

Was so pauschal eben nicht stimmt. Es sind nachweislich mehr Arbeitsplätze entstanden. Insbesondere im produzierenden Gewerbe sind Unternehmen zurück aus Osteuropa nach Deutschland gekommen. Das das natürlich anfällig für Mißbrauch ist - genauso wie das Instrument der Leiharbeit - wird keiner abstreiten. Aber die Sozialsysteme sind allgemein nicht vor Mißbrauch geschützt.
 

Also ersten muss ich dazu nicht nach Tenever fahren, um die Probleme zu kennen und zu sehen. Wohne selbst in einem sozialen Brennpunkt der Stadt Bremen, zumindets, wenn man den Daten des statistischen Landesamtes glaubt.
Nur die Menschen zu erst als gesellschaftliches Opfer zu sehen, ist für mich ein pervertiertes Menschenbild und absolut diskriminierend. Ging ja in dem vorliegenden Fall konkret um Migranten. Und die Kollegen, die sich da ja als so tolle Gutmenschen präsentierten, scheinen einem Migranten in keinsterweise zuzutrauen in Deutschland ohne staatliche Hilfe klar zu kommen. Mein Vater ist auch vor über 30 Jahren nach Deutschland gekommen und ihn musste auch keiner an die Hand nehmen. Deutsch hat er selbständig gelernt.
Und jeder hat die Chance durch die harte Arbeit und viel Fleiß etwas aus sich zu machen. Dazu hilft es aber nichts, wenn so Kollegen, den Menschen vermitteln sie könnten es ohne Hilfe gar nicht schaffen. Das ist nämlich völliger Schwachsinn. Kenne Leute aus diesem Stadtteil, die aus so genanten "sozialschwachen Familien" ohne großartige staatliche Hilfe, es zu erfolgreichen Menschen gebracht haben. Einer ist Fachanwalt für Verkehrsrecht mit einem Monatsverdienst, welches über dem der Kanzlerin liegt.
 
Das liest sich jetzt aber wesentlich differenzierter.

Zusammengefasst lese ich das aus deinem Post:
Fast jeder kann mit Eigenantrieb und bei Chancengleichheit ein gutes, zufriedenes und erfolgreiches Leben in D führen. Sollten den Menschen diese Aspekte fehlen, sollten sie von der Gesellschaft Hilfe zur Selbsthilfe bekommen. (Sie sollten dann an die Hand genommen werden, um ihr Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich gestalten zu können.)

Siehst du das so?
 
Was so pauschal eben nicht stimmt. Es sind nachweislich mehr Arbeitsplätze entstanden. Insbesondere im produzierenden Gewerbe sind Unternehmen zurück aus Osteuropa nach Deutschland gekommen. Das das natürlich anfällig für Mißbrauch ist - genauso wie das Instrument der Leiharbeit - wird keiner abstreiten. Aber die Sozialsysteme sind allgemein nicht vor Mißbrauch geschützt.

Ich sag ja nicht, dass nicht mehr Arbeitsplätze entstanden sind. Aber wenn Unternehmen A aus Branche X den Leuten so wenig zahlen darf, dass sie nicht davon leben können, wird es Unternehmen B aus Branche X auch machen wollen. Das ist ein Teufelskreislauf. Besonders, wenn man von dem FDP Ansatz der Gewinnmaximierung ausgeht.
 
Alles klar, das ist die vorurteilbelastete Sicht und die Standardäußerungen der (kleiner werdenden) Mittelschicht. Zu dieser Gruppe gehöre ich auch, arbeite aber hauptsächlich mit Menschen aus den unteren sozialen Schichten.
Wenn du wirklich glaubst, dass jeder in D sein eigener Glückes Schmied sein kann, dann empfehle ich dir mal den Besuch einer Tafel, eines Stadtteils wie Mümmelmannsberg in HH oder Tenever in HB. Gehe doch mal in eine Wärmestube und unterhalte dich dort mit den Menschen. Auch gut: sprich mal mit einer alleinerziehenden Bächereifachverkäuferin und ihren umfangreichen Lohn.
Wer nicht begreift, dass wir in einer Solidargemeinschaft leben und dass Wohlstand verfassungsmäßig auch zu Verantwortung verpflichtet, hat echt noch nicht ganz den Grundsatz unserer Gesellschaft durchdrungen.
Der beschriebene Wohlstand muss erarbeitet werden, um die schwächeren der Gesellschaft zu unterstützen. Deshalb bin ich ja auch für eine eher wirtschaftsfreundlich Politik, dennoch können wir es uns nicht leisten, dass ein großer Teil vom Wohlstand abgekoppelt lebt.
Den Wert einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. (Ok: 3€ ins Phrasenschwein!)

Abgesehen davon: hängt die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nicht irgendwie wesentlich auch mit einer Agenda 2010 zusammen?

Gebe dir in beiden Punkten Recht. Und ich sehe auch nicht, dass in Deutschland tatsächlich eine Chancengleichheit gibt, bspsws. im Bildungssystem. Erst recht nicht mit FDP / CDU Studiengebühren, da werden z.B. Leute aus unteren sozialen Schichten vom Studieren abgehalten.
 
Das liest sich jetzt aber wesentlich differenzierter.

Zusammengefasst lese ich das aus deinem Post:
Fast jeder kann mit Eigenantrieb und bei Chancengleichheit ein gutes, zufriedenes und erfolgreiches Leben in D führen. Sollten den Menschen diese Aspekte fehlen, sollten sie von der Gesellschaft Hilfe zur Selbsthilfe bekommen. (Sie sollten dann an die Hand genommen werden, um ihr Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich gestalten zu können.)

Siehst du das so?

Hab ich doch gesagt. Hilfe zu Selbsthilfe ist genau der Punkt. Und nicht die Quasientmündigung dieser Menschen. Wie gesagt der Satz in unserem Bürgerprogramm, an dem sie sich aufgehängt haben, lautet wie folgt:

"Allerdings ist und bleibt Integration zuvorderst eine Aufgabe der Zugewanderten selbst."

Das fanden sie furchtbar diskriminierend und menschenverachtend. Und ich habe während des gesamten Gesprächs nicht verstanden, was sie eigentlich von mir wollten. Und wenn man den Leuten so zugehört und das im nachhinein refelktiert hat, kam ich zudem Schluss, dass die doch tatsächlich der Ansicht sind, diese armen "Opfer" müsste von staatlichen Institution ihr gesamtels Leben an die Hand genommen werden.

Ich sag ja nicht, dass nicht mehr Arbeitsplätze entstanden sind. Aber wenn Unternehmen A aus Branche X den Leuten so wenig zahlen darf, dass sie nicht davon leben können, wird es Unternehmen B aus Branche X auch machen wollen. Das ist ein Teufelskreislauf. Besonders, wenn man von dem FDP Ansatz der Gewinnmaximierung ausgeht.

Das zu verhindern ist eigentlich Aufgabe der Arbeitnehmervertretungen. Aber wenn sich die Gewerkschaften mehr mit sachfremden Themen beschäftigen als mit der Vertretung der Arbeitnehmerinteressen, wundert mich das alles nicht mehr. Wohltunend hebt sich da in meinen Augen tatsächlich die ansonsten viel kritisierte GDL ab.
 
Gut finde ich das Verhalten von Herrn Lindner.
Der hat es begriffen. Somit habe ich noch Hoffnung, dass auch Menschen in der Politik einsichtig sein können. (Das schreibe ich komplett ohne Häme! Ich freue mich, dass der Atomausstieg immer wahrscheinlicher wird.)

Vielleicht sehe ich nächsten Montag auf der Mahnwache zum Atomunfall oder bei der nächsten Demo dann unsere KollegInnen aus der FDP-Fraktion.

Eines ist mir noch wichtig: ich sehe nicht, dass die SPD auf den "Antiatomzug" springt, auf diesem Zug fährt sie mindestens 25 Jahre mit.
Bsp.: in den 80ern wurde im Emsland ein AKW gebaut, dessen Errichtung nur in Niedersachsen (Bürgerliche Regierung) durchsetzbar war. Diese Anlage versorgt zum großen Teil das Ruhrgebiet (Während der Genehmigungs und Bauphase des KKWs war NRW Rot, bzw. Rot-Gelb regiert). Die Landesregierung in NRW hatte den Bau im eigenen Land damals abgelehnt.

Vorher (1978) war die SPD-Regierung in Bezug auf den schnellen Brüter in Kalkar schon zur Besinnung gekommen.

Ich bin Ende der 80ger SPD-Mitglied geworden, da im konservativen Emsland damals eine Grüne-Partei undenkbar war und die SPD gegen den Bau des AKW Emsland mobil gemacht hat.
 
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