Naturkatastrophen

Wir sind auch grundsätzlich nicht weit auseinander mit unserer Meinung, allerdings denke ich nicht nur, dass Teile der deutschen Medien, der Öffentlichkeit und der Experten viel zu hysterisch und egozentrisch reagieren, sondern auch dass der reine Glaube an Techink und irgendwelche Behörden recht naiv ist.

Dass im Übrigen eine sich entwickelnde neue Katastrophe, zu der es stündlich Neuigkeiten gibt, einen recht großen Raum einnimmt, ist doch nicht so unglaublich verwunderlich, oder? Wer es unbedingt sehen wollte, konnte gestern eine Menge Unglück im Fernsehen sehen, welches nichts mit Fukushima zu tun hat. Es ist nun wahrlich nicht so, als sei das vergessen. Was mich nur bisher wundert ist der Mangel an Spendenaufrufen. Das verstehe ich noch nicht so ganz.
 
Wenigstens eine gute Nachricht: Der Wind zieht momentan in Richtung Pazifik und nicht in Richtung Tokio. Und an dieser Wetterlage soll sich die nächsten Tage auch nichts ändern.
 
Das hier ist weniger gut:

7.59 Uhr: Cäsium und Jod seien im Leitungswasser in der Präfektur Fukushima nachgewiesen worden, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.
 
Wir sind auch grundsätzlich nicht weit auseinander mit unserer Meinung, allerdings denke ich nicht nur, dass Teile der deutschen Medien, der Öffentlichkeit und der Experten viel zu hysterisch und egozentrisch reagieren, sondern auch dass der reine Glaube an Techink und irgendwelche Behörden recht naiv ist.

Dass im Übrigen eine sich entwickelnde neue Katastrophe, zu der es stündlich Neuigkeiten gibt, einen recht großen Raum einnimmt, ist doch nicht so unglaublich verwunderlich, oder? .

Ich für meine Teil glaube nicht bedingungslos an Technik und auch nicht an Behörden. Dennoch scheinen die Infos zuverlässiger als das, was in den deutschen Medien so transportiert wird. Gerade ausländische Medien (inkl. dr Japanischen) sind wesentlich mehr an sachlichen Berichterstattung interessiert. Einzig Phoenix hebt sich da ein bisschen von ab, da dort auch Leute zu Wort kommen, die eine nachweisbare Qualifikation haben. Und nicht nur "Atomexperte von Organisation X,Y,Z".

Und es gib eben auch nicht stündlich Neuigkeiten. Die werden nur viel mehr halbstündlich neu aufbereitet.
 
Da kommen irgendwelche "Experten" zu Wort, insbesondere von Umweltverbänden, die bereits am Sonnabendmorgen von einer vollständigen Kernschmelze in den Reaktoren ausgegangen sind. Bisher gibt es höchstens die Annahme, dass es zu einer partiellen gekommen sein könnte. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Ich finde das Verhalten in Deutschland abartig. Insbesondere auch die Reaktion der Bundesregierung, die noch mehr unnötige Unruhe in die ganze Geschichte reinbringt. Wozu das führt: Massenpanik in Deutschland. Geigerzähler sind bereits ausverkauft und der Deutsche Apothekerverband warn vor der unkontrollierten Einnahme von Iodtabletten. Mir geht es nicht darum das Geschehen dort herunterszuspielen, aber man sollte es eben auch nich aufbauschen.
Wieso fällt es so schwer die Geschehnisse einfach mal nüchtern zu betrachten? Und da hat werderknight eben auch recht. Derzeit sind 600 000 Menschen obdachlos, mehrere 10 000 werden vermisst und am laufenden Band Tote geborgen. Derzeit sieht es so aus, dass es aufgrund der zerstörten Infrastruktur zu einer Versorgungsknappheit kommt. Es wäre wesentlich angebrachter, sich um diese Thematik ein bisschen mehr und um Fukushima Daiichi ein wenig weniger zu kümmern.


Das ist der Punkt. Die japanischen Medien berichten von massiver Benzinknappheit im ganzen Land. Die Hilfsgüter können daher vielfach nicht in den Norden des Landes gebracht werden.

Die Menschen haben in vielen Gebieten kein Trinkwasser. Die Temperaturen liegen aktuell bei knapp über Null. Heizen kann dort niemand. Die Versorgung mit Medikamenten findet ebenfalls vielerorts nicht mehr statt.
 
Ich bin auch der Meinung, dass die deutschen Medien etwas hysterisch reagieren, andererseits verstehe ich die Salamitaktik der Japanischen Regierung und des Betreibers zwar von der Seite, dass man eine Massenpanik verhindern will, aber wohin die derzeitige Situation führt, dürfte selbst dort schon klar sein. Von daher kann ich nachvollziehen, dass die Medien ein besonderes Augenmerk auf eines der größten Wirtschaftszentren der Welt legen, dass unbestritten bedroht ist. Immerhin müssen die Reaktoren noch über 2-3 Jahre gekühlt werden, bis die Gefahr komplett gebannt ist. Alles was dort jetzt getan wird, hat für mich den Anschein eines "wir machen einfach irgendwas und wissen nicht genau was passiert". Immer nur auf neue Explosionen und Brände reagieren, anstatt selbst einen Plan zu haben, kann einfach nicht funktionieren.

Da schließt sich auch mein Unverständnis gegenüber der japanischen Regierung an...wie kann man denn bitte 6 Reaktoren direkt nebeneinander an eine nachweislich gefährdete Stelle setzen und dann keine Notfallsysteme einbauen, die auch in extremen Situationen funktionieren. Ich meine eine 10m-Tsunami-Welle ist ja jetzt keine Höhe, die vor dem Beben absolut unvorstellbar war.

Ich denke man sollte einfach aus den Informationen das Neue herausfiltern und sich nicht nur auf eine Quelle verlassen. Gerade das Bundesamt für Strahlenschutz bietet recht neutrale Infos, die die Meldungen der Printmedien und Fernsehprogramme auf das wichtigste beschränkt.

Spenden werden sicherlich dringend benötigt, auch wenn ich denke, dass es dort weit schwerwiegendere Probleme gibt als die finanzielle Situation. Wenn Geld da ist, aber man einfach nicht zu den Leuten kommt, dann bringen auch 100.000 Euro mehr nichts.
 
Zu der "Salamitaktik". Vor ein paar Tagen war jemand bei Phoenix der erklärte, dass dahinter meist keine Taktik steht, sondern es viel mehr so ist, dass die Betreiber und Behörden (das gelte ganz allgemein) auch nur das weiter geben könnten, was sie auch genau wissen.
Das ist eben der Unterschied zu den Medien, die fleißig vor sich hin spekulieren können ohne danach zur Rechenschaft gezogen werden zu können.
 
Klar, lieber erst das sagen, was wirklich sicher ist. Aber genau diese Handhabung der Informationsweitergabe sehe ich gerade beim Betreiber, der am Anfang der Kette steht, nicht. Die Regierung hat sich davon scheinbar leider anstecken lassen. Wie sind die vielen kritischen Töne aus Japan sonst zu erklären.

Außerdem wird auch der Betreiber wissen, dass es in dem Kraftwerk wenig bis nichts zu retten ist, weil es einfach keinen Notfallplan für diese Situation gibt.

Dann immer zu melden: die Brennstäbe sind gerade wieder im Wasser, ne Stunde später gucken 10 cm raus, dann sind sie mal wieder ganz ohne Kühlung, das kanns doch auch nicht sein. Entweder ich informiere die Bevölkerung vernünftig über die Gefahren oder ich lasse es ganz bleiben. Alles dazwischen verunsichert noch viel mehr.

Es handelt sich dabei aber scheinbar um ein generelles Problem großer Firmen und der Politik. Schade eigentlich.
 
Zu der "Salamitaktik". Vor ein paar Tagen war jemand bei Phoenix der erklärte, dass dahinter meist keine Taktik steht, sondern es viel mehr so ist, dass die Betreiber und Behörden (das gelte ganz allgemein) auch nur das weiter geben könnten, was sie auch genau wissen.
Das ist eben der Unterschied zu den Medien, die fleißig vor sich hin spekulieren können ohne danach zur Rechenschaft gezogen werden zu können.

Einerseits ist nachvollziehbar, daß Betreiber und Behörden möglichst verlässliche Informationen geben wollen, aber die Vergangenheit hat leider schon zu oft gezeigt, daß unabhängig vom Vorkommnis/Thema oder der betroffenen Region/Staat etc. versucht wurde, die ganze Wahrheit gar nicht ans Tageslicht kommen zu lassen. Sowas bietet natürlich einen Nährboden für mediale Spekulationen und Mißtrauen in der Öffentlichkeit.
 
Glaube Yogeshawar hatte gesagt, dass in dem Moment als man Meerwasser eingeleitet hat, hat man das gesamte Kraftwerk aufgegeben.

Bisher kann man wie gesagt bei IAEO die Informationen ganz gut abrufen und auch verstehen. Und wie gesagt die widersprüchlichen Meldungen kommen über die Medien. Die berufen sich dann wieder auf irgendwelche Nachrichtenagenturen, der aus irgendeiner Quelle zu wissen glaubt, dass....

Habe da als Beispiel mal die "Entwarnungsnachricht", die gestern kurzzeitig über die Ticker ging, weil Fukushima Dai-ni gestern gemeldet hat, dass alle vier Reaktorblöcke sicher heruntergefahren seien, benannt. Da waren Teile der Medien einfach zu dämlich Daini und Daiichi auseinanderzuhalten.
 


Die gute Kritik wundert mich ehrlich gesagt nicht. Ähnlich wie Guido Knopp geschichtliches bei ZDF-History versteht es Yogeshwar wissenschaftliche Zusammenhänge mit verständlichen Worten zu erörtern.

Aber diese Art der Dokumentation ist eine große Stärke von ARD und ZDF (auch wenn diese manchmal etwas "verstaubt" wirken); hier werden Vorkommnisse sachlich dargestellt ohne wie die privaten TV-Anstalten in bester bzw. vielmehr schlechter Bild-Manier in Sensationsgier zu verfallen.
 
Die gute Kritik wundert mich ehrlich gesagt nicht. Ähnlich wie Guido Knopp geschichtliches bei ZDF-History versteht es Yogeshwar wissenschaftliche Zusammenhänge mit verständlichen Worten zu erörtern.

Aber diese Art der Dokumentation ist eine große Stärke von ARD und ZDF (auch wenn diese manchmal etwas "verstaubt" wirken); hier werden Vorkommnisse sachlich dargestellt ohne wie die privaten TV-Anstalten in bester bzw. vielmehr schlechter Bild-Manier in Sensationsgier zu verfallen.

Naja. Die ÖR tendieren leider auch immer mehr dahin sich auf das Niveau der Privaten zu begeben. Yogeshwar und Knopp sind eher Ausnahmen.
 
Leider ja, aber nicht aus programatischer Überzeugung, sondern weil der Mainstream in diese Richtung tendiert und die ÖR auch Werbeeinnahmen benötigen, deren Höhe von den Zuschauerzahlen abhängig sind.
 
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