Meiner Ansicht nach muss TS da noch mehr einen Mittelweg finden zwischen einem klar vorgegebenen Handlungsrahmen sowie dem selbsterlernenden Teamfussball, und zwar kontinuierlich, nicht nur zwischendurch. Und KA & Co. müssen ihm einen Kader zur Verfügung stellen, der TS im Wesentlichen ermöglicht, seine Ideen umzusetzen. Dieser Kader muss nicht teuer sein, sondern nur die richtigen Typen haben, die den jungen Spielern mit - Zitat Karlotto - "brachliegenden Potential" die nötigen Dinge beibringen.
Erstmal danke für die vielen schönen und guten Beiträge von euch allen die letzten Seiten. Eine freude sie zu lesen.
Ich kann auch die Argumente von Stonecold und Karlotto verstehen. Ich bin weder Fußballtrainer noch ein sonderlich starker Fußballspieler ( leider nicht mit genügend fußballerischem Talent gesegnet). Dennoch maße ich mir an ein grundlegendes Verständnis für die meisten Teamsportarten zu besitzen und relativ schnell Taktiken und Spielweisen zu erkennen und daraus schlüsse zu ziehen.
Bei dieser ganzen Diskussion denke ich immer an den Trainer, der in vielen Interviews das sagt, was letztendlich auf die Spielweise der Mannschaft hindeutet oder eher der Spielweise, die sich Schaaf wünscht. Der begriff des losen taktikschen Korsetts, das Mick erwähnt hat trifft hier meines erachtens zu. Bei mir Klingeln dann immer aussagen wie "Wir wollen etwas anbieten." "Ich spiele nicht mit einem Stürmer. Bis der vorne ist, ist abgepfiffen und die Flutlichter aus." "Wenn man als Fan während des Spiels nicht aufsteht und sich eine Wurst holen geht, weil es zu spannend ist, dann spielen wir den richtigen Fußball." "Wir schauen nicht auf den Gegner, wir wollen unser Spiel durchbringen." Dann glaube ich nicht an einen solchen Mittelweg den du, Mick, dir für die zukünftige Entwicklung wünschst. Ich kann mir eine Veränderung dahingehend vorstellen, dass Schaaf ab jetzt vielleicht früher taktische Maßnahmen ergreift um auf Fehlentwicklungen zu reagieren. Aber Schaaf wird immer wieder, wenn er es aus seinen Beobachtungen für möglich hält, auf seine Art des Fußballs zurückgreifen.
Ich würde mir da auch wesentliche veränderungen wünschen. Ich finde es immer wieder schön zu sehen, wenn Schaaf andere taktische Maßnahmen nutzt und auf einmal die ganzen Taktiken der Gegner nicht mehr greifen und wir aus diesen Spielen eigentlich zumeist als Sieger hervorgingen.
edit: was mir da gerade einfällt. Schaaf gab mal in der SZ (?) ein Interview ich glaub es war nach der Meistersaison. Da wurde er über sein Privatleben und seinen Werdegang befragt. Da antwortete er, dass er auch gerne Architekt geworden wäre, aber als Fußballtrainer ja jetzt so etwas ähnliches macht. Ich finde, dass deutet ganz elementar auf sein grundverständnis von Fußball und Mannschaftssport im allgemeinen hin. Welcher Architekt baut denn die ganze zeit, bei veränderten bedingungen sein Haus um? Er versucht es so zu bauen, dass das gleiche Haus allen bedingungen widerstehen kann.



