Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
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Meiner Ansicht nach muss TS da noch mehr einen Mittelweg finden zwischen einem klar vorgegebenen Handlungsrahmen sowie dem selbsterlernenden Teamfussball, und zwar kontinuierlich, nicht nur zwischendurch. Und KA & Co. müssen ihm einen Kader zur Verfügung stellen, der TS im Wesentlichen ermöglicht, seine Ideen umzusetzen. Dieser Kader muss nicht teuer sein, sondern nur die richtigen Typen haben, die den jungen Spielern mit - Zitat Karlotto - "brachliegenden Potential" die nötigen Dinge beibringen.


Erstmal danke für die vielen schönen und guten Beiträge von euch allen die letzten Seiten. Eine freude sie zu lesen.

Ich kann auch die Argumente von Stonecold und Karlotto verstehen. Ich bin weder Fußballtrainer noch ein sonderlich starker Fußballspieler ( leider nicht mit genügend fußballerischem Talent gesegnet). Dennoch maße ich mir an ein grundlegendes Verständnis für die meisten Teamsportarten zu besitzen und relativ schnell Taktiken und Spielweisen zu erkennen und daraus schlüsse zu ziehen.

Bei dieser ganzen Diskussion denke ich immer an den Trainer, der in vielen Interviews das sagt, was letztendlich auf die Spielweise der Mannschaft hindeutet oder eher der Spielweise, die sich Schaaf wünscht. Der begriff des losen taktikschen Korsetts, das Mick erwähnt hat trifft hier meines erachtens zu. Bei mir Klingeln dann immer aussagen wie "Wir wollen etwas anbieten." "Ich spiele nicht mit einem Stürmer. Bis der vorne ist, ist abgepfiffen und die Flutlichter aus." "Wenn man als Fan während des Spiels nicht aufsteht und sich eine Wurst holen geht, weil es zu spannend ist, dann spielen wir den richtigen Fußball." "Wir schauen nicht auf den Gegner, wir wollen unser Spiel durchbringen." Dann glaube ich nicht an einen solchen Mittelweg den du, Mick, dir für die zukünftige Entwicklung wünschst. Ich kann mir eine Veränderung dahingehend vorstellen, dass Schaaf ab jetzt vielleicht früher taktische Maßnahmen ergreift um auf Fehlentwicklungen zu reagieren. Aber Schaaf wird immer wieder, wenn er es aus seinen Beobachtungen für möglich hält, auf seine Art des Fußballs zurückgreifen.

Ich würde mir da auch wesentliche veränderungen wünschen. Ich finde es immer wieder schön zu sehen, wenn Schaaf andere taktische Maßnahmen nutzt und auf einmal die ganzen Taktiken der Gegner nicht mehr greifen und wir aus diesen Spielen eigentlich zumeist als Sieger hervorgingen.

edit: was mir da gerade einfällt. Schaaf gab mal in der SZ (?) ein Interview ich glaub es war nach der Meistersaison. Da wurde er über sein Privatleben und seinen Werdegang befragt. Da antwortete er, dass er auch gerne Architekt geworden wäre, aber als Fußballtrainer ja jetzt so etwas ähnliches macht. Ich finde, dass deutet ganz elementar auf sein grundverständnis von Fußball und Mannschaftssport im allgemeinen hin. Welcher Architekt baut denn die ganze zeit, bei veränderten bedingungen sein Haus um? Er versucht es so zu bauen, dass das gleiche Haus allen bedingungen widerstehen kann.
 
Nur ist es umgekehrt eben auch fahrlässig, einer Mannschaft, der im Wesentlichen strategisches Denken und Spielintelligenz abgeht, zu viel Handlungsvollmacht auf dem Rasen zu überlassen. Da tummeln sich taktische Analphabeten und ungeschulte, junge Spieler auf dem Platz, denen allesamt das Verständnis für die Erfordernisse des erfolgreichen Mannschaftsspiels fehlt. So hast Du dann die Symptome, die wir in dieser Saison meist hatten, ein wirres Durcheinander von Einzelspielern, die nicht im geringsten in der Lage sind, so etwas wie Ordnung zu halten und die infolgedessen weder Sicherheit ins Defensivspiel bringen, noch Kreativität im Spiel nach vorn.

Auch von meiner Seite noch einmal ein großes Dankeschön für die anregende Diskossion auf den letzten Seiten. Wie du prognostiziert hast, ist das Niveau nach dem Sieg am letzten Sonntag um einiges gestiegen in diesem Thread. :tnx:

Ich möchte da nochmal auf die Angesprochene Spielphilosophie von TS und KA zurück kommen. Werder versteht sich ja als Ausbildungslager (manchmal erinnert es auch mehr an ein Jugendlager) für hochveranlagte Spieler, die für einen geringeren Preis gekauft werden, um bei Maximum an Erfolg das 4fache an Rendite zu machen. Darauf ist natürlich auch Schaafs fragiles Konzept der Leistungsförderung auf dem Platz zu verstehen, dass man ihnen taktische Freiheiten einräumt, die die Spieler bei anderen Vereinen nie vorfinden würden. Die Crux dabei ist, dass der Kader dabei sowohl aus jungen Wilden (die man versucht zu schleifen) und alten Hasen bestehen muß, um Sicherheit in diese lockere Korsett zu bekommen.

Gerade dabei stechen dann Spieler besonders in den Fokus, die sowohl sehr diziplieniert spielen, andererseits ein hohes Mass an Genialität mit bringen. In welcher Konstelation auch immer aber Özil, Diego und Micout verfügten über die Mittel. Sie brachten das Mass an Genialität mit, um den hochaufgerückten, druckvollen Offensivfußball ein hohes Mass an Sicherheit zu geben, um damit erfolgreich zu sein. Und unter Micout hatten wir dabei auch noch schönen One-Touch Fußball.

Auffällig ist aber gerade in dieser Saison, dass ein Vakuum im Mittelfeld sich gebildet hat. Einerseits möchte man weiter attraktiven, offensiven Fußball spielen, geräd aber jedesmal in die Gefahr, dass der Ball zu lange hgehalten, Horizontal gespielt wird und so durch geschicktes Pressing unser Mittelfeld und Abwehr übertölpelt wird.

Also endweder ist unser Kader falsch zusammengestellt, um weiterhin "Jugendcamp Werder" zu spielen oder wir werden zwangsläufig unser System, hin zu einer defensiveren System, verändern müßen.

Und da habe ich nun ehrlich gesagt auch meine Zweifel, ob KATS bereit sind, von ihrer Leitlinie abzurücken. Die Zukunft wirds zeigen.
 
So meine ich das aber definitiv nicht. Ich würde eher sagen: KATS haben es besser gemacht als viele andere. Das schließt nicht aus, dass andere Personen Werder wieder auf die konstante Siegerstrasse bringen würden und die erfolgreiche Zeit zwischen 03/04 und 09/10 wiederholen könnten. Sowas kann man schließlich nicht voraussagen. Die Tatsache, dass es KATS in diesem Zeitraum besser gemacht haben als viele andere, ist für mich nur ein Argument dafür, es weiterhin mit den beiden zu versuchen. Also ein Argument contra Entlassung jetzt oder zur neuen Saison.

Naja, da man anderen Trainern in der Regel nicht die Zeit zugesteht, die Thomas hier bei uns vorfindet, ist die Tatsache das KATS in der Vergangenheit erfolgreicher waren, als viele ihrer Kollegen nur ein sehr schwammiges Argument. Ich würde eher behaupten der Erfolg spricht für Werder, nämlich seinen leitenden sportlichen Angestellten ein Maximum an Freiheit zu überlassen. Aber ich gebe dir insofern natürlich Recht, dass sich auch unglaublich viele Graupen an Trainern und Managern in den Bundesligen tümmeln.
 
Ich möchte da nochmal auf die Angesprochene Spielphilosophie von TS und KA zurück kommen. Werder versteht sich ja als Ausbildungslager (manchmal erinnert es auch mehr an ein Jugendlager) für hochveranlagte Spieler, die für einen geringeren Preis gekauft werden, um bei Maximum an Erfolg das 4fache an Rendite zu machen. Darauf ist natürlich auch Schaafs fragiles Konzept der Leistungsförderung auf dem Platz zu verstehen, dass man ihnen taktische Freiheiten einräumt, die die Spieler bei anderen Vereinen nie vorfinden würden. Die Crux dabei ist, dass der Kader dabei sowohl aus jungen Wilden (die man versucht zu schleifen) und alten Hasen bestehen muß, um Sicherheit in diese lockere Korsett zu bekommen.

Wir werden vermutlich im kommenden Jahr, den Abgang einiger arrivierter sogenannter "alter Hasen" erleben. Mir fallen da Spieler ad hoc ein, wie Frings, Pasanen oder auch Daniel Jensen. Es gilt hier, ein Defizit an Erfahrung wieder aufzufangen. Ich hoffe hiermit, dass dort nachgebessert wird und taktisch geschulte, erfahrene Kräfte geholt werden. Leute, an denen sich andere, jüngere Spieler orientieren können. Borowski, Fritz, Silvestre und Hunt alleine, werden auch aufgrund ihrer persönlichen Defizite, Instabilität, das nicht leisten können. Ich erwarte fertige Spieler, die kein Vermögen kosten, aber anhand ihrer Erfahrung und Systemtreue, individuell starke Kräfte, wie Arnautovic, Marin, Wesley oder Hunt, das heute fehlende Korsett verleihen, damit sich diese Spieler "austoben" können und im besten Sinne, ihre Individualität in den Dienst der Mannschaft stellen. Das ist m.E.n. die Philosophie von Schaaf. Man hat hier in den Grundlagen einiges vergessen imo und die Mischung stimmt einfach nicht.

Den Vergleich des Architekten fand ich in Bezug auf Schaaf ganz gut. Es werden ihm Elemente vorgesetzt, die er in kreativer Art und Weise zusammenstellt. Nur ist es wichtig, Fundamente zu legen, so dass das Gerüst einen festen Unterbau hat. Mir mangelt es also an Zweckfussballern, die es verstehen, das gegnerische Spiel zu unterbinden und ein eigenes in seinen Strukturen zu entwickeln. Magath ist z.B. dafür belächelt worden, dass er einen Durchschnittskicker wie Peer Kluge geholt hat - ebenso, wie die Bauern damals belächelt wurden, dass dorthin ein Salihamidzic geholt wurde. Leute, wie diese brauchst Du und Brazzo hat häufig genug auf höchstem Niveau (CL) den Unterschied zwischen Real Madrid und Bayern München ausgemacht.

Wie gesagt: Ein oder zwei Verpflichtungen dieser Kategorie - reicht, um der Mannschaft dieses "lose Korsett", bzw. die Freiheiten mit ins Spiel zu geben und dennoch ein stabiles Kontrukt zu haben.
 
Schaaf gab mal in der SZ (?) ein Interview ich glaub es war nach der Meistersaison. Da wurde er über sein Privatleben und seinen Werdegang befragt. Da antwortete er, dass er auch gerne Architekt geworden wäre, aber als Fußballtrainer ja jetzt so etwas ähnliches macht. Ich finde, dass deutet ganz elementar auf sein grundverständnis von Fußball und Mannschaftssport im allgemeinen hin. Welcher Architekt baut denn die ganze zeit, bei veränderten bedingungen sein Haus um? Er versucht es so zu bauen, dass das gleiche Haus allen bedingungen widerstehen kann.
Den Vergleich des Architekten fand ich in Bezug auf Schaaf ganz gut. Es werden ihm Elemente vorgesetzt, die er in kreativer Art und Weise zusammenstellt.
Ich finde den Vergleich eher unpassend. Denn ein Architekt bringt einen Entwurf, der klipp und klar Vorgaben macht, die dann mehr oder weniger abgesegnet werden und nach diesen wird gebaut. Spätere Änderungen aufgrund von Einwänden des Bauherren und demzufolge Nachträge werden auch wieder nach klaren Vorgaben umgesetzt. So ist das aber bei Schaaf nicht.

Der User anamous hat dazu im worum mal einen guten Einwurf gebracht. Er nannte es wie einen Unterschied zwischen bauen und anpflanzen. Bei beiden ist es zwar Sinn und Zweck der Sache, wie Du @Karlotto schon sagst, eine Struktur zu schaffen. Aber beim Bauen wird zielgerichtet ein Stein auf den anderen gelegt in einem klar definierten Rahmen. Während beim Anpflanzen gesät wird, in der Hoffnung, dass möglichst alle Pflanzen aufgehen/aufblühen und bei denen, die dann kommen, wird nur mit geringfügigen Korrekturen wie bestimmten Zusätzen und Nährstoffen, mehr oder weniger ausreichend Wasser eingegriffen. Ansonsten aber lässt man das Ganze in sich gedeihen. Das passt eher zu dem, was Schaaf macht.
Sozusagen ist Schaaf eher der Gärtner, denn der Architekt. Das Beeindruckende an der Sache ist ja, dass er mit diesem Vorgehen mindestens ebenso erfolgreich, meistens erfolgreicher war, als fast alle anderen Trainer, die allesamt eher die Architekten sind.
 
Gerade dabei stechen dann Spieler besonders in den Fokus, die sowohl sehr dizipliniert spielen, andererseits ein hohes Mass an Genialität mit bringen. In welcher Konstellation auch immer aber Özil, Diego und Micoud verfügten über die Mittel. Sie brachten das Mass an Genialität mit, um den hochaufgerückten, druckvollen Offensivfußball ein hohes Mass an Sicherheit zu geben, um damit erfolgreich zu sein.
Wenn Du diese Spieler schon erwähnst, dann ist es wichtig, Akteure wie Baumann, Ernst, Ismael, Krstajic, Mertesacker zu nennen, denn die waren es, die mit der gesunden Mischung dem Offensivfussball die nötige Ausgewogenheit brachten. Und gerade die unbestrittene Genialität Diego`s, die allerdings hauptsächlich im individuellen Bereich, brachte alles andere als ein "hohes Maß an Sicherheit". Einfach deshalb, weil Spielausrichtung und System nicht zu diesem Fussball passten. Zu jener Zeit entstanden nicht grundlos die von den Medien vielzitierten Schlagzeilen von den "Ausgekonterten" oder der "dümmsten Truppe der Liga". Konntest Du oft nachlesen.
 
Ich denke das @ Paul Tergat nur sagen wollte, dass man zwischen der Zielformulierung und der Zielerreichung deutlich unterscheiden sollte, da hierdurch dem Sachverhalt Rechnung getragen wird, dass in der Regel nicht sämtliche relevanten Informationen für eine verbindliche Zielfestlegung vorhanden sind und folglich die Grenzen der Planbarkeit Berücksichtigung finden müssen. Deswegen muss man nicht auf die Formulierung von Zielen verzichtet, aber man sollte sich bewusst sein, dass diese fragil sind und in Form von iterativ-reflexiven Schleifen ggf. angepasst werden müssen. Ziele sind im Fußball auch aus strukturellen Gründen fragil, da immer nur wenige Mannschaften das Ziel erreichen können.
Ich denke, Du irrst dich, was die Aussage angeht. Denn da wurde eben doch grundsätzlich die Notwendigkeit von Zielvorgaben angezweifelt und als unsinnig abgetan, sogar deutlich unterschieden zwischen BL-Geschäft und moderner Arbeitswelt. Warum das eigentlich so nicht stimmen kann, hab ich beschrieben. Die "Grenzen der Planbarkeit" gibt es überall, dennoch sind Ziele notwendig. Ich will mich aber auch nicht wiederholen, lies einfach nochmal. Zumal Karlotto dazu aus Unternehmererfahrung bereits ein schlüssiges Statement abgegeben hat.
 
Von einem neuen nachhaltigen und erfolgversprechenden System jetzt in der Frühphase seiner Einführung zu sprechen, ist doch ein wenig unseriös. Wartet mal ab, bis unser nächster Gegner unser ach so tolles System erkannt hat. Meint ihr, er hat dann keine Mittel dagegen anzugehen!!!
Es gibt immer Mittel. Die Frage ist nur die Anzahl bzw. die Flexibilität in den Gegenmitteln. Nur darum ging`s. Sollte aber auch aus den Beiträgen von Sofatester und anderen hervorgegangen sein.
 
Es gilt hier, ein Defizit an Erfahrung wieder aufzufangen. Ich hoffe hiermit, dass dort nachgebessert wird und taktisch geschulte, erfahrene Kräfte geholt werden. Leute, an denen sich andere, jüngere Spieler orientieren können. Borowski, Fritz, Silvestre und Hunt alleine, werden auch aufgrund ihrer persönlichen Defizite, Instabilität, das nicht leisten können. Ich erwarte fertige Spieler, die kein Vermögen kosten, aber anhand ihrer Erfahrung und Systemtreue, individuell starke Kräfte, wie Arnautovic, Marin, Wesley oder Hunt, das heute fehlende Korsett verleihen, damit sich diese Spieler "austoben" können und im besten Sinne, ihre Individualität in den Dienst der Mannschaft stellen. Das ist m.E.n. die Philosophie von Schaaf. Man hat hier in den Grundlagen einiges vergessen imo und die Mischung stimmt einfach nicht.

1899% Zustimmung :tnx:

Die Mischung aus "jugendlichem" Elan und Erfahrung in Kombination mit Führungsqualitäten war eines der tragenden Säulen in der Doublesaison. Mit Ismael, Baumann, Davala, Ernst und Micoud hatten wir 5 Spieler im Kader, die eine Mannschaft führen konnten, so daß es nicht ins Gewicht fiel, wenn der eine oder andere gar nicht auf dem Platz war oder einen schlechten Tag hatte, so daß er der Rolle als Teamleader nicht gerecht werden konnte.

Wir haben dahingehend schon jetzt ein Vakkum, denn vom Lutscher abgesehen hat keiner der Routiniers im aktuellen Kader, auch ein Per Mertesacker nicht, die nötigen Leaderqualitäten und wenn der Lutscher am Saisonende wirklich aufhören sollte, sieht es ohne Verpflichtung in diesem Bereich ganz mau aus.
 
Mick, den Vergleich mit dem Bauern, der sein Feld bestellt, hatte ich gestern auch schon in den Fingern. Klang mir aber zu unspektakulär. Dass Schaaf in diesen Dimensionen arbeitet, ist doch klar. Haben wir ja schon häufig darüber gesprochen. Allerdings gefiel mir der Vergleich mit dem Architekten, weil ich in der Architektur eine gewisse künstlerische Freiheit sehe. Es gibt Vorgaben, wie das Haus auszusehen hat (im Fußball: Ziele wie die Mannschaft spielt, welche Ziele sie erreichen soll) - wie der Weg dorthin beschritten wird, kann jedoch von den Gegebenheiten abhängig, immer wieder unterschiedlich sein.

Aber das driftet jetzt ein wenig ab, vom eigentlichen Thema.
 
Ich denke, Du irrst dich, was die Aussage angeht. Denn da wurde eben doch grundsätzlich die Notwendigkeit von Zielvorgaben angezweifelt und als unsinnig abgetan, sogar deutlich unterschieden zwischen BL-Geschäft und moderner Arbeitswelt. Warum das eigentlich so nicht stimmen kann, hab ich beschrieben. Die "Grenzen der Planbarkeit" gibt es überall, dennoch sind Ziele notwendig.

Das denke ich nicht: Paul Tergat hat zwar gesagt, das man auf Zielplanung im Grunde verzichten kann, aber ich glaube er wollte damit nur durch eine überspitzte Formulierung auf eine bestimmte Denkart hinweisen, die in ihrer Konsequenz darauf hinausläuft, die Bedeutung von Zielformulierungen in komplexen Systemen zu relativieren. Natürlich ist es so, dass Ziele notwendig sind, das Organisationen zielbezogen arbeiten, doch sind in komplexen Systemen die notwendigen Informationen, die man für die Zielerreichung braucht, zum Zeitpunkt der Zielformulierung in der Regel nicht vorhanden, weswegen die Zielsetzungen immer brüchig sind und häufig durch Einflüsse aus der äußeren Umwelt modifiziert werden müssen. Außerdem hat eine Organisation auch immer mehrere Ziele, die häufig nicht miteinander harmonisieren, z. B. das Ziel der Kostenreduktion und das Ziel des sportlichen Erfolgs. Für den Erfolg sind sowieso nicht die Ziele entscheidend, sondern die Empfindsamkeit bezüglich der in einer Situation konkret gegebenen Möglichkeiten.
 
Das denke ich nicht: Paul Tergat hat zwar gesagt, das man auf Zielplanung im Grunde verzichten kann, aber ich glaube er wollte damit nur durch eine überspitzte Formulierung auf eine bestimmte Denkart hinweisen, die in ihrer Konsequenz darauf hinausläuft, die Bedeutung von Zielformulierungen in komplexen Systemen zu relativieren. Natürlich ist es so, dass Ziele notwendig sind, das Organisationen zielbezogen arbeiten, doch sind in komplexen Systemen die notwendigen Informationen, die man für die Zielerreichung braucht, zum Zeitpunkt der Zielformulierung in der Regel nicht vorhanden, weswegen die Zielsetzungen immer brüchig sind und häufig durch Einflüsse aus der äußeren Umwelt modifiziert werden müssen. Außerdem hat eine Organisation auch immer mehrere Ziele, die häufig nicht miteinander harmonisieren, z. B. das Ziel der Kostenreduktion und das Ziel des sportlichen Erfolgs. Für den Erfolg sind sowieso nicht die Ziele entscheidend, sondern die Empfindsamkeit bezüglich der in einer Situation konkret gegebenen Möglichkeiten.

Donnerwetter, war das jetzt ein fi...chinesisch! :rolleyes:

P.S.: Gibts denn auch ne innere Umwelt, wenn's schon ne äußere gibt? :D
 
Das denke ich nicht: Paul Tergat hat zwar gesagt, das man auf Zielplanung im Grunde verzichten kann, aber ich glaube er wollte damit nur durch eine überspitzte Formulierung auf eine bestimmte Denkart hinweisen, die in ihrer Konsequenz darauf hinausläuft, die Bedeutung von Zielformulierungen in komplexen Systemen zu relativieren. Natürlich ist es so, dass Ziele notwendig sind, das Organisationen zielbezogen arbeiten, doch sind in komplexen Systemen die notwendigen Informationen, die man für die Zielerreichung braucht, zum Zeitpunkt der Zielformulierung in der Regel nicht vorhanden, weswegen die Zielsetzungen immer brüchig sind und häufig durch Einflüsse aus der äußeren Umwelt modifiziert werden müssen. Außerdem hat eine Organisation auch immer mehrere Ziele, die häufig nicht miteinander harmonisieren, z. B. das Ziel der Kostenreduktion und das Ziel des sportlichen Erfolgs. Für den Erfolg sind sowieso nicht die Ziele entscheidend, sondern die Empfindsamkeit bezüglich der in einer Situation konkret gegebenen Möglichkeiten.

Das würde ich fast uneingeschränkt unterschreiben.
Ich würde sogar noch weiter gehen.
Man gibt sich Ziele, in der Regel fundierend auf frühere Erfahrungswerte. Nur eine einmal richtig erstellte Diagnose stellt keine Garantie für den Eintritt einer zu erstellenden richtigen Prognose dar, da sich die angenommenen Rahmenbedingungen ohne eigenes Zutun extrem verändern könnten. Im Wirtschaftsleben geht man von bestimmten Rahmenbedingungen aus, um die eigenen Prognosen aufrechtzuerhalten. Ändern sich diese Rahmenbedingungen extrem, dann ändert man auch seine Prognose in diese Richtung. Ich denke unsere letzte Finanzkrise hat das gezeigt.
 
Das würde ich fast uneingeschränkt unterschreiben.
Ich würde sogar noch weiter gehen.
Man gibt sich Ziele, in der Regel fundierend auf frühere Erfahrungswerte. Nur eine einmal richtig erstellte Diagnose stellt keine Garantie für den Eintritt einer zu erstellenden richtigen Prognose dar, da sich die angenommenen Rahmenbedingungen ohne eigenes Zutun extrem verändern könnten. Im Wirtschaftsleben geht man von bestimmten Rahmenbedingungen aus, um die eigenen Prognosen aufrechtzuerhalten. Ändern sich diese Rahmenbedingungen extrem, dann ändert man auch seine Prognose in diese Richtung. Ich denke unsere letzte Finanzkrise hat das gezeigt.
:tnx:
 
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