Es gibt einige Bundesligaspieler, die ohne größtes fußballerisches Talent sehr erfolgreiche Karrieren hatten, auch als Stürmer. Wenn man sich zum Beispiel einen der erfolgreichsten Bundesligatorschützen, Ulf Kirsten, ansieht, dann wird klar, dass nimmermüder einsatz und der Wille, unbedingt ein Tor zu machen, ebenso entscheidend sind. Ginge es nach reinem Talent, dann hätte auch Andree Wiedener nie zum Kultspieler werden können.
Sandro Wagner ist in der Tat nicht der beste Techniker, aber auch nicht so schlecht, wie er hier manchmal gemacht wird. Zudem wirkt er für mich in der Rückrunde bzw. auch schon gegen Ende der hinrunde spritziger als zu Saisonbeginn. Es ist ja oft so, dass lange Spieler nach Verletzungsunterbrechungen Zeit brauchen, bis sie wieder ihr altes Leistungsvermögen haben, zudem haben sie oft Defizite im Antritt. Das Phänomen kennen wir ja auch von Borowski, der auch bei voller Fitness vermutlich den elfer nicht verursacht hätte. Bei Wagner fällt mir auf, dass er inzwischen relativ häufig in engen Situationen vor dem Gegenspieler am Ball ist und dadurch auch einige Fouls und Freistöße zieht, dass er sich inzwischen sogar hin und wieder gegen einen oder sogar zwei Spieler behaupten und durchsetzen kann. Und dass er, seit dem Kaiserslautern-Spiel, in dem er zwar etwas blind, aber immerhin torgefährlich war, in jedem Spiel zu Torchancen kommt. Auch das führe ich auf verbesserte Physis und vielleicht auch auf eine positivere Einstellung zurück.
Für mich ist Sondro Wagner derzeit auf dem besten Weg, zu einem absolut bundesligatauglichen Stürmer zu werden. Sein einsatz ist vorbildlich, er kann sich behaupten, er strahlt Torgefahr aus, nimmt am Kombinationsspiel teil, er hilft in der Abwehr aus, er bietet sich ständig an. Das sind die Qualitäten, die es braucht, um in der Bundesliga zu bestehen. Wenn er zusätzlich noch anfängt zu treffen und da zu stehen, wo ein Stürmer stehen muss, dann werden wir, drei euro ins Phrasenschwein, noch viel Freude an Sandro Wagner haben.